Make ICT Fair

Im Projekt Make ICT Fair (MakeInformation and Communication Technology“ Fair) arbeitet Südwind von November 2017 bis Oktober 2020 mit zehn europäischen Partnerorganisationen an dem Ziel, die Lieferkette der Elektronikindustrie transparenter, gerechter sowie klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.

 

Die zehn europäischen Partnerorganisationen sind:

Swedwatch (Schweden)

Catapa (Belgien)

CEE Bankwatch (Tschechische Republik/ Zentral und Osteuropa)

Electronics Watch (Niederlande)

ICLEI (Deutschland)

Le Monde Diplomatique Polska (Polen)

People & Planet (UK)

Setem Catalunya (Spanien / Katalonien)

Towards Sustainability Association (Ungarn)

University of Edinburgh (UK/ Schottland)

 

Durch das Projekt Make ICT Fair will Südwind langfristig zu verbesserten Arbeits- und Umweltbedingungen in der Lieferkette der Elektronikindustrie beitragen. Südwind sieht dies als zentralen Baustein für menschenwürdige Lebensbedingungen der vielen ArbeiterInnen, die unsere Computer und Handys produzieren.

Die Lieferkette beginnt beim Rohstoffabbau. Rohstoffabbau sowohl im artisanal mining (der informelle Bereich, wo oft einfach wenige Menschen gemeinsam in den Boden graben), als auch im industriellen Minenabbau, der von mächtigen, internationalen Konzernen betrieben wird, Menschen lebensgefährliche Arbeit verrichten, wenig verdienen und meist auch wenig vom Gesamtgewinn in der Region und im Land bleibt. Rohstoffabbau passiert weltweit und viele Rohstoffe kommen aus den Ländern des Südens.

 

Die Geräte werden fast vollständig in Südostasien und China zusammengebaut. Die Problemfelder sind vielfältig. Sie reichen u.a. von Selbstmorden aufgrund der schwierigen Gesamtsituation der ArbeiterInnen über Gesundheitsgefährdung durch die verwendeten Chemikalien über überlange und in bestimmten Zeiten konzentrierte prekäre Beschäftigungsverhältnisse bis zum Verbot und der Unterdrückung von Gewerkschaften.

Viele der elektronischen Geräte landen nach der Nutzung als toxischer Elektroschrott wieder in den Ländern des Südens, z.B. in Ghana, China oder Indien. Dort werden sie unter gesundheitsschädlichen und hoch gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgeschlachtet, die Umwelt in den betroffenen Regionen ist vergiftet und der Lohn in der Arbeit hilft in den meisten Fällen nur von Tag zu Tag.

 

Alles in allem ist die Elektronikindustrie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Welt und auch einer der intransparentesten. Die großen Unternehmen wehren sich gegen unabhängige Überprüfungen und falls es von ihrer Seite Bemühungen zur Veränderung der Situation gibt, dann sind diese im besten Fall als halbherzig zu bezeichnen. Der Ansatz von Make ICT Fair liegt u.a. darin öffentliche Einrichtungen darin zu unterstützen, die große Marktmacht der öffentlichen Hand für möglichst transparente und menschenwürdige Beschaffung von elektronischen Geräten einzusetzen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt in der öffentlichen Bewusstseinsbildung und der Bildungsarbeit, auch Forschungsarbeiten werden in den Ländern des Südens durchgeführt und Entwicklungsbanken dazu angehalten, nicht bzw. nur unter bestimmten Bedingungen in Rohstoffabbau und in die Elektronikindustrie zu investieren.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Matthias Haberl, matthias.haberl@suedwind.at, 02622/24832

"Kommentare des Make ICT Fair Konsortiums zur Review der Policies in der Europäischen Entwicklungsbank (EBRD):

Gemeinsam mit CEE Bankwatch hat Südwind, beide Konsortialpartner von Make ICT fair,  am 12. Februar 2019 die zuständigen Vertreter*innen im österr. Finanzministerium getroffen. Am 4. März 2019 traf eine Delegation von CEE Bankwatch in London mit dem Österr. Vertreter im Executivdirektorektorium der EBRD zum Gespräch. Die österr. Vertreter*innen zeigten in beiden Treffen ernsthaftes Interesse an den von uns vorgebrachten Anliegen und wir warten gespannt wieweit sich die Kommentare von Make ICT fair auch in der überarbeiteten Policy wiederfinden werden.

