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Neuer Bericht: Clean Clothes Kampagne berechnet notwendigen Basis-Existenzlohn für Näher*innen in Süd- und Osteuropa.

Mindestlöhne in Europas Billiglohnländern müssten im Schnitt viermal höher sein - Südwind und Clean Clothes Kampagne fordern Schließung der Lohn-Lücke sowie Gesetze gegen die Ausbeutung in der Textilbranche

Wien, 8. April 2021. In Österreich gibt es kaum Bekleidungshersteller, die ohne Fertigungsschritt in Ost- oder Südosteuropa auskommen. Gleichzeitig bekommen Näherinnen und Näher, die in europäischen Billiglohnländern wie Bulgarien, Rumänien oder der Ukraine für große Modemarken arbeiten, nur Hungerlöhne und oft sogar weniger als Textilarbeitende in Asien bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht der Clean Clothes Kampagne (CCK). „Beschäftigte der Modeindustrie brauchen einen Lohn, von dem sie leben können. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass in Europa der gesetzliche Mindestlohn vielerorts nicht bezahlt wird. Gleichzeitig ist auch der Mindestlohn für Arbeiterinnen und Arbeiter im Bekleidungssektor meist weit davon entfernt, vor Armut zu schützen“, sagt Gertrude Klaffenböck, von der Clean Clothes Kampagne bei Südwind. Mitglieder und Clean Clothes-Partner in Süd- und Osteuropa haben zusammen mit Textilarbeiterinnen und -arbeitern eine länderübergreifende Berechnung eines existenzsichernden Lohns für europäische Produktionsländer vorgelegt, den sogenannten Europe Floor Wage. „Adidas, Otto, H&M, Hugo Boss, Zalando & Co. haben sich jahrelang hinter dem Argument versteckt, nicht zu wissen, wie hoch ein existenzsichernder Lohn sein müsse. Diese Ausrede gilt jetzt nicht mehr. Die Modehäuser müssen die errechnete Lohn-Kluft unmittelbar schließen“, sagt Gertrude Klaffenböck: „Auch die Politik steht sowohl auf EU-Ebene als auch in Österreich in der Pflicht, um existenzsichernde Löhne zu garantieren. Der Praxis von miserabler Entlohnung und chronischer Ausbeutung in internationalen Lieferketten muss mit Gesetzen und Bestrafungen wirksam begegnet werden.“

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Quali-Start zur Skandal-WM muss Trendwende einläuten. Südwind fordert Menschenrechtskriterien

© Martin Kainz

6.500 Tote mahnen, Südwind fordert bindende Arbeits- und Menschenrechtskriterien bei Sportbewerben: Sportminister Kogler muss sich für ausbeutungsfreien Sport einsetzen

Wien, 25. März 2021. Das österreichische Fußball-Nationalteam startet heute in die Qualifikation zur umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Die Turnier-Vorarbeiten liefen laut zahlreichen Berichten unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und kosteten 6.500 Arbeiter*innen das Leben. „Dieser skandalöse Wettlauf zu einem todbringenden Turnier hätte verhindert werden können. Bereits kurz nach der Turniervergabe wurden Berichte öffentlich, in denen die Arbeitsbedingungen in Katar als moderne Sklaverei entlarvt wurden“, sagt Stefan Grasgruber-Kerl, Menschenrechtssprecher von Südwind. „Trotz jahrelanger Beteuerungen von Politikerinnen und Sportfunktionären ist die große Trendwende hin zu einem ausbeutungsfreien Sport nicht gelungen. Sportminister Werner Kogler muss sich gemeinsam mit dem ÖFB und den Sportverbänden auf nationaler sowie internationaler Ebene für strenge Arbeits- und Menschenrechtskriterien bei Großereignissen starkmachen. Nur so können wir künftig Fußballfeste feiern, ohne menschliches Leid zu verursachen.

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Südwind und GLOBAL 2000 Schoko-Osterhasen Check: Jede dritte Schoko-Figur verfehlt öko-faire Mindeststandards.

