Presseaussendungen 2015

Wie kommt der Schuh unter den Christbaum?
Neue Studie beleuchtet kritische Arbeits- und Produktionsbedingungen in der italienischen Gerberei-Industrie

Wien, 16. Dezember 2015 – Im Durchschnitt kaufen die ÖsterreicherInnen pro Jahr und Kopf sechs Paar Schuhe. Italien ist traditionell das bedeutendste Land für die Lederherstellung in Europa mit 60 Prozent Anteil des gesamten in der EU produzierten Leders. Eine neue Studie der Initiative "Change your Shoes" der österreichischen Clean Clothes Kampagne und GLOBAL 2000 gibt Einblick in die Lederherstellung in Italien und beleuchtet das beliebte Leder "Made In Italy".

Verheerende Arbeitsbedingungen
"Nicht nur in Indien oder Bangladesch gilt es die Arbeitsbedingungen in Gerbereien zu verbessern. Unsere Studie zeigt auf,  dass es alleine zwischen 2009 und 2013 in der italienischen Region Santa Croce  720 Arbeitsunfälle gegeben hat. Prekäre Arbeitsverträge nehmen stark zu. So sind auch Vier-Stunden-Verträge übliche Praxis geworden", erläutert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne.

Enorme Umweltauswirkungen
"Die Gerberei-Industrie benötigt extrem viel Wasser und es fallen große Mengen toxischer Abfälle an. Pro Kilogramm Leder entstehen bis zu 6,15 Kilogramm Feststoffabfälle", erklärt Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000. "Die zu klärende Abwassermenge in Santa Croce entspricht der einer Stadt mit über drei Millionen Einwohnern – die tatsächliche Bevölkerungszahl beträgt aber nur 110.000."

Gute Schuhe machen länger Freude und schonen die Umwelt
"Generell gilt auch beim Schuhkauf 'weniger ist mehr' – lieber einmal ein richtig gutes Paar Schuhe kaufen das lange in Verwendung ist, als viele billige Paare die man nur kurz oder gar nicht trägt", sind sich Kernegger und Königshofer einig, denn: "Gute Schuhe lassen sich auch beim Schuster reparieren und sind somit langlebig. Fragen sie außerdem immer nach dem österreichischen Umweltzeichen für Schuhe, denn dieses garantiert sozial und ökologisch nachhaltige Schuhe."

Per App auf dem Weg nach Brüssel
"Das Ziel von 'Change your Shoes' ist, die Schuhproduktion transparenter zu machen, denn wer Schuhe kauft, hat das Recht zu wissen, unter welchen Bedingungen diese Schuhe produziert wurden und welche Chemikalien zum Einsatz kamen", erläutert Michaela Königshofer. Um mehr Transparenz zu erreichen, startete Global 2000 und die Clean Clothes Kampagne einen virtuellen Marsch nach Brüssel. "Mit unserer App 'Change your Shoes' kann man spazierend, gehend oder im Laufschritt seine Schritte zählen. Die gesammelten Schritte tragen zu einem virtuellen Marsch nach Brüssel bei, der die Forderung nach mehr Transparenz und klaren Regulierungen gegenüber der EU unterstützen soll", erklärt Königshofer die Idee der App.

Hintergrundinformationen:
App "Change your Shoes": changeyourshoes.cantat.com
Website "Change your Shoes": www.cleanclothes.at/schuhe

Rückfragehinweis:
Clean Clothes Kampagne
Dr.in Michaela Königshofer
Tel: 01/405 55 15 - 306
michaela.koenigshofer@cleanclothes.at

GLOBAL 2000
Ökologin Mag.a Lisa Kernegger
Tel: 01/812 57 30 - 22
lisa.kernegger@global2000.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Europa und Asien widmet sich die CCK  gerade unter dem Motto "Change your Shoes" verstärkt den Arbeitsbedingungen in der Schuhindustrie.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Klarer Auftrag an die Schokoladenhersteller: 19.872 Stimmen für faire Schokolade
19.872 Stimmen für faire Schokolade

Wien/Brüssel, 4. Dezember 2015 – VertreterInnen der Kampagne "Make Chocolate Fair!" überreichten am 2. Dezember 2015 in Brüssel 122.826 Unterschriften für faire Schokolade an den Dachverband der Europäischen Süßwarenindustrie (CAOBISCO). Mit im Gepäck hatten sie zwei zentrale Forderungen: Zum einen sollen Schokoladenunternehmen Untersuchungen anstellen, wie hoch der Preis für Kakaobohnen sein muss und, welche Maßnahmen nötig sind um den KakaobäuerInnen ein existenzsicherndes Einkommen über der Armutsgrenze zu ermöglichen. Zum anderen sollen Schokoladenunternehmen in Europa Kakaobohnen ab 2020 ausschließlich aus zertifizierten und extern kontrollierten Kakaoanbau beziehen.

Schokolade für Kinder nicht von Kindern
"Nur mit einem fairen Kakaopreis können wir Kinderarbeit ernsthaft bekämpfen", erklärt Bernhard Zeilinger, Südwind- Kampagnenkoordinator von "Make Chocolate Fair!" in Österreich das Ziel der Kampagne. Noch immer landen 87 Prozent des Preises einer Tafel Schokolade in den Taschen von Kakaomühlen, Schokoladeunternehmen und Supermärkten. Nur 6,6 Prozent kommen bei den KakaobäuerInnen an. 1980 betrug ihr Anteil noch 16 Prozent. "Wir fordern von den SchokoladenproduzentInnen ihren Beitrag zu leisten, um Kakaobäuerinnen und –bauern ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen und damit die Ursache für Kinderarbeit zu bekämpfen", sagt Zeilinger. "Es ist bitter, dass die Nachfrage nach Kakao und die Gewinne der Konzerne steigen, aber den Kakaobäuerinnen und -bauern nur Armut und Elend bleiben – das führt dann zu Kinderarbeit."

"In den 1990er Jahren hat der massive Preisverfall bei Kakao und politische Krisen in der Elfenbeinküste zu Fällen von Kindersklaverei geführt, eine Form der Kinderarbeit, welche wir davor nicht kannten. Kampagnen wie 'Make Chocolate Fair!' sind wichtig, um die Industrie zu Maßnahmen zu bewegen", zeigt sich die ivorische Kinderrechtsexpertin Marie Jeanne N’Zore Kombo vom Gewerkschaftsbund UGTCI überzeugt, dass der Druck der Zivilgesellschaft in Europa zu einer Verbesserung in der Elfenbeinküste beitragen kann.

100 Prozent faire Schokolade?
"Make Chocolate Fair!" fordert von CAOBISCO, als Dachverband aller europäischen Schokoladenunternehmen, ein Bekenntnis bis 2020 auf 100 Prozent zertifizierten Kakao umzusteigen. Bei der Übergabe der Unterschriften am 2. Dezember 2015 hat CAOBISCO erklärt, sich verstärkt für die Erhöhung der Einkommenssituation einzusetzen und im Kampf gegen Kinderarbeit nachzulegen."Make Chocolate Fair!" wird CAOBISCO in Zukunft danach messen und erwartet sich zeitnah wirksame Schritte zur Umsetzung ihrer Versprechungen.

In Österreich haben im Verlauf der dreijährigen Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!" bereits einige heimische Schokoladenhersteller in Aussicht gestellt bis 2020 nur mehr nachhaltig produzierte und fair gehandelte Kakaobohnen zu verarbeiten.

Bereits umgestellt hat Manner 2012 die "Mannerschnitte" auf UTZ und mit April 2015 die "Casali-Schokobananen" auf FAIRTRADE. Hofer produziert seit 2012 Großteils zu UTZ Standards und hat darüber hinaus 2015 mit "Gourmet" eine Schokolade mit FAIRTRADE-Zertifizierung auf den Markt gebracht. Seit dem Frühjahr 2015 hat Heindl das gesamte Sortiment der Marken "Heindl" und "Pischinger" und Heidi Chocolat die Marken "Niemetz Schwedenbomben", "Manja" und "Swedy" auf FAIRTRADE-Kakao umgestellt.

Bei der Übergabe der Unterschriften an die beiden größten Schokoladenanbieter am österreichischen Markt, Milka/Mondelez und Lindt&Sprüngli, zeigten sich beide beeindruckt von den 19.872 Unterschriften. Beide haben bereits kürzlich Programme zur Unterstützung der KakaobäuerInnen und zur Bekämpfung der Kinderarbeit initiiert und bei einem Treffen mit Zeilinger erklärt ihre Bemühungen zu intensivieren, um nachhaltige Lösungen zu erwirken.

"Die Konzerne haben reagiert und allesamt Maßnahmen angekündigt. Es liegt nun an uns, nicht locker zu lassen und auch auf die Einhaltung ihrer Versprechen zu pochen. Was möglich wäre, zeigt das Umdenken von Nestlé und Mars in Großbritannien in Folge heftiger Proteste von Seiten der Zivilgesellschaft", gibt Zeilinger zu bedenken. Dort werden nun die Marken "Kitkat" (Nestlé) und "Maltesers" und "Mars-Riegel" (beides Mars) zu FAIRTRADE-Standards produziert.

Fotomaterial von der Petitionsübergabe und aus dem Kakaoanbau


Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind-Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650/8947 777
Tel: 01/405 55 15 - 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at


Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Die sieben Todsünden des Konsums
Wenn einkaufen gefährlich wird

Wien, 28. November 2015 – Heute Samstag, dem internationalen "Kauf-nix-Tag" in Österreich, machten AktivistInnen der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der entwicklungspolitischen Organisation Südwind auf das Konsum- bzw. Wegwerfverhalten der ÖsterreicherInnen mit Aktionen in Wien, Graz und Salzburg aufmerksam.

"Bei der Herstellung vieler Produkte, die wir tagtäglich im Supermarkt kaufen, werden Arbeits- und Menschenrechte verletzt", so Stefan Grasgruber-Kerl, Kampagnenbereichsleiter von Südwind. Er erklärt: "Um unseren Durst nach Orangensaft zu stillen, werden Menschen auf Plantagen in Brasilien mit Hungerlöhnen abgespeist, fürs süße Schokomüsli müssen Kinder in Afrika die Kakaobohnen mit gefährlichen Macheten pflücken – das ist bitter!".

"Kinderarbeit ist im größten Kakao-Produktionsland in der Elfenbeinküste für 200.000 Kinder traurige Realität. Wir fordern die Schokohersteller und Supermärkte auf, ihre Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen der Erwachsenen wahrzunehmen und die Kinderarbeit zurückzudrängen", ergänzt die Landarbeiter-Gewerkschafterin und Expertin für Kinderarbeit Marie Jeanne Nzore Kombo aus der Elfenbeinküste, die auf ihrer Vortragsreise durch sechs europäische Länder bei den AktivistInnen auf der Mariahilferstraße Station machte.

Aber auch auf Kosten von Tieren und Umwelt wird produziert und konsumiert. "Für den Dosenthunfisch werden Umwelt und Fischbestände ausgebeutet, riesige Palmölplantagen in Indonesien zerstören Artenvielfalt und die Existenzgrundlage der Menschen, die konventionelle Fleischindustrie führt zu Massentierhaltung und Krankheiten", fährt Martin Wildenberg von GLOBAL 2000 fort.

"Zusätzlich zur Herstellung ist auch die Verschwendung von Lebensmitteln in Massen besorgniserregend", ergänzt der Aktivist Fridtjof Sobanski vom Global 2000 Umweltkulturpraktikum und betont: "Jährlich landen alleine in Wien 40 Kilogramm Lebensmittel im Müll, das entspricht jener Menge an Brot, die in Graz täglich verbraucht werden."

Aus diesen Gründen haben GLOBAL 2000 und Südwind heute mit einer Fotoaktion auf der Wiener Mariahilfer Straße Aufsehen unter den PassantInnen erregt. Als Sensenmänner und – frauen machten sie auf sieben "Todsünden des Konsums" (Sklaverei – Orangensaft, Kinderarbeit – Schokolade, Massentierhaltung – Fleisch, Landraub – Palmöl, Ausbeutung – Thunfisch, sowie Lebensmittelverschwendung und Umweltgifte) aufmerksam.

"Wir haben den 'Kauf-nix-Tag' in Österreich genutzt, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Produkte, die wir jeden Tag ganz automatisch im Supermarkt kaufen, fallen nicht vom Himmel – ihre Herstellung hat oft negative Auswirkungen", so Grasgruber-Kerl. "Wir setzen uns für faire Arbeitsbedingungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein und fordern das von den europäischen Supermärkten mittels einer Petition, die unter https://www.global2000.at/fair-supermarkets unterschrieben werden kann", erklärt Wildenberg die Aktion. "Wenn sich eine kritische Masse diesen Forderungen anschließt und selber bewusst konsumiert, werden wir eines Tages vielleicht keinen 'Kauf-nix-Tag' mehr brauchen", hoffen die OrganisatorInnen.

Pressefotos unter: https://www.flickr.com/photos/global2000
Petition zum Unterschreiben: http://supplychainge.org/kampagne-at/ausgepresst/?L=at
Mehr Infos zum Projekt: www.supplychainge.org
Videospot zum Projekt SupplyChainge: https://www.youtube.com/watch?v=cH_ZMsfQLog

Rückfragehinweis und Kontakt:
Lisa Radda, Pressesprecherin GLOBAL 2000, 0650/215 88 92, lisa.radda@global2000.at
Stefan Grasgruber-Kerl, Südwind, 0699/100 400 79, stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at

Das Projekt "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair!" wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind und GLOBAL 2000 wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!

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Solidarökonomie goes global:
Vom Leihladen Innsbruck zu brasilianischen MüllsammlerInnen

Innsbruck, 26. November 2015 – Um alternatives, solidarisches Wirtschaften ging es gestern Nachmittag im Leihladen Innsbruck. Maskottchen "SUSY" von der neuen europaweiten Kampagne zu Sozial- und Solidarökonomie besuchte gemeinsam mit Südwind-AktivistInnen den neu entstehenden Leihladen in der Defreggerstr. 29, wo am 27. November 2015 um 19:00 Uhr das Laden-Konzept im Rahmen eines Info-Abends vorgestellt wird.
"Gegenstände in Gebrauch zu halten, ist der Gedanke eines Leihladens: selten verwendete Dinge werden gesammelt und können von Mitgliedern ausgeborgt werden", erklärt einer der InitiatorInnen, Alexander Schirmer.

Ein globales Phänomen mit wachsender Bedeutung
Sozial- und solidarökonomisches Wirtschaften gewinnt weltweit an Bedeutung, 6,5 Prozent der europäischen ArbeiterInnen sind laut Europäischem Parlament bereits in diesem Sektor beschäftigt. In Brasilien wurde schon 2003 ein "Staatssekretariat für solidarische Ökonomie" geschaffen, aber auch in Spanien, Portugal, Belgien, Italien und Frankreich sind alternative Wirtschaftsformen, bei denen nicht der Profit sondern die Menschen im Zentrum stehen, gesetzlich verankert.

Projekt "SUSY – Sustainable and Solidarity Economy"
Sozial- und solidarökonomische Initiativen aus über 50 Ländern weltweit zu analysieren, zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist das Ziel des Projekts "SUSY – Sustainable and Solidarity Economy".

"Solidarökonomie übernimmt eine wichtige Rolle im globalen Kampf gegen Armut und in der Entwicklung eines nachhaltigen und verantwortlichen Lebensstils", erklärt Südwind-Projektleiterin Sabine Klapf, "deshalb ist die Vernetzung von solidarökonomischen Initiativen mit entwicklungspolitischen Akteurinnen und Akteuren ein zentraler Baustein des Projekts."

Solidarökonomie in Österreich und Brasilien – aktuelle Forschungsergebnisse
Solidarische Landwirtschaftsprojekte,  Lebensmittelkooperativen, Regionalwährungsringe, Kostnixläden, nachhaltig-gemeinschaftliche Wohnprojekte und demokratische Vermögensverwaltungsmodelle: die österreichische Landschaft zu Solidarökonomie ist vielfältig. Das zeigt die von Südwind in Auftrag gegebene Studie "Solidarische Ökonomie in Österreich", durchgeführt von Andreas Exner.

"Soziale Inklusion plus Demokratisierung plus Umweltschutz: eine Formel, die auch für Europa interessant ist", so die Schlussfolgerung des Forschungsbeauftragten Bernhard Leubolt zur solidarökonomischen Bewegung der MaterialsammlerInnen, wie die MüllsammlerInnen sich selbst bezeichnen, von São Paulo – Vorzeigebeispiel der zweiten aktuellen Studie zu "Solidarökonomie in Brasilien".

Beide Forschungsberichte sind unter http://at.solidarityeconomy.eu/in-deiner-naehe/ abrufbar.

Workshop "Solidarökonomie und Entwicklungspolitik als nachhaltige Armutsbekämpfung?"
Am 4. und 5. Dezember werden die oben genannten Forschungsberichte vorgestellt, Verbindungen zwischen Solidarökonomie und entwicklungspolitischen Initiativen diskutiert und praktische Umsetzungsmöglichkeiten ausgearbeitet. Der Workshop wird von den Forschungsbeauftragten Andreas Exner und Bernhard Leubolt in Kooperation mit Martin Haselwanter, Projektkoordinator in Tirol, geleitet.

Zeit und Ort
Freitag 4. Dezember 2015, 14–19 Uhr und Samstag 5. Dezember 2015, 9–14 Uhr
Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck

Anmeldung bei Martin.Haselwanter@suedwind.at (Tel: 0512/58 24 18) erforderlich!

Bildmaterial und weiterführende Informationen:
Fotomaterial zum Downloaden
Website "SUSY – Sustainable and Solidarity Economy": http://solidaroekonomie.at
SUSY-YouTube-Channel: Vorstellung von drei solidarökonomischen Vorzeige-Initiativen


Für Rückfragen:
Projektkoordination in Tirol
Martin Haselwanter
Mobil: 0650/23 42 017
martin.haselwanter@suedwind.at

Projektleitung SUSY bundesweit
Sabine Klapf
Mobil: 0680/124 38 36
sabine.klapf@suedwind.at

Das Projekt "SUSY – Sustainable and Solidarity Economy" wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit erstellt und durchgeführt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

 

 

 

 

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Brüssel: Gewerkschaften und NGOs für menschenwürdige Arbeit weltweit!
Runder Tisch mit Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Ulrike Lunacek im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss.

Brüssel/Wien, 13. November 2015 – NGOs und Gewerkschaften aus Österreich, Polen, Rumänien, Bulgarien, Litauen und Brasilien trafen sich gestern, Donnerstag, bei einem Runden Tisch im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel mit der österreichischen Europaparlamentarierin und Vizepräsidentin des Parlaments Ulrike Lunacek, VertreterInnen der Europäischen Kommission, des Parlaments, des Wirtschafts- und Sozialausschusses und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Sie präsentierten ihre Forderungen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gegen Lohn- und Sozialdumping.

Produktion und Dienstleistungen werden immer mehr in Billiglohnländer in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa ausgelagert. Um Unternehmen anzulocken unterbieten sich Staaten gegenseitig: noch billigere Löhne, noch weniger Arbeitsrechte, kaum Sozial- und Umweltstandards. "Nur durch die internationale Zusammenarbeit von Gewerkschaften und NGOs für menschenwürdige Arbeit weltweit kann diese Spirale nach unten gestoppt werden", erklärt Stefan Grasgruber-Kerl, von der entwicklungspolitischen Organisation Südwind, den Grundgedanken der internationalen Initiative "menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben".

GewerkschafterInnen präsentieren Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen
Dafür ist die Vernetzung von Gewerkschaften und NGOs innerhalb Europas – aber auch darüber hinaus – wichtig, daher auch die Kooperation mit brasilianischen GewerkschafterInnen und NGOs. Beim Runden Tisch wurden gemeinsame Forderungen der sechs Länder und zwölf Organisationen für menschenwürdige Arbeit weltweit übergeben und mit den europäischen und internationalen Institutionen über Umsetzungsmöglichkeiten gesprochen. Im Besonderen wurde dabei der Einsatz für das Ziel 8 der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO "Menschenwürdige Arbeit für alle" hervorgehoben.

Die österreichische Delegation bestand aus GewerkschafterInnen, NGO-MitarbeiterInnen und BetriebsrätInnen der weltweit agierenden Konzerne NEMAK und NOKIA. "Faire Arbeitsbedingungen sind für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtig – weltweit und unabhängig davon, in welcher Branche und wo sie beschäftigt werden. Die Zusammensetzung unserer Delegation macht das deutlich", so Gudrun Glocker von weltumspannend arbeiten – ÖGB. Gemeinsam mit europäischen NGOs, Gewerkschaften und der internationalen Arbeitsorganisation ILO (eine Sonderorganisation der UNO) wurden konkrete Forderungen an die Politik gestellt und Erfahrungen ausgetauscht.

Um die Arbeitsbedingungen weltweit zu verbessern, fordern Südwind und weltumspannend arbeiten – ÖGB gemeinsam mit den europäischen und brasilianischen Gewerkschaften und NGOs die weltweite Einhaltung sozialer Mindeststandards wie Ruhezeiten, Mindestlöhne und Schutzbestimmungen am Arbeitsplatz. Sowohl in Österreich als auch in der EU werden PolitikerInnen aufgefordert, sich dafür auf globaler Ebene einzusetzen.

Internationale Solidarität und Achtung der Menschenrechte notwendig
  "Die Konzerne machen weltweit immense Gewinne, das Leben des Großteils der Menschen wird dadurch aber nicht besser, im Gegenteil. Nur internationale Solidarität und die Achtung der Menschenrechte weltweit können zu einer gerechteren Verteilung führen!", forderte Stefan Grasgruber-Kerl, Leiter des Kampagnenbereichs von Südwind, beim Runden Tisch im Wirtschafts- und Sozialausschuss.

Glocker ergänzte: "Wir fordern unsere Regierungen auf, das von ihnen beschlossene nachhaltige Entwicklungsziel 8 für menschenwürdige Arbeit in ihren politischen  Entscheidungen umzusetzen. Sie müssen sich dafür umgehend für weltweite soziale Mindeststandards einsetzen um Lohn- und Sozialdumping zu verhindern."

