Ausbeutung entlang der Lieferkette

Modeunternehmen verzeichnen Millionengewinne. Den Fabrikarbeiter*innen, Färber*innen und anderen Beteiligten in der Lieferkette werden jedoch Löhne vorenthalten bzw. von dem Geld, das ihnen gezahlt wird, können viele sich und ihre Familie kaum ernähren. Das Ziel der CCK ist es, auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Wir rufen die Regierungen dazu auf, Gesetze zu verabschieden, die Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen verhindern.

In Österreich fallen jährlich 115.000 t Alttextilien an. Davon wandert mehr als die Hälfte in den Müll. In den letzten 15 Jahren hat sich weltweit die Zahl der erzeugten Kleidungsstücke verdoppelt, während die Dauer der Verwendung immer kürzer wird.

Klimasünder Modeindustrie

Die Textil- und Modeindustrie ist für 10 % der weltweiten Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) verantwortlich und verursacht mehr Umweltverschmutzung als internationaler Flugverkehr und Schifffahrt zusammen. Die schlechte Klimabilanz entsteht durch Wasserverschmutzung, Ressourcenverschwendung und den hohen THG-Ausstoß. Die komplexen Lieferketten erfordern, dass die einzelnen Produktionsschritte in unterschiedlichen Ländern und sogar Kontinenten erfolgen.

Greenwashing

Greenwashing ist eine Bezeichnung für Werbemethoden, die darauf abzielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen. Firmen, wie z.B. H&M und Zara lancieren ihre eigenen Nachhaltigkeits-Kollektionen, die sich an schwammigen Kriterien orientieren, oft keinen Existenzlohn garantieren und sich unabhängigen Kontrollen entziehen - 10% Consciousness, 90% Werbung. Die Unternehmen profitieren dadurch unverhältnismäßig von dem guten Ansehen, welches sie generieren ohne wirklich etwas an ihrem Kerngeschäft in Bezug auf Nachhaltigkeit zu ändern.

Es ist oftmals schwierig zu unterscheiden, welche Modeunternehmen tatsächlich „gut“ bzw. „böse“ sind. Aus diesem Grund haben wir hier den Fashion Checker verlinkt. Dieser vergleicht die Aussagen von über 100 Modeunternehmen mit den tatsächlichen Löhnen von Textilarbeiter*innen. Damit kann jede*r die für sie oder ihn relevanten Firmen genauer unter die Lupe nehmen und sich eine auf Fakten basierende Meinung bilden.

Fast Fashion

Durch das Phänomen der sogenannten „Fast Fashion“ wird die Problematik um die Textilindustrie zusätzlich verschärft. „Fast Fashion“ bezeichnet das Geschäftsmodell von Modeunternehmen, bei welchem möglichst schnell möglichst viele Kleidungsstücke sehr preisgünstig verkauft werden. Um die niedrigen Preise für ihre Kleidung garantieren zu können, produzieren viele „Fast Fashion“ Unternehmen in Niedriglohnländern und nutzen billige Rohstoffe. Dies führt sowohl zu einer Verschärfung der weltweiten Umweltverschmutzung als auch zu prekären Arbeitsbedingungen.

Zusätzlich wirkt sich das ständig wechselnde Angebot an Kleidung auch auf das Konsumverhalten aus. Denn während die Konsument*innen immer mehr Kleidung kaufen (in Österreich durchschnittlich 60 Kleidungsstücke im Jahr), wird diese gleichzeitig auch immer häufiger weggeworfen. Ca. 85 % aller Textilien landen somit jährlich im Müll. Das entspricht einem voll beladenen Müllwagen voller Kleidung in jeder Sekunde. Davon wird allerdings nicht einmal 1 % recycelt. Durch die abnehmende Qualität der Kleidung kann diese oftmals weder recycelt noch als Second Hand Ware genutzt werden. Eine Umstellung auf nachhaltigere Produktionsweisen und Materialien würde Umwelt und Klima massiv entlasten und die Lebensbedingungen der Arbeiter*innen in den Produktionsländern verbessern.