Denk.Mal.Global 2027

Die Ernährungskrise betrifft weltweit mehrere Milliarden Menschen, quantitativ als auch qualitativ. In Österreich sind 1,1 Mio. Österreicher:innen in mittlerer bis schwerer Ernährungsunsicherheit – wovon 420.000 Kinder, Frauen und Männer, die in Ernährungsarmut leben. Weltweit leiden 733 Mio. Menschen an Hunger. Die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen wollten Zero Hunger (SDG-2) bis 2030 erreichen – ein unwahrscheinliches Ziel. Gleichzeitig gelten knapp 3 Mrd. Menschen als übergewichtig. 2,8 Mrd. können sich derzeit keine gesunde Ernährung leisten. In Kriegs- und Konfliktregionen herrschen akute Ernährungskrisen und Wasser- sowie Hungersnöte. Krisen betreffen aktuell immer mehr Menschen. Im Ernährungssystem zeigen sich diese Spannungen akut.

Die Weise, wie aktuell Lebensmittel hergestellt und gegessen werden, überschreitet planetare und soziale Grenzen. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich, die Wege zum Ziel noch nicht entsprechend und in nötigem Ausmaß beschritten.

Es besteht ein weitgehender Konsens darüber, dass lokale Agrar- und Ernährungssysteme nachhaltiger gestaltet werden müssen, um globalen Krisen zu trotzen. Ernährungsunsicherheit, Armut und der Verlust von Wasser- und Naturressourcen, die Klimakrise und unfruchtbares Land sind Dauerthemen von Gesellschaft und Politik. Mitten in politischen Umstürzen wie dem Ukraine-Krieg, dem Nahost-Konflikt und wachsendem Populismus braucht es bodenständige und zukunftsweisende Ernährungssysteme, die unsere Grundbedürfnisse verlässlich decken und Gemeinschaften erhalten und auch schaffen.

Für mehr Robustheit in Zeiten von Klima- und Biodiversitätskrise, Kriegen und Inflation sowie geopolitischen Umbrüchen müssen neue Wege beschritten werden. In wieweit können agrarökologische Praktiken, biologische Landwirtschaft, nachhaltige Ernährungsmuster und Reduzierung des Lebensmittelabfalls langfristige Ernährungssouveränität für Gemeinschaften gewährleisten? Sind Direktvermarktung und Kooperation regionale Lösungen für globale Probleme? Wie muss ein nachhaltiges Ernährungssystem aussehen, das globale Ernährungsgerechtigkeit langfristig sicherstellt? Diesen und weiteren Fragen geht die entwicklungspolitische Reihe Denk.Mal.Global 2027 nach.

Das Programm im Überblick

  1. Abend: Wie gerecht is(s)t die Welt?

Mi. 27.01.2027, 19:00 – 21:00 Uhr, Wissensturm; Veranstaltungssaal E.09

Der erste Abend widmet sich dem status quo des globalen Agrar- und Ernährungssystems, analysiert aktuelle Herausforderungen und skizziert eine Zukunft, wie sich durch eine sozial gerechte und nachhaltige Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme auszeichnet.

Vortragende: Nora Faltmann (BOKU)

Moderation: Judith Prorok

 

  1. Abend: Filmvorführung von “The Pickers”

Mi. 03.02.2027, 19:00 – 21:00 Uhr, Moviemento Linz

Der Film begleitet mehrere Erntehelfer:innen in Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Deutschland bei ihrer Ernte von Oliven, Orangen, Erdbeeren oder Blaubeeren. Sie stehen im Mittelpunkt und erzählen von ihren bitteren Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Produktion. Der Film zeigt auch Lösungen auf, schildert, wie im EU-Parlament um ein neues europaweites Lieferkettengesetz gerungen wurde, das die Supermärkte stärker in die Verantwortung nimmt. Und dokumentiert, wie eine Kooperative in Süditalien faire Orangen produziert und damit ihren Arbeitern menschenwürdige Bedingungen schafft. In einem anschließenden Filmgespräch laden wir die Besucher:innen ein, über den Film zu reflektieren, zu diskutieren und über mögliche (globale und regionale) Lösungen nachzudenken.

 

  1. Abend: Wie kann die Ernährungswende gelingen?

Mi. 10.02.2027, 19:00 – 21:00 Uhr, Wissensturm; Veranstaltungssaal E.09

Der dritte Abend schlägt die Brücke zum konkreten Handeln. Wer trägt welche Verantwortung im globalen Agrar- und Ernährungssystem? Welche Taten können und müssen von den jeweiligen Akteur:innen eingefordert werden um eine nachhaltige Transformation zu erwirken? Was kann jede:r einzelne beitragen?

Am Podium vertreten:

Moderation: Marie-Edwige Hartig

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