Weitere Informationen:
Fotos zum Download
Nähere Informationen zur Initiative "menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben": www.fairearbeit.at

Rückfragehinweis:
Südwind
Christina Schröder, christina.schroeder@suedwind.at, Tel: 01/405 55 15 - 301
Vor Ort in Brüssel: Stefan Grasgruber-Kerl, stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at,  Mobil: 0699/100 400 79

Weltumspannend arbeiten – ÖGB
Vor Ort in Brüssel: Gudrun Glocker, gudrun.glocker@oegb.at, Mobil:  0680/133 43 91
www.weltumspannend-arbeiten.at


Das Projekt "Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben" wird von weltumspannend arbeiten – ÖGB und Südwind in Kooperation mit dem VÖGB durchgeführt und von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Projektpartner wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

weltumspannend arbeiten – ÖGB ist das entwicklungspolitische Bildungsprojekt im ÖGB. weltumspannend arbeiten stärkt das globale Bewusstsein innerhalb der österreichischen Gewerkschaftsbewegung durch verschiedene Bildungsangebote und Initiativen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung, Vernetzung und die Vermittlung von Handlungskompetenzen für BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen.

 

 

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Rund 150.000 Menschen für existenzsichernde Löhne von NäherInnen
150.000 Menschen unterstützten die Forderung der Clean Clothes Kampagne nach existenzsichernden Löhnen für NäherInnen. Die Petition wurde letzte Woche an PolitikerInnen und VertreterInnen von u.a. H&M, Zara(Inditex), C&A und Tchibo in Brüssel übergeben

Wien/Brüssel, 21. Oktober 2015 – Die Übergabe fand im Rahmen des "Living Wage Now-Forums", organisiert von der Clean Clothes Kampagne Belgien letzte Woche in Brüssel statt. Mehr als 250 GewerkschafterInnen, AktivistInnen, PolitikerInnen und VertreterInnen von Firmen diskutierten über Möglichkeiten und Chance von verbindlichen Regelungen zur Umsetzung existenzsichernder Löhne für TextilarbeiterInnen. "Existenzsichernde Löhne sind kein Gnadenakt von Unternehmen, sondern ein Menschenrecht, das derzeit rund 60 Millionen Näherinnen und Nähern weltweit verweigert wird", so Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne und Teilnehmerin am "Living Wage Now-Forum".

Verbindliche Regelungen nötig
Während des Forums stimmten die ReferentInnen überein, dass freiwillige Verhaltenskodizes und Pilotprojekte in der Vergangenheit kaum nachhaltige Verbesserungen nach sich gezogen haben. Verbindliche Regelungen, wie das nach dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes abgeschlossene Sicherheitsabkommen (Accord for Fire and on Fire and Building Safety in Bangladesch) für Bangladesch werden von der Clean Clothes Kampagne als Fortschritt bewertet.
"Um Unternehmen für ein verbindliches Abkommen zu gewinnen, mussten zuerst 1.138 Menschen in Bangladesch sterben", empört sich jedoch Königshofer und stellt die Frage: "Werden die Bekleidungsmarken und die EU bis zur nächsten Katastrophe warten bevor weitere verpflichtende Maßnahmen gesetzt werden?"

Transparente Zulieferketten gefragt
Jean-Marc Caudron von der Clean Clothes Kampagne Belgien fordert von der EU-Kommission eine Gesetzgebung, die europäische Unternehmen verpflichtet ihre Zulieferkette, die in manchen Fällen über 1.000 Betriebe umfasst, offenzulegen. Nach dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes war es unmöglich festzustellen, welche europäischen Unternehmen ihre Hosen und T-Shirts dort fertigen ließen. "Gewerkschaftsvertreterinnen und Arbeitsrechtsaktivisten in Bangladesch mussten im Schutt nach Hinweisen suchen, um eine Liste der dort produzierenden Firmen erstellen zu können", so  Jean-Marc Caudron.  Klaus Rudischhauser, Vertreter der EU-Kommission, bestätig im Rahmen einer Podiumsdiskussion beim "Living Wage Now-Forum", dass klarere Vorgaben für europäische Unternehmen hinsichtlich einer transparenteren Zulieferketten möglich wären.

Monatslohn von acht Euro
Neben der Transparenz standen im Zentrum der Diskussion die niedrigen Löhne in der Bekleidungsindustrie in Asien und in Europa. So berichtete Raisa Liparteliani, Vertreterin des  georgischen Gewerkschaftsbundes, von einem nationalen Mindestlohn für NäherInnen von acht  Euro pro Monat. "Europäische Unternehmen halten Menschen in Asien und in Europa in ihrer Armut gefangen, indem sie Löhne zahlen, von denen niemand menschenwürdig leben kann. In Bulgarien und Rumänien sind die Mindestlöhne niedriger als in China. Die nationalen Mindestlöhne sollten unverzüglich auf 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens erhöht werden, um den Menschen einen Weg aus der Armut zu ermöglichen", fordert Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne.

"Eine Reihe von Unternehmen hat versprochen in der Zukunft existenzsichernde Löhne an die Frauen und Männer zu bezahlen, die ihre Kleider nähen. Andere haben versichert, dass die Rechte ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen in der Produktionskette bereits eingehalten werden. Wir hoffen jetzt, dass die Unterschriften von rund 150.000 Menschen für existenzsichernde Löhne bei den Unternehmen als Auftrag ankommen endlich existenzsichernde Löhne zu zahlen!", schließt Königshofer.

Hintergrundinformationen
Magazin zum Thema existenzsichernder Lohn (Englisch)

Druckfähige Fotos
Living Wage Now-Forum

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 988 3
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

 

 

 

 

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Bananen: Warum ist nicht jede Banane fair?
Was im Geschäft mit den Bananen krumm läuft, und wie es besser gehen könnte, berichteten heute Experten von Südwind, FAIRTRADE und einer ecuadorianischen KleinbäuerInnen-Kooperative im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

Wien, 19. Oktober 2015 – Die Banane ist die weltweit beliebteste Frucht. In Österreich rangiert sie nach dem Apfel auf Platz zwei in der Beliebtheitsskala. Von den Südfrüchten ist sie hierzulande die beliebteste. Zwischen elf und zwölf Kilo Bananen pro Kopf und Jahr werden bei uns verzehrt. Der günstige Preis und die ganzjährige Verfügbarkeit sind dafür ausschlaggebend. Die meisten der in Österreich gekauften Bananen kommen aus Ecuador. Von den rund 122.000 Tonnen, die im Jahr 2014 nach Österreich importiert wurden, waren es mehr als 40 Prozent.

Arm und krank durch Bananen
Ecuador ist das Hauptexportland von Bananen weltweit. Ca. 5.000 Kleinbauernfamilien bewirtschaften Felder, die meist zwischen fünf und zehn Hektar groß sind, und produzieren dort etwa 60 Prozent aller Bananen in Ecuador. Viele gehören zu UROCAL, einer Dachorganisation kleinbäuerlicher ErzeugerInnen. Deren Präsident Joaquín Vásquez bereist derzeit Europa, um unter anderem über die schwierigen Produktionsbedingungen auf den Bananenplantagen zu informieren. Bei seinem heutigen Besuch in Wien berichtete er: "Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal: Der Anbau und die Ernte von Bananen verlangen den Menschen viel ab. Für einen Hungerlohn schuften sie tagein tagaus und werden durch den Pestizideinsatz und mangelnde Schutzkleidung krank. Das alles nur, damit es in Europa billige Bananen zu kaufen gibt."

"Die Arbeit auf einer konventionellen Bananenplantage ohne spezielle Schutz¬kleidung gefährdet die Gesundheit. Dennoch wird, um Kosten zu sparen, vielen Arbeiterinnen und Arbeitern die Schutzkleidung verwehrt! Sie verdienen viel zu wenig, um ihre Familien ernähren zu können. Wenn ich daran denke und in eine Banane beiße, vergeht mir wirklich der Appetit!", kritisierte Konrad Rehling von der Organisation Südwind. Im Rahmen der internationalen Kampagne "Make Fruit Fair!" setzt sich Südwind aktuell mit der europaweiten Petition "Stoppt unfairen Handel. EU-Politik muss Früchte tragen" für die Umsetzung von fairen Handelspraktiken im Handel mit tropischen Früchten ein.

Die krummen Geschäfte mit Bananen
"Die Hauptschuld an den Missständen tragen vor allem die Frucht-Multis und Supermärkte mit ihren Billigstpreisforderungen und unfairen Handelspraktiken, die die Produzentinnen und Produzenten stark unter Druck setzen", erklärte Rehling.

Die Marktmacht der Supermarktketten und multinationalen Fruchtkonzerne ist groß. Grund dafür ist eine extreme Konzentration auf Seiten der AbnehmerInnen. Die Bananenmultis Chiquita, Del Monte Foods und Dole dominieren mit über 50 Prozent Weltmarktanteil den Bananenhandel. Viel stärker noch ist die Konzentration im Lebensmittelhandel: Zehn Supermarktketten beherrschen den europäischen Markt, und in den meisten europäischen Ländern bestimmen nur drei bis vier Konzerne etwa 80 bis 90 Prozent des gesamten Lebensmittelhandels. In Österreich sind die drei Supermarktketten REWE, SPAR und Hofer/Aldi Süd marktführend.

Um Menschen in die Läden zu locken, werden die ganzjährig verfügbaren Bananen zum Tiefstpreis angeboten. Diese Marketing-Strategie soll dazu führen, dass die KonsumentInnen dort auch andere Produkte kaufen. Trotz zunehmender Produktionskosten ist der Ladenpreis für Bananen in den letzten 20 Jahren kaum gestiegen. "Nur 20 Prozent des Preises, den die Konsumentinnen und Konsumenten bezahlen, kommen im Exportland an. Im Gegensatz dazu steht der Einzelhandel mit knapp 35 Prozent des Wertschöpfungsanteils", so Rehling.

FAIRTRADE Bananen wirken
Dass es trotz starker Konkurrenz am Markt möglich ist, faire Preise für nachhaltig produzierte Bananen an die ArbeiterInnen zu zahlen, beweist FAIRTRADE. Im Jahr 2013 wurden weltweit 793.800 Tonnen Bananen mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel, 37Prozent davon in Bio-Qualität, produziert. In Österreich stammt jede fünfte Banane aus Fairem Handel.

"Unser Ziel ist es, Kleinbauernfamilien, sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen faire Produktions- und Handelsbedingungen zu ermöglichen. Langfristig ist es daher wichtig, in der Bananenproduktion den Armutskreislauf am unteren Ende der Wertschöpfungskette zu durchbrechen", erklärte Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich. FAIRTRADE setzt sich zum Beispiel für FAIRTRADE-Standards für LohnarbeiterInnen, den Ausbau des gewerkschaftlichen Dialogs vor allem in Krisenregionen, die Förderung der Selbstbestimmung für ArbeitnehmerInnen durch die alleinige Entscheidungsbefugnis über die FAIRTRADE-Prämie, oder die Förderung einer schrittweisen Annäherung an existenzsichernde Löhne ein.

KonsumentInnen tragen mit dem Kauf von FAIRTRADE-Bananen zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei – darüber, dass es aber auch andere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geben muss, um die ungleichen Machtverhältnisse zwischen AbnehmerInnen und ProduzentInnen zu unterbinden und unfairen Handelspraktiken und  Missständen zu begegnen, sind sich alle drei ExpertInnen von Südwind, FAIRTRADE und UROCAL einig. Deswegen rufen sie gemeinsam zur Teilnahme an der europaweiten Petition "Stoppt unfairen Handel. EU-Politik muss Früchte tragen" auf.

Mehr Infos zur Kampagne "Make Fruit Fair!" und Petition: www.suedwind.at/fruechte
Bildmaterial zum Downloaden
FAIRTRADE: www.FAIRTRADE.at

Rückfragehinweis:
Christina Schröder, Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 301
Mobil: 0676/750 77 76
Email: christina.schroeder@suedwind.at 

Das Projekt "Make Fruit Fair!" wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Neu überarbeitete Auflage! Methodenhandbuch zum Globalen Lernen in der Jugendarbeit
Das neue Methodenhandbuch von Südwind enthält auf 160 Seiten praktische Methodenvorschläge und Materialien, mit denen globale Themen in der außerschulischen Jugendarbeit partizipatorisch und dialogorientiert behandelt werden können.

Anhand alltäglicher Produkte wie Wasser, Tabak, Schokolade, Textilien, Handy und Fleisch werden globale Zusammenhänge aufgezeigt. Die verschiedenen Produkte stellen den Ausgangspunkt für eine anhaltende Diskussion rund um globale Realitäten im Zusammenhang mit internationalen Produktions- und Transportketten dar. Der produktbezogene Aufbau erleichtert es jungen Menschen, einen Bezug zu ihrem eigenen Leben herzustellen.

NEU: Infopoints mit Inszenierung, Fotostunts oder Infotisch?
Das neue Kapitel "Werde Aktiv!" enthält neben einem AktivistInnenhandbuch zur Planung von Straßenaktionen und Kampagnen auch kreative Tipps zur Gestaltung dieser.

Querschnittsthemen des Handbuchs  sind Nachhaltige Entwicklung, Arbeits- und Menschenrechte, Konsum, Soziale Gerechtigkeit und Globalisierung.

Preis für die Printversion: 15 Euro

Fortbildungsangebote
Südwind bietet regelmäßig Trainings für JugendarbeiterInnen auf Basis des Methodenhandbuches an. Mehr Informationen zu den laufenden Terminen finden sich unter
Weiters können interaktive Workshops und Ausstellungen bei Südwind gebucht werden.

Das Methodenhandbuch ist das Ergebnis des EU-Projektes "Youth of the World! jugendarbeit.global.machen". Der Inhalt des Handbuchs wurde auf Basis einer Studie mit JugendarbeiterInnen erarbeitet, das internationale Team an VerfasserInnen setzte sich aus ExpertInnen des Globalen Lernens und der außerschulischen Jugendarbeit zusammen. 

Titelbild des Handbuchs zum Globalen Lernen in der außerschulischen Jugendarbeit zum Download

Für Rückfragen und Bestellungen:
Caroline Sommeregger
Tel: 0680/144 37 87
E-Mail: jugend.tirol@suedwind.at

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Diese Pressemeldung und das Methodenhandbuch wurde  im Rahmen des Projektes "Youth of the World!" mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union erstellt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Südwind Agentur wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

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"Uns drückt der Schuh!" AktivistInnen wandern für Transparenz und faire Arbeitsbedingungen in der Schuhindustrie

Innsbruck, 17. Oktober 2015 – Gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der Schuh- und Lederherstellung und für mehr Transparenz seitens der EU wanderten heute zahlreiche AktivistInnen in Richtung Innsbrucker Hungerburg. Mit einem "Schrittzähler-App" wandern, laufen oder gehen derzeit tausende Menschen europaweit virtuell nach Brüssel, um dort ihre Forderung nach fair produzierten Schuhen anzubringen.

 

"Wir wollen, dass Österreicherinnen und Österreicher kein Gift und keine Ausbeutung an ihren Füßen tragen müssen. Wir fordern existenzsichernde Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Arbeiterinnen und Arbeiter in der Schuh- und Ledererzeugung sowie mehr Transparenz und Schutz für Konsumentinnen und Konsumenten", erklärt Martin Haselwanter von Südwind und verantwortlich für die Initative "Change your Shoes" in Tirol.

Durchschnittlich kauft jede/r ÖsterreicherIn laut der Wirtschaftskammer Österreich sechs Paar Schuhe pro Jahr und gibt dafür 194 Euro aus. "Eine Näherin oder ein Näher bekommen für die Herstellung eines Paar Schuhes nur rund zwei Prozent von dem, was es hierzulande kostet", gibt die Südwind-Aktivistin Nina Ertl zu bedenken, "außerdem sind Arbeiterinnen und Arbeiter in Gerbereien krebserregenden Stoffen oft direkt ausgesetzt."

Hintergrundinformationen zu den Missständen in der Leder- und Schuhherstellung wurden am Infostand des ÖGB bei der Annasäule geboten, der als Startpunkt der Wanderung galt. "Unser Ziel ist, Strategien zu entwickeln, damit Europas Schuhe Richtung sozialer Gerechtigkeit und fairer Löhne für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen", erklärt Daniela Meichtry, ÖGB-Regionalsekretärin und Mitglied von "weltumspannend arbeiten". Inhaltliche Unterstützung erhielt sie von "Schuh Staudinger", einem der österreichischen Betriebe, die Schuhe noch in Handarbeit herstellen.

Woher kommen unsere Schuhe?
Im Jahr 2013 wurden weltweit 22 Milliarden Paar Schuhe produziert. Das sind drei Paar Schuhe pro Person weltweit. Davon wird der überwiegende Teil – ca. 40 Prozent – in Europa verkauft, gefolgt von China und den USA. Informationen über die Produktionsbedingungen von Schuhen sind bis dato nur wenig verfügbar.

Die europaweite Initiative der Clean Clothes Kampagne "Change your Shoes", koordiniert von Südwind, setzt sich sich unter dem Motto "Change your Shoes" in den nächsten Jahren verstärkt für faire Arbeitsbedingungen und mehr Transparenz in der Schuhindustrie ein. 

Hintergrundinformationen und Fotos
Fotos Wanderaktion "Change your Shoes" in Innsbruck
Fotos Arbeitsbedingungen in indischen Schuhfabriken/Gerbereien Bangladesh
App "Change your Shoes" – Android, iOS
Video "Change your Shoes"
Clean Clothes Kampagne Schwerpunkt Schuhe: www.cleanclothes.at/schuhe

Für Rückfragen:
Caroline Sommeregger
Tel: 0680/144 37 87
E-Mail: caroline.sommeregger@suedwind.at

 

Daniela Meichtry
ÖGB – Weltumspannend arbeiten
Mobil: 0664/614 51 85

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Europa und Asien wird sich die Clean Clothes Kampagne unter dem Motto "Change your Shoes" in den nächsten Jahren verstärkt den Arbeitsbedingungen in der Schuhindustrie widmen.

Diese Presseaussendung wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! #EYD2015AUT

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Unter Druck für Orangensaft: Menschen und Umwelt auf Brasiliens Orangenplantagen
GLOBAL 2000 und Südwind decken erschreckenden Arbeits- und Lebensbedingungen in Brasilien auf

Wien, 9. Oktober 2015 – Im Rahmen des Projekts "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair" und einem Lokalaugenschein in Brasilien haben GLOBAL 2000 und Südwind recherchiert, wie Orangen, genauer gesagt Orangensaftkonzentrat, in Brasilien produziert wird, um schließlich in Europa verkauft zu werden. 80 Prozent des in Europa konsumierten Orangensaftkonzentrats, also auch jenes Konzentrat, das wir dann als Orangensaft in österreichischen Supermärkten kaufen können, wird aus der Region São Paulo importiert, wo die Zitrusfrüchte auf riesigen Plantagen angebaut werden. Jährlich werden elf Liter Orangensaft pro Kopf konsumiert. Damit zählt Orangensaft zu der wichtigsten Fruchtsaftsorte in Europa, so auch in Österreich. Deswegen klären ExpertInnen von GLOBAL 2000 und Südwind heute in einer Pressekonferenz in Wien über die Zustände, wie Menschen und Umwelt auf Brasiliens Orangenplantagen ausgebeutet und unter Druck gesetzt werden, auf.

Alles andere als rosig: die erschreckende Realität auf Brasiliens Orangenplantagen
Laut der im Rahmen des Projekts neu erstellten Studie "Ausgepresst: Hinter den Kulissen der Orangensaftproduktion" ist eines der Hauptprobleme die Marktkonzentration. Nur drei multinationale Unternehmen, nämlich Citrosuco, Cutrale und Luis Dreyfus Commodities, verkaufen 50 Prozent des weltweit produzierten Orangensaftkonzentrats an große Saftabfüll- und Verpackungsunternehmen. Zusätzlich bestimmen EU-weit meistens nur drei bis vier Supermarktketten pro Land etwa 80 bis 90 Prozent des gesamten Lebensmittelhandels und bauen über Eigenmarken ihre große Marktmacht bei den Preisverhandlungen mit ProduzentInnen noch weiter aus. Mit allen Mitteln, auch Ausbeutung mit Hungerlöhnen und einem verantwortungslosen Umgang mit der Umwelt, streben sie danach, die Gewinne in der Orangensaft-Produktion zu maximieren. "Die Niedrigpreise des Saftkartells gehen auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Orangenplantagen und -fabriken. Jeder und jede einzelne von ihnen erntet pro Tag im Durchschnitt 1,5 Tonnen Orangen! Und das unter hohem Zeitdruck: zehn bis elf Stunden täglich und gesundheitsgefährdenden Bedingungen, zum Beispiel durch instabile Leitern oder das Schleppen von 30 Kilogramm schweren Körben. Dafür werden sie mit Hungerlöhnen von zehn Euro pro Tag abgespeist", so Regina Webhofer von Südwind. "Europäische und österreichische Supermarktketten müssen endlich ihre Verantwortung entlang der Zulieferketten wahrnehmen und faire Preise für die Produkte bezahlen", fordert Webhofer.

Einer, der Tag für Tag mit den Missständen in Brasilien konfrontiert wird, ist Alcimir Antonio do Carmo, Gewerkschafter aus Brasilien. Im Rahmen von "Supply Cha!nge – Make Supermarkets fair" reiste der Brasilianer durch das Baltikum und Österreich, um auf die verheerenden Zustände in seinem Land aufmerksam zu machen. "Die Gesundheit von Landarbeiterinnen und Landarbeitern und die Arbeitsbedingungen auf Orangenplantagen in Brasilien werden mit Füßen getreten. Konsumentinnen und Konsumenten in Europa können mit ihren Kaufentscheidungen zur Verbesserung dieses Systems beitragen", so Carmo.

