Make ICT Fair

Die Elektronikindustrie ist einer der wichtigsten und gleichzeitig auch einer der intransparentesten Wirtschaftszweige der Welt. Südwind setzt sich im Rahmen seines Projektes "Make ICT fair" für verbesserte Arbeits- und Umweltbedingungen in der Lieferkette der Elektronikindustrie ein.

Die Lieferkette beginnt beim Rohstoffabbau. Oft verrichten dabei Menschen lebensgefährliche Arbeit, verdienen wenig und vom Gesamtgewinn bleibt nur ein Bruchteil in der Region und im Land. Rohstoffabbau passiert weltweit und viele Rohstoffe kommen aus den Ländern des Südens.

Elektronikgeräte werden fast vollständig in Südostasien und China zusammengebaut. Die Problemfelder sind vielfältig. Sie reichen u.a. von Selbstmorden aufgrund der schwierigen Gesamtsituation der ArbeiterInnen über Gesundheitsgefährdung durch die verwendeten Chemikalien über überlange und in bestimmten Zeiten konzentrierte prekäre Beschäftigungsverhältnisse bis zum Verbot und der Unterdrückung von Gewerkschaften.

Viele der elektronischen Geräte landen nach der Nutzung als toxischer Elektroschrott wieder in den Ländern des Südens, z.B. in Ghana, China oder Indien. Dort werden sie unter gesundheitsschädlichen und hoch gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgeschlachtet, die Umwelt in den betroffenen Regionen ist vergiftet und der Lohn in der Arbeit hilft in den meisten Fällen nur von Tag zu Tag.

Was macht Südwind für faire Elektronik?

  • Südwind deckt ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der Produktionskette von IT-Geräten auf.
  • Südwind schafft Bewusstsein für die problematischen Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Jugendliche erfahren bei Workshops und Trainings mehr über die globalen Zusammenhänge in der Herstellung von ihren Smartphones und Tablets und erarbeiten Handlungsmöglichkeiten.
  • Südwind weist gemeinsam mit zehn global vernetzten Organisationen IT-Firmen wie u. a. Apple und Samsung auf die negativen Auswirkungen bei der Herstellung ihrer Produkte hin und legt Lösungsvorschläge vor.
  • Südwind berät Städte, Gemeinden und Länder, wie sie bei ihrem Einkauf auf nachhaltige IT-Produkte achten können.

Im Projekt Make ICT Fair (MakeInformation and Communication Technology“ Fair) arbeitet Südwind von November 2017 bis Oktober 2020 mit zehn europäischen Partnerorganisationen an dem Ziel, die Lieferkette der Elektronikindustrie transparenter, gerechter sowie klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.

Die zehn europäischen Partnerorganisationen sind Swedwatch (Schweden), Catapa (Belgien), CEE Bankwatch (Tschechische Republik/ Zentral und Osteuropa), Electronics Watch (Niederlande), ICLEI (Deutschland), Le Monde Diplomatique Polska (Polen), People & Planet (UK), Setem Catalunya (Spanien / Katalonien), Towards Sustainability Association (Ungarn), University of Edinburgh (UK/ Schottland)

Der Mobile Social Congress beleuchtet die Schattenseiten der Elektronikindustrie

Die Kampagne „Make ICT fair“ bleibt dran: Von 24. – 26. Februar findet in Barcelona diese Gegenveranstaltung zur größten Messe der Elektronikindustrie statt – auch wenn das Gegenüber, der Mobile World Congress, abgesagt wurde. Die Teilnahme ist vor Ort in Barcelona oder via Livestream möglich.

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Rohstoffe: Milliardengewinne für die Weltmeister im Verdunkeln

Über die Lieferketten unserer Smartphones, Tablets oder anderer Elektronikgeräte informiert Südwind bereits seit vielen Jahren – von den Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten in Indien und China bis hin zum Verbleib unseres Elektroschrotts in Ghana. Im Sommer 2019 hat Südwind-Mitarbeiterin Isabella Szukits den Abbau von zentralen Rohstoffen für diese Geräte in Bolivien recherchiert.

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Parteiencheck zur Nationalratswahl 2019

Die Rohstoffversorgung für die österreichische Wirtschaft zu sichern ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel. Doch unser Rohstoffhunger verursacht in anderen Erdteilen massive Schäden, die Umwelt wird zerstört und ArbeiterInnen ausgebeutet. Das blendete die österreichische Rohstoffstrategie bisher leider völlig aus.

Südwind hat als Teil des NGO-Bündnisses AG Rohstoffe im Vorfeld der Nationalratswahlen bei den Parteien zu ihren Standpunkten im Bereich Rohstoffstrategie nachgefragt:
Von acht kandidierenden Parteien haben sechs die Fragen beantwortet. Alle sind sich einig, dass eine neue Strategie Themen wie Menschenrechts- und Umweltschutz sowie entwicklungspolitische Aspekte stärker berücksichtigen muss und dass sich Österreich in Richtung einer echten Kreislaufwirtschaft bewegen muss. SPÖ, NEOS, GRÜNE, KPÖ und WANDEL unterstützen konkrete Maßnahmen, wie den Beitritt öffentlicher Beschaffer zum Netzwerk „Electronics Watch“, eine gesetzlich verbindliche Verankerung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten für globale Lieferketten und ein Verbot einer absichtlich kurzen Produktlebensdauer – bekannt als „geplante Obsoleszenz“. Die ÖVP setzt vor allem auf eine freiwillige Umsetzung von OECD-Leitlinien durch österreichische Unternehmen.

Alle Antworten im Detail finden Sie hier.

Elektronikindustrie: reißende Job-Nachfrage trotz Ausbeutung.
Elektronikindustrie: reißende Job-Nachfrage trotz Ausbeutung.
© Südwind/Haberl

MADE IN CHINA – DIE DUNKLE SEITE UNSERER DIGITALEN PRODUKTWELT

Ein Großteil der von uns verwendeten Elektronikgeräte wird in China hergestellt. Südwind-Mitarbeiter Matthias Haberl war gerade einen Monat lang in Hongkong und China, wo er vor Ort recherchiert hat unter welchen Bedingungen die von uns täglich verwendeten IT-Geräte hergestellt werden. Was er dort mit eigenen Augen gesehen und erfahren hat, haben wir für Sie hier zusammengefasst.

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