Probleme

Die Probleme sind so massiv und vielfältig, so dass wir hier nur eine Übersicht über einige der gröbsten Missstände auflisten:

  • Überlange Arbeitszeiten (mehr als 70h / Woche)
  • Hohe Arbeitsdichte – kaum Pausen - enormer Druck auf die ArbeiterInnen
  • Körperliche und psychische Gewalt gegen die ArbeiterInnen
  • Prekäre Beschäftigungsverhältnisse
  • Geringe Löhne, die nicht zu einem würdigen Leben reichen
  • Studentische Zwangsarbeit, um gesetzliche Mindestlöhne zu umgehen
  • Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien ohne ausreichende Schutzkleidung
  • Unzureichende Schulung und Aufklärung der ArbeiterInnen in Bezug auf Gefahren und Gesundheitsgefährdung in ihrer Arbeit
  • Fehlende oder unzureichende Entschädigungszahlungen der Firmen für kranke ArbeiterInnen oder für Familien von ArbeiterInnen.
  • Gewerkschaften sind verboten, werden unterdrückt oder von der Geschäftsleitung korrumpiert
  • Kein Zugang für Monitoringorganisationen
  • Einsatz von migrantischen ArbeiterInnen, die dann noch abhängiger vom Umfeld der Firma sind
  • Rekrutierungsorganisationen, die mit falschen Informationen und zu überteuerten Konditionen ArbeiterInnen für die Firmen anwerben.
  • Massive Umweltverschmutzung, die auch die Menschen in den betroffenen Städten und Regionen betrifft und fehlende Sanktionen den Firmen gegenüber

Der Druck auf die ArbeiterInnen ist so hoch, dass es regelmäßig zu Suiziden kommt.

Scheinlösung

Große Firmen haben sich zur Responsible Business Alliance zusammengeschlossen, deren Name in vielen Fälle aber eher nach Häme klingt als nach ernsthaften Versuchen, die Arbeitsbedingungen der vielen Millionen betroffenen Menschen zu verbessern. Die Gewinnmargen von Computern und Handys sind enorm, das Gehalt von ArbeiterInnen in Zulieferbetrieben stagniert z.B. bei Foxconn seit 2012 bei € 300,- pro Monat (laut unserer Partnerorganisation SACOM in Hongkong, die u.a. für Monitoring in der Elektronik-Industrie zuständig ist). In den Produktionsfirmen der Handymarke „Shiftphone“, die laut eigenen Angaben versucht, die Arbeitsbedingungen der betroffenen Menschen zu verbessern, erhalten die ArbeiterInnen mindestens € 410,- , es ist also möglich, mehr zu bezahlen.

Lösungsansätze

Da von Unternehmensseite hier nur wenige konkrete Schritte gesetzt werden, verlangen zivilgesellschaftliche Organisationen wie Electronics Watch, goodelectronics, SACOM oder auch Südwind eine Öffnung der Firmen für Monitoringorganisationen, um Transparenz zu schaffen und wenigstens auf Rechtswidrigkeiten hinweisen zu können. Und sogar wenn sich die Firmen an geltendes, nationales Recht halten, ist damit bei weitem noch nicht klar, ob das auch ein würdiges Leben für die ArbeiterInnen garantiert.

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