Nicht nur die ArbeiterInnen, auch die Umwelt ist betroffen
Auch die massiven Umwelt- und Gesundheitsschäden, die durch den extremen Pestizideinsatz entstehen, sind ein massives Problem auf Brasiliens Orangensaftplantagen. Aufgrund von unzureichender Schutzbekleidung wurde die Anzahl der gemeldeten Pestizid-Vergiftungen seit 2007 auf 4.537 Fälle verdoppelt. Auch Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Pestiziden sind in diesem Zeitraum um 67 Prozent angestiegen – ebenso die Zahl der gemeldeten Todesfälle (von 132 auf 206 Menschen). Die Dunkelziffern sind jedoch noch weitaus höher.

Vor allem die Wildbienen, die zur Bestäubung der Orangenblüten essentiell sind, sind betroffen. "Seit die aus Asien stammende Orangenbaum-Krankheit 'Greening' aufgetaucht ist, ist der Pestizideinsatz vor allem von bienengefährlichen Mittel explodiert", erklärt Martin Wildenberg, Experte der österreichischen Umweltorganisation Global 2000, der kürzlich vor Ort in Brasilien recherchiert hat. Durch die bienengefährlichen Neonicotinoid-Insektizide versucht man den Überträger dieser bakteriellen Krankheit, eine Blattlaus-Art, zu vernichten – ein scheinbar aussichtsloser Kampf. Zwischen 2008 und 2010 wurde aufgrund von Insektiziden der Verlust von 10.000 Bienenstöcken in São Paulo, einer der Haupt-Orangen-Anbauregionen, gemeldet. Einige der im Orangenanbau verwendeten Mittel sind in der EU gar nicht mehr, viele nur mit erheblichen Einschränkungen zugelassen.

Größtes Problem: Unfaire Handelspraktiken
Als "Unfair Trading Practices" werden Marktmechanismen bezeichnet, die Menschen- und Arbeitsrechtverstöße, aber auch massive und langfristige Umweltprobleme verursachen. Durch eine ausschließlich profitorientierte Agrarindustrie, wie man sie in Brasilien findet, werden natürliche Ressourcen langfristig geschädigt und im schlimmsten Fall sogar zerstört. "Die Bezahlung liegt weit unter dem, was ein Mensch zum Leben in Würde braucht", so Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich. "Wir von Fairtrade kämpfen für menschenwürdige Standards entlang der gesamten Orangensaft-Wertschöpfungskette. Kleinbauernfamilien erhalten Unterstützung, zum Beispiel durch eine Erhöhung der Absatzmöglichkeiten, verbesserten Zugang zu finanziellen Ressourcen oder Unterstützung gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels", so Kirner weiter.

"Es kann nicht sein, dass es im 21. Jahrhundert noch immer Menschen gibt, die unter solchen Bedingungen leben und arbeiten. Jetzt müssen wir alle an einem Strang ziehen, nicht nur für eine faire Bezahlung und faire Supermärkte, sondern für ein faires, menschenwürdiges Leben, egal, wo wer arbeitet", so Wildenberg und Webhofer abschließend.

Bildmaterial finden Sie unter: https://www.flickr.com/photos/global2000/albums/72157659127086650
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits (© GLOBAL 2000) zur einmaligen Nutzung kostenlos zur Verfügung

Studie zum Download:
http://supplychainge.org/produkte-at/orangensaft/

Mehr über das Projekt "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair!":
www.supplychainge.org

 

Rückfragehinweis und Kontakt:
Lisa Radda, Pressesprecherin GLOBAL 2000, 0664/554 29 92,
lisa.radda@global2000.at
Regina Webhofer, Südwind, 0650/965 25 48,
regina.webhofer@suedwind.at

 

Das Projekt "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair!" wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind und GLOBAL 2000 wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

 

 

 

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Zwangsarbeit in der IT-Produktion für Unis

Wien, 5. Oktober 2015 – Europäische Universitäten geben Milliarden für IT-Hardware aus, die von chinesischen Studierenden unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wird. Die Produktionsbedingungen verstoßen gegen die Konvention gegen Zwangsarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), wie ein neuer Bericht der Südwind-Kampagne Clean-IT und des GoodElectronics-Netzwerkes belegt.

    

Der heute veröffentlichte Bericht "Die Serversklaven" dokumentiert die systematische Ausbeutung chinesischer Studierender in der Produktion von IT-Ausstattung für Universitäten und Hochschulen in Westeuropa. Tausende chinesischer Studierender arbeiten zehn bis zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche, für bis zu fünf Monate unter Bedingungen, die den chinesischen Arbeitsrechtsstandards sowie den Richtlinien für Praktika in China widersprechen. Darüber hinaus zeigt die Untersuchung, dass die dort üblichen Zwangspraktika die Konvention gegen Zwangsarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verletzen.

"Wir sind alle deprimiert"
Xu Min ist 19 Jahre alt. Sie studiert Buchhaltung und ist eine von vielen Studierenden, die von ihrer Hochschule gezwungen wurden im Wistron Werk in Zhongshan, Südchina, zu arbeiten. Die Fabrik stellt Server für die drei IT-Riesen Hewlett Packard (HP), Dell und Lenovo her. Das sind die von europäischen Universitäten und Hochschuleinrichtungen am häufigsten verwendet Server-Marken.
"Wir stehen den ganzen Tag am Fließband  und wiederholen die gleiche Aufgabe, wieder und wieder. Das hat überhaupt nichts mit meiner Ausbildung zu tun. Niemand von uns will hier sein. Wir sind alle deprimiert, aber wir haben keine Wahl, denn die Universität hat uns gesagt, dass wir unser Diplom nicht bekommen werden, wenn wir uns weigern. Die Arbeit ist sehr anstrengend", sagt Xu Min.
Im Gegensatz dazu stehen die chinesischen Richtlinien für Praktika ebenso wie die firmeneigenen Richtlinien von Wistron, HP, Dell und Lenovo. Laut diesen müssen Praktika für die Ausbildung der Studierenden relevant sein, kritisiert der Report "Die Serversklaven".

Zwangsarbeit
ExpertInnen beschreiben die Zwangspraktika in IT- und Elektronikunternehmen wie Wistron als Zwangsarbeit. Dazu gehört etwa Liu Kaiming, Experte für chinesisches Recht und Direktor des Institute of Contemporary Observation: "Wenn Studierende gezwungen werden, ein Praktikum bei elektronikunternehmen zu absolvieren, um ihren Abschluss machen zu können, ist das de facto Zwangsarbeit."

Der Bericht "Die Serversklaven" vermerkt, dass Hochschuleinrichtungen in Westeuropa  im laufenden Jahr bisher 4,27 Milliarden Euro für IT-Hardware, Software und Dienstleistungen ausgegeben haben um Millionen jungen EuropäerInnen eine gute Ausbildung zu bieten. Im Jahr 2014 gaben sie allein für Server 461,38 Millionen Euro aus. Mit einem Marktanteil von 28 Prozent ist HP der Marktführer. Dell kontrolliert 13 und Lenovo 11 Prozent des Marktes.

Nachdem sie mit den Ergebnissen der Untersuchung konfrontiert wurden, haben sowohl HP als auch Dell mehrere Verletzungen der Rechte von PraktikantInnen eingestanden und den Einsatz von PraktikantInnen in ihren Produktionslinien bei Wistron temporär ausgesetzt. HP kommentiert: "Der Einsatz von Studierenden wurde in den Produktionslinien von HP bei Wistron, Zhongshan eingestellt. Wir arbeiten mit der Betriebsleitung zusammen, um sicherzustellen, dass Studierende im entsprechenden Lernumfeld eingesetzt werden".

Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Clean-IT-Kampagne bei Südwind, kommentiert: "Zwangspraktika sind ein weit verbreitetes Problem in der Elektronikproduktion. Sei es nun in China, den Philippinen oder Thailand. Wistron ist hier kein Einzelfall. Es ist daher höchste Zeit, dass nicht nur Dell und HP sondern alle Markenfirmen und Hersteller Schritte gegen Zwangsarbeit bei ihren Zulieferern unternehmen."

Zum Weiterlesen
● Bericht "Die Serversklaven. Rechtsverletzungen und Zwangspraktika in der Lieferkette von IT-Hardware europäischer Universitäten" zum Downloaden unter: http://www.clean-it.at/wordpress/wp-content/uploads/Servants_Servers_final.pdf
Fotomaterial zum Downloaden

Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie:
www.clean-it.at

Für Rückfragen:
Andrea Ben Lassoued
Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 320
Mobil: 0676/401 88 89
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at
 

Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Partner von Electronics Watch, einer unabhängigen Monitoring-Organisation, die mithilfe sozial verantwortlicher öffentlicher Beschaffung in Europa die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte in der globalen Elektronikbranche erreichen will. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! www.entwicklung.at/eyd2015

 

 

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NEIN zur "Climate Smart Agriculture"
Über 350 Organisationen in Österreich und weltweit rufen zum Umdenken in der Landwirtschafts- und Klimapolitik auf.


Wien, 23. September 2015 – Ein Jahr nach der Gründung der "Global Alliance for Climate Smart Agriculture" (GACSA) sprechen sich über 350 Organisationen aus aller Welt massiv gegen die Konzepte, die Programme und die Agenda der Allianz aus. In Österreich wird die Kritik von ÖBV-Via Campesina, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FIAN Österreich, Südwind, Welthaus Graz und der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission unterstützt.

"Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen weltweit. Die sogenannte Climate Smart Agriculture aber ist weder hilfreich für das Klima noch im Interesse der Bäuerinnen und Bauern", warnt Elfriede Schachner, Südwind-Geschäftsführerin. "Sogar Agrokonzerne, die synthetische Düngemittel vertreiben, industrielle Fleischindustrie und großflächigen Anbau von Monokulturen forcieren, nennen sich 'climate smart', obwohl diese Praktiken den Klimawandel beschleunigen. Wir brauchen vielmehr dringend ein Umdenken weg von der agroindustriellen Produktion hin zur ökologischen Landwirtschaft und Ernährungssouveränität", so Schachner weiter.

Das Konzept der "Climate Smart Agriculture" (CSA) wurde 2010 von der FAO und GASCA als Möglichkeit der Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels vorgestellt und beim Klimagipfel im September 2014 offiziell lanciert. Seitdem reißt die Kritik an den Plänen der Allianz nicht ab. So haben rund 70 WissenschaftlerInnen öffentlich das CSA-Modell kritisiert und gleichzeitig als Lösungsvorschlag Agrarökologie gefordert.

Die Kritik an "Climate Smart Agriculture" bezieht sich vor allem darauf, dass fragwürdige landwirtschaftliche Praktiken die landwirtschaftliche Systeme zerstören können, als Lösungen gegen den Klimawandel propagiert werden. Es gibt keine Kriterien, die besagen, was genau unter "smart" verstanden wird. Agroindustrielle und weder sozial noch ökologisch nachhaltige Anbauformen werden als "climate smart" deklariert. Weiters ist die GACSA nicht demokratisch legitimiert, und ihre  Entscheidungsstrukturen sind unklar.

Regierungschefs verhandeln im Dezember 2015 im Rahmen des Weltklimagipfels in Paris (COP21) ein neues Klimaabkommen, das u. a. die Auswirkungen des Klimawandels eindämmen soll. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen fordern nachhaltige und wirksame Lösungen der Ernährungs- und Klimakrise. Agrarökologie soll dabei ein Hauptpfeiler des neuen Abkommens sein. "Aus Sicht der Bäuerinnen und Bauern ist Agrarökologie die einzig zukunftsfähige Bewirtschaftungsweise, die zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen kann. Der nachhaltige Umgang mit Boden, Wasser, Biodiversität und Nutztieren, das Arbeiten in Kreisläufen und nicht zuletzt soziale Kriterien sind die wesentlichen Grundpfeiler dieses ganzheitlichen Konzeptes. 'Climate Smart Agriculture' erfüllt diese Kriterien nicht im geringsten und kann zur Verschärfung der Klimakrise beitragen", so Ludwig Rumetshofer, Biobauer und Geschäftsleiter der ÖBV-Via Campesina Austria.

Die unterzeichnenden Organisationen sind besorgt, dass die Global Alliance oder auch andere "Climate Smart Agriculture"-Initiativen in die von Ban-Ki Moon initiierte Lösungsagenda aufgenommen und damit Teil des Abschlussdokuments des Weltklimagipfels im Dezember 2015 in Paris werden. Wir rufen daher Regierungen auf, "Climate Smart Agriculture" weder als Lösungsansatz in Betracht zu ziehen, noch diese Programme mit finanziellen Mitteln auszustatten.

Heinz Hödl, Direktor des Weltdachverbandes CIDSE und Geschäftsführer der KOO warnt: "Die Legitimierung dieser Programme durch Regierungen stellt eine ernsthafte Bedrohung für Ernährungssicherheit und nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft dar und kann den Klimawandel noch verschärfen!"

"Entscheidungsträger auf nationaler und UN-Ebene müssen 'Climate Smart Agriculture' auch aufgrund menschenrechtlicher Bedenken ablehnen", so Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich. Es braucht eine radikale Transformation unseres Ernährungssystems weg vom industriellen Modell mit seinen Scheinlösungen für den Klimawandel hin zum Recht auf Nahrung und Ernährungssouveränität.

GACSA Statements und GACSA Social Media – in deutscher und englischer Sprache:

 

Weitere Informationen:


Rückfragehinweis:

Elfriede Schachner
SÜDWIND-Geschäftsführerin
Mobil: 0699/10766216
Tel: 01/405 55 15 - 318
E-Mail: elfriede.schachner@suedwind.at

Martin Krenn
Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz
für internationale Entwicklung und Mission (KOO)
Mobil: 0676/769 84 31
Tel: 01/317 03 21
E-Mail: m.krenn@koo.at
www.koo.at


Unterstützende Organisationen aus Österreich:


Südwind setzt sich als entwicklungspolitische  Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die  Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert  Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit  öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit  engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt. Diese Presseaussendung wird von der Österreichischen  Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte  geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des  Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die  vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die  Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

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US-Studie belegt: Kinderarbeit in Westafrika nimmt weiter zu
Wien, 12. August 2015 – Jedes dritte Kind zwischen fünf und 17 Jahren arbeitet im Kakaoanbau in Westafrika, wo 70 Prozent des weltweit gehandelten Kakaos geerntet werden.

In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl von Kindern, die vor allem in den Hauptproduktionsländern Elfenbeinküste und Ghana unter missbräuchlichen Bedingungen arbeiten, um 360.000, sprich über 19 Prozent auf 2,12 Millionen gestiegen, ergeht aus einer aktuellen Studie der Tulane Universität.

90 Prozent der befragten Kinder gaben an, regelmäßig gesundheitsgefährdende Tätigkeiten zu verrichten. Dazu zählen unter anderem das Schleppen von schweren Kakaosäcken, Umgang mit landwirtschaftlichen Chemikalien und lange Arbeitszeiten – Tätigkeiten, die laut der Internationalen Labour Organisation (ILO), für unter 17jährige strengstens verboten sind.

Kinderarbeit ist ein häufiges Phänomen, um Lohnkosten für Arbeitskräfte bei der Kakaobewirtschaftung niedrig zu halten. In der Elfenbeinküste müssen KakaobäuerInnen mit einem Tagesverdienst von 0,50 US-Dollar und in Ghana mit 0,84 US-Dollar auskommen. Beide Werte sind weit unter der von der UN festgesetzten Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag. Das hat der kürzlich veröffentlichte Kakaobarometer der Kampagne "Make Chocolate Fair!", die in Österreich von Südwind, PRO-GE, Weltumspannend arbeiten und Jugend Eine Welt getragen wird, und der gemeinsam mit dem VOICE Network erstellt wurde, ergeben. Die InitiatorInnen der Kampagne "Make Chocolate Fair!" sehen in der Armutsgefährdung der Kakaobauernfamilien den Grund für den weitverbreiteten Einsatz von Kinderarbeit.

Dabei haben schon 2001 viele Schokoladenkonzerne mit der Unterzeichnung des Harkin-Engels Protokolls erstmals versprochen, entschieden gegen Kinderarbeit vorzugehen. Diesem Versprechen folgte 2010 eine Selbstverpflichtung der namhaften Schokoladenkonzerne, bis 2020 keine Kakaobohnen mehr aus Betrieben mit Kinderarbeit zuzukaufen. "Entgegen der Selbstverpflichtung der großen Schokoladekonzerne bis 2020 keine Kakaobohnen aus Betrieben mit Kinderarbeit zu beziehen und einer Resolution des Europäischen Parlaments im Jahr 2012 zur Bekämpfung von Kinderarbeit, hat sich die Situation verschlechtert. Deswegen ersuchen wir um rege Teilnahme an unserer Petition, um die Schokoladenkonzernen und die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in der EU an ihre Versprechungen zu erinnern und zu verbindlichen Maßnahmen zu bewegen. Den Kindern muss ihre Freiheit zurückgegeben werden und sie müssen vor Ausbeutung geschützt werden!", so Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind Kampagne "Make Chocolate Fair!".

Alle bisherigen Projekte der Schokoladenindustrie zielen auf eine Erhöhung der Kakaoernte ab. Doch für die KakaobäuerInnen bedeutet das nicht zwangsläufig ein höheres Einkommen. In erster Linie profitieren der Zwischenhandel und die Aufkäufer des Kakaos. "Hier gilt es durch eine Zertifizierung des Kakaohandels, wie. z. B. FAIRTRADE, Strukturen in den Produktionsländern aufzubrechen, die ein Ansteigen der Einkommen der Kakaobäuerinnen und Kakaobauern garantieren", betont Gerhard Riess von der PRO-GE und rät Unternehmen sich Fairen Handelsinitiativen anzuschließen, um sich nicht den Vorwurf der Mittäterschaft aussetzen zu müssen.

Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt schließt sich den Forderungen an die lokalen Regierungen an: "Wir fordern mehr Verantwortung der lokalen Regierungen und Behörden im Kampf gegen missbräuchliche Kinderarbeit. Diese Länder riskieren ihre Zukunft, wenn sie es zulassen, dass Millionen Kinder ausgebeutet werden statt zur Schule zu gehen. Wir finden, es ist auch höchst an der Zeit, dass hier die politischen Verantwortlichen in der EU klare Worte finden und rasche Maßnahmen einfordern!"

In Österreich machen Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten und Jugend Eine Welt im Rahmen der europaweiten Kampagne "Make Chocolate Fair!" für faire Löhne und Lebensbedingungen der KakaobäuerInnen mobil und rufen zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Petition unter at.makechocolatefair.org auf. Europaweit haben sich bereits 109.000 UnterstützerInnen diesen Forderungen angeschlossen, über 19.000 aus Österreich. Die Petition wird am 2. Dezember 2015 anlässlich des Internationalen Tag für die Abschaffung der Sklaverei in Brüssel an den Dachverband der europäischen SchokoladeproduzentInnen CAOBISCO übergeben.

Fotos und Hintergrundinfos
Fotomaterial aus dem Kakaoanbau
Tulane Universität: Forschungsarbeit zu Kinderarbeit im Kakaosektor [engl.]
Frequently Asked Questions [engl.]
Deutsche Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind-Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650/894 77 77
Tel: 01/405 55 15 - 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Gerhard Riess
Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE
Mobil: 0664/16 10 114
Tel: 01/534 44 69 - 590
E-Mail: gerhard.riess@proge.at
www.proge.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Versteckte Ausbeutung für österliche Schokolade-Geschenke
Die Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!" deckt auf: Zu geringe Kakaopreise zwingen afrikanische BäuerInnen zu einem Leben in Armut, während die Gewinne der Schokolade-Unternehmen und des Schokolade-Handels immer weiter wachsen.

Wien, 19. März 2015 – 2014 verputzten die ÖsterreicherInnen 21,2 Millionen Kilo Schokolade und gaben dafür 176 Millionen Euro aus. Ostern und Weihnachten sind für die Schokolade-Unternehmen und den Schokolade- Handel die wichtigsten Gewinnbringer. Weltweit werden bereits über 90 Milliarden Euro mit Schokoladeprodukten umgesetzt. Und die Nachfrage nach Schokolade wächst, was vor allem auf die niedrigen Preise zurückzuführen ist. Die VerliererInnen sind die KakaobäuerInnen, vor allem in Afrika, woher mehr als 70 Prozent des Kakaos stammen. Allein in Westafrika – allen voran in der Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun und Nigeria – leben mehr als zehn Millionen Menschen vom Kakaoanbau.

Die soeben erschienene Studie "Cocoa Barometer" des europäischen VOICE Netzwerkes macht deutlich, dass KakaobäuerInnen weit unter der absoluten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag leben müssen. In Ghana, einem der den Hauptanbauländer, beträgt das Tageseinkommen nur 0,84 US-Dollar pro Tag und in der Elfenbeinküste sogar nur 0,50 US-Dollar pro Tag.

Verantwortlich dafür ist die extreme Schieflage am Markt. Aufgrund der zunehmenden Marktkonzentration beherrschen wenige Konzerne den Handel mit Kakaobohnen. Bereits 87 Prozent der Wertschöpfung einer Tafel Milchschokolade landet daher in den Taschen von Kakaomühlen, Schokoladeunternehmen und Supermärkten, wohingegen nur 6,6 Prozent Ertrag auf KakaobäuerInnen entfällt. Zum Vergleich: 1980 betrug ihr Anteil noch 16 Prozent.

"Die Macht der Konzerne ist für den enormen Preisdruck verantwortlich, der einen angemessenen Kakaopreis verhindert. Es ist bitter und menschenverachtend, dass die Nachfrage nach Kakao und die Gewinne der Konzerne steigen, aber den KakaobäuerInnen und –bauern nichts als Armut und Elend bleiben. Menschenunwürdige Lebensbedingungen und der Einsatz von Kinderarbeit sind die traurige Folge", fasst Bernhard Zeilinger, Leiter von "Make Chocolate Fair!" in Österreich zusammen und fordert mit zehn europäischen NGOs und Gewerkschaften, u. a. der PRO-GE, eine fundamentale Reform des Sektors. "Das Angebot an fair gehandelten Schokolade-Produkten lässt noch viel zu wünschen übrig:  Nur jede 12. Schokolade im Einkaufsregal ist nachhaltig produziert, und nur jede 25. Schokolade fair gehandelt. Bei über 90 Prozent der angebotenen Schokolade werden von den Konzernen wissentlich Menschenrechtsverletzungen und die Armut der Kakaobauernfamilien in Kauf genommen um günstige Kakaobohnen zuzukaufen", so Gerhard Riess von der PRO-GE und Mitglied des europäischen Gewerkschaftsnetzwerkes cocoanet.eu. Er fordert daher mehr Verantwortung von Seiten der Unternehmen ein.

