Vortragsreihe: Südliches Afrika

Entwicklungsperspektiven jenseits der Nationalparks

  • Beginn: 27.03.2019 19:00
  • Ort: Wissensturm, Kärntnerstraße 26

In der neoliberalen Weltwirtschaft und angesichts des Klimawandels hat das Südliche Afrika schlechte Karten. Zudem haben Misswirtschaft und Korruption vieler ehemaliger Freiheitskämpfer*innen zu einem Vertrauensverlust in breiten Bevölkerungskreisen geführt. Dennoch bilden sich Ansätze und Konturen einer neuen, egalitären Gesellschaft heraus. Wir informieren über Initiativen und Hindernisse zukunftsorientierter politischer Arbeit in drei wichtigen Ländern der Region.

 

Mittwoch, 27.3.2019, 19 Uhr

Walter Sauer

Südafrika – gestern - heute - morgen

Nach der Überwindung der Rassentrennungspolitik der Apartheid steht Südafrika noch immer vor den Herausforderungen des Überganges zu einer sozial gerechten Gesellschaft. Auf der einen Seite ein ambitioniertes Sozialprogramm und eine weitreichende Vergangenheitsbewältigung, auf der anderen Korruption und der Widerstand der alten Eliten. 25 Jahre nach den ersten freien Wahlen steht Südafrika erneut vor einer Richtungsentscheidung. Und als eine regionale Großmach, strahlt Südafrika auch auf seine Nachbarn aus und wirkt auf deren Politik und Wirtschaft ein. In diesem Vortrag werden mögliche und wahrscheinliche Entwicklungen der Gesamtregion vor dem problematischen historischen Hintergrund erörtert.


Walter Sauer setzte sich als Aktivist der Anti-Apartheid-Bewegung für die Freilassung Nelson Mandelas und für die Befreiung Südafrikas von der Apartheid ein. Er Ist heute Professor an der Universität Wien und Vorsitzender des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (www.sadocc.at).

 

Mittwoch, 3.4.2019, 19 Uhr

Peter Kuthan

Zimbabwe - "Todii - What shall we do?* - die Hoffnung auf eine Wende lebt

Die vom Militär Ende 2017 erzwungene Abdankung von Robert Mugabe nach 37 Jahren an der Spitze von Regierung und Partei ist vor allem in den Städten des Landes breit gefeiert worden. Inzwischen ist Ernüchterung eingetreten. Die Opposition erkennt den knappen Wahlsieg des Nachfolgers Mnangagwa vom Vorjahr nicht an und wirft ihm Wahlbetrug vor. Ihre Proteste, die sich - gemeinsam mit den Gewerkschaften - auch gegen horrende Preissteigerungen und die anhaltende Wirtschaftskrise richten, wurden von Polizei und Militär wiederholt blutig niedergeschlagen. Welchen Ausweg gibt es aus der tiefgehenden Verfassungs- und Systemkrise des Landes?


Peter Kuthan ist Soziologe und arbeitete ab den späten 80er Jahren (davon drei Jahre mit Familie vor Ort) als Berater für die Kooperativenbewegung. Ab 1992 - 2008 als Konsulent für Evaluierung in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit tätig. Gründungsmitglied und Obmann der ARGE Zimbabwe Freundschaft.


(* Todii ist ein populärer Song des im Jänner verstorbenen Musikers Oliver Mtukudzi, der mit Attwenger in Ö und Zimbabwe auf Tournee war)


Mittwoch, 10.4.2019, 19 Uhr

Hemma Tengler

Mosambik: Auf dem Weg zurück zu Wirtschaftswachstum, Demokratie und Frieden?

Zwei Jahrzehnte hohen Wirtschaftswachstums kamen 2016 zu einem abrupten Ende: im Zentrum des Landes brach der bewaffnete Konflikt zwischen FRELIMO und RENAMO erneut aus und 2 Milliarden US Dollar illegaler Kredite stürzten das Land in eine Schulden- und Wirtschaftskrise. IMF und bilaterale Geber stellten ihre Finanzhilfe ein. Der Vortrag beleuchtet die gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen und erörtert Perspektiven für die Lösung des Schuldenproblems, für eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung abseits einseitiger Förderung des Bergbausektors, für die Beilegung des Aufstand von Islamisten im Norden des Landes und für Transparenz und Fairness bei den diesjährigen Wahlen.

 Hemma Tengler arbeitete von 1996 bis 2016 in Mosambik als Projektleiterin für verschiedene internationale Organisationen, darunter die ÖEZA, im Bereich Dezentralisierung, Stadt-und Bezirksentwicklung sowie als Dozentin an der Katholischen Universität (UCM) in Beira. Seit 2016 beobachtet sie die Entwicklungen als Konsulentin und berät Projekte lokaler zivilgesellschaftlicher Organisationen für Gerechtigkeit und Frieden.

 

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Diese Veranstaltung ist eine Kooperation folgender Organisationen:

Southern Africa Documentation and Cooperation Centre (SADOCC)
Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika

In der Tradition der Anti-Apartheid-Bewegung versteht sich SADOCC als Solidaritätsorganisation mit dem Südlichen Afrika. Wir unterstützen Südafrika und Namibia bei der Überwindung der Folgen von Kolonialismus und Apartheid. Darüber hinaus setzen wir uns für die anderen Staaten und Gesellschaften dieser Region ein, die von den Auswirkungen einer ungerechten globalen Ordnung betroffen sind. Gemeinsam mit ihnen streben wir eine sozial gerechte, politisch partizipatorische, wirtschaftlich prosperierende und ökologisch nachhaltige Gesellschaft an.

www.sadocc.at

office@sadocc.at

 

ARGE Zimbabwe Freundschaft

Die ARGE Zimbabwe Freundschaft geht auf die Solidarität mit dem Befreiungskampf gegen das rhodesische Siedlerregime zurück und hat seit den 90er Jahren vor allem einen regen Kulturaustausch zwischen Österreich und Zimbabwe organisiert. Damit sollen nicht nur künstlerische Kooperationen und freundschaftliche Beziehungen gefördert, sondern auch gängige Klischees hinterfragt und Entwicklungsimpulse gesetzt werden. Beispielhaft: die langjährige Auseinandersetzung mit der Tonkunst des Volkes der Tonga entlang des Zambezi Stroms und dessen Unterstützung mit modernen Kommunikationsmitteln.

https://webarchiv.servus.at/argezim/

www.mulonga.net

 

Südwind

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit 40 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt. Seit 5 Jahren betreut Südwind  OÖ die Fairtrade-Stadt Linz.

Südtirolerstr. 28, 4020 Linz

ooe@suedwind.at

www.suedwind.at/ooe

 

weltumspannend arbeiten

weltumspannend arbeiten ist der entwicklungspolitische Verein im ÖGB und bringt sich seit 1995 zu Fragen der Globalisierung und der internationalen Entwicklung aus der Perspektive der ArbeitnehmerInnen ein.

Weingartshofstraße 2, 4020 Linz
weltumspannend.arbeiten@oegb.at
www.weltumspannend-arbeiten.at