Rohstoffe: Weniger ist fair?

16. Juni - Haus der EU (Wipplingerstraße 35, 1010 Wien) und als Livestream

Mit Lieferkettengesetz und Kreislaufwirtschaft auf dem Weg zu globaler Nachhaltigkeit.

Um unser Produzieren und Konsumieren klimafreundlich und digital zu machen, werden für die nächsten Jahrzehnte massive Zuwächse im Rohstoffbedarf prognostiziert. Die Absicherung der materiellen Basis für Dekarbonisierung von Energieversorgung und Mobilität führt zu einem globalen Wettlauf von Wirtschaftsräumen und geopolitischen Verwerfungen. Die Europäische Union versucht sich hierzu etwa mit dem geplanten Critical Raw Materials Act in Stellung zu bringen.

Durch die Nachfrage-Vorhersagen nach sogenannten Transition Minerals, wie Kupfer, Nickel, Aluminium, Kobalt, Lithium und Seltenen Erden bringen aber Menschen und Umwelt in den (geplanten) Abbau-Regionen zusätzlich unter Druck: Neben den üblichen Versprechen von Arbeitsplätzen und Entwicklungsfortschritten werden Bergbau-Projekte nunmehr auch mit dem Argument, dass die Rohstoffextraktion zur Rettung des Planeten vor dem Klima-Kollaps schlichtweg unumgänglich sei, vorangetrieben. Der Raum für Kritik und demokratische Entscheidungsprozesse wird dadurch oftmals kleiner.

Zwei Politik-Initiativen europäischen Ursprungs sollen einen Rohstoff-Boom mit seinen potentiell negativen Auswirkungen eindämmen helfen: Einerseits soll das sogenannte europäische Lieferkettengesetzexternal link, opens in a new tab (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) Menschenrechts- und Umweltschutz beim Rohstoffeinkauf verpflichtend machen. Für 1. Juni wird hierzu die Festlegung der Position des Europäischen Parlaments erwartet. Andererseits legt die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategieexternal link, opens in a new tab einen Reduktionspfad fest, um den Materialfußabdruck von Herr und Frau Österreicher:in auf ein gerechtes und nachhaltiges Maß zu senken.  

Wie stehen diese Politiken miteinander in Verbindung? Was können sie leisten und wo greifen sie (noch) zu kurz? Wo liegen ihre Chancen und Herausforderungen? Was ist notwendig, damit sie ihre Ziele in der praktischen Umsetzung erreichen können? Diese Fragen wollen wir mit ranghohen Vertreter:innen der österreichischen Politik und Verwaltung sowie Expert:innen aus Ländern des globalen Südens diskutieren.

 

Programm:

  • Begrüßung durch den Abgeordnetem zum Europäischen Parlament Günther Sidl
  • Einleitung durch Herbert Wasserbauer, Dreikönigsaktion, Vertreter der AG Rohstoffe
  • Videostatement von Justizministerin Alma Zadić
  • Videostatement von Samantha Hargreaves aus Südafrika, Koordinatorin des Frauen-Netzwerks WoMin African Alliance
  • Impulsvortrag von Javier Jahncke, auf Bergbau spezialisierter Menschenrechtsanwalt aus Peru

PODIUMSDISKUSSION MIT 

  • Günther Sidl - Abgeordneter zum Europäischen Parlament
  • Mario Micelli - Referent bei Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft
  • Christian Holzer - Leiter der Sektion Umwelt und Kreislaufwirtschaft im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
  • Javier Jahncke - auf Bergbau spezialisierter Menschenrechtsanwalt aus Peru
  • Anna Leitner - Expertin für Ressourcen und Lieferketten bei GLOBAL 2000, Vertreterin der AG Rohstoffe
  • Lukas Steiner - Head of Operations & Business Development bei Polestar
  • Anna Meyer - Climate Actions Researcher bei Montanuniversität Leoben 

Anschließend Diskussion und Fragen aus dem Publikum.

Ausklang: Buffet

    Die Veranstaltung findet hybrid statt und wird via Livestream übertragen. Den Link zum Livestream erhalten Sie zeitnah per Mail.

    Anmeldung für das Event vor Ort
    Anmeldung für den Livestream

    Journalist:innen bitte direkt anmelden via Mail an josefine.huettisch@global2000.at

    Eine Veranstaltung des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Österreich