Trend geht zu bio-fairer Schokolade – Aufholbedarf bleibt vor allem bei großen Marken  – Unternehmenseigene Zertifikate bieten keine Sicherheit

Wien, 24.03.2021. Anlässlich des bevorstehenden Osterfestes haben die Menschenrechtsorganisation Südwind und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 Österreichs Süßwarenregale ihrem jährlichen Schoko-Osterhasen-Check unterzogen. Insgesamt 30 Schokolade-Hohlfiguren wurden auf die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards bewertet und nach Ampelfarben kategorisiert. Etwa jedes zweite Produkt setzt zumindest schon in einem der beiden Bereiche – also entweder bei ökologischen oder bei sozialen Kriterien – auf Standards, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Sechs der 30 Figuren überzeugen in beiden Bereichen. Dennoch fällt wie bereits im Vorjahr jedes dritte Produkt im öko-fairen Check durch.  Mehr erfahren

Südwind zum Klimastreik: Klimaschutz heißt Menschen schützen

Klimastreik_suedwind_(c)_suedwind_Sufiyan

Klimagerechtigkeit erfordert mehr Tempo der EU-Klimapolitik sowie einen effektiven Schutz für Betroffene im Globalen Süden – Südwind unterstützt den 7. Klimastreik österreichweit

Wien, am 19. März 2021. Anlässlich des siebten globalen Klimastreiks erinnert Südwind daran, dass die Klimakrise nicht nur eine ökologische, sondern vor allem eine soziale Krise ist. Die Menschenrechtsorganisation fordert mehr Ambition in der Klimapolitik sowie einen effektiven Schutzmechanismus für Betroffene. „Klimaschutz, Armutsbekämpfung und  die Einhaltung der Menschenrechte müssen Hand in Hand gehen. Die Klimakrise ist eine besondere Bedrohung für ökonomisch schwache Länder und somit ausgerechnet für Menschen, die kaum zur Klimakrise beitragen“, sagt Isabella Szukits, Klimasprecherin von Südwind. „Ankündigungen alleine helfen niemandem. Die Politik muss ihre immer wieder aufgeschobenen Klimaschutzmaßnahmen endlich umsetzen und die unzureichenden Klimaziele auf EU-Ebene nachschärfen. Zusätzlich zur EU-Klimaneutralität bis 2040 braucht es einen Schutzmechanismus für die Betroffenen im Globalen Süden. Nur so verhindern wir, dass die Klimakrise humanitäre Katastrophen befeuert.“ Mehr erfahren

Textilbranche ist Löhne in Milliardenhöhe schuldig. Menschenrechtsorganisationen fordern bessere Absicherung von Arbeiterinnen

Pay Your Workers-Protest in Kambodscha / Enric Catala
Pay Your Workers-Protest in Kambodscha / Enric Catala

Unternehmen brachten während der Pandemie Zulieferer und Millionen Arbeiterinnen in Existenznöte – Südwind und die Clean Clothes Kampagne fordern gemeinsam mit 200 Organisationen eine weltweit gültige Lohn- und Abfindungsgarantie

Wien, am 15. März 2021. Der Online-Handel zählt auch im Bekleidungssektor zu den großen Gewinnern der Pandemie: Der US-Riese Amazon konnte im letzten Jahr seinen Jahresgewinn um fast 200 Prozent steigern und vor allem im Textilgeschäft massiv an Marktanteilen dazu gewinnen. Auch in Österreich zählt Amazon inzwischen zu den Top 10 im Einzelhandel.  Gleichzeitig blieben die Löhne und Entschädigungen von Millionen Textilarbeiterinnen unbezahlt, nachdem Fabriken in der Pandemie von heute auf morgen geschlossen wurden. „Während Amazon neue Geschäftsrekorde feierte, mussten jene Arbeiterinnen hungern, die Kleidung für die Kundinnen und Kunden herstellten. Neben einer längst ausständigen Wiedergutmachung müssen diese untragbaren Zustände in Zukunft mit rechtlichen und finanziellen Mitteln verhindert werden“, sagt Gertrude Klaffenböck, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne (CCK) bei Südwind. Die Menschenrechtsorganisation fordert konkret die Nachzahlung der ausstehenden Löhne. Zusätzlich soll der Aufbau eines neuen internationalen Lohn- und Abfindungs-Garantie-Fonds eine weltweite Versicherung für Lohnzahlung und Entschädigung bieten und Arbeiterinnen, so vor Armut und Hunger schützen. [Mehr erfahren]

Südwind begrüßt Beschluss für EU-Lieferkettengesetz und warnt vor Aufweichungen

Südwind: Ein effektives EU-Lieferkettengesetz braucht Strafen und zivilrechtliche Haftung für Unternehmen aller Größenordnungen

Die österreichische Menschenrechtsorganisation begrüßt den gestrigen Beschluss des EU-Parlaments für eine verbindliche Konzernverantwortung und warnt vor Aufweichungen und Ausnahmen. Stefan Grasgruber-Kerl, Experte für faire Lieferketten bei Südwind: „Der heutige Beschluss kann ein dringend benötigter Meilenstein gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur durch global wirtschaftende Konzerne werden – vorausgesetzt die EU gibt den bereits von Konzernlobbies angedeuteten Aufweichungsversuchen nicht nach. Denn ein reiner Papiertiger hilft nicht gegen Ausbeutung und Naturzerstörung. Vielmehr braucht es ein Lieferkettengesetz, das auch Zähne zeigt." [Mehr erfahren]

Großes Jubiläum im Zeichen der Nachhaltigkeit: Südwind feiert 20 Jahre Faire Wochen in Niederösterreich.

