Presseaussendungen 2014

30 Jahre Südwind in Oberösterreich – und er weht der Wind
Linz, 16. Dezember 2014 – Südwind feiert sein 30jähriges Jubiläum in Oberösterreich.

Eingebettet in ein Erzähl-Café wurde gestern die entwicklungspolitische Bildungs- und Kampagnenarbeit der letzten Jahrzehnte beleuchtet. Nach 30 Jahren weht er noch immer, der Südwind Oberösterreich und lädt im Jänner 2015 wieder zu neuen Veranstaltungen, wie zur Vortragsreihe Denk.Mal.Global im Wissensturm.

 

Aktiver Einsatz für Menschen- und Arbeitsrechte weltweit
"Es mag Zeiten geben, da wir gegen Ungerechtigkeiten machtlos sind, aber wir dürfen nie versäumen, dagegen zu protestieren". Mit diesem Zitat von Elie Wiesel unterstrich Mag. Harald Wildfellner, Vorsitzender des Regionalvorstandes von Südwind OÖ, die Arbeit des Vereins. Auf die Erfolgsbilanz der entwicklungspolitischen Bildungs- und Kampagnenarbeit weist NR aD Inge Jäger hin, über viele Jahre Regionalstellenleiterin und Vorsitzende: "Vor 30 Jahren war die sogenannte Dritte Welt kaum ein Thema in Oberösterreich. Heute finden diese Themen Eingang in die Lehrpläne. Methoden wie das 'Globale Lernen' werden in Schulen praktiziert und es gibt Anlaufstellen wie die Südwind-Infothek, Oberösterreichs größte Fachmediathek für Globales Lernen. 'Kinder' dieser Arbeit sind heute eigenständig erfolgreiche Organisationen wie z. B. das Klimabündnis."

 

Erfolgreiches Jahr 2014
Das Team blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. So wurde die Stadt Linz zur FAIRTRADE-Stadt ausgezeichnet und auf diesem Weg im Rahmen des Projekts TriNet Global von Südwind OÖ begleitet. Die Baumwollausstellung lockte zehntausende BesucherInnen in den Botanischen Garten und die WearFair & mehr in der Tabakfabrik Linz war so gut besucht wie nie zuvor. "Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind – und es wartet viel Arbeit auf uns", sagt Stefan Robbrecht-Roller, Regionalstellenleiter von Südwind Oberösterreich und fährt fort: "Leider nehmen die Ungerechtigkeiten auf dieser Welt kein Ende: Schwere Arbeitsrechtsverletzungen in chinesischen Spielzeugfabriken, Ausbeutung auf Kakaoplantagen oder Handel mit Konfliktrohstoffen  – all diese Themen sind so aktuell wie nie zuvor. Genau hier braucht es eine Organisation wie Südwind, die nicht müde wird, Missstände aufzuzeigen und sich aktiv für Menschen- und Arbeitsrechte weltweit einzusetzen."

 

Rückfragehinweis:
Südwind Entwicklungspolitik Oberösterreich
Südtirolerstraße 28, 4020 Linz
Tel: 0732/79 56 64 - 1, E-Mail: nora.niemetz@suedwind.at

 

Bildmaterial

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Unfaires Spielzeug von Mattel, Disney, Hasbro und Co.: Ausbeutung statt Geschenke
Wien/New York, 11.Dezember 2014 – Alle Jahre wieder decken Menschen- und Arbeitsrechtsorganisationen wie Südwind schwere Arbeitsrechtsverletzungen in chinesischen Spielzeugfabriken auf. Die Industrie reagiert mit leeren Versprechungen.

Bereits 2007 hat die Südwind-Partnerorganisation China Labour Watch, die aus Sicherheitsgründen in New York ansässig ist, in einer breit angelegten Undercover-Studie in südchinesischen Spielzeugfabriken schwere Arbeitsrechtsverletzungen festgestellt: Kinderarbeit, unbezahlte und unzählige Überstunden, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne wurden den großen Spielzeugherstellern, die überwiegend in China produzieren lassen, vorgeworfen.
Mattel, Disney, Hasbro und Co. und ihr Unternehmensverband ICTI (International Council of Toy Industry) beriefen sich damals auf ihre Verhaltenskodices und versprachen Besserung.

Sieben Jahre später wurde neuerlich eine verdeckte Umfrage unter ArbeiterInnen in vier chinesischen Zulieferbetrieben, die Spielzeug wie Barbie, Mickey Mouse, Transformers, Thomas, die kleine Lokomotive, für Mattel, Disney, Hasbro, Fischer-Price u.a. herstellen, durchgeführt: fehlende Schutzkleidung und Sicherheitstrainings, sowie mangelhafte Feuerschutzmaßnahmen, gefährliche, schlecht gewartete Maschinen, bis zu 120 erzwungene Überstunden (obwohl von Gesetz wegen nur 36 erlaubt sind), unbezahlte Löhne und Sozialversicherungsbeiträge, illegale Kündigungen, mangelhafte Beschwerdemechanismen und Unterdrückung, wenn ArbeiterInnen ihre Rechte einfordern wollen …

"Diese Liste der Missstände in der chinesischen Spielzeugindustrie ist nach sieben Jahren Versprechungen auf Besserung von Seiten der Unternehmen und ihres Verbandes nicht kürzer geworden. Das zeigt, dass den Unternehmen die Gewinne, die sie durch den Spielzeugverkauf in Europa und den USA machen, ganz offenbar wichtiger sind als menschenwürdige Arbeit in den chinesischen Zulieferbetrieben", resümiert Christina Schröder von Südwind, die in den letzten Jahren selber auch auf Lokalaugenschein in China und Hong Kong war. "Wenn man die Armut und Ausbeutung, denen hunderttausende chinesische Arbeiterinnen und Arbeiter tagtäglich ausgesetzt sind, kennt, fällt es schwer den Kindern hier mit Spielzeug-Geschenken eine Freude zu machen", fährt sie fort.

