Über ausbeuterische Arbeitsbedingungen auf Bananen-Plantagen in Ecuador, im Kakao-Anbau aus Ghana oder bei der Orangen-Ernte in Brasilien hat Südwind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder berichtet und sich für menschenwürdige Löhne auf den Feldern und den Fairen Handel eingesetzt.

Heuer im Frühjahr haben wir uns erneut dem Thema Landwirtschaft gewidmet, diesmal hier in Europa. Denn auch, wenn wir heimisches Obst und Gemüse essen, wird das meist von Menschen gepflückt, die aus dem globalen Süden oder aus Ländern kommen, in denen sie nicht ausreichend verdienen, um sich und ihre Familien zu ernähren.

Viele landen so auf den Feldern in Spanien, Italien, Frankreich oder auch Österreich und Deutschland, wo sie mit drei oder vier Euro pro Stunde für harte körperliche Feldarbeit abgespeist werden. Geschlafen wird in schäbigen Unterkünften, wofür oft auch noch ein Teil des Lohnes abgezogen wird.
So oder so ähnlich leben rund eine Million Erntehelfer*innen mitten in Europa. Die großen Profiteure sind nach wie vor die großen Supermartketten wie Rewe, Lidl und Konsorten. Sie verdienen auf diese Weise Milliarden.

Das muss nicht so sein. Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen könnten geändert werden. Gerade wird die gemeinsame Agrarpolitik der EU der nächsten Jahre neu verhandelt. Eine Koppelung von Agrarsubventionen an Sozialstandards für Erntearbeiter*innen ist da Thema, doch viele Staaten wollen das nicht. Auch die österreichische Landwirtschaftsministerin Köstinger hat sich bis jetzt dagegen ausgesprochen.
Auch die Umsetzung der EU-Richtlinie gegen "Unfair Trading Practices", die die Einkaufspolitik der Supermarktketten regulieren sollte, um den Druck von den landwirtschaftlichen Betrieben zu nehmen geht nur schleppend voran.

Für SÜDWIND ist klar, dass es dringend Änderungen braucht. Deshalb werden wir als Teil einer breiten Initiative den politisch Verantwortlichen ordentlich Druck machen, damit sich die menschenverachtenden Zustände in der Landwirtschaft endlich ändern.

Wir fordern gute arbeitsrechtliche Standards in der Landwirtschaft zusätzlich zu hohen ökologischen Standards und Klimaschutz. EU-Agrar-Subventionen müsse an diese geknüpft werden. Sofort soll es mehr und flächendeckende Kontrollen für die Einhaltung und Garantie bereits bestehender Rechte von Erntearbeiter*innen geben. Die GAP-Reform muss so ausgestaltet werden, dass Landwirt*innen und Landarbeiter*innen ein gerechtetes, menschenwürdiges Auskommen garantiert wird.

SEZONIERI – faire Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft!

In der SEZONIERI-Kampagne engagieren sich ehrenamtliche Aktivist*innen gemeinsam mit der PRO-GE (Produktionsgewerkschaft) und vielen NGOs, darunter auch SÜDWIND, gegen die Ausbeutung in der österreichischen Landwirtschaft.

Das Ziel: Erntearbeiter*innen über ihre Rechte informieren, sie bei deren Durchsetzung unterstützen und darauf achten, dass wenigstens die bestehenden rechtlichen Regeln, insbesondere bei Bezahlung, menschenwürdiger Behandlung sowie Arbeitsschutz eingehalten werden.

Die Kampagne arbeitet mit mehrsprachigem Informationsmaterial und -videos, Infotelefon, direkter Kontaktaufnahme zu den Arbeiter*innen auf den Feldern, Rechtsberatung sowie Medien- und Bildungsarbeit.

Unterstützer*innen werden gesucht! Weitere Infos und Kontakt unter: www.sezonieri.at

Wir bitten Sie um Ihre Spende, damit wir jetzt dranbleiben können um diese wichtigen Veränderungen im Sinne der Arbeiter*innen zu bewirken.