PETITION:
Just Fashion!
Für eine gerechte Modeindustrie.

Unterstütze uns mit deiner Unterschrift

Die Modeindustrie betreibt Ausbeutung nach Design.

Sie ist einer der größten Verursacher von sozialer Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung und Klimaschäden.

Wir fordern einen Maßnahmenplan für eine gerechte Modeindustrie!

 

Unsere Forderungen:

Als Konsument:innen und Bürger:innen gehen uns die Misstände in der Modeindustrie alle etwas an. Daher fordern wir von der Bundesregierung – insgesondere von Sozialministerin Korinna Schumann und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer – einen konkreten Maßnahmenplan für eine gerechte Modeindustrie. Dieser muss folgende sechs Punkte umfassen:

 

1. Ein Just Fashion-Fonds – ein Anreizsystem für gerechte Mode

2. Verbraucher:innen stärken, Manipulation verhindern

3. Konzern- und Plattformverantwortung einfordern

4. Zwangsarbeit beenden!

5. Müllverschiffung stoppen!

6. Einrichtung einer Just Fashion Taskforce

Das System ist kaputt.
Modekonzerne setzen bewusst auf undurchschaubare Lieferketten, in denen Umweltstandards leicht umgangen werden und Arbeiter:innen mit Hungerlöhnen abgespeist werden und keinerlei Mitspracherechte haben. Und das alles für Kleidung, die kaum getragen auf riesigen Mülldeponien im Globalen Süden landet.

Doch es geht auch anders! 
Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch: von menschenwürdigen Löhnen, transparenten Lieferketten bis hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Der Einsatz für eine gerechte Modeindustrie geht einher mit Müllvermeidung, Klimaschutz und dem Kampf gegen Armut und Ausbeutung.

Nach Jahren uneingelöster Versprechen ist klar: Ein nachhaltiger Wandel wird nicht von gutmütigen Unternehmen kommen. Er muss von uns kommen: von all denen, die Kleidung herstellen, denjenigen, die sie tragen und all jenen, die genug haben! Mach mit und fordere mit uns einen gerechten Wandel in der Modeindustrie!

Weil es mehr braucht als nur Fairness.

Es braucht Gerechtigkeit.

#JustFashion

Warum es einen Maßnahmenplan für gerechte Mode braucht:

Schlechte Arbeitsbedingungen und Armutslöhne: Die Mindestlöhne liegen in Produktionsländern (auch in Europa) oft bei nur 20–50 % eines existenzsichernden Lohns. Arbeitswochen mit bis zu 70 Stunden pro Woche sind üblich. Wiederkehrende Verstöße gegen Arbeitsschutz in Fabriken zeigen verheerende strukturelle Probleme auf, wie etwa fehlender Brandschutz, Hantieren mit giftigen Chemikalien ohne Schutzausrüstung, extreme Hitze, unsichere Fabrikgebäude. Katastrophen wie der Zusammensturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch 2013 oder der Brand der Ali Enterprises Fabrik 2012 in Pakistan sind besondes tragische Tiefpunkte, aber bei Weitem keine Einzelfälle.

Fehlende Mitbestimmung: Laut International Labour Organization ist Gewerkschaftsfreiheit in vielen Produktionsländern eingeschränkt oder de facto nicht gegeben. Schätzungen zufolge können bis zu 90% der Beschäftigten in globalen Lieferketten nicht frei über Arbeitsbedingungen mitbestimmen. Gewerkschaftsarbeit wird häufig behindert, Aktivist:innen werden entlassen oder bedroht. In Bangladesh wird oft besonders brutal gegen Gewerkschafter:innen vorgegangen. Die Mitbestimmung fehlt gänzlich bei Arbeiter:innen im Seond-Hand Bereich im Globalen Süden; weder staatliche Akteur:innen, oder Organisationen, noch Arbeiter:innen oder Gemeinden haben eine Mitsprache, welche Kleidung importiert wird.

Greenwashing und manipulative Werbung: Marken werben zunehmend mit „nachhaltigen Kollektionen“, doch sind diese reine Marketingstrategie. Mit Dark Patterns (Manipulative Tricks wie künstlicher Verknappung, Count Downs, Gamification,.. ) werden Konsument:innen  zum übermäßigen Konsum gedrängt und systematisch in die Irre geführt.

Mangelhafte Kreislaufwirtschaft und falsche Nachhaltigkeit: Laut Ellen MacArthur Foundation wird weltweit weniger als 1 % der Kleidung zu neuer Kleidung recycelt (Faser-zu-Faser). Der Großteil wird verbrannt, landet auf Deponien oder wird down-gecycelt (z.B. zu Putzlappen). Rund 40% der aus der EU verschifften Altkleider können laut Schätzungen der European Environmental Agency nicht mehr gebraucht werden und landen auf dem Müll. Die EU exportiert jährlich rund 1,4–1,7 Millionen Tonnen gebrauchte Textilien. Arbeitsbedingungen im Second-Hand Bereich im Globalen Süden sind größtenteils prekär, Händler:innen kommen mit dem geringen Einkommen oft nicht über die Runden. Die Communities sind einer massiven Umweltverschmutzung durch den Textilmüll ausgesetzt. Pakistan ist einer der größten Recycling-Hubs weltweit. Arbeiter:innen in einer Recyclinganlage sind den gleichen Bedingungen wie in der Textilproduktion ausgesetzt.

Intransparenz und mangelhafte Kontrolle: Nur 12–20 % der großen Modeunternehmen veröffentlichen Details zu ihren Lieferketten. Das über Jahre hinweg ausverhandelte EU-Lieferkettengesetz wurde in einem undemokratischen Schnellverfahren unter dem Lobbying von Konzerngiganten völlig verwässert. Dadurch bleibt Konzernverantwortung in der Regel freiwillig, Kontrolle schwierig und die Modebranche ein Hochrisikobereich für Arbeits- und Menschenrechte.

