Lesung & Gespräch mit Iman Humaidan (Libanon) 03.05.2017

Salzburg, 28.04.2017 - Von 3. bis  6. Mai ist Iman Humaidan aus dem Libanon – Autorin, Journalistin und Fachfrau in den Bereichen Kultur, Soziales, Menschenrechte – in Salzburg zu Gast.  Auf Einladung des Literaturvereins prolit und Südwind – Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit stellt sie ihren neuen Roman „50 Gramm Paradies“ vor.

Iman Humaidan zeichnet in ihren Büchern ein vielschichtiges Bild vom Leben während des libanesischen Bürgerkriegs und von der Zeit danach, sie beleuchtet die Verdrängung kollektiver wie persönlicher Schuld und die Schicksale der Minderheiten – Kurden, Armenier, Juden – in der multikonfessionellen Region.

Verlust und Verlorenheit sind die Themen, die sich wie ein roter Faden durch das Werk Iman Humaidans ziehen. Der Verlust von Menschen, einer vertrauten Umgebung im Krieg; der Verlust der Erinnerung, einer Geschichte, die dem Geschehenen einen Sinn zu geben vermag; die Verlorenheit in einem über den Erdball verstreuten Leben – dies sind Erfahrungen, die für viele Libanesen prägend waren und sind, Humaidan aber interessieren besonders die Geschichten der Frauen, die so häufig unter den Tisch fallen, wo ‚Geschichte‘ geschrieben wird.

Der Krieg, genauer der Bürgerkrieg von 1975–1990, ist das beherrschende Thema der libanesischen Literatur von den frühen 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Der eigentlich ‚libanesische‘ Roman, der in der 1980er und 1990er Jahren zum Innovativsten der arabischen Literatur gehörte, sei, so eine immer wieder zu hörende Einschätzung, erst mit dem Bürgerkrieg entstanden (https://www.munzinger.de/)

Zur Autorin
Iman Humaidan Junis wurde 1956 in Ain Enoub geboren, im drusischen Teil des Libanongebirges gelegen. Aus einer liberalen Familie stammend, studierte sie an der Amerikanischen Universität von Beirut Soziologie und arbeitet seit 1989 als freie Journalistin, vor allem in den Bereichen Kultur, Soziales, Menschenrechte und Frauen. Sie verfasste Studien zu Umwelt- und Entwicklungsfragen im Nachkriegslibanon. Daneben veröffentlichte sie Kurzgeschichten in den Kulturseiten arabischer Tageszeitungen wie »Mulhak Annahar«, »Assafir« und in Frauenmagazinen wie »Alhasnaa» und »Sayidati«.Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit unterrichtet sie an europäischen und amerikanischen Universitäten Arabisch und Kreatives Schreiben. Sie ist Präsidentin des libanesischen P.E.N.-Zentrums und lebt in Paris und Beirut. Ins Deutsche übersetzt sind ihre Romane „Wilde Maulbeeren“, „B wie Bleiben wie Beirut“, „Andere Leben“, alle erschienen im Lenos Verlag.

Einzelinterviews mit Iman Humaidan
Während ihres Aufenthalts (3.-6.Mai) steht Iman Humaydan für Einzelinterviews zur Verfügung.  Anmeldungen bitte bei untenstehendem Kontakt.

Lesung & Gespräch (arabisch/deutsch) 50 Gramm Paradies – Neuerscheinung
Wann: Mittwoch, 3. Mai 2017, 19:30 Uhr
Wo: Galerie Untersberger-Kerschbaumer, Wolf-Dietrich-Straße 4a

Eine Veranstaltung von Südwind Salzburg und prolit
In Kooperation mit dem Friedensbüro
Eintritt frei

Beirut, 1994. Es sind zehn Jahre vergangen, seit Maja den Libanon verlassen hat. Nun ist sie zurückgekommen, die Verheerungen des zu Ende gegangenen Bürgerkriegs sind überall sicht- und spürbar, nicht nur in den Straßen, sondern vor allem in den Seelen der Menschen. Bei Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm findet Maja zwischen Ruinen der Stadt einen abgewetzten Lederkoffer, dessen Inhalt – Briefe, Fotos, Tagebücher – ihr Leben auf den Kopf stellt. Majas Recherchen führen sie auf die Spur der syrischen Journalistin Nura, die, vom Geheimdienst verfolgt, Ende der 70er Jahre in den Libanon geflüchtet war.

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Rückfragehinweis
Sonja Schachner, sonja.schachner@suedwind.at, Tel: 0676-5486021