In Österreich machen Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten, Dreikönigsaktion, Greenpeace und Jugend Eine Welt im Rahmen der europaweiten Kampagne "Make Chocolate Fair!" für faire Löhne und Lebensbedingungen der Kakaobäuerinnen und –bauern mobil und rufen zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Petition unter at.makechocolatefair.org an die führenden Schokolade-Konzerne auf. Europaweit haben sich bereits 70.000 UnterstützerInnen diesen Forderungen angeschlossen.

 

Druckfähiges Fotomaterial zum Downloaden: www.oneworld.at/galerie/presseaussendungen
Kampagnen-Website und Petition: at.makechocolatefair.org
Kakao-Barometer 2015: www.cocoabarometer.org

 

Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind-Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650/894 77 77
Tel: 01/405 55 15 - 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

 

Gerhard Riess
Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE
Mobil: 0664/16 10 114
Tel: 01/534 44 69 - 590
E-Mail: gerhard.riess@proge.at
www.proge.at

 

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! #EYD2015AUT

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WearFair & mehr 2015
Am Freitag ist es so weit! DIE Messe für Mode und Lifestyle geht in die achte Runde: Von 18. bis 20. September 2015 in der Tabakfabrik in Linz!

Linz, 4. September 2015 – Von 18. bis 20. September ist es wieder so weit: Linz erstrahlt bereits zum achten Mal als Fixstern für alle, die nachhaltig leben möchten. Jedes Jahr gibt es mehr zu sehen auf der WearFair & mehr, die mittlerweile zur größten Messe ihrer Art in Österreich gewachsen ist. Von Mode, Ernährung und Mobilität über Kosmetik, alternative Geldanlagen und Reisen reicht das gebotene Spektrum für einen nachhaltigen Lebensstil. Von über 160 AusstellerInnen aus ganz Europa wird an den drei Tagen in den denkmalgeschützten Räumen der Tabakfabrik Linz gezeigt, wie modisch, genussvoll, innovativ und vielfältig fair, ökologisch und nachhaltig sein kann. Begleitet wird die Messe von einem abwechslungsreichen und informativen Rahmenprogramm für Groß und Klein – ob Modenschau, Buchpräsentationen, Workshops oder Filme und musikalische Untermalung – alles dreht sich um die Hintergründe zu ökologischen und fairen Produktionsweisen und darum, wie jede und jeder einzelne einen nachhaltigen Lebensstil führen kann.

Im Rahmen einer Pressekonferenz heute in Linz stellten die langjährigen Unterstützer Umwelt-Landesrat Rudi Anschober und Dr. Georg Rathwallner, Leiter des Konsumentenschutz Arbeiterkammer Oberösterreich, sowie VertreterInnen der drei veranstaltenden Organisationen Südwind, GLOBAL 2000 und Klimabündnis Oberösterreich und die der WearFair & mehr in Aussicht, was heuer rund um WearFair & mehr zu erwarten ist.

Messe als Kaleisdoskop sehen
"Kaleidoskop" ist das Motto der heurigen WearFair-Modenschau, die nur eines der vielen Highlights des Rahmenprogramms sein wird. "Kaleidoskop bedeutet schöne Formen sehen und genau das werden die Besucherinnen und Besucher der WearFair & mehr auch heuer. Für uns bedeutet 'schön' gleichwohl ökologisch, fair und nachhaltig. Das ist auch mit viel 'unsichtbarer' Arbeit das ganze Jahr über verbunden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unser Vorstand von Südwind, GLOBAL 2000 und Klimabündnis, sowie viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer während der Messe leisten", erklärt Maria Wimmer, Geschäftsführerin der WearFair & mehr. "Anders als bei vielen Messen, wird bei uns alles selber organisiert und ist quasi von ExpertInnen zu Nachhaltigkeits-Themen selbst gemacht", streicht Wimmer hervor.

Oberösterreichs Umwelt-Landesrat Rudi Anschober, Fan und Mit-Initiator sieht die WearFair & mehr als Meilenstein für OÖ am Weg zur nachhaltigen Modellregion
"Wir wollen Oberösterreich zur Modellregion für einen nachhaltigen Lebensstil hoher Qualität machen. Die Weichen dafür hat Oberösterreich auf meinen Antrag hin mit dem Landesumweltprogramm schon gestellt. Die Messe WearFair & mehr hat sich von einem engagierten Experiment hin zur wichtigsten Messe Österreichs für nachhaltigen Lebensstil entwickelt – und verdeutlicht, wie schön und genussvoll dieser nachhaltige Lebensstil sein kann. Wir setzen damit in Oberösterreich Maßstäbe, denn wir begeistern mit der WearFair jährlich tausende BesucherInnen für ein nachhaltiges Leben. Nur durch diese tausenden Interessierten und Engagierten, durch die Vorreiterinnen und Vorreiter ist unser Weg in eine nachhaltige Zukunft mit einem Miteinander von Wirtschaft und Umwelt, Klimaschutz, Energiewende, gesunder Ernährung, Kreislaufwirtschaft oder Green Jobs möglich – dankeschön. Besonders freut es mich natürlich, dass mein Umwelt- und Energieressort mit einem Stand vertreten ist, und wir die Besucherinnen und Besucher mit Stofftaschen ausstatten und am Samstag mit köstlichem Restlessen der Info-Kochshow gegen Lebensmittelmüll verwöhnen können. Oberösterreich hat die Chance, aufbauend auf die WearFair, zu einem führenden Standort Europas für Produkte für nachhaltigen Lebensstil zu werden. Das kann tausende Jobs schaffen."

Erweiterter "Fair Fashion Guide"
Dr. Georg Rathwallner, Leiter des Konsumentenschutz Arbeiterkammer Oberösterreich, präsentierte heute den erweiterten "Fair Fashion Guide", der im Vergleich zur vorjährigen Auflage doppelt so viele Quellen für faire Mode online und vom Bodensee bis zum Neusiedler See vorstellt. Allein in Oberösterreich gibt es heuer 32 Geschäfte mehr zur Auswahl für alle, die sich öko-fair einkleiden wollen. "Wir dürfen heuer die umfangreichste Sammlung an 'Fair Fashion'-Shops Österreichs vorstellen. Mehr als 250 Shops umfasst unser erweiterter Guide, deren faire Modemarken streng, nach unseren Kriterien geprüft wurden. Damit ist klar, Konsumentinnen und Konsumenten haben mittlerweile die Wahl zwischen fairer und unfairer Mode."

Gegen Kinderarbeit, Hungerlöhne und Gesundheitsgefährdung bei der Produktion
Drückende soziale Missstände bei der Herstellung von Bekleidung, Schuhen und anderen Produkten, die aus Billiglohn- oder Entwicklungsländern zu uns kommen, gibt es immer noch viele. Dass das den KonsumentInnen zunehmend bewusst ist, und sie vermehrt soziale Standards in der Produktion nachfragen, zeigen die jedes Jahr steigenden BesucherInnenzahlen der WearFair & mehr. Die Industrie reagiert darauf nicht zuletzt mit einer wachsenden Zahl von Gütesiegeln, die unterschiedliche Standards setzen. "Damit jedes Produkt, das auf der WearFair & mehr präsentiert wird, auch wirklich 100 Prozent öko-fair ist, arbeiten wir das ganze Jahr über an der Auswahl und Überprüfung des Angebots. Das ist sowohl für die Ausstellerinnen und Aussteller als auch für uns mit viel Aufwand verbunden, aber der ist es uns allen wert, damit die Besucherinnen und Besucher das vielfältige Angebot einfach zu 100 Prozent genießen können", erklärt Nora Niemetz, Mitarbeiterin von Südwind.

Bio, regional, saisonal am Teller ist gut für Mensch und Umwelt  
Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehört auch, sich über seine Ernährung Gedanken zu machen. "Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir mit unseren täglichen Einkaufs- und Essensentscheidungen aktiv zum Umweltschutz beitragen. GLOBAL 2000 rät daher, sich beim Lebensmitteleinkauf an den Leitfaden regional – saisonal – biologisch zu halten", sagt Leonore Gewessler, Geschäftsführerin der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, und freut sich über das große Angebot an regionalen und biologisch erzeugten Köstlichkeiten auf der Messe. Biologische Landwirtschaft erzeugt mindestens 30 Prozent weniger CO2. So schont der Biolandbau Böden, Gewässer und Klima. Gewessler weiter: "Mit Bio tut man auch sich selbst etwas Gutes", und verweist auf einen kürzlich von GLOBAL 2000 – in Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober – durchgeführten Einkaufstest, der beweist:"„Bio-Produkte sind im Durchschnitt rund 100 mal weniger mit Pestiziden belastet als konventionell erzeugte Lebensmittel".

Nachhaltiger Lifestyle macht Spass und Freude und ist einfach notwendig
Mehr als 40 AusstellerInnen präsentieren heuer im Lifestyle- und Mobilitätsbereich, worum sich Nachhaltigkeit 2015 dreht: Von Elektrorädern bis zu Longboards, welche von Ex-Häftlingen aus alten Snowboards produziert werden. Klassisch biologische Lifestyle-Produkte, wie etwa Kosmetika, sind ebenso zu finden wie nachhaltige Computermäuse aus Holz. Auch für die nächste "grüne" Urlaubsplanung gibt es Angebote. Neue Anlageformen von ökologisch und sozial nachhaltigen Banken sind ebenso vertreten, wie Firmen aus dem Erneuerbaren Energiebereich, in welche man direkt investieren kann. Am Samstag werden feierlich neue Klimabündnisbetriebe vor den Vorhang geholt und der Mobilitätsbereich mit "Fesch am Rad" präsentiert. Dazu passend liest Mieze Medusa aus dem Buch "Radfahren schön trinken". Außerdem führt das Fahrradzentrum B7 Fahrrad Fit Checks durch. "Die öko-faire Vielfalt an Ausstellerinnen und Ausstellern sowie im Rahmenprogramm freut uns jedes Jahr und macht Mut für die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen", resümiert Norbert Rainer vom Klimabündnis OÖ.

WearFair & mehr 2015
Tabakfabrik Linz

Öffnungszeiten:  Freitag 14–22 Uhr (Modebereich) – die anderen Bereiche schließen um 19:30 Uhr, Samstag 10–19:30 Uhr, Sonntag 10–17 Uhr
Eintrittspreise: Tagesticket: 8 Euro, 6 Euro (ermäßigt), Wochenendticket: 10 Euro

Weitere Informationen zur WearFair & mehr 2015 und das genaue Programm finden Sie unter www.wearfair.at und auf Facebook unter www.facebook.com/WearFair

Fotomaterial zum Downloaden inkl. Impressionen der WearFair & mehr 2014: www.wearfair.at/presse
Fotos von der Pressekonferenz in Kürze unter www.flickr.com/photos/global2000

Fair Fashion Guide
http://ooe.arbeiterkammer.at/fair_fashion_guide
Links und Hintergrundinformationen zur Bekleidungs- und Schuhindustrie
www.cleanclothes.at 
Infos rund um Ernährung und Landwirtschaft, Gentechnik und Pestizide
www.global2000.at
Infos zu Klimaschutz und Lebensstil – Projekte vom Klimabündnis OÖ
http://oberoesterreich.klimabuendnis.at

Danke an die UnterstützerInnen!
Dass mit der WearFair & mehr Linz wieder zum Zentrum Österreichs für nachhaltigen Lebensstil wird, verdanken die OrganisatorInnen auch vielen UnterstützerInnen. Die Liste der Sponsoren, KooperationspartnerInnen, ExpertInnen, AusstellerInnen und ganz besonders der HelferInnen ist lang: von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, vom Land Oberösterreich und der Stadt Linz über die Arbeiterkammer Oberösterreich und FAIRTRADE, der Grünen Wirtschaft, Bio Austria, Natürlich für uns, Sonnentor und Zotter, bis hin zur Tabakfabrik und vielen tollen MedienpartnerInnen wie FM4, Life Radio, die Oberösterreichischen Nachrichten, Rundschau und DorfTV.

Rückfragehinweis:
Maria Wimmer, WearFair & mehr Geschäftsführerin, 0650/860 17 37, maria.wimmer@wearfair.at
Christina Schröder, Pressesprecherin WearFair & mehr und Südwind,  01/405 55 15 - 301, christina.schroeder@suedwind.at
Lydia Matzka-Saboi, Pressesprecherin WearFair & mehr und GLOBAL 2000, 0699/14 2000 - 26, presse@global2000.at


Die WearFair & mehr wird vom Umweltressort des Landes OÖ und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der OrganisatorInnen wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und deckt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. GLOBAL 2000 kämpft für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Mittels Lobbying, Aktionen und Informationsarbeit erzeugt GLOBAL 2000 öffentlichen Druck und vermittelt durch Projekte positive Beispiele, damit ökologische Lösungen möglich werden, und richtet sich dabei an Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.

Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

Das Umweltressort des Landes Oberösterreich arbeitet daran, dass Oberösterreich Europas Modellregion für Lebensqualität und Nachhaltigkeit wird. Der oberösterreichische Landtag hat bereits – auf Initiative von Umweltlandesrat Rudi Anschober – die Weichen für die langfristige Anpassung der Landesumweltpolitik gestellt: Laut dem neuen Landesumweltprogramm soll Oberösterreich bis 2030 Vorzeigeregion werden – bei grünen Technologien, bei einem neuen Miteinander von Umwelt und nachhaltigem Wirtschaften, bei gesunder Ernährung und grünem Lebensstil, bei grünen Jobs. Dafür braucht es auch möglichst viele OberösterreicherInnen, die mit gutem Beispiel vorangehen, sich engagieren und aktiv zu einem nachhaltigen Leben in unserem Bundesland beitragen.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Change your Shoes – Clean Clothes Kampagne tritt für faire Schuhindustrie ein
Zum Start fordert die Kampagne mehr Transparenz für SchuhkonsumentInnen und ruft zum virtuellen Marsch nach Brüssel auf.

In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl von Kindern, die vor allem in den Hauptproduktionsländern Elfenbeinküste und Ghana unter missbräuchlichen Bedingungen arbeiten, um 360.000, sprich über 19 Prozent auf 2,12 Millionen gestiegen, ergeht aus einer aktuellen Studie der Tulane Universität.

90 Prozent der befragten Kinder gaben an, regelmäßig gesundheitsgefährdende Tätigkeiten zu verrichten. Dazu zählen unter anderem das Schleppen von schweren Kakaosäcken, Umgang mit landwirtschaftlichen Chemikalien und lange Arbeitszeiten – Tätigkeiten, die laut der Internationalen Labour Organisation (ILO) für unter 17jährige strengstens verboten sind.

Kinderarbeit ist ein häufiges Phänomen, um Lohnkosten für Arbeitskräfte bei der Kakaobewirtschaftung niedrig zu halten. In der Elfenbeinküste müssen KakaobäuerInnen mit einem Tagesverdienst von 0,50 US-Dollar und in Ghana mit 0,84 US-Dollar auskommen. Beide Werte sind weit unter der von der UN festgesetzten Armutsgrenze von 2 US-Dollar pro Tag. Das hat der kürzlich veröffentlichte Kakaobarometer der Kampagne "Make Chocolate Fair!", die in Österreich von Südwind, PRO-GE, Weltumspannend arbeiten und Jugend Eine Welt getragen wird, und der gemeinsam mit dem VOICE Network erstellt wurde, ergeben. Die InitiatorInnen der Kampagne "Make Chocolate Fair!", sehen in der Armutsgefährdung der Kakaobauernfamilien den Grund für den weitverbreiteten Einsatz von Kinderarbeit.

Dabei haben schon 2001 viele Schokoladenkonzerne mit der Unterzeichnung des Harkin-Engels Protokolls erstmals versprochen, entschieden gegen Kinderarbeit vorzugehen. Diesem Versprechen folgte 2010 eine Selbstverpflichtung der namhaften Schokoladenkonzerne, bis 2020 keine Kakaobohnen mehr aus Betrieben mit Kinderarbeit zuzukaufen. "Entgegen der Selbstverpflichtung der großen Schokoladekonzerne bis 2020 keine Kakaobohnen aus Betrieben mit Kinderarbeit zu beziehen und einer Resolution des Europäischen Parlaments im Jahr 2012 zur Bekämpfung von Kinderarbeit, hat sich die Situation verschlechtert. Deswegen ersuchen wir um rege Teilnahme an unserer Petition, um die Schokoladenkonzernen und die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in der EU an ihre Versprechungen zu erinnern und zu verbindlichen Maßnahmen zu bewegen. Den Kindern muss ihre Freiheit zurückgegeben werden und sie müssen vor Ausbeutung geschützt werden!", so Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind Kampagne "Make Chocolate Fair!".

Alle bisherigen Projekte der Schokoladenindustrie zielen auf eine Erhöhung der Kakaoernte ab. Doch für die KakaobäuerInnen bedeutet das nicht zwangsläufig ein höheres Einkommen. In erster Linie profitieren der Zwischenhandel und die Aufkäufer des Kakaos. "Hier gilt es durch eine Zertifizierung des Kakaohandels, wie. z. B. FAIRTRADE, Strukturen in den Produktionsländern aufzubrechen, die ein Ansteigen der Einkommen der Kakaobäuerinnen und Kakaobauern garantieren", betont Gerhard Riess von der PRO-GE und rät Unternehmen sich Fairen Handelsinitiativen anzuschließen, um sich nicht den Vorwurf der Mittäterschaft aussetzen zu müssen.

Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt schließt sich den Forderungen an die lokalen Regierungen an: "Wir fordern mehr Verantwortung der lokalen Regierungen und Behörden im Kampf gegen missbräuchliche Kinderarbeit. Diese Länder riskieren ihre Zukunft, wenn sie es zulassen, dass Millionen Kinder ausgebeutet werden statt zur Schule zu gehen. Wir finden, es ist auch höchst an der Zeit, dass hier die politischen Verantwortlichen in der EU klare Worte finden und rasche Maßnahmen einfordern!"

In Österreich machen Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten und Jugend Eine Welt im Rahmen der europaweiten Kampagne "Make Chocolate Fair!" für faire Löhne und Lebensbedingungen der KakaobäuerInnen mobil und rufen zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Petition unter at.makechocolatefair.org auf. Europaweit haben sich bereits 109.000 UnterstützerInnen diesen Forderungen angeschlossen, über 19.000 aus Österreich. Die Petition wird am 2. Dezember 2015 anlässlich des Internationalen Tag für die Abschaffung der Sklaverei in Brüssel an den Dachverband der europäischen SchokoladeproduzentInnen CAOBISCO, übergeben.

Fotos und Hintergrundinfos
Fotomaterial aus dem Kakaoanbau
Tulane Universität: Forschungsarbeit zu Kinderarbeit im Kakaosektor [engl.]
Frequently Asked Questions [engl.]
Deutsche Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind-Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650/894 77 77
Tel: 01/405 55 15 - 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Gerhard Riess
Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE
Mobil: 0664/16 10 114
Tel: 01/534 44 69 - 590
E-Mail: gerhard.riess@proge.at
www.proge.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Smartphones im Fairness-Test
Im Vergleich von sozialen Nachhaltigkeits-Kriterien "fairer" Smartphones schneidet weiterhin das Fairphone besser ab als von TCO zertifizierte Samsung-Smartphones.

Wien, 21. Juli 2015 – Wenige Tage nach dem Verkaufsstart des Fairphone 2, von dem bereits über 3.500 Stück bestellt wurden, präsentiert Südwind die Ergebnisse einer, vom niederländischen Forschungsinstitut SOMO durchgeführten Studie zur sozialen Nachhaltigkeit "fairer" Smartphones.

"Bis dato kann man kein einziges Smartphone als 100 Prozent fair hergestellt bezeichnen. Das Fairphone schneidet aber deutlich besser ab als andere Smartphones, die von TCO Development als nachhaltig und 'fair' bezeichnet werden", fasst Elisabeth Schinzel von Südwind die Ergebnisse der Studie zusammen.

Im Mai 2013 kamen erstmals zwei so genannte "faire" Smartphones auf den Markt. Die schwedische Überprüfungsinitiative TCO Development stellte das Samsung Galaxy S4 als das erste Smartphone vor, das ihren Umweltanforderungen, sowie ihren Anforderungen an faire Arbeitsverhältnisse in der Produktion entsprach. Zur gleichen Zeit gab das niederländische Startup-Unternehmen Fairphone die erste Tranche seiner Smartphones in Auftrag.

Heute, zwei Jahre später, vergleicht die Studie "TCO Certified Smartphones versus Fairphone. A comparison of sustainability criteria" die Standards beider Initiativen.

Von den 34 darin überprüften Nachhaltigkeitskriterien erfüllt Fairphone 20, die über den industrieüblichen Standards  liegen. Vor allem, was die Vermeidung sogenannter Konfliktmineralien und die Verhältnisse in den Rohstoff-Minen betrifft, kann das Fairphone punkten. Aber auch bestimmte Kriterien betreffend der Arbeitsbedingungen in der Herstellung, ihrer Überprüfung und Verbesserung, der Transparenz in der Lieferkette bis hin zur Bekämpfung der Elektromüll-Problematik werden positiv bewertet. Verbesserungsbedarf gibt es bei den Beschwerdemechanismen für ArbeiterInnen in den Produktionsstätten. Dieses und vier weitere Kriterien erfüllt auch das Fairphone noch nicht.