Südwind NÖ feiert 20 Jahre Faire Wochen
© Südwind

St. Pölten/ Wiener Neustadt, 11.03.2021. - Von 15. April bis 30. Mai präsentieren die Fairen Wochen zum 20. Mal zahlreiche Events und Aktionen im Zeichen der globalen Gerechtigkeit – Südwind fordert strenge Gesetze für fairen Handel und ruft zur Petition „Menschenrechte brauchen Gesetze“ auf.

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Südwind zum Weltfrauentag: EU vor wichtiger Weichenstellung gegen die Ausbeutung von Arbeiterinnen

Aktion "Girls unite for Labour Rights" in Wien, 2020 / CCK

Erster Schritt für verbindliche Konzernverantwortung auf EU-Ebene am Weltfrauentag möglich –Globale Textilindustrie steht vor besonders großem Aufholbedarf – Südwind und die Clean Clothes Kampagne fordern in einem Offenen Brief klare Regeln für Unternehmensverantwortung

Wien / Brüssel, 5. März 2021. Anlässlich des Weltfrauentags erinnern die Menschenrechtsorganisation Südwind und die Clean Clothes Kampagne an die besonders problematischen Arbeitsbedingungen von Frauen in der weltweiten Textilindustrie und fordern klare Gesetze gegen die Ausbeutung entlang internationaler Lieferketten. „Die weltweite Textilindustrie ist immer noch ein Hochrisikobereich für Frauen. Etwa 80 Prozent der Arbeiterinnen und Arbeiter sind Frauen. Trotz oftmaliger Besserungsversprechen der Modekonzerne stehen Diskriminierung, Unsicherheit bis hin zu sexualisierter Gewalt immer noch an der Tagesordnung“, erklärt Gertrude Klaffenböck, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne bei Südwind. Passend zum Weltfrauentag hat das Europäische Parlament nun die Möglichkeit, einen wichtigen Schritt gegen diese diskriminierenden Praktiken zu setzen. In einem Offenen Brief an die EU-Abgeordneten fordern Südwind und die Clean Clothes Kampagne ein umfassendes Gesetz für Unternehmensverantwortung. Demnach müssten vor allem die Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen als entscheidende Grundrechte für alle Arbeitnehmer*innen anerkannt werden. Mehr erfahren

Südwind begrüßt Vorstoß für ein Lieferkettengesetz. Strenger Rechtsrahmen gefordert.

Aktion vor dem Justizministerium zum Petitionsstart © Südwind Vincent Sufiyan
Aktion vor dem Justizministerium zum Petitionsstart
© Südwind Vincent Sufiyan

Menschenrechtsorganisation fordert verbindliche Regeln und die umfassende Haftung von Konzernen: „Menschenrechtsvergehen in globalen Lieferketten müssen jederzeit klagbar sein“

Wien, 3. März 2021. Die Menschenrechtsorganisation Südwind begrüßt den Vorstoß der SPÖ für ein nationales Lieferkettengesetz und sieht das Österreichische Parlament gefordert, einen wirksamen Rechtsrahmen zu erarbeiten. „Fairer Handel braucht klare Regeln. Unternehmen müssen zur Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten verpflichtet werden. Ob für unsere Schokolade, Handys oder Kleidung – für die Produktion von Alltagsprodukten werden immer noch Ausbeutung und Menschenrechtsvergehen in Kauf genommen“, kritisiert Stefan Grasgruber-Kerl, Experte für faire Lieferketten bei Südwind. „Die Politik in Österreich hat viel zu lange weggesehen. Damit Konzerne endlich Verantwortung für die Ausbeutung in ihren Lieferketten übernehmen, braucht es daher ein strenges Gesetz mit verbindlichen Regeln und umfassender Haftung. Denn das jahrelange Versagen der freiwilligen Selbstverpflichtung hat gezeigt, dass Menschenrechte in Zukunft ohne große Hürden einklagbar sein müssen.“ Mehr erfahren

