Elektroschrott-Recycling in Österreich?
Das Gewicht der in Österreich entsorgten Elektrokleingeräte beträgt etwa 82.400 Tonnen pro Jahr: Das entspricht 190 Mal dem Gewicht des Wiener Riesenrads!
Die gute Nachricht: In Österreich ist unseren Informationen zufolge die Entsorgung von Elektroschrott durchaus gut geregelt. Wer Elektroaltgeräte bei einer Sammelstelle abgibt, kann davon ausgehen, dass diese nicht in den Ländern des Südens landen und zum Teil recycelt werden.
Bei manchen besonders teuren Rohstoffen zahlt sich das Recycling auch unter den aktuellen Gegebenheiten ökonomisch aus. Wir fordern, dass die Politik die Rahmenbedingungen dahingehend ändert, dass möglichst viele Rohstoffe aus nicht mehr reparierbaren Geräten zurückgewonnen werden müssen und wir unseren Rohstoffbedarf damit zu einem großen Teil durch „urban mining“ decken können.
Handelsbetriebe (über 150 Quadratmeter Verkaufsfläche) sind verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen, wenn man ein neues Gerät kauft. Das gilt sowohl für Handys, Computer als auch für Waschmaschinen.
Was kann ich tun?
GET ACTIVE - Nachhaltigkeit und Transparenz einfordern!
Fordern wir gemeinsam von Politik und Elektronikfirmen mehr Transparenz: Eine vorgefertigte E-Mail und eine Liste an Kontaktadressen der größten Konzerne ist hier zu finden. Einer der größten Elektronik-Kunden ist der öffentliche Sektor mit einem enormen Budget für Hardware-Einkauf. Gemeinden, Behörden, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen haben die Möglichkeit, faire Standards festzulegen und ihren Einkauf danach auszurichten. Südwind berät gerne bei der sozial-fairen öffentlichen Beschaffung und Monitoring-Organisationen wie etwa Electronics Watch helfen bei der Einhaltung.
Um nachhaltigen Konsum zu ermöglichen, muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu zählt eine verpflichtende Konzernverantwortung im Sinne eines Lieferkettengesetzes: Unternehmen müssen garantieren, dass ihre Produkte unter menschenwürdigen Bedingungen und unter Einhaltung von Naturschutzbestimmungen hergestellt wurden. Obwohl viele Unternehmen und ein Großteil der Bevölkerung ein solches Gesetz befürworten, stellen sich Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung quer. Machen wir gemeinsam Druck auf die Verantwortlichen, damit dieser rechtsfreie Bereich endlich strenge Regeln bekommt. Hier finden Sie den offenen Brief der Unternehmen.
RETHINK – Nicht kaufen!
Die Lebensdauer von Elektrogeräten wird kaum ausgereizt. Smartphones in Österreich werden durchschnittlich nur 18 bis 24 Monate genutzt. Daher sollten wir uns vor jedem Kauf die Frage stellen: „Brauche ich wirklich ein neues Handy?”
REDUCE - Lebensdauer verlängern
Versuchen wir doch, die Lebensdauer unserer Geräte besser auszureizen! Beschäftigen wir uns damit, wie wir unser Gerät pflegen können: Geschicktes Laden (nie völlig Ent- und Aufladen) und das Ausschalten nicht verwendeter Services kann die Lebensdauer des Akkus verlängern. Speicherplatz immer wieder frei machen lässt das Gerät in gewohnter Geschwindigkeit arbeiten.
REPAIR – Reaprieren statt wegwerfen
Manche Probleme lassen sich (entgegen der Herstellerangaben) mit Hilfe von Tutorials auch durchaus selbst lösen. iFixit und der Besuch in einem Repaircafé können weiterhelfen! Reparaturprofis vermittelt etwa das Reparaturnetzwerk.
REUSE – Einwandfreie gerbrauchte Geräte kaufen
Wer kein neues, dafür aber ein solides Qualitätsgerät möchte, kann sich bei Anbietern umsehen, die generalüberholte Gebraucht-Geräte mit Garantie anbieten. Dort finden sich hochwertige Handys, Bildschirme und Computerhardware, die von großen Firmen ausgemustert und von den jeweiligen Anbietern generalüberholt wurden. Dazu zählen etwa AfB social & green IT, Compuritas, ITSCO, Refurbed
RECYCLE -Richtig entsorgen
Elektrogeräte enthalten nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern teilweise auch Schadstoffe und sollten daher unbedingt fachgerecht entsorgt werden. Dies kann entweder über die lokale Problemstoffsammelstelle oder über Sammelaktionen – wie beispielsweise die Ö3-Wundertüte oder die Sammelaktion des Jane-Goodall-Instituts – erfolgen.
Neukauf unvermeidbar? Dann aber wenigstens nachhaltig
Geräte sollten im Optimalfall modular gestaltet sein, so dass einzelne Komponenten (wie der Akku) austauschbar sind und im Falle eines Defekts nicht das komplette Gerät neu gekauft werden muss – FairPhone und ShiftPhone gehen in diese Richtung. Vor dem Kauf kann zudem nachgefragt werden, was mögliche Sollbruchstellen sind und welche Geräte gut repariert werden können. Öffentliche Nachfragen bei den Hersteller, etwa über die Social Media-Kanäle, können Nachfragen öffentlich sichtbar machen.
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