TCO Development zertifizierte Samsung-Smartphones der Serie Galaxy S4, sowie das Galaxy Note konnten nur sieben Kriterien über dem industrieüblichen Standard erfüllen, bei elf entsprechen sie anderen konventionell hergestellten Produkten. 16 wurden als "nicht genügend erfüllt" eingestuft. "Dass Smartphones, die von TCO Develompment zertifiziert werden, kaum besser abschneiden als nicht zertifizierte, aber dennoch als 'fair' bezeichnet werden", bedauert Schinzel und fährt fort: "Wer wirklich fair sein will, muss sich ernsthaft für Verbesserungen einsetzen und soziale Verantwortung für seine Produktion übernehmen."

Dass der Ruf von EinzelkonsumentInnen und auch öffentlichen Einrichtungen nach fairen Mobil-Telefonen langsam gehört wird, beurteilt sie als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. "Die Bezeichnung 'fair' darf aber nicht zu einem PR-Trick verkommen. Südwind bietet deshalb Wegweiser durch den Siegeldschungel und ruft Unternehmen und Initiativen dazu auf ernsthafte Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen in den Zulieferketten zu setzen!" schließt Schinzel.

Mehr Infos:
Die gesamte Studie "TCO Certified Smartphones versus Fairphone. A comparison of sustainability criteria" in Englisch finden Sie hier zum Downloaden
Mehr Infos zum Thema Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie finden Sie hier: www.clean-it.at

Interviewvereinbarungen und Rückfragehinweis:
Elisabeth Schinzel
Südwind-Expertin zu sozial fairer Beschaffung
Tel. +43 1/405 55 15 - 302
E-Mail: elisabeth.schinzel@suedwind.at
www.fairebeschaffung.at
www.clean-it.at

Diese Presseaussendung wird im Rahmen des Projekts "Jede Gemeinde zählt! Sozial gerechter Einkauf – JETZT!" mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union durchgeführt. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der ExpertInnen bzw. der Südwind Agentur wieder und stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Trotz Zuwachs bei zertifizierter Schokolade: Kakaobauern und ihre Familien leben weiter in extremer Armut
Der weltweite Marktanteil von zertifizierter Schokolade ist von zwei Prozent im Jahr 2009 auf fast 16 Prozent 2013 gestiegen. Das zeigt das neu auf Deutsch erschienene Kakao-Barometer, in Österreich herausgegeben von Südwind.

Die Daten belegen aber auch, dass trotz zahlreicher Nachhaltigkeitsinitiativen und Selbstverpflichtungserklärungen von Schokoladenunternehmen wie Ferrero oder Mars das Pro-Kopf-Einkommen der meisten Kakaobauernfamilien immer noch weit unter der Armutsgrenze liegt. Die Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!" fordert deshalb ein existenzsicherndes Einkommen für KakaobäuerInnen.

"Es ist erfreulich, dass sich die Schokoladenindustrie bewegt und dass sich in den Supermärkten immer mehr Schokoladenprodukte mit den Siegeln von Fairtrade, Utz Certified und Rainforest Alliance finden lassen", erklärt Bernhard Zeilinger, Kampagnenleiter von "Make Chocolate Fair!" bei Südwind. "Das ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen für Kakaobäuerinnen und -bauern und zur Einhaltung der Menschenrechte."

Zertifizierung ist aber kein Wundermittel, wenn es darum geht, die Mehrheit der KakaobäuerInnen aus der Armut zu befreien. "Eine Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste verdient derzeit pro Kopf der Familie rund 0,50 US-Dollar am Tag. Um zumindest die international definierte Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag zu erreichen, müsste sich ihr Pro-Kopf-Einkommen also vervierfachen", so Zeilinger. Die niedrigen Einkommen führen zu inakzeptablen Arbeitsbedingungen bis hin zu Menschenrechtsverletzungen wie ausbeuterischer Kinderarbeit. Daran ändern auch viele der Nachhaltigkeitsinitiativen der Schokoladenindustrie nichts, die sich oft einseitig auf die Steigerung der Produktivität konzentrieren. "Neben der Steigerung der Ernteerträge, muss dringend in die Infrastruktur in den Kakaoanbauländern investiert werden", so Zeilinger weiter. "Der Anbau muss diversifiziert werden, es muss Weiterbildungen geben und der Kakaopreis, den die Bäuerinnen und Bauern erhalten, muss erhöht werden."

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" fordert ein existenzsicherndes Einkommen für KakaobäuerInnen. Mehr als 100.000 Menschen aus ganz Europa haben die Petition der Kampagne bereits unterzeichnet und sich für faire Bedingungen im Kakaoanbau ausgesprochen. "Die Nachfrage nach fair produzierter Schokolade steigt. Darauf muss die Schokoladenindustrie reagieren. Denn trotz des gestiegenen Anteils an zertifizierter Schokolade, sind noch immer über 80 Prozent aller weltweit verkauften Schokoladentafeln nicht zertifiziert. Das muss sich ändern", sagt Bernhard Zeilinger. Absichtserklärungen wie von Ferrero oder Mars, die bis 2020 ihre Schokolade vollständig aus zertifiziertem Kakao herstellen wollen, seien begrüßenswert. "Wir werden aber genau beobachten, ob die Schokoladenunternehmen ihre Versprechen einhalten", kündigt Zeilinger an.

Weitere Informationen
Kakao-Barometer inkl.Infografik "Ankündigungen einzelner Schokoladenunternehmen zur Verwendung von zertifiziertem Kakao" als Download in Deutsch (ca. 4 MB)

Infografik "Wertschöpfung pro Tafel Schokolade" (ca. 1 MB)
Informationen zur Kampagne "Make Chocolate Fair!": at.makechocolatefair.org
Kakao-Barometer inklusive aller Graphiken und Berechnungen: www.cocoabarometer.org/Home.html (Englisch)
Druckfähiges freies Fotomaterial zum Kakoanbau in Ghana

Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind-Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650/894 77 77
Tel: 01/405 55 15 - 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Das Kakao-Barometer ist eine alle zwei Jahre erscheinende Sektor-Übersicht über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor. Es wird von einem europäischen NGO-Gewerkschaften-Konsortium publiziert. Diesem gehören folgende Organisationen an: FNV Mondiaal (NL), Hivos (NL), Solidaridad (NL) und das VOICE Netzwerk – Erklärung von Bern (CH), FNV (NL), Oxfam Novib (NL), Oxfam Wereldwinkels (BE), Stop the Traffik (UK), ABVV – FGTB HORVAL (BE) und das Südwind-Institut. Das Kakao-Barometer wurde von INKOTA und  Südwind ins Deutsche übersetzt

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Summer Sale: Clean Clothes Kampagne macht auf "mangelhafte" Bekleidung aufmerksam

Wien, 17. Juli 2015 – Zum Sommer-Schlussverkauf macht die Clean Clothes Kampagne auf "mangelhafte" Bekleidung aufmerksam. KonsumentInnen können über die neue "Living Wage Defect"-Website ihre Bekleidung symbolisch wegen "mangelhafter" Löhne an Mode-Unternehmen zurückschicken und damit ein Zeichen für existenzsichernde Löhne in der Bekleidungsindustrie setzen.

Sowohl in asiatischen als auch in europäischen Fabriken, in denen Bekleidung für den internationalen Markt hergestellt wird, werden die ArbeiterInnen mit Hungerlöhnen abgespeist. Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne in Österreich sagt: "In den Produktionsländern unserer Bekleidung sind die Mindestlöhne so niedrig angesetzt, dass die ArbeiterInnen in einem Leben in Armut gefangen bleiben und auch ihren Kindern keine bessere Zukunft bieten können. Die Bekleidungsunternehmen versprechen seit Jahren existenzsichernde Löhne in ihrer Zulieferkette sicherzustellen, aber wir haben noch keine Verbesserungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter feststellen können."

Ein Existenzlohn ist ein Menschenrecht und sollte an NäherInnen für eine normale Arbeitswoche, also ohne Überstunden und Bonuszahlungen ausbezahlt werden. Ein existenzsichernder Lohn reicht aus, um die Grundbedürfnisse von einer Arbeiterin und ihrer Familie zu befriedigen. Neben einer angemessenen Ernährung zählen dazu Unterkunft, Transport, Kleidung, Bildung, medizinische Versorgung sowie ein geringes frei verfügbares Einkommen für unerwartete Notfälle. Die Realität sieht für den Großteil der Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie anders aus. Eine Näherin in Bangladesch müsste derzeit 22 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche für einen Existenzlohn arbeiten.

Mangelhafte Löhne
In den meisten Produktionsländern verdienen die NäherInnen nur 20 bis 30 Prozent eines existenzsichernden Lohnes. "Wenn von unserer Kleidung 70 oder 80 Prozent fehlen würde oder mangelhaft wäre, würden wir sie zurückgeben. Deswegen laden wir Konsumentinnen und Konsumenten ein, ihre Kleidung symbolisch über die 'Living Wage Defect'-Website als mangelhaft zu deklarieren und sie wegen dieses Defekts zurückzuschicken", erklärt Michaela Königshofer.

In den letzten zwei Jahren haben über 110.000 EuropäerInnen die Petition der Clean Clothes Kampagne für existenzsichernde Löhne unterschrieben. Diese wird heuer im Oktober im Rahmen des "Living Wage Now Forum" in Brüssel an Unternehmen und politische EntscheidungsträgerInnen übergeben. "Mit der Petition werden wir die Bekleidungsunternehmen daran erinnern, dass sie verantwortlich sind für die Bezahlung von existenzsichernden Löhnen an die Menschen, die unsere Bekleidung nähen."

Living Wage Now Forum
Seit 2013 hat die internationale Clean Clothes Kampagne das Thema existenzsichernde Löhne in Europa bekannt gemacht und ArbeiterInnen weltweit in ihrem Kampf um höhere Löhne unterstützt. Ein Höhepunkt dieser intensiven Thematisierung des Menschenrechts Existenzlohn wird das "Living Wage Now Forum", von 12. bis 14. Oktober 2015 in Brüssel. Die Clean Clothes Kampagne lädt zum Austausch über eine zukünftige Bekleidungsindustrie, in der Menschen- und Arbeitsrechte respektiert und gefördert werden.

Mehr Infos und Bilder:
"Living Wage Defect"-Website: www.livingwagedefect.org
Visuals zur Kampagne: www.cleanclothes.at/presse

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 98 83
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Wo drückt der Schuh?
Südwind berichtete heute über die Missstände in der globalisierten Schuhindustrie, von einem Lokalaugenschein über die Lederschuhproduktion in Indien und startet mit der Clean Clothes Kampagne ein internationales Projekt zu fairen Schuhen.

Wien, 10. Juni 2015 – An die 50 Millionen Paar Schuhe wurden 2013 in Österreich verkauft. Das sind ca. sechs Paar Schuhe pro ÖsterreicherIn. Mehr als drei Viertel davon wurden in Asien produziert. "Was Lederschuhe betrifft ist Indien nach Rumänien das zweitwichtigste Produktionsland für den österreichischen Markt. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass jede und jeder von uns Lederschuhe, die in Indien genäht wurden im Schuhregal stehen hat, geht gegen 100 Prozent!", erklärt Regina Webhofer von Südwind bei einer Pressekonferenz heute in Wien.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christina Schröder reiste sie vor kurzem nach Indien, um in Interviews mit ArbeiterInnen, VertreterInnen von NGOs und Gewerkschaften zu erfahren, unter welchen Bedingungen viele unserer Lederschuhe hergestellt werden. "Schuharbeit ist Handarbeit und steht in den Billiglohnländern oft für Hungerlöhne, unsichere, krankmachende Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung – sowohl in Gerbereien, als auch in Schuhfabriken und Heimarbeit", fasst Schröder die Rechercheergebnisse in Südindien zusammen.

Gesundheitsgefährdendes Leder
Beim Gerben, dem ersten Produktionsschritt, wird der Wert der Tierhäute bereits um ein Hundertfaches gesteigert, während die ArbeiterInnen mit Hungerlöhnen abgespeist werden, bzw. ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird. Dabei birgt das aus wirtschaftlichen Effizienzgründen am weitesten verbreitete Gerbverfahren mit Chrom III Salzen Risiken für die Umwelt und Gesundheit, vor allem dann, wenn es nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird und es zur Bildung von Chrom VI Verbindungen kommt. Das ist hochgiftig und kann gesundheitsgefährdend sowohl für  ProduzentInnen als auch TrägerInnen von Lederschuhen sein. Aufgrund der Gefahren, die von der Chromgerbung ausgehen, gilt seit 1. Mai 2015 zwar ein Verbot von Chrom VI-haltigem Leder auf dem europäischen Markt, wie gut diese Maßnahme greifen wird, bleibt laut NGOs jedoch abzuwarten. Viele ArbeiterInnen berichteten von fehlender Schutzkleidung sowie von Haut- und Atemwegserkrankungen. Auch Unfälle kommen immer wieder vor. Zuletzt starben Anfang Jänner 2015 elf Arbeiter in ihren Baracken, weil nebenan ein Tank voll nassem, giftigem Abwasserschlamm brach, von dem sie im Schlaf überschwemmt wurden.

Hungerlöhne und Kinderarbeit Die systematische Ausbeutung setzt sich in der Weiterverarbeitung des Leders zu Schuhoberteilen fort. Zum einen wird in Heimarbeit gefertigt. So halten sich die Fabriken einen flexiblen Pool an Arbeitskräften, die sie je nach Auftragslage beschäftigen können. Es sind vorwiegend Frauen, aber auch ganze Familien, die daheim die Schuhe zusammennähen. Pro gefertigtem Paar Schuhe werden maximal 20 Cent bezahlt, pro Tag schafft eine Näherin rund zehn Paare, erhält also höchstens zwei Euro pro Tag. Ansprüche auf Sozialleistungen oder medizinische Versorgung gibt es für HeimarbeiterInnen keine. Zum anderen wird in den Schuhfabriken sechs Tage die Wochen à acht Stunden gearbeitet, für Monatslöhne bis max. rund 70 Euro. Das entspricht nur knapp dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn und liegt weit unter einem von der Asian Floor Wage Alliance errechneten existenzsichernden Lohn. Laut Berichten der ArbeiterInnen gibt es in vielen Fabriken kaum Pausen, sogar der Gang zur Toilette während der Arbeit ist mitunter verboten oder bedarf der Erlaubnis von Vorgesetzten – ebenso der "Urlaub": in der Praxis werden höchstens einzelne Tage frei gegeben. Zur Überlastung kommen vielerorts Beschimpfungen durch VorarbeiterInnen hinzu. ArbeiterInnen erzählten auch von Strafzahlungen, wenn sie einen Fehler machten, in der Höhe von bis zu 30 Euro – ein Betrag, der bei einem Monatseinkommen von 70 Euro oft nur über einen Kredit bezahlt werden kann. Obwohl Kinderarbeit gesetzlich verboten ist, traf das Südwind-Team auch auf Mädchen, die schon seit ihrem 15. Lebensjahr zu den gleichen Konditionen wie die Erwachsenen in den Fabriken arbeiten, aber noch weniger bezahlt bekamen. "Kinderarbeit ist ein Symptom für zu niedrige Löhne! Nur Eltern, die mit ihrem Einkommen nicht über die Runden kommen, lassen ihre Kinder arbeiten, anstatt sie in die Schule zu schicken. Alle Arbeiterinnen und Arbeiter haben vorgerechnet, dass sie das Doppelte bräuchten, als das was sie jetzt verdienen, um eine menschenwürdige Existenz zu führen und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen", berichtet Schröder.

Erste Schritte zu öko-fairen Schuhen
Genau dafür und für sichere Arbeitsbedingungen setzt sich die Clean Clothes Kampagne (CCK), die in Österreich von Südwind koordiniert wird, in den nächsten drei Jahren unter dem Motto "Change Your Shoes" im Rahmen eines europaweiten EU-Projekts ein. "Wir wollen, dass Österreicherinnen und Österreicher kein Gift und keine Ausbeutung an ihren Füßen tragen müssen. Wir fordern Transparenz und Schutz für KonsumentInnen, existenzsichernde Löhne  und sicherer Arbeitsbedingungen für ArbeiterInnen in der Schuh- und Ledererzeugung", stellt Michaela Königshofer, Leiterin der CCK, ihre Ziele und die Forderungen an die Schuhindustrie vor. Der Einkauf von ökologisch und fair produzierten Schuhen sei im Moment aus Mangel an Alternativen noch eine Herausforderung. Abhilfe kann in Zukunft aber das neue Österreichische Umweltzeichen für Schuhe schaffen. Es garantiert die Bezahlung von Existenzlöhnen und verbietet die Verwendung von Chrom gegerbtem Leder. "Mit dem Umweltzeichen für Schuhe übernimmt Österreich eine Vorreiterrolle, und wir hoffen, dass möglichst viele Unternehmen dieses annehmen", so Königshofer. Die Kriterien folgen einem ganzheitlichen Ansatz von der Herkunft der Ausgangsmaterialien bis hin zur Endfertigung.

Ein wichtiger Schritt ist für Südwind und  CCK auch die verstärkte Nachfrage nach öko-fair produzierten Schuhen durch die Öffentliche Hand, denn Bund, Länder und Gemeinden treten, unter Verwendung von Steuergeldern als Großeinkäufer z. B. von Schuhen für Uniformen und Arbeitsbekleidung in Krankenhäusern oder Gärtnereien auf. "Die Bekleidungsindustrie geht mit gutem Beispielen voran und zeigt, dass öko-faire Alternativen möglich sind – genau das wollen wir auch in der Schuhindustrie sehen", schließt Königshofer.

Hintergrundinformationen
Druckfähiges Bildmaterial
Südwind-Info-Folder zur Schuhindustrie
Fact Sheet: Schuhe – Produktion, Handel & Konsum – Österreich & global
Presseaussendung von Mai mit Fotos der CCK zum europäischen Importverbot von Chrom VI-haltigem Leder: http://www.cleanclothes.at/de/presse/aus-fur-gesundheitsgefahrdende-lederschuhe
Mehr Infos zu "Change Your Shoes": http://www.cleanclothes.at/schuhe

Interviewvereinbarungen und Rückfragen:
Christina Schröder
Öffentlichkeitsarbeit, Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 301, Mobil: 0676/750 77 76
E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Rana Plaza Entschädigungsfonds erreicht 30 Millionen US-Dollar. Vollständige Entschädigung ist sichergestellt
Durch eine anonyme Einzahlung konnte die Finanzierungslücke von 2,4 Millionen US-Dollar, die für die vollständige Finanzierung der Entschädigungen der Opfer von Rana Plaza noch fehlte, geschlossen werden. <br>

Wien, 9. Juni 2015 – Bei dem Einsturz des Fabrikgebäudes in Bangladesch kamen im April 2013 über 1.100 Menschen ums Leben. Es dauerte über zwei Jahre bis Zahlungen von Bekleidungsunternehmen die erforderliche Entschädigungssumme von 30 Millionen US-Dollar erreichten.

Die ArbeiterInnen von Rana Plaza nähten T-Shirts, Hosen und Jacken für 31 international tätige Bekleidungsunternehmen. Die NäherInnen wurden von den Fabrikbetreibern unter Androhung ihrer Entlassung gezwungen, zur Arbeit zu erscheinen, obwohl das Gebäude wegen schwerer Baumängel am Tag vor dem Einsturz bereits behördlich gesperrt worden war. Die Clean Clothes Kampagne forderte in den letzten zwei Jahren beharrlich von internationalen Modemarken für die Entschädigung der Opfer aufzukommen. Über eine Million KonsumentInnen in ganz Europa haben dieses Anliegen unterstützt. In Österreich organisierte die Clean Clothes Kampagne gemeinsam mit Fashion Revolution Austria zuletzt am 24. April 2015, dem zweiten Jahrestag der Katastrophe, zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer und informierte über die Fair Fashion Szene.

Zu diesem Zeitpunkt fehlten dem Fonds noch 2,4 Millionen US-Dollar der erforderlichen 30 Millionen US-Dollar. Ein anonymer Spender übermittelte, wie gestern bekannt wurde, die ausstehende Summe. "Auf diesen Tag haben wir lange gewartet und hingearbeitet. Wenn nun alle Familien, die von diesem Unglück betroffen sind, endlich das Geld erhalten, das ihnen zusteht, können sie nun beginnen ihr Leben wieder aufzubauen", so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne und ergänzt: "Dies wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung der vielen Konsumentinnen und Konsumenten, die unsere Kampagne in den letzten zwei Jahren unterstützt haben. Zusammen haben wir erneut bewiesen, dass Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich und Europa sich dafür interessieren, wer ihre Kleidung hergestellt hat – und dass ihr Einsatz einen Unterschied macht."

Der Rana Plaza Entschädigungsfonds wurde im Januar 2014 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gegründet, um Gelder zu verwalten, die als Entschädigungen an die Opfer von Rana Plaza und ihre Familien gezahlt werden sollten; als Ausgleich für den Einkommensverlust und die Kosten der medizinischen Behandlung, die diese erlitten haben.

"Die komplette Auffüllung des Fonds ist ein großer Sieg – aber die Opfer mussten zwei Jahre auf das dringend benötigte Geld warten", analysiert Michaela Königshofer die Geschehnisse der letzten Jahre  und erläutert: "Dass Unternehmen mit einem addierten jährlichen Gewinn von über 20 Milliarden US-Dollar zwei Jahre brauchen und erheblichen öffentlichen Druck, um 30 Millionen US-Dollar zusammenzutragen, ist das skandalöse Ergebnis der Freiwilligkeit der Sozialverantwortung von Unternehmen. Wir müssen nun sicherstellen, dass es Mechanismen gibt, dass solche Entschädigungen von Firmen und Händlern in Zukunft selbstverständlich sind – und nicht erst dann fließen, wenn öffentlicher Druck es unmöglich macht, weiter untätig zu bleiben."

Darüber hinaus fordert die Clean Clothes Kampagne Veränderungen in der Gesetzgebung, sodass die Opfer zukünftiger Unglücke schneller Unterstützung bekommen. Die Kampagne appelliert daher an europäische PolitikerInnen und Regierungen, eine bessere Regulierung für die Lieferketten von Unternehmen festzuschreiben, sodass Firmen und Händler für diese in Zukunft zur Verantwortung gezogen werden können.