Südwind unterstützt Petition „Menschenrechte brauchen Gesetze“

Aktion vor dem Justizministerium zum Petitionsstart
© Südwind Vincent Sufiyan

Südwind unterstützt Petition „Menschenrechte brauchen Gesetze“
Breite Allianz fordert klaren Gesetzesrahmen für faire Lieferketten – Südwind: Lückenhafte Rechtslage befeuert systematische und branchenübergreifende Ausbeutung 

Wien, am 19. Februar 2021. Die Menschenrechtsorganisation Südwind sieht großen Aufholbedarf bei der Unternehmensverantwortung in Österreich. Gemeinsam mit einer breiten zivilgesellschaftlichen Allianz fordert eine neue Petition verbindliche Regeln für faire Lieferketten. „Es ist absurd, dass im Jahr 2021 immer noch Produkte in unseren Supermarktregalen stehen, die mithilfe von Kinderarbeit und Ausbeutung hergestellt wurden“, kritisiert Stefan Grasgruber-Kerl, Experte für faire Lieferketten bei Südwind. „Fairer Handel braucht strenge Regeln. Die Politik muss daher einen wirksamen Rechtsrahmen vorlegen gegen Menschenrechtsverletzungen internationaler Konzerne.“ Mehr erfahren

Start des Südwind-Lehrgangs für Gewalt- und Extremismusprävention

Teilnehmer*innen des 1. Lehrgangs 2020 /
© Südwind, Elisabeth Nagy

Strafvollzugsbedienstete und Personen aus der Bildungs- Jugend- und Sozialarbeit erarbeiten gemeinsam Lösungen, um gewaltbereiten Extremismus zu verhindern – Ergebnisse werden im Anschluss an die Politik übermittelt

Wien, am 18. Februar 2021. Die österreichische Menschenrechtsorganisation Südwind startet gemeinsam mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien bereits zum zweiten Mal einen außergewöhnlichen Lehrgang. Ab 19. Februar bis Ende April findet der Hochschullehrgang „Gewalt- und Extremismusprävention durch Förderung der sozialen Komeptenz“ statt. In dessen Rahmen entwickeln die Teilnehmer*innen Empfehlungen zur Förderung der Resilienz für gefährdete Personen und Gruppen. Das Besondere dabei ist, dass etwa die Hälfte der 30 Teilnehmer*innen im Strafvollzug arbeitet. Gemeinsam mit Menschen aus dem pädagogischen Bereich und der sozialen Arbeit soll das Netzwerk zwischen allen in der Präventionsarbeit tätigen Personen gestärkt, ein Wissensaustausch ermöglicht und praktische Methoden für den Einsatz im Berufsalltag entwickelt werden. Mehr erfahren

Südwind: FAIRTRADE-Zertifizierung von Manner ist ein wichtiger Schritt im Einsatz für fairen Kakao

Trocknen der Bohnen, Ghana
© Südwind/Christina Schröder

Menschenrechtsorganisation sieht weiterhin großen Aufholbedarf in der Süßwarenbranche – Unternehmen sind gefordert dem guten Beispiel von Manner zu folgen: „Kinderarbeit und schädliche Pestizide im Kakaoanbau müssen der Vergangenheit angehören“                        

Wien, am 12. Februar 2020. Seit Jahren setzt sich die Menschenrechtsorganisation Südwind für bessere Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau ein. Internationale Marken üben oftmals gewaltigen Preisdruck auf die Produzent*innen aus und befeuern damit Missstände wie Kinderarbeit, Hungerlöhne und Gesundheitsschäden durch Pestizide.„Der verkündete Umstieg der Traditionsmarke Manner auf eine FAIRTRADE-Zertifizierung ist für die gesamte Branche ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die neuen Standards helfen dabei, Missstände zu unterbinden und Produzentinnen und Produzenten ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen“, erklärt Stefan Grasgruber-Kerl, Lieferketten-Experte bei Südwind. „Nun liegt es an den übrigen österreichischen Süßwarenherstellern dem guten Beispiel zu folgen. Zusätzlich braucht es einen strengen gesetzlichen Rahmen, um Unternehmen, deren Geschäft auf Ausbeutung fußt, zur Verantwortung zu ziehen. Nur so kommen wir zu einem Supermarktregal, das gänzlich frei von Kinderarbeit und anderen Menschenrechtsverletzungen ist“, so Grasgruber-Kerl von Südwind. Mehr erfahren

Neuer Bericht zeigt massive Umwelt- und Arbeitsrechtsverletzungen durch EU-finanzierte Minen. Südwind fordert verschärfte Regeln für Rohstoffabbau.