Die wesentlichen Punkte des MIF Kommentares zur Environment and Social Policy der EBRD:

  • Klare Referenzen zu internationalen Standards: Im vorgeschlagen Entwurf wird auf eine Reihe von  UN-Umweltabkommen sowie auf ILO Kern-Abkommen Bezug genommen. Wir erachten jedoch hinsichtlich der Einhaltung von arbeits- und menschenrechtlichen Standards eine weitere Konkretisierung für sinnvoll, etwa die klare Referenz zu international anerkannten Instrumenten wie sie innerhalb der  OECD oder der UN Menschenrechtskommission  entwickelt wurden.
  • Wirksame Prüfmechanismen bei der von Kunden der Bank unternommenen Beschaffung
  • Zugang zu Information über Lieferketten von EBRD Kund*innen bzw von der Bank (mit)finanzierten Projekte
  • Besonders ICT Sektor Projekte sollten einem sorgfältigen Assessment unterliegen, da Lieferketten durch hohe Komplexität und oftmals Intransparenz gekennzeichnet sind.

Die ausführlich ausgearbeiteten Kommentare sind in der Beilage zu finden.

Die Entwürfe der neuen Policies der EBRD waren bis 6. März 2019 offen für Kommentare und Empfehlungen. Sie werden in den nächsten Wochen im Exekutivdirektorium diskutiert werden, ab Mitte des Jahres sollte die endgültige Fassung zum Beschluss vorliegen."

Und dann auf facebook bitte einen post mit folgendem Text:

"Europäische Entwicklungsbank überarbeitet ihre Policies

Gemeinsam mit CEE Bankwatch hat Südwind, beide Konsortialpartner von Make ICT fair,  am 12. Februar 2019 die zuständigen Vertreter*innen im österr. Finanzministerium getroffen. Am 4. März 2019 traf eine Delegation von CEE Bankwatch in London mit dem Österr. Vertreter im Executivdirektorektorium der EBRD zum Gespräch. Die österr. Vertreter*innen zeigten in beiden Treffen ernsthaftes Interesse an den von uns vorgebrachten Anliegen und wir warten gespannt wieweit sich die Kommentare von Make ICT fair auch in der überarbeiteten Policy wiederfinden werden."

 

 

Danke für die Teilnahme bei den Schulaktionstagen

Wir bedanken uns bei den vielen Schulen aus Österreich und sogar Indonesien, die an unseren Schulaktionstagen rund um den Black Friday 2018 teilgenommen haben. Sophie So von SACOM aus Hong Kong, die eng an der Elektronikindustrie arbeitet, erklärt in diesem Video unten, warum unser globales Engagement hier bedeutsam ist. 

Die Biographie unserer Smartphones, Tablets und Computer

Mit der Herstellung unserer Smartphones, Tablets und Computer sind viele ArbeiterInnen in unterschiedlichen Weltregionen beschäftigt; MinenarbeiterInnen in Kolumbien, FabrikarbeiterInnen in China oder MüllsammlerInnen in Ghana. Die Arbeitsbedingungen entlang der Produktionsketten, d. h. vom Abbau der Rohstoffe bis hin zur Fertigung der Produkte, sind oft verheerend. Menschen bauen in unsicheren Minen z. B. Gold ab. ArbeiterInnen brechen vor Erschöpfung neben dem Fließband zusammen und Jugendliche verbrennen auf Müllhalden Kabel, um an das verwertbare Kupfer zu kommen.

Elektronikindustrie: reißende Job-Nachfrage trotz Ausbeutung.
Elektronikindustrie: reißende Job-Nachfrage trotz Ausbeutung.
© Südwind/Haberl

MADE IN CHINA – DIE DUNKLE SEITE UNSERER DIGITALEN PRODUKTWELT

Ein Großteil der von uns verwendeten Elektronikgeräte wird in China hergestellt. Südwind-Mitarbeiter Matthias Haberl war gerade einen Monat lang in Hongkong und China, wo er vor Ort recherchiert hat unter welchen Bedingungen die von uns täglich verwendeten IT-Geräte hergestellt werden. Was er dort mit eigenen Augen gesehen und erfahren hat, haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Mehr erfahren

Was tut Südwind für faire Elektronik?

  • Südwind deckt ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der Produktionskette von IT-Geräten auf.
  • Südwind schafft Bewusstsein für die problematischen Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Jugendliche erfahren bei Workshops und Trainings mehr über die globalen Zusammenhänge in der Herstellung von ihren Smartphones und Tablets und erarbeiten Handlungsmöglichkeiten.
  • Südwind weist gemeinsam mit zehn global vernetzten Organisationen IT-Firmen wie u. a. Apple und Samsung auf die negativen Auswirkungen bei der Herstellung ihrer Produkte hin und legt Lösungsvorschläge vor.
  • Südwind berät Städte, Gemeinden und Länder, wie sie bei ihrem Einkauf auf nachhaltige IT-Produkte achten können.