Fotodownload

Hintergrundinformationen
Übersicht Einzahlungen in den Entschädigungsfonds
Übersicht der 31 Unternehmen, die bei Rana Plaza produzieren ließen


Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Mobil: 0664/230 98 83
Tel: 01/405 55 15 - 306
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

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Der Südwind-Filmpreis 2015 geht an "Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel"

Anlässlich des 24. Internationalen Filmfestivals Innsbruck vergaben die Jugendlichen der SchülerInnen-Jury Freitagabend den mit 1.000 Euro dotierten Südwind-Filmpreis an den Streifen "Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel" und seine Regisseurin Dyana Gaye. Bei der offiziellen Preisverleihung heute im Leokino (11:30 Uhr) nahm der senegalesische Konsul Helmut Paul Lerch den Preis stellvertretend für die Regisseurin entgegen.

 

Innsbruck, 6. Juni 2015 – Die Entscheidung war eindeutig: Mit 41 Punkten gewann der französich-senegalesische Film "Des Étoiles" (2013) den diesjährigen Südwind-Filmpreis. Alle vier Filme, die im Bewerb liefen, wurden von der SchülerInnen-Jury gut angenommen. Doch der Gewinnerfilm, der eine facettenreiche Migrations- und Dreiecksgeschichte mit unerwarteten und hoffnungsvollen Begegnungen erzählt, setzte sich klar durch. Auf dem zweiten Platz landete "Muallim – The teacher" (Tadschikistan) von Nosir Saidov, auf  Platz drei und vier schafften es der venezolanische Spielfilm "Pelo malo" und "Shana – The wolf’s music" (Schweiz/Kanada).
 

Die SchülerInnen der Jury begründeten ihre Wahl folgendermaßen:

"Die SchülerInnen-Jury vergibt den diesjährigen Südwind-Preis an einen Film, in dessen Mittelpunkt junge Menschen im Spannungsfeld von Familie und Aufbruch stehen. Der Versuch, einen Platz in einer Gesellschaft in Bewegung zu finden wird nachvollziehbar dargestellt. Außerdem überzeugt der Film durch das gekonnte Spiel mit Handlungssträngen, Orte werden gewechselt und stimmig miteinander verknüpft. Sprachen und Kulturräume sind vielfältig, die Figuren sind mehrdimensional gezeichnet, der Blick auf sie suggeriert Hoffnung. Ob für alle, bleibt offen. Der diesjährige Südwind-Preis, verliehen von der SchülerInnen-Jury, geht daher an den Film der Regisseurin Dyane Gaye."

Die SchülerInnenjury, die seit 2001 im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Innsbruck einen Preis vergibt, bestand heuer aus zwölf SchülerInnen aus verschiedenen Tiroler AHS und BHS. Diese hatten Gelegenheit, das nötige Know-how zu erwerben, um sich kritisch mit dem Medium Film auseinandersetzen zu können. Zum siebten Mal stiftet die entwicklungspolitische Organisation Südwind Tirol nun den mit 1000 Euro dotierten und aus Spenden finanzierten Südwind-Filmpreis selbst. Der Preis drückt die Wertschätzung von Südwind Tirol für das Filmschaffen in Afrika, Asien und Lateinamerika aus.

Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel
Frankreich/Senegal 2013, Regie: Dyana Gaye, 88 min

Der Film erzählt eine Migrations- und Dreiecksgeschichte besonderer Art. Die junge Sophie verlässt Dakar, um mit ihrem Mann Abdoulaye in Turin zu leben. Doch als sie dort ankommt, trifft sie ihn zu ihrem Entsetzen nicht an. Abdoulaye ist mit einem Freund und mithilfe von Schleusern mittlerweile in New York angekommen – und die einzige Anlaufstation, die die beiden dort haben, ist Sophies Tante. Doch diese ist mit ihrem 19jährigen Sohn Thierno auf dem Weg nach Dakar, womit sich der Kreis der Erzählung schließt.

Fotos zum Gewinnerfilm bzw. zur offiziellen Preisverleihung.


Für Rückfragen:
Caroline Sommeregger
Tel: 0680/144 37 87
E-Mail: caroline.sommeregger@suedwind.at

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Diese Presseaussendung wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

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GLOBAL 2000 und Südwind: Soziales Elend und Überfischung in Thunfisch-Dosen europäischer Supermärkte
Ein heute veröffentlichter Bericht von Finnwatch zeigt die sozialen und ökologischen Missstände bei der Herstellung von Thunfisch auf, der bei uns in Dosen in Supermärkten verkauft wird.

Thailand/Österreich, 2. Juni 2015 – Unter anderem herrschen in thailändischen Fabriken, in denen Dosen-Thunfisch der Marke "Vier Diamanten" für heimische Supermarktketten verpackt wird, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Der Bericht ist Teil des europaweiten Supply Cha!nge-Projekts von Südwind und GLOBAL 2000.

Menge des gefangenen Thunfisches seit 1950 verzwölffacht
Es ist bekannt, dass Thunfische eine der am meisten überfischten Fisch-Familien ist. Die Zahlen erschrecken jedoch trotzdem: Wurden 1950 weltweit an die 400.000 Tonnen Thunfisch gefangen, so waren es laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) im Jahr 2012 schon fast fünf Millionen Tonnen – die Menge hat sich mehr als verzwölffacht (siehe bitte auch Grafik zur Entwicklung). Die meisten der neun als Thunfisch gehandelten Arten sind aufgrund von Überfischung schon stark dezimiert – einige, wie der Blauflossen-Thunfisch, sogar fast ausgestorben. "KonsumentInnen sollten daher – wenn sie nicht ganz auf Thunfisch verzichten möchten – beim Einkauf darauf achten, nur Thunfisch der Skipjack-Art zu kaufen, der mit Rute und Haken in bestimmten Gebieten gefangen wurde", erklärt Martin Wildenberg, Projektleiter Supply Cha!nge bei der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. "Andere Fangmethoden als diese verursachen massenweise den unnötigen, qualvollen Tod anderer Meerestiere – wie Delfinen, Schildkröten, Meeresvögel oder Haien. 'Delphin-freundlich'-Labels sind hingegen meist Eigen-Kreationen der Industrie, werden nicht unabhängig kontrolliert und sagen oft nichts aus." Die derzeit für Skipjack noch unproblematischen Fanggebiete sind Western & Central Pacific – WCPO (FAO 61,71,77), Eastern Pacific – EPO (FAO 77,87,81) und Indian Ocean (FAO 51,57). "Steigt unsere Nachfrage nach Thunfisch weiter wie bisher", so Wildenberg, "werden aber auch diese Fanggebiete bald erschöpft sein."

Skipjack-Thunfisch mit Rute und Haken gefangen aus bestimmten Fanggebieten
Thunfische stehen außerdem am Ende der Nahrungskette – dadurch reichern sich in ihnen im erhöhten Ausmaß Kadmium und Blei an – das deutsche Umweltministerium empfahl Risikogruppen wie Schwangeren oder Stillenden daher erst im März diesen Jahres, den Thunfisch-Genuss zu vermeiden.* Die Skipjack-Thunfischart ist jedoch in der Regel weniger belastet als größere Arten, die oft als Steak oder Sushi auf unseren Tellern landen. "Unsere Meere stehen unter massivem Druck – einerseits durch Überfischung, anderseits durch Verschmutzung aus unserer industriellen Produktion. Über die Nahrungskette vergiften wir uns so schlussendlich selbst", so Wildenberg.

ArbeiterInnen zahlen hunderte Euros, damit sie in Thunfisch-Fabriken arbeiten dürfen
Weiters wurden thailändische Thunfisch-Fabriken auf soziale Missstände untersucht. Häufig müssen ArbeiterInnen, die vor allem aus Myanmar einwandern, Rekrutierungsgebühren von hunderten Euros zahlen, um in den thailändischen Thunfisch-Fabriken arbeiten zu dürfen. "Die Anliegen der Wanderarbeiterinnen und -arbeiter werden kaum gehört. Die Beschwerdemechanismen und so genannte 'Arbeitskomittees' funktionieren nicht. Die Arbeitnehmerschaft kann mit den Vorgesetzten nicht über ihre Arbeitsbedingungen verhandeln", sagt Stefan Grasgruber-Kerl, Projektleiter Supply Cha!nge bei Südwind.

Dosenthunfisch-Marke "Vier Diamanten" produziert in den betroffenen Fabriken
Die untersuchten Fabriken Thai Union Manufacturing und Unicord sind Teil der Thai Union Group und der Sea Value Group, die Eigenmarkenprodukte für Supermärkte in Belgien, UK, Litauen, Estland, Lettland, Finnland und Slowenien produzieren. Auch drei Thunfisch-Produkte der Marke "Vier Diamanten", die in Österreich z. B. bei SPAR oder MERKUR erhältlich sind, kommen ebenfalls aus der untersuchten Unicord Fabrik – darunter auch ein Produkt, dessen Verpackung mit der Aufschrift "aus nachhaltiger Fischerei" auf besonders faire Umstände hindeuten möchte: Vier Diamanten Pikant (Thunfischart Skipjack, gefangen mit der Angel im Gebiet FAO 71), Vier Diamanten naturell (Thunfischart Skipjack, gefangen mit  Ringwadennetz im Gebiet FAO 71) und Vier Diamanten in Olivenöl - aus nachhaltiger Fischerei (MSC, Thunfischart Skipjack, gefangen mit der Angel im Gebiet FAO 51).

Zwangsarbeit und Menschenhandel auf den schwimmenden Fischfabriken
Während sich jedoch laut einem früheren Finnwatch-Bericht die Arbeitsbedingungen – wie etwa die Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz – in den Fabriken an Land zumindest geringfügig verbessert haben, ist die Situation für die ArbeiterInnen auf den Schiffen immer noch menschenunwürdig. "Auf den schwimmenden Fischfabriken gibt es nach wie vor Zwangsarbeit und Menschenhandel. Die EU hat zwar erste Schritte unternommen, um illegales und unreguliertes Fischen in Thailand zu verbieten, der jetzige Bericht zeigt aber auf, dass die Überprüfung der Zulieferkette gerade erst in der Anfangsphase ist und nicht flächendeckend durchgeführt wird", erklärt Stefan Grasgruber-Kerl.

"Die Thunfisch-Industrie muss Zwangsarbeit und Menschenhandel auf den Schiffen beenden, die Rekrutierungsgebühren verbieten und Beschwerdemechanismen verbessern. Zwangsarbeit, Menschenhandel und soziales Elend dürfen keinen Platz in Thunfisch-Dosen europäischer Supermärkte haben. Auch österreichische Supermärkte müssen hier klare Bestimmungen in ihre Verträge aufnehmen und mit ihren Auftragnehmern und lokalen Gewerkschaften zusammenarbeiten", fordert Grasgruber-Kerl. Um gegen diese Menschenrechtsverletzungen vorzugehen, braucht es Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fabriken, den Vertriebsunternehmen, die deren Waren kaufen und den Organisationen, die die ArbeiterInnen angemessen vertreten.

Generell ist noch mehr Transparenz und Sorgfalt im Lieferketten-Management von Seiten des Handels nötig, damit KonsumentInnen sich für einen bewussten Genuss entscheiden können, der weder Natur noch Menschen ausbeutet. Alternativen Fischgenuss bieten bio-zertifizierte Aquakulturen und Wildfang aus heimischen Gewässern.

HIntergrundinfos:

Finnwatch-Report auf Englisch zum Downloaden
Link zur Empfehlung des deutschen Umweltministeriums
 

Bilder zu den sozialen Bedingungen in den thailändischen Fabriken
(Credit: Finnwatch, Abdruck zu PR-Zwecken natürlich honorarfrei)
Fabrik Thai Union Manufacturing
Unterkunft der Arbeiter in Samut Sakhon

 

Mehr über das Projekt "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair!"
Das europaweite Projekt "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair" setzt sich für faire und nachhaltige Eigenmarken der europäischen Supermarktketten ein. In Österreich wird es von Südwind und GLOBAL 2000 durchgeführt. Nähere Informationen unter: www.supplychainge.org

 

Rückfragehinweis:
Südwind, Stefan Grasgruber-Kerl, +43/699 100 400 79 oder +43 699/105 72 861, stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at,

GLOBAL 2000, Martin Wildenberg, 0699/142 000 46, martin.wildenberg@global2000.at, oder Karin Nakhai, 0699/142 000 20, karin.nakhai@global2000.at, www.global2000.at

 

Das Projekt "Supply Cha!nge – Make Supermarkets Fair!" wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind und GLOBAL 2000 wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Südwind Straßenfest 2015: Nominierung beim Wettbewerb "Nachhaltig gewinnen!"
Das Südwind Straßenfest – Samstag, 30. Mai, Altes AKH Wien ab 14 Uhr – wurde beim Wettbewerb "Nachhaltig gewinnen!" als eines der zehn besten Events im Sinne der Nachhaltigkeit prämiert.

Wien, 28. Mai 2015 – Der Preis des Bundesministeriums für ein Lebenswertes Österreich fördert Veranstaltungen mit besonderen Ideen zur Umsetzungen der Prinzipien nachhaltiger Eventplanung. Mit dem Eurovision Song Contest haben die, mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierten Veranstaltungen, jetzt einen prominenten Vertreter.

Das Südwind Straßenfest gratuliert dem Buskers Wien Festival zum Gewinn der Auszeichnung und freut sich auf die Kooperation am Samstag den 30. Mai, wenn das Südwind Straßenfest ab 14 Uhr auf dem Campus des Alten AKH in Wien gefeiert wird. Dort zeigen und lehren die StraßenkünstlerInnen vom Busker Festival ihre Tricks. Die Zertifizierung als Green Event wurde dem Südwind Straßenfest heuer erteilt, das sich damit erneut auf einem hohen ökologischen Standard bewegt.

Beim Südwind Straßenfest präsentieren 100 NGOs und Initiativen ihre Themen – untermalt mit feinster Musik. Im Laufe des Tages treten u. a. Bongoreagge, Véro la Reine und Hertzinger auf. Ein Poetry Slam, Gruppenspiele und Kurzvorträge thematisieren Aspekte des Europäischen Jahr für Entwicklung. Die NoMoneyZone lädt zum Tauschen von Skills und Kleidung ein. Für Spannung sorgen die Rätselrally zu Ernährung per Geocach-System sowie die Barfuß Challenge des Fairnessrun auf dem AKH-Gelände. Bei der Tombola gibt es Gutscheine für ökologische Mode, Freikarten für Konzerte, Kinos und Museen zu gewinnen, und als Hauptpreis die Teilnahme an einer fünfwöchigen Yoga-Ausbildung. Ab 22:30 Uhr findet eine Aftershow im WUK statt.


Foto mit Bundesminister Rupprechter und dem Südwind Straßenfest:
http://www.bmlfuw.gv.at/fotoservice/fotoservice/fotodetail.html?galleryPath=/pressekonferenzen-veranstaltungen-Fototermine/2015/gala/20150526_056_sr


Foto mit den VertreterInnen aller zehn nominierten Events des Preises "nachhaltig Gewinnen":
http://www.bmlfuw.gv.at/fotoservice/fotoservice/fotodetail.html?galleryPath=/pressekonferenzen-veranstaltungen-Fototermine/2015/gala/20150526_061_sr

 

Informationen zum Preis:
http://www.bmlfuw.gv.at/umwelt/nachhaltigkeit/green-events/initiative/konferenz2015.html

 

Weitere Informationen und Fotos vom Vorjahr zum Download:
Link zum Straßenfest
Facebook: www.facebook.com/events/726907920735121

 

Rückfragehinweis:
Florian Bauernfeind
Südwind Straßenfest
Tel: 0680/317 63 63
E-Mail: strassenfest@suedwind.at

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AktivistInnen fordern Fairness in der weltweiten Schuhproduktion
Aktion "Der Schuh (unter)drückt ArbeiterInnen und Umwelt – Fairness jetzt!" in Bad Ischl

Wien/Bad Ischl, 25. Juni 2015 – Anlässlich der Verletzungen von Arbeitsrechten und Umweltverschmutzung in der Schuhproduktion demonstrierten gestern am Mittwoch am Sparkassenplatz in Bad Ischl TeilnehmerInnen des Lehrgangs "Global denken – Global handeln" von Südwind und weltumspannend arbeiten – ÖGB für faire Löhne und weniger Gift in der Schuhproduktion

Während sich die Pflanzen bei der OÖ Landesgartenschau in Bad Ischl bester Gesundheit erfreuen, wiesen die AktivistInnen mit kaputten Pflanzen, Giftfässern, sowie Fotos ausgebeuteter ArbeiterInnen auf das giftige Chrom VI und die sozialen Missstände hin, die in unseren Schuhen stecken. Auch ein Berg unfair produzierter Schuhe wurde symbolisch zurückgegeben und faire Bedingungen gefordert.

An die 50 Millionen Paar Schuhe wurden 2013 in Österreich verkauft. Das sind ca. sechs Paar Schuhe pro Österreicherin und Österreicher. Mehr als drei Viertel davon wurden in Asien produziert. Nach China ist Indien eines der wichtigsten Produktionsländer von Schuhen – insbesondere von Lederschuhen – weltweit. Ihre Herstellung erfordert viel Handarbeit. Die arbeitsintensivsten Schritte, das Gerben und Nähen der Schuhteile, finden vorwiegend in Billiglohnländern statt, wo Arbeitsrechte oft mit Füßen getreten werden. Hungerlöhne und unsichere, krankmachende Arbeitsbedingungen stehen für 100.000nde ArbeiterInnen auf der Tagesordnung.

"Hier drückt der Schuh: Für eine Sechs-Tage Woche verdienen die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Schuhfabriken gerade einmal 70 Euro und sind ständig gefährlichen Chemikalien und Dämpfen ausgesetzt. Wir fordern von den österreichischen und europäischen Schuhunternehmen faire Löhne, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und saubere Produktion in ihren Zulieferbetrieben sicherzustellen", erklärt Frederik Schmidsberger, ÖGB-Regionalsekretär und Teilnehmer des Lehrgangs die Aktion.

Die Fotoaktion fand auf Initiative von TeilnehmerInnen des Lehrgangs "Global denken – Global Handeln" von Südwind und weltumspannend arbeiten – ÖGB statt, der zur Zeit bereits zum vierten Mal im BIFEB in Strobl zu Ende geht, zur Unterstützung der Initiative "Change your Shoes!" der Clean Clothes Kampagne statt.

Fotos der Aktion zum Download
Hintergrundinfos und Fotos zum Thema Schuhproduktion finden Sie hier.

Rückfragehinweis:
Stefan Grasgruber-Kerl
Mobil: 0699/100 400 79
E-Mail: stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at

Weltumspannend arbeiten – ÖGB
Gudrun Glocker
Mobil:  0664/614 50 10
E-Mail: gudrun.glocker@oegb.at
www.weltumspannend-arbeiten.at

ÖGB Vöcklabruck
Frederik Schmidsberger
Mobil:  0664/614 51 19
E-Mail: frederik.schmidsberger@oegb.at
http://region.oegb.at/voecklabruck


Das Projekt "Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben" wird von weltumspannend arbeiten – ÖGB und Südwind in Kooperation mit dem VÖGB durchgeführt und von der Europäischen Union und dem österreichischen Sozialministerium gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Projektpartner wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Weltumspannend arbeiten – ÖGB ist das entwicklungspolitische Bildungsprojekt im ÖGB. weltumspannend arbeiten stärkt das globale Bewusstsein innerhalb der österreichischen Gewerkschaftsbewegung durch verschiedene Bildungsangebote und Initiativen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung, Vernetzung und die Vermittlung von Handlungskompetenzen für BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Südwind zeichnet Irmi Salzer mit der "Seglerin" aus
Preisverleihung für lebenslanges entwicklungspolitisches Engagement für Ernährungssouveränität am 30. Mai 2015 um 17:15 Uhr im Rahmen des Südwind Straßenfestes

Leben im Zeichen für Ernährungssouveränität
"Ich gehöre zu den privilegierten Menschen auf dieser Welt, die nicht um ihre tägliche Existenz kämpfen müssen. Gute Bildung, gesundes Essen und ein Leben ohne große Katastrophen sind in unseren Breiten möglich. Dass dies nicht für alle Menschen auf dieser Welt gilt, das schmerzt und ist himmelschreiend ungerecht. Ein klein wenig möchte ich dazu beitragen, diese Ungerechtigkeit auszugleichen", erklärt Irmi Salzer, die diesjährige Preisträgerin der "Seglerin", ihre Motivation für ihr Engagement.

In einer Welt in der Ressourcen ungerecht verteilt sind und Biodiversität und fruchtbare Böden verloren gehen, gewinnt die Bewegung der Ernährungssouveränität für die weitgereiste Landschaftsplanerin zunehmend an Bedeutung. Für Salzer ist die Solidarität das zentrale Element. "Wir müssen solidarisch mit den Menschen im Globalen Süden sein, wenn sie Opfer eines immer gieriger werdenden globalen Kapitalismus werden. Wir müssen ihre lokalen Kämpfe publik machen und sie unterstützen. Und viel wichtiger noch ist, dass wir hier bei uns mit all unserer Kraft die Konsequenzen der europäischen Agrar-, Handels-, Rohstoff-, Energie-, Finanz- und Wirtschaftspolitik anprangern. Europäische Politiken zerstören die Existenzen und Zukunftschancen von Menschen im Globalen Süden. Dagegen müssen wir ankämpfen, hier muss unser Hebel sein."

Wie das zu erreichen ist, ist für Aktivistin Salzer klar: "Wir müssen uns einmischen, kleinbäuerliche Strukturen erhalten und uns für faire Handelsbeziehungen stark machen". Aus diesem Grund engagiert sie sich derzeit im Rahmen der Kampagne "TTIP stoppen", um die Öffentlichkeit über die Hintergründe des Freihandelsabkommens zu informieren.

