Presseaussendung

04. November 2026 | Presse

Erwartungen an die COP31: Klima-Allianz fordert gerechten Ausstiegsplan aus fossiler Energie

Zahlreiche internationale Flaggen an hohen Masten wehen im Wind, umgeben von Palmen unter strahlender Sonne, aufgenommen bei der COP28 in Dubai.

Finanzierungslücke schließen

Wenige Tage vor Beginn der COP31 bereitet sich Somalia auf den womöglich stärksten El Niño seit Jahrzehnten vor. Sarah Easter, Krisenreporterin bei CARE Österreich, war kürzlich vor Ort: „Die Klimakrise wirkt auf El Niño wie ein Brandbeschleuniger. In Somalia haben sich Familien noch nicht von der chronischen Dürre und den El Niño-Überschwemmungen von 2023 erholt. Für sie bedeutet Überleben, sich anzupassen. CARE fordert die Industriestaaten auf, die Finanzierungslücke bei der Klimaanpassung zu schließen. Die Mittel müssen direkt bei den gefährdetsten Menschen ankommen.“

Gerechte Teilhabe sicherstellen

„Menschen mit Behinderungen haben bei humanitären Krisen ein bis zu vier Mal höheres Risiko zu versterben. Extreme Wetterereignisse, wie Überschwemmungen und Dürre, häufen sich durch die Klimakrise“, macht David N Ndung’u, Experte für Inklusion bei Licht für die Welt, auf die höhere Verletzlichkeit von 16 % der Weltbevölkerung aufmerksam. Menschen mit Behinderungen müssen einen Platz am Tisch, so auch bei Klimaverhandlungen, haben: „Nichts über uns ohne uns“, fordert N Ndung‘u die Verhandelnden auf, eine gerechte Beteiligung sicherzustellen.

Ausstieg aus Fossilen voranbringen

Die UN warnt eindringlich davor, dass die aktuellen Klimapläne der Staaten nicht ausreichen, um eine gefährliche Klimakatastrophe zu verhindern: “Erneuerbare Energieträger sind so kostengünstig wie nie zuvor, gleichzeitig schließt sich das Fenster zur Eingrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 1,5 °C. Es muss daher bei der Klimakonferenz in Antalya gelingen, den weltweiten Ausstieg aus fossiler Energie in gerechter Art und Weise voranzubringen,” so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Just Transition umsetzen

„Das Ende des fossilen Zeitalters bringt nicht nur eine technologische, sondern auch eine gesellschaftliche Transformation. Dieser globale Wandel muss von Anfang an gerecht gestaltet werden: mit sozialem Schutz und echter Teilhabe für betroffene und vulnerable Gruppen“, sagt Angelika Derfler, Südwind-Sprecherin für Klimagerechtigkeit. „Der im Vorjahr beschlossene Just Transition-Mechanismus muss jetzt von einem Konzept zu einem wirksamen Instrument ausgestaltet werden. Nur dann gelingt Klimaschutz, der niemanden zurücklässt.“

Lasten teilen

Angesichts massiv fallender Entwicklungsfinanzierung bangen die ärmsten Staaten um die ihnen vor zwei Jahren zugesicherte finanzielle Unterstützung für Klimamaßnahmen. „Um die Erderhitzung und die Auswirkungen des Klimawandels global gerecht zu bekämpfen, müssen vermögende Staaten wie Österreich ihren gemeinsam beschlossenen Verpflichtungen nachkommen und gesteigerte Beiträge zur internationalen Klimafinanzierung zur Verfügung stellen, anstatt sich hinter Verhandlungs-Formalia zu verstecken“, mahnt Martin Krenn, Referent für Klimapolitik der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz.

Kontakte von Teilnehmenden der COP31 in Antalya:

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