Ultra Fast Fashion verschärft strukturelle Probleme: Digitale Plattformen umgehen durch Direktversand, Kleinstpakete und fragmentierte Lieferketten viele bestehende Regularien. Produktion, Vertrieb und Konsum werden so extrem beschleunigt und noch weniger transparent. In der EU wurden 2025 rund 5,8 Milliarden Pakete unter 150 Euro pro Jahr importiert. Gleichzeitig werden nur etwa 0,008 % der Pakete kontrolliert, was Produktsicherheit und Verbraucherschutz massiv untergräbt. Diese Sendungen profitieren von Zollfreigrenzen und werden zudem oft falsch deklariert. EU-weit entstehen dadurch im Steuer- und Zollbereich Einnahmensverluste in Milliardenhöhe.

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Was steckt hinter den Südwind-Forderungen:

1. Just Fashion-Fonds – ein Anreizsystem für gerechte Mode schaffen

Für jedes neu verkaufte Kleidungsstück zahlen Modefirmen in einen Just Fashion Fonds ein. Je nachhaltiger die Produkte, umso geringer der Beitrag. Für unabhängig zertifizierte Mode und Second-Hand-Modelle entfällt der Beitrag. Je schädlicher, intransparenter und ausbeuterischer das Geschäftsmodell, umso höher der Beitrag. Der Fonds schafft starke Anreize für faire und langlebige Mode. Aus den Gebühren werden Maßnahmen für eine faire Kreislaufwirtschaft finanziert. Das Modell ist eine umfassende Antwort auf die EU-Richtlinie der Erweiterten Herstellerverantwortung, die Österreich sinnvoll und weitreichend umsetzen muss. Echte Kreislaufwirtschaft muss Arbeitsrechte und Menschenrechte berücksichtigen!

2. Verbraucher:innen stärken, Manipulation verhindern

Österreich muss bestehende EU Richtlinien zur Stärkung von Verbraucher:innen konsequent umsetzen!

  • Die EU Richtlinie “Empowering Consumers for the Green Transition” (EmpCo) Richtlinie verbietet Greenwashing und geplante Obsoleszenz (also die absichtliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten) – zwei Verkaufstricks, die Fashion-Konzerne massiv anwenden. Außerdem schreibt sie konkrete Angaben zu Recylingfähigkeit und Reparierbarkeit vor. Österreich muss die Richtlinie vollumfänglich auf den Modebereich anwenden, kontrollieren und sanktionieren. 
  • Der Digital Service Act wiederum schützt Konsument:innen vor manipulativer Werbung – diese wird besonders vehement von Online-Plattformen angewandt. Österreich muss Dark Patterns und die Gamification von Konsum stoppen! 
3. Konzern- und Plattformverantwortung einfordern
  • Stopp die Wild West Manier von Direktversendern: Alle Modemarken sowie Plattformen müssen sich gleichermaßen an EU-Gesetze halten und für die Nicht-Einhaltung haftbar sein – das heißt: Österreich muss Schlupflöcher für Plattformgiganten  schließen und effiziente, innovative Wege gegen Kleinstkpaketimporte entwickeln, sowie stärkere Kontrollen durchführen.
  • Um Menschenrechte entlang globaler Lieferketten zu garantieren, braucht es strenge Regelwerke. Österreich muss das Lieferkettengesetz umfassender implementieren als der EU-Mindeststandard vorgibt, eine wirksame zivilrechtliche Haftungsregelung verankern und sinnvolle Beschwerdemechanismen etablieren.
4. Zwangsarbeit stoppen!

Die EU-Zwangsarbeitsverordnung sieht vor, dass Produkte, die unter Zwangsarbeit entstanden sind, vom Markt genommen werden. Die Verordnung enthält jedoch keinerlei Lösungen für Betroffene und bleibt vage im Umgang mit eingezogenen Produkten. Österreich muss Vorreiter im Einsatz gegen Zwangsarbeit werden, sich für Entschädigungsmechanismen und sichere Wege aus der Zwangsarbeit einsetzen und starke Kontrollen durchführen. Außerdem braucht es einen klar geregelten, sozial verantwortungsvollen Umgang mit beschlagnahmter Ware. 

5. Müllverschiffung stoppen!

Kein Export von Textilmüll und Kleidung, die Schäden an Communities im Globalen Süden und Umwelt verursachen. Das heißt: Textilmüll, aber auch extrem kurzlebige Mode und Mode, die erhöhte Chemikalien und Plastik beinhalten, dürfen nicht mehr weiter exportiert werden. Gleichzeitig braucht es die Mitbestimmung der Second-Hand-Arbeiter:innen, Menschenrechts- und Umweltorganisationen im Empfängerland bei der Selektion der importierten Gebraucht-Kleidung.

 

 

6. Einrichtung einer Just Fashion Taskforce

Die aktuelle Gesetzeslage ist völlig fragmentiert, wodurch Kontrollen und Strafen erschwert werden und ein Eindruck übermäßiger Bürokratie entstehet – doch es geht auch übersichtlicher und wirkungsvoller! Wir fordern die Einrichtung einer nationalen Just Fashion Taskforce. Diese muss Ministerien, Behörden, zivilgesellschaftliche und internationale Organisationen vernetzen, um die Wirksamkeit bestehender Gesetze sicherzustellen, Kontrollen zu stärken, bestehende Lücken zu schließen und Transparenz und öffentlichen Informationszugang sicherzustellen.

  Gemeinsam für Menschenrechte weltweit!​

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