Über die Preisträgerin
Irmi Salzer studierte Landschaftsplanung und Landschaftsgestaltung an der Universität für Bodenkultur in Wien. Nach längeren Studienreisen nach Costa Rica, Moskau und Portugal begann sie 1995 in einem kollektiv geführten Biogemüsebaubetrieb in Sooß bei Baden zu arbeiten. Seit 2002 betreibt Salzer gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und drei Kindern eine kleine Biolandwirtschaft im Südburgenland. Von 2006 bis 2015 war sie Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Bergbauernvereinigung Via Campesina Austria.  Sie engagiert sich gegenwärtig in der Bewegung für Ernährungssouveränität Nyeleni Österreich und Europa, und ist für die Kampagne "TTIP stoppen" aktiv.

"Die Seglerin"
Der Verein Südwind Entwicklungspolitik Wien vergibt heuer zum zweiten Mal den Preis "Die Seglerin" und zeichnet damit Menschen aus, die sich lebenslang entwicklungspolitisch engagieren und sich für Gerechtigkeit in der Welt einsetzen. Dieses Jahr ist Irmi Salzer "die Seglerin" und wird damit für ihren unermüdlichen Einsatz für Ernährungssouveränität geehrt.

Fotomaterial von Irmi Salzer

Rückfragehinweis:
Mag.a Susanne Paschke
Regionalstelle Wien
Tel: 01/405 55 15 - 327
E-Mail: susanne.paschke@suedwind.at

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Diese Presseaussendung wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern und unterstützt durch die Europäische Kommission über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! http://www.entwicklung.at/eyd2015

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Neuer Wegweiser für Linz
Südwind OÖ präsentiert am 16. Mai den Guide "Wegweiser – Nachhaltig in Linz", in dem nachhaltige Initiativen, Geschäfte und Restaurants vorgestellt werden.

Linz, 12. Mai 2015 – So etwas hat es bis jetzt noch nicht gegeben und nun ist es endlich soweit – der Nachhaltigkeits-Guide für die Stadt Linz wird kommenden Samstag, am 16. Mai 2015, beim Bethlehemstraßenfest das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und unter die Leute gebracht. Auf 68 Seiten werden Geschäfte, Restaurants, Initiativen und Organisationen präsentiert, deren Produkte und Aktivitäten ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stehen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten aufgezeigt, selbst aktiv zu werden.


"Als wir uns für den Guide auf die Suche begeben haben, wie man Nachhaltigkeit in Linz leben kann, waren wir freudig überrascht, wie viele Möglichkeiten es da schon gibt!" sagt Mag.a Nora Niemetz, Mitarbeiterin von Südwind Oberösterreich, die den Guide im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts TriNet Global ausgearbeitet hat . "Das sich in Linz einiges tut war mir klar, aber es ist beeindruckend und Wege weisend, dass sich bereits so viele Menschen dem Thema Nachhaltigkeit widmen."


Die Stadt Linz ist ebenfalls Projektpartner. Bürgermeister Klaus Luger und Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger teilen ihre Freude über den Nachhaltigkeits-Guide bereits im Vorwort mit: "Der Wegweiser zeigt das breite Spektrum an Geschäften, Lokalen und Initiativen, die faire und ökologische Alternativen quer durch die Stadt anbieten. Dies bietet allen Linzerinnen und Linzern nun die Möglichkeit, sich einfach zu informieren und bewusst durch eigene Konsumentscheidungen zu einer nachhaltigen Stadt beizutragen."

 

Der Guide ist kostenlos im Büro von Südwind Oberösterreich sowie beim Bürgerservie der Stadt Linz und bei allen im Wegweiser vorgestellten werden Geschäfte, Restaurants, Initiativen und Organisationen erhältlich.

 

Bildmaterial: Bildergalerie Wegweiser

 

Rückfragehinweis:
Mag.a Nora Niemetz, Südwind Oberösterreich, nora.niemetz@suedwind.at, 0732/795 66 41
Mag.a Eva Schobesberger, Magistrat der Stadt Linz, eva.schobesberger@mag.linz.at, 0732/707 02030

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Dieses Dokument wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des Projekts TriNet Global erstellt. Für seinen Inhalt ist allein die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung verantwortlich; es gibt nicht den Standpunkt der Europäischen Union wieder.

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Aus für gesundheitsgefährdende Lederschuhe?
Die Clean Clothes Kampagne begrüßt neues, EU-weites Importverbot von Chrom VI-haltigem Leder, das in Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Wien/Brüssel, 30. April 2015 – Ab 1. Mai 2015 ist es verboten, Chrom VI-haltiges Leder auf den Europäischen Markt zu bringen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die europäischen KonsumentInnen vor gesundheitsgefährdenden Lederprodukten zu schützen. Die Menschen, die in Billiglohnländern tagtäglich Leder gerben, bleiben aber weiterhin den teilweise hochgiftigen Chemikalien ausgeliefert. Aus diesem Grund macht die Clean Clothes Kampagne mit dem Motto "Cange Your Shoes" auf die Arbeitsbedingungen in, sowie die Gesundheits- und Umweltgefährdungen durch die Lederindustrie aufmerksam und fordert mehr Transparenz von Herstellern.

"Es ist besorgniserregend, dass Trägerinnen und Träger von Lederschuhe Gefahr laufen, durch unreine Gerb-Methoden Gesundheitsrisiken einzugehen. Noch gefährdeter sind die Arbeiterinnen und Arbeiter in Gerbereien in Billiglohnländern, wie Indien oder Bangladesch. Sie sind den Giften oft vollkommen schutzlos ausgeliefert. Das muss sich ändern!", meint Michaela Königshofer, Leiterin der Clean Clothes Kampagne in Österreich und fügt hinzu: "Das Importverbot von Chrom VI-haltigem Leder, ist ein erster Schritt – wie gut diese Maßnahme greifen wird und ob sie auch positive Auswirkung auf die Lederherstellung außerhalb der EU haben wird, bleibt jedoch abzuwarten."

80 bis 85 Prozent des Leders wird weltweit durch chemische Verfahren gegerbt. Die Gerbung mit Chrom-III-Salzen ist weltweit die gängigste Methode, obwohl sie Risiken für Umwelt und Gesundheit birgt. Gesundheitsgefährdend ist sie vor allem dann, wenn es dabei zur unerwünschten Bildung von Chrom VI-Verbindungen kommt. Das sechswertige Chrom ist hochgiftig und krebserregend und kann im Gegensatz zu Chrom III leicht in die Haut eindringen. Das kann sowohl für  ProduzentInnen als auch TrägerInnen dieses Leders gesundheitsgefährdend sein und zu Haut- und Atemwegserkrankungen führen.

Im Gegensatz zu den Missständen in der Bekleidungsindustrie, sind die menschenunwürdigen Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Leder- und Schuhproduktion  bis dato noch weitgehend unbekannt. Die Kampagne "Change Your Shoes" wird in den kommenden Jahren dafür eintreten, Missstände aufzudecken und für Veränderungen bei den Unternehmen zu plädieren. "Unser Ziel ist es, Verbesserungen der sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in der Leder- und Schuhindustrie zu erwirken. Dazu gehören unter anderem menschenwürdige Löhne und sichere Arbeitsplätze in Gerbereien und Fabriken", fasst Königshofer zusammen.

Die Kampagne steht heuer im Zeichen des Europäischen Jahr für Entwicklung und dessen Motto "Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft". Die EU spielt eine wichtige Rolle beim Schutz von ArbeiterInnen und KonsumentInnen vor gesundheitsgefährdenden Produkten und bei der Implementierung einer ethischen und nachhaltigen Schuhproduktion.

Weitere Informationen zur neuen EU-Richtlinie
Fotos zum Downloaden: www.cleanclothes.at/presse

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 988 3
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

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Rana Plaza Fabrikeinsturz: Modemarken bringen Entschädigungsfonds in Notlage

Am 24. April jährt sich der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch zum zweiten Mal. Beim schwersten Unglück in der Geschichte der Textilindustrie starben über 1.100 Menschen. Zwei Jahre nach der Katastrophe fehlen noch immer sechs Millionen US-Dollar für die Entschädigung der Opfer. Die Clean Clothes Kampagne macht weltweit, u. a. heute in Wien, mit Straßenaktionen auf Versäumnisse der Bekleidungsunternehmen aufmerksam.

 

 

 

Wien, 23. April 2015 – Die ArbeiterInnen von Rana Plaza nähten T-Shirts, Hosen und Jacken für 31 international tätige Bekleidungsunternehmen. Die NäherInnen wurden von den Fabrikbetreibern unter Androhung ihrer Entlassung gezwungen, zur Arbeit zu erscheinen, obwohl das Gebäude wegen schwerer Baumängel am Tag zuvor behördlich gesperrt worden war. Am Morgen des 24. April 2013 stürzte der achtgeschossige Fabrikkomplex ein.

Entschädigungsfonds: sechs Millionen US-Dollar fehlen
Für die faire und koordinierte Entschädigung der Verletzten und Hinterbliebenen wurde im Jänner 2014 unter der Leitung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ein Fonds eingerichtet. 30 Millionen US-Dollar sind erforderlich für die Auszahlung der über 2.800 eingereichten Forderungen von verletzten ArbeiterInnen und den Familien der Verstorbenen. "Zahlreiche Markenfirmen haben viel zu niedrige Zahlungen an den Entschädigungsfonds geleistet oder verweigern diese überhaupt, wie die deutschen Unternehmen Adler Modemärkte und NKD", erklärt Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne. "Andere – wie Mango oder Inditex (Zara) – haben ihre Zahlungen nicht öffentlich gemacht, was befürchten lässt, dass diese sehr niedrig ausgefallen sind", so Königshofer weiter. In Summe fehlen daher rund sechs Millionen US-Dollar im Entschädigungsfonds.

Benetton
Der italienische Moderiese Benetton liess sich zwei Jahre Zeit und reagierte erst letzte Woche – nach massivem öffentlichen Druck – und zahlte 1,1 Millionen US-Dollar für die Entschädigung der Opfer. Dies entspricht nicht einmal einem Viertel der fünf Mio. US-Dollar, die als Beitrag von Benetton zum Fonds vorgesehen waren. Die Forderung nach dieser Summe wurde weltweit von über einer Million Menschen per Petition unterstützt. "Es handelt sich um einen sehr mageren Beitrag den Benetton auf Anraten des Wirtschaftprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers hier tätigt, der eine vollständige Auszahlung der Ansprüche an die Familien der Verstorbenen in die Ferne rücken lässt", zeigt sich Königshofer enttäuscht. Mit einer Fotoaktion auf der Wiener Mariahilfer Straße mit dem Slogan "Benetton: Give Them Five!" verleihen AktivistInnen der Clean Clothes Kampagne der Forderung nach einem Beitrag von fünf Millionen US-Dollar vor dem zweiten Jahrestag des Unglücks nochmals Nachdruck.

Sicherheitsabkommen
Aber es gibt auch positive Entwicklungen zu beobachten, wie die Umsetzung des Abkommens für Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch – "Bangladesh Accord on Fire and Building Safety". Über 1.250 Fabriken konnten bis dato von unabhängigen Inspektionsteams auf Mängel überprüft werden. Daraus resultierten bisher mehr als 950 Korrekturpläne, die laufend umgesetzt werden und die Sicherheit von Bangladeschs Textilfabriken nachhaltig verbessern sollen. Unter den über 190 Unternehmen, die das Sicherheitsabkommen unterzeichnet haben, ist auch eine österreichische Firma.

Fashion Revolution Day
Als Reaktion auf die Katastrophe von Rana Plaza wurde der Fashion Revolution Day ausgerufen. "Who made my clothes?" fragt die internationale Fashion Revolution Bewegung auch 2015 an diesem Gedenktag, um die Herkunft unserer Kleidung kritisch zu beleuchten. Mehr als 65 Länder nehmen mit den unterschiedlichsten Aktionen am Fashion Revolution Day teil, um ein Zeichen für faire und nachhaltige Arbeitsbedingungen in der Textilbranche zu setzen. Auch in Österreich zeigt sich die Fair-Fashion Szene mit einem umfangreichen Programm.

Fotos:
Druckfähige Fotos von der Aktion "Benetton: Give Them Five" stehen ab 12:30 Uhr unter cleanclothes.at/presse/ zum Download bereit.

Sicherheitsabkommen
Übersicht Unternehmen, die das Sicherheitsabkommen unterzeichnet haben: bangladeshaccord.org/signatories/

Entschädigungszahlungen
Übersicht der 31 Unternehmen, die bei Rana Plaza produzieren ließen: www.cleanclothes.org/ranaplaza/who-needs-to-pay-up
Übersicht Einzahlungen in den Entschädigungsfonds:
www.ranaplaza-arrangement.org/fund/donors

Statement der Clean Clothes Campaign zu Benettons Zahlung von 1,1 Millionen US-Dollar:
www.cleanclothes.org/news/2015/04/21/why-producing-a-report-doesnt-make-benettons-contribution-any-more-credible

Fashion Revolution Day
Webseite: http://fashionrevolution.org/austria
Facebook: www.facebook.com/fashionrevolutionaustria.org,
                  www.facebook.com/events/427845707398832/
Programm Fashion Revolution Day: cleanclothes.at/de/news/fashion-revolution-day-2015/

Rückfragehinweis
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
Tel: 01/405 55 15 - 306
Mobil: 0664/230 98 83

E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

 

 

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Clean Clothes-Straßenaktion vor Hugo Boss Filiale in Salzburg

Unter dem Motto "Ein echter BOSS zahlt Existenzlöhne! Hugo Boss 'Erfolgskurs' – Weg in die Armut für Beschäftigte" forderten AktivistInnen der Clean Clothes Kampagne heute Vormittag vor der Filiale am Rudolfskai die Zahlung von existenzsichernden Löhnen für NäherInnen in den Produktionsstätten von Hugo Boss.

 

 

Salzburg, 12. März 2015 – Anlässlich der Hugo Boss Analystenkonferenz am 12. März 2015 in Metzigen, Deutschland, an der das Unternehmen die Jahresergebnisse präsentiert, fordert die Clean Clothes Kampagne (CCK) Existenzlöhne für die NäherInnen und macht heute europaweit auf Arbeitsrechtsverletzungen in den Produktionsstätten von Hugo Boss aufmerksam.

Hugo Boss hat innerhalb von fünf Jahren den Gewinn verdreifacht und das Ergebnis vor Steuern auf 437 Millionen Euro 2014 steigern können. Doch von diesem Profit sehen die ArbeiterInnen bisher nichts – im Gegenteil. "Anstatt sie am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen halten die geringen Löhne die Näherinnen und Näher in der Armutsspirale gefangen", kritisiert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne Österreich. Zusätzlich zum viel zu geringen Lohn berichten Hugo Boss-NäherInnen von Gewerkschaftseinschüchterungen, Verstößen gegen Überstundenregelungen und sexueller Belästigung. "Ich respektiere das Unternehmen, ich respektiere meine Arbeit, warum respektieren sie mich nicht? Hugo Boss verhält sich bisher nicht verantwortungsvoll", so ein türkischer Hugo Boss Arbeiter.

Rund die Hälfte der gesamten Hugo Boss Produkte werden in osteuropäischen und türkischen Fabriken hergestellt. Der CCK-Bericht "Im Stich gelassen" (2014) zeigt, dass in der gesamten Region die Differenz zwischen dem ausbezahlten Lohn und einem Existenzlohn extrem groß ist. Auch bei Hugo Boss Lieferanten wurde diese Rechercheanalyse bestätigt. Die meisten ArbeiterInnen verdienen Löhne unter der nationalen Armutsgrenze. Für den Bericht wurden TextilarbeiterInnen bei einem Hugo Boss Lieferanten in der Türkei interviewt. Sie verdienten zum Zeitpunkt der Recherche durchschnittlich 326 Euro pro Monat – Überstunden und Zuschläge inbegriffen. Die nationale Armutsgrenze lag zu diesem Zeitpunkt bei 401 Euro pro Monat, ein minimaler Existenzlohn bei 890 Euro pro Monat.

Bettina Musiolek von der Clean Clothes Campaign Deutschland betont: "'Made in Europe' sollte dafür stehen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter der Armut entkommen können und keine Angst haben müssen, einer Gewerkschaft beizutreten. Doch das Gegenteil ist der Fall", und sie fordert weiter: "Vom 'Erfolgskurs' von Hugo Boss sollen auch die Arbeiterinnen und Arbeiter profitieren, immerhin ist existenzsichernder Lohn ein Menschenrecht, das den Näherinnen und Nähern von Hugo Boss-Bekleidung verwehrt wird."

 

Hintergrundinformationen und Material:

Bildmaterial ab 13:00 Uhr


Rückfragehinweis:
Anita Rötzer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Tel: 0662/827 81 31
E-Mail: anita.roetzer@suedwind.at
www.cleanclothes.at

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

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Ein echter BOSS zahlt Existenzlöhne! Hugo Boss 'Erfolgskurs' – Weg in die Armut für Beschäftigte

Anlässlich der Hugo Boss Analystenkonferenz am 12. März 2015 in Metzigen, Deutschland, an der das Unternehmen die Jahresergebnisse präsentiert, fordert die Clean Clothes Kampagne (CCK) Existenzlöhne für die NäherInnen, die für das Unternehmen Kleidung anfertigen. Online und auf der Straße macht die Clean Clothes Kampagne europaweit auf Arbeitsrechtsverletzungen in den Produktionsstätten von Hugo Boss aufmerksam.

 

Wien, 11. März 2015 – Hugo Boss hat innerhalb von fünf Jahren den Gewinn verdreifacht und das Ergebnis vor Steuern auf 437 Millionen Euro 2014 steigern können. Doch von diesem Profit sehen die ArbeiterInnen bisher nichts – im Gegenteil. "Anstatt sie am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen halten die geringen Löhne die Näherinnen und Näher in der Armutsspirale gefangen", kritisiert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne Österreich. Zusätzlich zum viel zu geringen Lohn berichten Hugo Boss-NäherInnen von Gewerkschaftseinschüchterungen, Verstößen gegen Überstundenregelungen und sexueller Belästigung. "Ich respektiere das Unternehmen, ich respektiere meine Arbeit, warum respektieren sie mich nicht? Hugo Boss verhält sich bisher nicht verantwortungsvoll", so ein türkischer Hugo Boss Arbeiter.

Rund die Hälfte der gesamten Hugo Boss Produkte werden in osteuropäischen und türkischen Fabriken hergestellt. Der CCK-Bericht "Im Stich gelassen" (2014) zeigt, dass in der gesamten Region die Differenz zwischen dem ausbezahlten Lohn und einem Existenzlohn extrem groß ist. Auch bei Hugo Boss Lieferanten wurde diese Rechercheanalyse bestätigt. Die meisten ArbeiterInnen verdienen Löhne unter der nationalen Armutsgrenze. Für den Bericht wurden TextilarbeiterInnen bei einem Hugo Boss Lieferanten in der Türkei interviewt. Sie verdienten zum Zeitpunkt der Recherche durchschnittlich 326 Euro pro Monat – Überstunden und Zuschläge inbegriffen. Die nationale Armutsgrenze lag zu diesem Zeitpunkt bei 401 Euro pro Monat, ein minimaler Existenzlohn bei 890 Euro pro Monat.

Bettina Musiolek von der Clean Clothes Campaign Deutschland betont: "'Made in Europe' sollte dafür stehen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter der Armut entkommen können und keine Angst haben müssen, einer Gewerkschaft beizutreten. Doch das Gegenteil ist der Fall", und sie fordert weiter: "Vom 'Erfolgskurs' von Hugo Boss sollen auch die Arbeiterinnen und Arbeiter profitieren, immerhin ist existenzsichernder Lohn ein Menschenrecht, das den Näherinnen und Nähern von Hugo Boss-Bekleidung verwehrt wird."

Hintergrundinformationen:
•    Studie "Im Stich gelassen"
•    Länderprofil Türkei
•    Petition "Tell Hugo's bosses to back off"

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 988 3
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

 

 

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Abgebrannt – KiK verweigert Entschädigungszahlungen an Opfer
Pakistanische Arbeiter-Witwe fordert Verantwortung vom KiK-Geschäftsführer mittels Online-Petition.

Wien, 5. März 2015 – Vor zweieinhalb Jahren starb Shahida Parveens Mann beim verheerenden Brand der Textilfabrik Ali Enterprises in Karachi, Pakistan. 254 Menschen kamen damals insgesamt ums Leben, 55 wurden verletzt. Die Fabrik produzierte hauptsächlich Kleidung für den deutschen Discounter KiK. Die Witwe kämpft seit dem Tod ihres Mannes ums finanzielle Überleben. Gestern startete sie eine Online-Petition adressiert an Heinz Speet, Geschäftsführer von KiK.

"Der 11. September 2012 war ein Zahltag", berichtet die Witwe Shahida Parveen. "Mein Mann, Muhammad Akmal, war an diesem Tag für die Auszahlung der Löhne in der Ali Enterprises Textilfabrik zuständig und wollte dann nachhause kommen. Akmal kam aber nicht nachhause. Stattdessen kam er auf grauenvollste Weise ums Leben. Er verbrannte, eingesperrt in einer Fabrik. Sein Tod wäre vermeidbar gewesen. Sein Tod war das Ergebnis eines fahrlässig handelnden Unternehmens: KiK", klagt die Witwe an.

KiK – Schlechter als man denkt
Im Jänner 2013 unterzeichnete KiK eine Zusage für eine Soforthilfe in der Höhe von einer Million US-Dollar und erklärte sich bereit, über weitere Entschädigungszahlungen an die Opfer zu verhandeln. Bis dato gibt es jedoch keine Einigung darüber. "KiK verschleppt die Verhandlungen, um nicht für die Entschädigung der Opfer aufkommen zu müssen", zeigt sich Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne besorgt. KiK hatte ursprünglich auch in Aussicht gestellt, 250.000 US-Dollar in Arbeitssicherheitsmaßnahmen zu investieren, eine ebenfalls ausstehende Summe.

Keine Notausgänge
Nur wenige Wochen vor dem Brand 2012 war der Fabrik von dem italienischen Audit-Unternehmen RINA bescheinigt worden, dass die Produktionsstätte den internationalen Arbeitsschutzstandards der SAI (Social Accountability International) entsprächen, obwohl Notausgänge fehlten, die Fenster vergittert waren und es ein illegal eingebautes Zwischengeschoss gab.

