2025 war nicht nur ein Jahr der Kriege, sondern auch das zweite Jahr in Folge, dass es weltweit mehr autokratische (92) als demokratische Länder (87) gibt. Zu diesem Ergebnis kam der Demokratiebericht 2025 des Forschungsinstitutes V-Dem in Göteborg. Auf die Bevölkerung gerechnet leben somit fast 3 von 4 Personen, nämlich 72 %, in Wahl- oder geschlossenen Autokratien sowie autokratischen Grauzonen. Die antidemokratischen Tendenzen in den USA, die mit der Präsidentschaft Donald Trumps gerade massiv zunehmen, haben dazu geführt, dass die USA im Bericht nicht mehr als liberale Demokratie eingestuft werden. Die Geschwindigkeit des Demokratieabbaus wird als beispiellos beschrieben. Die geopolitischen Entwicklungen waren auch ein Treiber dafür, dass die Vorstöße in Richtung eines Lieferkettengesetzes auf EU-Ebene mit der Omnibus-Verordnung massiv verwässert wurden. Ein enormer Rückschritt für Südwind und für alle, die seit Jahrzehnten für faire Arbeitsbedingungen in globalisierten Lieferketten und für mehr Verantwortung (vor allem!) für Großkonzerne kämpfen!
Vor diesem politischen Hintergrund ist unser Jahresschwerpunkt gewachsen, allem voran mit der Entdeckung der interaktiven Wanderausstellung „Step by Step – Demokratieräume“ in Bremen, die wir von 21. November bis 18. Dezember nach Tirol holen konnten. Die Brisanz des Themas spiegelte sich in der Besucher:innenzahl wider – 1.450 Personen und ausgebuchte 28 Lots:innenführungen.
Neben unseren laufenden Aktivitäten, wie den Stadtrundgängen zum nachhaltigen Konsum, Fortbildungen oder der IFFI-Jugendjury veranstalteten wir 2025 wieder als Partner der CMI die Tiroler Nachhaltigkeitsmesse, bei der wie ein fulminantes Informationsprogramm mit Infotainment, Kochshows und Mitmachformaten auf die Beine stellten.
Im Rahmen unseres EU-Projektes „Global Districts“ gab es heuer viele Highlights: Die mehrtägige Südwind-Academy mit 20 jungen Teilnehmer:innen aus ganz Österreich in Matrei am Brenner oder der 5-teilige Online-Trainingskurs zu „Global Citizenship Education and Intersectionality“ waren nur einige davon.
Der folgende Jahresbericht gibt einen Überblick über unsere Arbeit im Jahr 2025. Wie immer möchten wir unseren Fördergeber:innen, den Südwind-Mitgliedern, den Spender:innen sowie den ehrenamtlichen Unterstützer:innen und Aktivist:innen danken, die unsere Arbeit ermöglichen. Gefördert und finanziert wurde unsere Arbeit 2025 von der Europäischen Union, den International Partnerships, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck.
Viel Freude beim Lesen des Jahresberichts wünscht Caroline Sommeregger (Regionalstellenleitung) für das Südwind Team.








