„My Revolution“: Jugendliche fordern Systemwandel!

Übergabe des europäischen Jugendmanifests im EU-Parlament in Brüssel

Wien/Brüssel, 5. Dezember 2019 – Über 30 Jugendliche aus Österreich, Polen, Italien und Slowenien präsentierten gestern, am 4. Dezember 2019, ihre Vision von Europa im Europäischen Parlament in Brüssel. Gemeinsam übergaben sie ihr europäisches Jugendmanifest an zahlreiche EU-ParlamentarierInnen und die Kommmission. Eine der zentralen Forderungen ist ein Systemwandel hin zu Klima- und Menschenrechtsschutz.

„Die Politik von heute bestimmt die Zukunft der Jugendlichen. Deswegen ist es uns ein großes Anliegen, dass die Visionen und Forderungen der Jugendlichen von Politikerinnen und Politikern gehört werden“, sagt Stefan Grasgruber-Kerl von der Menschenrechts- und Bildungsorganisation Südwind, der die Jugendlichen im letzten Jahr bei der Ausarbeitung ihrer Forderungen begleitet hat.

Inspiriert von den Jugendprotesten 1968 erarbeiteten über 300 Jugendliche aus Österreich, Italien, Polen und Slowenien im Rahmen des Projekts „My Revolution 1968“ zunächst in lokalen Workshops, dann bei vier nationalen Jugendkonferenzen und zwei europäischen Jugendkonferenzen in Wien und Krakau ihr europäisches Jugendmanifest.

„Die verschiedenen Meinungen von anderen Menschen aus der EU zu hören und darüber zu reden war für mich am spannendsten“, sagt die 14-jährige Flavia aus Wien. „Ich würde mir wünschen, dass es solche Projekte viel öfter gibt und unsere Forderungen von den Politikerinnen und Politikern auch ernst genommen werden.“

Die von Jugendlichen in ihrem Manifest formulierten Hauptforderungen sind:

  • Mehr Mitsprache: Es muss normal und einfach sein, politische Forderungen in die EU und die nationale Politik einzubringen.
  • Systemwandel: Wir brauchen eine alternative Wirtschaftsweise, die sich an den Bedürfnissen von Umwelt und Menschen orientiert. Dazu gehören faire Handelsbeziehungen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit ebenso wie eine Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel 100% erneuerbare Ressourcen.
  • Menschenrechte: Europäische Gesetze gegen Diskriminierungen, hate speech und fake news v.a. auch in den sozialen Medien.
  • Arbeit: Abschaffung von Ausbeutung und moderner Sklaverei weltweit, Reduktion der Spitzengehälter, Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt,
  • Bildung: Kostenlose Bildung für alle, Reformierung des öffentlichen Schulsystems durch verstärkte Förderung sozialer Kompetenzen und Kreativität.
  • Migration: Abschaffung des Dublin-Abkommens, Seenotrettungsprogramme und faire Verteilung von schutzsuchenden Menschen in der EU. Schnellere Asylverfahren und mehr Unterstützung für die Integration von MigrantInnen.
  • KonsumentInnenschutz: Klare und unabhängige Gütesiegel und Labels für verantwortungsbewussten Konsum
  • Gesundheit: Kostenlose Gesundheitsversorgung in hoher Qualität mit Schwerpunkt auf Vorbeugung

EuropaparlamentarierInnen, die die Forderungen der Jugendlichen entgegennahmen und in eigenen Statements darauf reagierten: Bettina Vollath, (AT, S&D), Monika Vana (AT, Greens), Anna Cavazzini (DE, Greens) Sylwia Spurek (PL, S&D), Lukasz Kohut (PL, S&D), Irena Joveva (SI, Renew), Pierfrancesco Majorino (IT, S&D), Pietro Bartolo (IT, S&D), Brando Benifei (IT, S&D) Eleonora Evi (IT, NI) und VertreterInnen der EU-Kommission.

Fotos:
Honorarfreie Fotos unter Angabe des Copyrights zum Download: www.suedwind.at/pressefotos/

Hintergrundinformation:
My Revolution Jugendmanifest: www.suedwind.at/fileadmin/user_upload/suedwind/youth-menifesto-2019-1.pdf
My Revolution-Projekt: www.suedwind.at/bilden/jugendarbeit/projekte/meine-revolution-196869/

Rückfragehinweis
Stefan Grasgruber-Kerl, Kampagnenbereichsleiter Südwind, 0699 100 400 79, stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at

Die Erarbeitung und Präsentation des europäischen Jugendmanifests wurde im Rahmen des Projekts „My Revolution 68“ kofinanziert durch das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger" der Europäischen Union und die Sektion Kunst und Kultur des Bundeskanzleramt Österreich. Die in dieser Aussendung vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.