Mit den Schulschließungen im Rahmen der Covid-19 Pandemie wurde deutlich, wie unterschiedlich die Ressourcen sind, die Österreichs Schüler*innen beim digitalen Lernen zur Verfügung stehen. Obwohl es seit Jahren ein großes Anliegen der Schulen in Österreich ist, Vielfalt und Heterogenität als Chance zu begreifen wurde klar, dass unter Inklusion künftig mehr verstanden werden muss, als bauliche Barrierefreiheit. Lange wurde nicht mehr so viel über Soziale Ungleichheit diskutiert wie 2020. Denn spätestens seit der Covid-19 Pandemie wissen wir: Durch den digitalen Unterricht können Bildungs-Ungleichheiten und sozialer Ausschluss noch weiter verstärkt werden. Dies spüren vor allem Schüler*innen, die aus unterschiedlichen Gründen von Benachteiligung betroffen oder bedroht sind. Diese Benachteiligungen können durch die Digitalisierung weiter verstärkt werden. Hier setzt DigiEdu4all an.

In diesem Erasmus+Projekt beschäftigen wir uns damit, wie Ausgrenzung durch digitalen Unterricht vermieden werden kann und stattdessen alle Schüler*innen angesprochen und „mitgenommen“ werden. 

Was können wir tun, dass digitaler Unterricht Chancen eröffnet und nicht schließt?

Wie können die großen Bemühungen der Schulen sinnvoll ergänzt werden?

Wie können wir die von den Schüler*innen mitgebrachten Kompetenzen gut einbinden auch wenn diese auf den ersten Blick nicht in den Lehrplan passen?

Worauf kann bei der Gestaltung von Unterricht mit digitalen Tools geachtet werden?


Projektlaufzeit: 01.04.2021 - 31.03.2023

Geplante Aktivitäten

(1) Didaktisches Handbuch "Digital learning with no one left behind" zu inklusiver digitaler Bildung als Online-Publikation (ca. 50 Seiten), das sich in erster Linie an Lehrkräfte und Eltern von weiterführenden Schulen in ganz Europa richtet und in 4 Sprachen (deutsch, englisch, italienisch, spanisch) zur Verfügung stehen soll.

(2) Online-Fortbildungskurs für Lehrer*innen "Strengthening digital readiness giving voice to ALL pupils". Inhalt der 6 Module sind nicht-diskriminierende digitale Bildung, digitale und Medienkompetenz, Analyse diskriminierender Verhaltensmuster, partizipative Methoden zur Stärkung von Selbstwertgefühl, Eigenverantwortung und Citizenship. Es wird aber auch ein Modul zur Elternarbeit und zur Verwendung des Evaluations-Tools für Inklusion (IO4) als Teil der Ausbildung geben. Der Kurs wird in einer Blended-Version in Österreich getestet werden.

(3) Mehrsprachige Open Education Digital Literacy Plattform " DigiEdu4All " mit Toolkits und einem Lesson Creator, die Pädagog*innen und Schüler*innen kuratierte Informationen und Tools zur Verbesserung des Lernens und der digitalen Kompetenzen zur Verfügung stellt, für die europaweite Nutzung. Es wird Tools für Lehrerkräfte und Schüler*innen sowie Rich-Media-Lektionen enthalten.

(4) Toolkit zur Evaluierung der Inklusivität digitaler und gemischter Unterrichtseinheiten auf der Grundlage von Methoden, die mit dem Globalen Lernen übereinstimmen, bestehend aus einem Handbuch für Pädagog*innen zur Evaluierung der Inklusivität und einer Web-App "digital glasses" zum Testen der Evaluierungswerkzeuge und zur Förderung ihrer Anwendung durch Lehrkräfte.


Projektpartner

Koordination in Österreich: Südwind, suedwind.at/digiedu4all

Koordination in Italien: ProgettoMondo Mlal, https://www.progettomondomlal.org

Koordination in Spanien: Association Madre Coraje, https://www.madrecoraje.org/

Koordination in UK: Gryd Ltd., https://www.gryd.uk/

Schulpartner in Österreich: HAK/HASCH 1 Linz, https://www.hak-linz.at

und Berufsschule für Bürokaufleute Wien, https://bsbk.schule.wien.at/

Schulpartner in Italien: Istituto Sanmicheli Verona https://www.sanmicheli.edu.it

Schulpartner in Spanien: CEPA SCA - ERGOS FP Sevilla http://www.proyectoergos.es/

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.