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Wieviel Zwangsarbeit steckt in unserer Elektronik
Arbeiter:innen in Südostasien stellen täglich unsere Smartphones, Laptops und E‑Auto‑Batterien her, oft unter Drohungen und ohne Möglichkeit, Nein zu sagen. Mit unserem Projekt ElectroPower decken wir diese Missstände auf und unterstützen die Menschen dabei, sich zu organisieren und sich zur Wehr zu setzen.
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Petition unterzeichnen
Indonesien, Malaysia, Thailand
Gewerkschaften, Arbeiter:innen, Migrant:innen
2025 - 2028
Was hinter unseren Geräten steckt.
Smartphones, Laptops, E‑Autos: Die Menschen, die sie herstellen, bleiben meist unsichtbar. Genau wie ihre Arbeitsbedingungen. Unsere Forschung in Indonesien und Malaysia zeigt, was dahinter steckt:
- Sechs Tage Arbeit, ein freier Tag: In Indonesiens Nickelindustrie ist das gesetzlich erlaubt. Ohne Überstunden reicht der Lohn nicht zum Leben.
- Ätzender Staub, schlechter Schutz: Bei der Verarbeitung für E‑Auto‑Batterien entsteht ätzender Lithiumstaub, Masken und Schutzkleidung sind oft mangelhaft.
- Schulden als Fessel: In Thailand bezahlen Arbeitsmigrant:innen, vor allem aus Myanmar, hohe Vermittlungsgebühren, meist mit teuren Krediten. Wer sich wehrt, riskiert die Abschiebung in ein Land im Bürgerkrieg.
- Wer Nein sagt, wird bestraft: In malaysischen Elektronikfabriken verliert, wer Überstunden ablehnt, Beförderung und Prämien oder wird strafversetzt.
- Das Visum hängt am Arbeitgeber: Arbeitsmigrant:innen, die auffallen, riskieren den Job und müssen sofort das Land verlassen.
„Fall nicht auf. Fordere nichts. Beschwer dich nicht.“
Überlebensregel von Arbeitsmigrant:innen in Malaysia
Zwangsarbeit hat viele Gesichter.
Bei Zwangsarbeit denken viele an Ketten und eingesperrte Menschen. Doch Zwang ist oft unsichtbar. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definiert Zwangsarbeit als:
„Jede Arbeit, die unter Androhung einer Strafe verlangt wird und nicht freiwillig ist.“
Zwang beginnt dort, wo Menschen nicht Nein sagen können:
- zu Überstunden, weil sonst Strafen drohen
- zu gefährlicher Arbeit, weil es keine Alternative gibt
- zum Krankenstand, weil sie es sich nicht leisten können
Besonders gefährdet sind Frauen und Arbeitsmigrant:innen, deren Aufenthalt vom Arbeitgeber abhängt.
Die Lösung kommt von den Arbeiter:innen selbst.
Wer Missstände erlebt, erkennt sie zuerst. Doch oft fehlen das Wissen über die eigenen Rechte, sichere Wege, sich zu beschweren, und eine starke Vertretung. Genau hier setzt ElectroPower an. Gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen in Indonesien, Malaysia und Thailand:
- schulen wir Arbeiter:innen zu ihren Rechten
- stärken wir Arbeitsmigrant:innen und Frauen, die besonders gefährdet sind
- bauen wir Beschwerdestellen auf, über die Missstände sicher gemeldet werden können
- dokumentieren wir Verstöße und unterstützen bei der Wiedergutmachung
- setzen wir uns in Österreich und der EU für wirksame Gesetze gegen Zwangsarbeit ein
Unser Ziel bis 2028:
1.500
Arbeiter:innen direkt erreicht
30.000
Menschen mit besseren Arbeitsbedingungen
15.000
Betroffene bei der Wiedergutmachung unterstützt
Veränderung ist möglich.
Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos. Wo Arbeiter:innen sich organisieren und Druck entsteht, bewegt sich etwas:
- Gewerkschaft wirkt: In einer malaysischen Fabrik haben sich die Bedingungen nach der Anerkennung der Gewerkschaft spürbar verbessert. Arbeiterinnen berichten von ordentlichen Unterkünften und Sicherheitsschulungen.
- Neue Stimmen in den Fabriken: Seit 2025 darf in Malaysia erstmals eine weitere Gewerkschaft in Elektronikfabriken antreten und ist bereits in mehreren Werken vertreten.
- Druck zeigt Wirkung: Nach öffentlichen Protesten berichtete keine:r der befragten Arbeiter:innen in Malaysia, dass Pässe einbehalten wurden.
- Europa handelt: Die EU hat ein Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit beschlossen. Wir setzen uns dafür ein, dass es auch versteckten Zwang erfasst.
Deine Spende = der Schlüssel zu den Fördergeldern!
Die EU und die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit fördern ElectroPower, doch einen Teil der Kosten müssen wir selbst aufbringen. Durch Kooperationen und Kofinanzierungen liegt unser Eigenanteil im Schnitt unter 10 Prozent. Aber dieser Anteil entscheidet, ob die gesamte Fördersumme fließt. Damit Projekte wie ElectroPower bis 2028 wirken können, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen. Was deine Spende bewirkt:
- Mit xx € können wir z.B. xx Arbeiter:innen über ihre Rechte informieren
- Mit xx € können wir z.B. eine Beschwerdestelle xx Tage offen halten
- Mit xx € können wir z.B. Arbeiter:innen dabei unterstützen, sich zu organisieren
Deine Stimme gegen Zwangsarbeit.
Die EU hat ein Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit beschlossen, doch Österreich hat bisher keine Vorkehrungen getroffen, um es umzusetzen. Gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeiter:innenorganisationen in Thailand, Malaysia und Indonesien fordern wir von der Bundesregierung und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer:
- Das Zwangsarbeitsverbot wirksam umsetzen: Ein Begleitgesetz, damit die EU‑Verordnung in Österreich greift
- Fair einkaufen: Keine öffentlichen Gelder für Elektronik aus Zwangsarbeit, unabhängige Kontrollen z.B. über Electronics Watch
- Arbeitsrechte in Handelsabkommen: Verbindliche Standards und Beschwerdemöglichkeiten, etwa in den Abkommen mit Malaysia und Indonesien
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