EU, Migration und Menschenrechte

Südwind Mitarbeiterin Katharina Nosal im Gespräch mit SozialarbeiterInnen in Uganda (c) Südwind
Kinder im Flüchtlingslager auf Lesbos (c) Ronny Kokert

Seit Ende Februar 2020 steht das Corona-Virus im Fokus unserer aller Leben und des medialen Fokus weltweit. Die Zahl der Betroffenen steigt jeden Tag. 70,8 Millionen Menschen ist eine Zahl aus 2019, die weniger bekannt, dafür fix ist. Laut UNHCR war das die Anzahl Geflüchteter weltweit.
Diese Menschen und vermutlich mittlerweile noch mehr kämpfen jeden Tag ums Überleben UND sie sind dem Corona-Virus in den Flüchtlingslagern u.a. in Asien, Afrika und an den europäischen Grenzen weitgehend schutzlos ausgeliefert.

Für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen hielt und hält die Politik in den meisten Ländern der Welt keine Rezepte bereit, auch nicht in Europa. Immer noch leben im griechischen Flüchtlingslager Moria 20.000 Menschen unter menschenunwürdige Bedingungen und ohne Perspektiven. Das muss nicht so sein. Eine Mitarbeiterin von SÜDWIND war im Februar auf Lokalaugenschein in Uganda. Eines der ärmsten Länder weltweit ist  gleichzeitig eines der drei Länder, die die meisten Geflüchteten aufnehmen. 1,2 Mio. Menschen – viele aus dem Südsudan – erleben dort  etwas, das hier im reichen  Europa fehlt. Eine „integrative Migrationspolitik“, getragen von Solidarität und politischem Willen.

SÜDWIND beschäftigt sich seit  Jahren mit den Ursachen von Migration und mit alternativen Wegen, wie dieser begegnet werden kann. Wir erforschen und dokumentieren erfolgreiche Beispiele, führen sie durch, machen sie bekannt und lobbyieren für die Umsetzung einer integrativen Migrationspolitik auf politischer Ebene. Ein gutes Beispiel für ein gelungenes Integrationsprojekt auf lokaler Ebene ist der „Garten der Begegnung“. Er wurde 2015 angelegt, als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise viele Geflüchtete in Traiskirchen zusammen kamen. Mit einem gemeinsam angelegten Gemüsegarten, regelmäßigen Gemüsemärkten und an die 20 Frühstücks-Events 2019 konnte Raum für die Begegnung auf Augenhöhe zwischen Angekommenen und Einheimischen und ein echtes Miteinander realisiert werden. Im Vernetzungs- und Lobbying-Projekt „Seitenblicke von den Grenzen“ geht es europaweit um einen Erfahrungsaustausch zwischen Grenzgemeinden und deren gemeinsames Lobbying auf EU- Ebene. 2019 wurde das Netzwerk im EU-Parlament offiziell empfangen. Leider läuft die Finanzierung für das Netzwerk-Projekt schon Ende 2020 aus.

Angesichts der schwierigen Lage, die das Coronavirus für alle Bereiche UND für entwicklungs- bzw. migrationspolitische Herausforderungen mit sich bringt, tritt SÜDWIND nun umso aktiver dafür ein diese zurück auf die politischen Agenden der EntscheidungsträgerInnen auf EU-Ebene zu bringen. Für diese Aufgabe brauchen wir vor allem noch Geldmittel.


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Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen wie Millionen von Menschen auf der Flucht zurückgelassen werden.

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