Missstände beim Rohstoffabbau zeugen von mangelnden EU-Sicherheitsbestimmungen – Entwicklungspolitische Allianz fordert faire Arbeitsbedingungen und Lieferketten – Klimapolitik muss im Einklang mit Natur und Menschenrechten stehen.

Wien / Brüssel, am Freitag, 12. Februar 2021. Um den wachsenden Ressourcenbedarf für Informationstechnologien und erneuerbare Energien zu decken, plant die Europäische Kommission eine massive Steigerung des Rohstoffabbaus trotz mangelhafter Schutzbestimmungen. Der Vorstoß droht auf Kosten von Arbeiter*innen, lokalen Gemeinden und der Natur zu gehen. Zu diesem Schluss kommt der neue Bericht „Raw Deal“ von Bankwatch, einer Partner-Organisation der österreichischen Menschenrechtsorganisation Südwind.

Der Kampf gegen die Klimakrise darf nicht auf Kosten der Menschenrechte gehen. Die dringend benötigte Energiewende muss strengen Schutzmaßnahmen für Mensch und Natur unterliegen“, fordert Matthias Haberl, Experte für faire Elektronik bei Südwind und verweist dabei auf ein besonders  drastisches Fallbeispiel aus Bulgarien: Um die EU-Gesundheitsstandards zu umgehen, wird in Europa abgebautes Gold zum Einschmelzen nach Namibia geschickt, bevor es in verarbeiteter Form zurück in die EU gelangt. „Diese gesundheits- und umweltschädlichen Abbaupraktiken müssen ein Ende haben. Die EU-Kommission muss daher eine konkrete Schutzstrategie vorlegen sowie einen Reduktionsplan im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft. Auch Österreichs Bundesregierung ist gefragt, sich auf EU-Ebene für wirksame Schutzbestimmungen und ein strenges Lieferkettengesetz stark zu machen.“ Mehr erfahren

Südwind fordert Lieferkettengesetz: Verantwortungsvoller Konsum braucht strenge Regeln

Noch bis 8. Februar kann eine europaweite Aktion für ein EU-Lieferkettengesetz unterstützt werden – Südwind fordert eine klare Positionierung Österreichs auf internationaler Ebene

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Mediengesprächs des Wissenschaftsnetzes „Diskurs“ bekräftigt Südwind seine Forderung nach einem Lieferkettengesetz auf EU- und österreichischer Ebene. „Die Wege, die ein Produkt bis zu uns nach Hause zurücklegt, sind meist undurchschaubar. Bewusste Kaufentscheidungen im Sinne eines nachhaltigen und fairen Konsums sind daher für Konsumentinnen und Konsumenten nur sehr schwer möglich“, erklärt Stefan Grasgruber-Kerl, Kampagnenleiter der Menschenrechtsorganisation Südwind. „Niemand will absichtlich Produkte kaufen, die aus Zwangsarbeit und Umweltzerstörung stammen. Die Politik muss daher sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene einen strengen gesetzlichen Rahmen schaffen, der Unternehmen zur Einhaltung von Umwelt- und Menschenrechtsstandards entlang der gesamten Lieferkette verpflichtet.“ Südwind fordert gemeinsam mit zahlreichen Organisationen ein umfassendes EU-Lieferkettengesetz. Bis 8.Februar kann noch die europaweite Initiative „Hold Business Accountable” unterstützt werden. Die gemeinsame österreichische Kampagne „Menschenrechte brauchen Gesetze!“ wird vom Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) koordiniert und von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Arbeiterkammer und vom ÖGB getragen. Mehr erfahren

Südwind holt Vincent Sufiyan als Pressesprecher und Kommunikationsleiter an Bord

Wien, 29.01.2021: Seit 18. Jänner leitet Vincent Sufiyan die Kommunikation von Südwind, dem Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit. Der 36-jährige Wiener war zuletzt als Pressesprecher beim WWF Österreich tätig und hat in dieser Funktion zahlreiche Naturschutz-Initiativen und -Kampagnen mitgestaltet und kommunikativ umgesetzt. Nach seinem Bachelor-Abschluss der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien war Vincent Sufiyan mehrere Jahre im Journalismus und Verlagswesen als Redakteur, Pressefotograf und Grafiker tätig. Bei Südwind wird Sufiyan für die Weiterentwicklung der Kommunikationsstrukturen zuständig sein sowie für die Koordination der Pressearbeit zwischen den Regionalbüros in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, und Wien.

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