Zu wenig für drei Malzeiten am Tag
Für die Hinterbliebenen bedeuten die ausstehenden Entschädigungszahlen einen täglichen Kampf. "Es ist zunehmend schwer für die täglichen Ausgaben aufzukommen. Mein Gesundheitszustand verschlechtert sich, aber ich habe kein Geld für einen Arzt und Medikamente. Ich kann nicht einmal mehr sicherstellen, dass meine Söhne, elf, acht und drei Jahre alt, drei Mahlzeiten am Tag bekommen", zeigt sich Shahida Parveen verbittert.

An Heinz Speet, Geschäftsführer von KiK
Shahida Parveen wende sich nun mittels einer Online-Petition an Heinz Speet, Geschäftsführer von KiK und fordert Entschädigungszahlungen: _blank>https://secure.avaaz.org/en/petition/Hienz_Speet_KiK_Chairman_KiK_Pay_Compensation_to_the_Ali_Enterprises_Factory_Fire_Victims/" target="_blank">https://secure.avaaz.org/en/petition/Hienz_Speet_KiK_Chairman_KiK_Pay_Compensation_to_the_Ali_Enterprises_Factory_Fire_Victims/

Hintergrundinformation zu Ali Enterprises
http://www.cleanclothes.org/ranaplaza/ali-enterprises-fire

Rückfragen an:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 98 83
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Farhat Fatima
Advocacy and Networking, PILER, Pakistan
E-Mail: farhat_piler@hotmail.com

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Frauen der Revolution – Amani Eltunsi in Linz

Seit 13. Februar 2015 läuft der Film "Private Revolutions – Jung, Weiblich, Ägyptisch" erfolgreich im Kino. In der Woche des internationalen Weltfrauentags wird Amani Eltunsi, Radiomacherin und Verlegerin in Ägypten sowie Protagonistin im Film, Anfang März in Österreich sein: Südwind OÖ organisiert eine Sondervorstellung inklusive Gespräch am Dienstag, 3. März 2015, um 18 Uhr im Moviemento Kino.

 

 

Linz, 26. Februar 2015 – Amani Eltunsi ist Gründerin eines Verlags und des Internetradios "Banat wa Bas" für Frauen und sendet zu den Themen häusliche Gewalt, sexuelle Diskriminierung und persönliche Freiheit in Ägypten. "Alle in meinem Umfeld sagen irgendwann zu mir: 'Warum bist du nicht verheiratet? Heirate und kriege Kinder! Das ist besser als das, was du jetzt machst.' Ich liebe Kinder, aber ich liebe auch mich und meine Ziele. Es gibt viele Frauen, die viele Kinder haben. Aber es gibt nur eine Frau, die einen eigenen Radiosender hat." (Filmzitat, Amani Eltunsi)


Die Radiomacherin hat über fünf Millionen Zuhörerinnen im arabischen Raum und setzt sich für die rechte arabischer Frauen ein. Mit ihren kritischen Berichten eckt sie bei Religionsvertretern und der staatlichen Medienzensur an. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und ist nach wie vor "on air". Im Dezember 2012 erhielt sie im Rahmen des Filmfestivals "This Human World" in Wien den Menschenrechtspreis der Österreichischen Liga für Menschenrechte.


Im Europäischen Jahr für Entwicklung steht der März im Zeichen von Mädchen und Frauen. Südwind OÖ greift das Thema auf, zeigt den Dokumentarfilm Private Revolutions in der Veranstaltungsreihe "Südwind im Kino" und hat Amani Eltunsi in Kooperation mit dem Moviemento nach Linz eingeladen. Der vielfach preisgekrönte Film von Alexandra Schneider zeigt vier junge Ägypterinnen, die um die Verbesserung ihrer, sehr unterschiedlichen, (Lebens)welt kämpfen und dass diese Frauen der Motor der Revolution sind. Im Anschluss an die Filmvorführung wird die Protagonistin des Films über ihre aktuelle Situation in Ägypten, die Veränderungen durch den Film und ihre Zukunft sprechen. Vor allem aber wird sie Fragen aus dem Publikum beantworten. Begleitet wird sie von Daniela Praher, Produzentin des Films. Das Filmgespräch wird in englischer Sprache abgehalten.

Einzelinterviews:
Interviewtermine mit Amani Eltunsi und Daniela Praher (Produzentin) sind zwischen 16:00 und 19:00 Uhr möglich, bei Interesse bitte per Mail einen Termin vereinbaren.

Rückfragehinweis:
Mag.a Susanne Loher
Südwind OÖ
Südtirolerstraße 28
4020 Linz
Tel: 0732/795 66 41
ooe@suedwind.at

 

Termin der Sondervorführung: 3. März 2015, 18 Uhr, Moviemento Linz

 

Bildmaterial: alle Fotos (c) Daniela Praher Filmproduktion

 

Mit freundlicher Unterstützung von: Moviemento Linz, Daniela Praher Filmproduktion, Frauenbüro der Stadt Linz, AK Kultur, Die Grünen OÖ
 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

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Clean-IT fordert soziale Verantwortung für Krebsfälle bei Samsung

98 Tote und mehr als 130 Schwerkranke: Diese traurige Bilanz ziehen die  Südwind-Kampagne Clean-IT und  Nichtregierungs¬organisationen (NGOs) anlässlich des Welt-Krebstages am 4. Februar 2015 und fordern, dass Samsung seine soziale Verantwortung den Betroffenen gegenüber wahrnimmt.

Wien, 3. Februar 2015 – Im Oktober 2014 belegte der "Winds of Change"-Bericht von Electronics Watch, dass in koreanischen Fabriken von Samsung, dem weltgrößten Technologieunternehmen, in den vergangenen sieben Jahren 232 ArbeiterInnen schwer erkrankten, meist an verschiedenen Formen von Krebs.

Samsung bietet nun in einem Mediationsprozess nach jahrelangen Gerichtsverfahren im Mutterland Südkorea zwar finanzielle Entschädigungen für eine kleine Minderheit von Betroffenen an, leugnet aber trotz gegenteiliger Gerichtsbeschlüsse vom August 2014 weiterhin jeglichen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und gesundheitsschädigenden Bedingungen am Arbeitsplatz. Die engen Kriterien, die Samsung für Entschädigungszahlungen aufgestellt hat, schließen eine überwiegende Mehrheit der Betroffenen aus. Samsung bezeichnet das Angebot als "Geschenk" bzw. einen Akt "humanitärer Hilfe".

Die südkoreanische NGO SHARPS vertritt die Mehrzahl der Betroffenen im Mediationsprozess. Dr. Jeong-ok Kong von SHARPS kritisiert: "Diese Aktion wirkt wie Ablasshandel! Darauf können wir nicht eingehen. Nur sehr wenige der Betroffenen würden überhaupt Entschädigungszahlungen bekommen. Samsung möchte sich lediglich von seiner Verantwortung für hunderte Opfer freikaufen und weitere Untersuchungen unterbinden." Die von NGOs geforderten Untersuchungen in den koreanischen Samsung-Fabriken verweigert das Unternehmen nach wie vor.

In Österreich hat Samsung 2014 eine App für Smartphones entwickeln lassen. Sie soll u. a. der Krebsforschung dienen. "Diese App ist toll, aber wirkt wie ein PR-Gag von Samsung, wenn sich das Unternehmen auf der anderen Seite der Welt nicht seiner Verantwortung gegenüber an Krebs erkrankten Arbeiterinnen und Arbeitern stellen will!", kritisiert Andrea Ben Lassoued von der Südwind-Kampagne Clean-IT. In seiner Begründung für die Eurobest 2014 Awards hat Samsung als vorrangiges Ziel angegeben, sich als ein verantwortliches Unternehmen zu positionieren und die Sichtbarkeit seiner Marke in den Kategorien "CSR" und "Corporate Citizenship" signifikant verbessern zu wollen.

"Die Wurzel des Übels, nämlich die in der Halbleitererzeugung verwendeten Chemikalien und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter, wird von Samsung konstant ignoriert. Wir erwarten von Samsung, sich endlich nachhaltig für faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Produktionskette einzusetzen anstatt mit PR Gags zu glänzen!", so Ben Lassoued. Die NGOs fordern, dass Samsung seine Fabriken von unabhängigen Institutionen prüfen lässt und vorbeugende Maßnahmen setzt, um weitere Todesfälle und Erkrankungen zu verhindern. Außerdem müssen Betroffene mit anderen schweren Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Folgeerscheinungen wie Unfruchtbarkeit sowie LeiharbeiterInnen bei den Entschädigungszahlungen berücksichtigt werden.

Um diesen Forderungen in Österreich Nachdruck zu verleihen hat die Südwind-Kampagne Clean-IT Samsung für den "Schandfleck des Jahres 2014", den Schmähpreis für sozial verantwortungslose Unternehmen, nominiert. Bis zum 18. Februar 2015 kann der Publikumspreis noch unter www.schandfleck.or.at gewählt werden.

Der Publikums- und der Jurypreis für den Schandfleck 2014 werden am 20. Februar 2015, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien verliehen.

Weitere Informationen:
Dossiers zu den Nominierungen: www.schandfleck.or.at
"Winds of Change" Bericht
Electronics Watch
Presseaussendung zu Samsung vom 19. Jänner 2015
www.clean-it.at

Für Rückfragen:
Andrea Ben Lassoued
Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 320
Mobil: 0676/401 88 89
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at

Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Teil des internationalen Good Electronics Netzwerkes. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.
Südwind hat gemeinsam mit anderen europäischen Organisationen die unabhängige Monitoring-Organisation Electronics Watch gegründet, die durch sozial verantwortliche öffentliche Beschaffung in Europa die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte in der globalen Elektronikbranche erreichen will.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern – unterstützt durch die Europäische Kommission – über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

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Politische Bildung mit globaler Dimension gefordert
Anlässlich der von Außenminister Sebastian Kurz angestoßenen Debatte rund um das "Pflichtfach Politische Bildung" fordert Südwind die konsequente Einbeziehung der "globalen Dimension" bei einer Einführung des Faches.

Angesichts einer immer komplexer werdenden Weltgesellschaft sei das Verstehen von  weltweiten Zusammenhängen unumgänglich, um ein verantwortungsvolles Handeln zu ermöglichen.

Frankreich antwortet mit einer Bildungsoffensive auf die Terroranschläge in Paris. Auch in Österreich fordert Außenminister Kurz nun "Politische Bildung" als Pflichtfach in Schulen. "Bei Bildung anzusetzen ist immer wichtig", so der Südwind-Bildungsbereichsleiter Franz Halbartschlager, "angesichts der erschreckenden Entwicklungen in Paris wird aber noch deutlicher, wie notwendig es ist, Globales Lernen im Unterricht zu forcieren."

"Das Bildungskonzept des Globalen Lernens greife die geeigneten Inhalte auf, um komplexe weltweite Zusammenhänge verständlich zu machen und angemessen zu thematisieren. In Verbindung mit ganzheitlichen Lernmethoden und sozialen Lernformen fördere das Globale Lernen das Interesse von Schülerinnen und Schülern an gesellschaftlicher Beteiligung und an verantwortungsvollem Handeln", argumentiert Halbartschlager.

Die vielfältigen Bildungsangebote von Südwind orientieren sich am zukunftsweisenden Konzept des Globalen Lernens. Bereits seit 18 Jahren Jahren bietet die entwicklungspolitische Organisation Workshops und Ausstellungen für SchülerInnen aber auch Fortbildungen für LehrerInnen und Studierende zu entwicklungspolitischen Themen an.

Was die Verankerung von Globalem Lernen konkret für den Unterricht bedeutet, verdeutlicht Heidi Unterhofer, Lehrerin am Gymnasium Sillgasse in Innsbruck und Obfrau von Südwind Tirol: "Es geht um die Beschäftigung mit verschiedenen Lebenswelten, die Reflexion von Wertvorstellungen, die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt und das Entdecken von neuen Möglichkeiten. Und wenn die Schülerinnen und Schüler mehr über Jamaika wissen wollen, dann ist eben Jamaika Thema des Unterrichts." Am Gymnasium Sillgasse sei das Globale Lernen bereits in den Lehrplänen verankert, was Unterhofer jedoch im individuellen Engagement der Lehrkräfte begründet sieht.

Südwind setzt sich seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

 

Mehr zum Globalen Lernen:
www.oneworld.at

 

Druckfähige Fotos zum Globalen Lernen: Entwicklungsworkshop im BRG Kandlgasse/Wien
Entwicklungsworkshop im BRG Kandlgasse/2

 

Rückfragehinweis:
Caroline Sommeregger, Südwind
Tel: 0680/144 37 87
E-Mail:caroline.sommeregger@suedwind.at


Diese Presseaussendung wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

 

 

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Clean-IT nominiert Samsung für den "Schandfleck des Jahres 2014"

Immer wieder kommt es zu Arbeitsunfällen und Gesundheitsschädigungen in koreanischen Werken Samsungs sowie in der Zulieferkette des weltweit größten Technologieunternehmens. Laut Studien von NGOs sind dort in den letzten sieben Jahren 232 ArbeiterInnen direkt oder indirekt berufsbedingt erkrankt, 98 davon starben.

 

Wien, 19. Jänner 2015 – Heuer nominiert die Kampagne Clean-IT der entwicklungspolitischen Organisation Südwind Samsung für den "Schandfleck des Jahres 2014". Der Schmähpreis wird dieses Jahr zum dritten Mal vom Netzwerk Soziale Verantwortung an besonders unverantwortlich agierende Unternehmen organisiert und vergeben.

Seit einigen Jahren beobachten Südwind und andere Organisationen die Arbeitsbedingungen in Werken der koreanischen Halbleiterindustrie, die für Samsung produzieren. Neben den berufsbedingten Erkrankungen, die durch den täglichen Kontakt mit giftigen Chemikalien entstehen, kam es auch zu Arbeitsunfällen. Im Jänner 2013 trat in einer Fabrik im  Samsung Werk in Hwaseong Fluorwasserstoff aus. Fünf LeiharbeiterInnen mussten verletzt ins Spital gebracht werden, einer verstarb. Im Mai 2013 kam es im gleichen Werk wieder zu einem Austritt von Fluorwasserstoff, wobei drei ArbeiterInnen verletzt wurden. Im März 2014 trat in einer Samsung-Fabrik in Seoul Kohlendioxid aus, ein Arbeiter verstarb.

Südwind-Partnerorganisationen wie DanWatch, AMRC und SHARPS berichten zudem immer wieder über Häufungen von Leukämie, Multipler Sklerose und Aplastischer Anämie unter Beschäftigten in Samsung-Werken. "Trotz vieler gut dokumentierter Fälle bleibt es für die Arbeiterinnen und Arbeiter schwierig, Entschädigungszahlungen zu erwirken. Besonders tragisch ist, dass aufgrund langer Prozesszeiten die Betroffenen oft sterben, bevor ihnen eine Entschädigungszahlung zuerkannt wird", kritisiert Andrea Ben Lassoued von der Südwind-Kampagne Clean-IT.

Im Mai 2014 veröffentlichte Samsung schließlich eine Stellungnahme, in der sich das Unternehmen bei den Opfern "mutmaßlicher Betriebsunfälle" und deren Familien entschuldigte und eine Entschädigung versprach.

In einer Presseaussendung letzten Freitag hat Samsung nun zwar Entschädigungszahlungen angekündigt, bestreitet jedoch immer noch einen direkten Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und den Erkrankungen. "Jetzt kommt es darauf an, wann die ersten Zahlungen wirklich bei den Menschen ankommen. Samsung muss dringend Maßnahmen ergreifen, um weitere Todesfälle und Neuerkrankungen zu verhindern. Ernstzunehmende soziale Verantwortung bedeutet Menschenleben vor Profite zu stellen", betont Ben Lassoued.

Die Südwind-Kampagne Clean-IT nominiert Samsung für den Schandfleck des Jahres 2014. "Wir fordern von Samsung sich endlich nachhaltig für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen, denn das ist längst überfällig!", so Ben Lassoued und ruft zur Teilnahme am Voting für den Publikumspreis auf.

Ab heute, 19. Jänner 2015, bis zum 18. Februar 2015 kann der Publikumspreis unter: www.schandfleck.or.at gewählt werden

Der Publikums- und der Jurypreis für den Schandfleck 2014 werden am 20. Februar 2015, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien verliehen.

Weitere Informationen:
Dossiers zu den Nominierungen: www.schandfleck.or.at
Presseaussendung zu Samsung von 28.10.2014
Report von DanWatch zum Downloaden
Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie:
www.clean-it.at

Für Rückfragen:
Andrea Ben Lassoued
Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 320
Mobil: 0676/401 88 89
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at

Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Teil des internationalen Good Electronics Netzwerkes. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

 

 

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Denk.Mal.Global Vortragsreihe 2015 erfolgreich gestartet
Linz, 20. Jänner 2015: "Sport & Entwicklungspolitik" – 14. Jänner bis 4. Februar 2015 im Wissensturm Linz

Die Denk.Mal.Global Vortragsreihe, eine Kooperation zwischen Südwind OÖ und der Volkshochschule Linz, findet bereits zum achten Mal statt und bringt hochkarätige Vortragende, wie z. B. Susanne Scholl bei freiem Eintritt nach Linz – heuer mit einem kritischen Blick auf sportliche Großveranstaltungen. Vergangenen Mittwoch hat die Reihe mit dem Vortrag "Fußball und (Post-) Kolonialismus in Afrika – Vom muskulären Christentum zu neoliberalen Stars" von Kurt Wachter begonnen. Weiter geht es am 21. Jänner 2015 mit dem Vortrag "Spiele und Proteste in Brasilien", bei dem ein Bogen von der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 zu den Sommerspielen 2016 gespannt wird.

Der Trend ist nicht zu übersehen. Die Gastgeber internationaler Sportgroßveranstaltungen sind seit Beijing 2008 zunehmend in den Ländern des Globalen Südens zu finden. In den offiziellen Darstellungen erscheint das Ausrichten solcher Großereignisse als ein Ausdruck von Fortschrittlichkeit und Teil einer nationalen Entwicklungsstrategie. Dabei werden die Schattenseiten, wie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und tödliche Arbeitsunfälle auf den Baustellen, Enteignungen und Zwangsumsiedlungen lokalen Bevölkerungsgruppen, sowie Veranstaltungskosten in Milliardenhöhe, ausgeblendet. Der FIFA und dem Internationalen Olympische Komitee werden in diesem Zusammenhang immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Verfügen die OrganisatorInnen über Möglichkeiten, nicht nur beim eigentlichen Sportwettbewerb für faire Spielregeln zu sorgen, sondern diese auch in die Planung und Vorbereitung der Veranstaltungen  einzubeziehen? Brasilien und Russland haben die Chance, aus den Erfahrungen von 2014 zu lernen bei den kommenden Spielen der nächsten Jahre neue Standards zu setzen. Werden sie es schaffen, dem Leitspruch gerecht zu werden, dass Sport verbindet? Diesen Fragen wird nun jeden Mittwoch im Wissensturm ab 19 Uhr nachgegangen. Die Veranstaltungen können kostenlos und ohne Anmeldung besucht werden.

Bildmaterial:
Bildgalerie Denk.Mal.Global

Weitere Termine:
Mittwoch, 21. Jänner 2015, 19:00 Uhr
Spiele und Proteste in Brasilien – Von der Fußball-Weltmeisterschaft 2014
zu den Sommerspielen 2016
Olivia Machado, Masterstudentin zu sozialen Protesten in Brasilien
Moderation: Lic. Stefan Robbrecht-Roller

Mittwoch, 28. Jänner 2015, 19:00 Uhr
Sport, Entwicklung und Interdependenz. Zur politischen Ökonomie
von Sportgroßveranstaltungen
Prof. Dr. Wolfram Manzenreiter, Universität Wien
Moderation: Dr.in Gerda Huber

Mittwoch, 4. Februar2015, 19:00 Uhr
Spiele und Menschenrechte – Schattenseiten und Chancen der
Winterspiele 2014 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland
Dr.in Susanne Scholl, freie Journalistin und Schriftstellerin
Moderation: Mag.a Julia Reschauer

Nähere Informationen:
Denk.Mal.Global 2015

Rückfragehinweis:
Stefan Robbrecht-Roller
Südwind Oberösterreich
Tel: 0732/79 56 64 - 3

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Konsumierst du noch oder lebst du schon?
Linz, 16. Jänner 2015 – Am 7. Februar 2015 treffen sich Jugendliche, MultiplikatorInnen und AktivistInnen im Cardijnhaus Linz beim ersten österreichweiten Jugend-Konsumgipfel.

 In drei Wochen wird Linz zum Treffpunkt für konsumkritische Jugendliche, JugendarbeiterInnen, AktivistInnen und Interessierte. Südwind OÖ lädt Menschen mit tollen Ideen, die die Welt verbessern können, zu dieser einmaligen Möglichkeit des Austauschs ein. Frei nach dem Motto "Konsumierst du noch oder lebst du schon?" wird gezeigt, dass auch viele kleine Schritte zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensstil beitragen.

In zahlreichen Workshops werden Alternativen zu blindem Konsumrausch aufgezeigt, von der veganen Kochkunst bis hin zu Partizipationsmodellen. Tipps und Tricks gibt es zum Beispiel von Kampagnenexpertin Michaela Königshofer (Clean Clothes Kampagne) oder vom Autor Klaus Werner-Lobo (Schwarzbuch Markenfirmen). Kabarettist Georg Bauernfeind wird allen in einem Impulsreferat den Konsumwahn vor Augen führen.

Die Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung noch bis 31. Jänner 2015 möglich.


Bildmaterial
Bildergalerie JuKoGi

Rückfragehinweis
Südwind OÖ
Stefan Robbrecht-Roller
Südtirolerstraße 28
4020 Linz
0732/79 56 64 - 3

Mehr Infos:
www.ishopfair.net/wettbewerb
www.ishopfair.net/jukogi

 

Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Dreikönigsaktion unterstützt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der am Projekt beteiligten Organisationen wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Gemeinschaft dar.

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