Um den Druck auf die Unternehmen zu verstärken und sie dazu zu bringen sich endlich für faire Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben einzusetzen, haben Organisationen wie Südwind weltweit eine Petition eingerichtet. Dadurch können KonsumentInnen von Mattel fordern, die Zulieferketten transparent zu machen, sich an die chinesischen Gesetze sowie ihre eigenen Verhaltenskodices und den von ICTI zu halten und deren Einhaltung von unabhängigen Kontrollorganisationen überprüfen zu lassen, sowie effiziente Beschwerdemechanismen einzuführen.

"Es ist höchste Zeit für fair produziertes Spielzeug, um ungetrübte Freude schenken zu können – zu Weihnachten und das ganze Jahr über", so Schröder.

Weitere Informationen:
Bilder aus der Spielzeugindustrie zum Downloaden
Toy Report 2014 auf Englisch zum Downloaden (3562 KB)

Für Rückfragen:
Christina Schröder, Südwind, christina.schroeder@suedwind.at, Tel: 01/405 55 15 - 301

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Diese Presseaussendung wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Entlassung statt Lohnerhöhung.
Wien, 5. Dezember 2014: Die Clean Clothes Kampagne deckt auf: Schuhkonzern Bata läuft vor sozialer Verantwortung davon

Heute vor einem Jahr wurden in der sri-lankischen Schuhfabrik Palla & Co, die damals hauptsächlich für den Schuhkonzern Bata produzierte, fast 200 Angestellte entlassen, weil sie auf der Auszahlung zugesagter Lohnerhöhungen bestanden und sich gewerkschaftlich organisierten hatten. Statt eine Lösung zu suchen, drückt sich das ursprünglich tschechische Familienunternehmen mit Lausanner Hauptsitz bis heute vor seiner Verantwortung und beendete einfach die Geschäftsbeziehungen.

Im August 2012 war der in 60 Ländern über 34.000 Angestellte beschäftigende Schuhkonzern Bata wichtigster Abnehmer der in Sri Lanka ansässigen Schuhfabrik Palla & Co. Zu diesem Zeitpunkt weigerte sich das Fabrikmanagement erstmals, den ArbeiterInnen die vereinbarte, ihnen halbjährlich zustehende Lohnerhöhung auszuzahlen. Ein Jahr später streikten die Betroffenen für die ihnen zugesicherten Gehaltserhöhungen, worauf erst 15 GewerkschaftsvertreterInnen und dann 179 ArbeiterInnen gekündigt wurde. Einige wurden später wieder eingestellt, allerdings nur unter der Bedingung, sich nicht mehr gewerkschaftlich zu engagieren. Über 100 Entlassene kämpfen bis heute um Wiedereinstellung. Das Management von Palla & Co soll zudem andere Fabriken dazu aufgefordert haben, die Entlassenen nicht einzustellen, weshalb viele nun gar keine Arbeitsstelle mehr finden.

Eine der entlassenen Palla &Co-ArbeiterInnen beschreibt ihre verzweifelte Lage: "Ich habe keinen Mann, er hat mich verlassen. Ich habe zwei Kinder und lebe in einem Mietshaus. Ich habe aber kein Geld, um die Miete zu bezahlen. Es ist sehr schwer, eine Stelle in einer anderen Fabrik zu finden. Ich brauche dringend wieder eine Arbeit."

Der öffentlichkeitsscheue Enkel des Firmengründers, Thomas G. Bata, wohnt am Genfersee und gehört mit seinem Vermögen von geschätzten 2,5 bis 3 Milliarden Euro gemäß Bilanz zu den reichsten SchweizerInnen. Mit den Arbeitsrechtsverletzungen konfrontiert, räumte Bata zwar ein, dass der sri-lankische Zulieferbetrieb den Bata-Verhaltenskodex verletzt habe. Dennoch setzte sich das Unternehmen nicht für die Lösung des Arbeitsrechtskonflikts ein. Ende 2013, eineinhalb Jahre nach dem Ausbruch des Konflikts, beendete Bata seine Geschäftsbeziehungen zu Palla & Co. "Dieses 'Cut and Run'-Verhalten, also das Weglaufen vor der sozialen Verantwortung macht keinen schlanken Fuß. Bata lässt dabei Arbeiterinnen und Arbeiter, die jahrelang ihre Schuhe produziert haben in einer existentiellen Notlage im Stich", so Michaela Königshofer von der österreichischen Clean Clothes Kampagne.

Die Clean Clothes Kampagne fordert das Traditionsunternehmen auf, seiner Verantwortung nachzukommen und Kontakt mit der sri-lankischen Gewerkschaft, welche die Entlassenen vertritt, aufzunehmen, um eine Lösung im Arbeitsrechtskonflikt zu finden.

 

Fotos zum Download finden Sie unter www.cleanclothes.at/presse

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 98 83
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in siebzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Greenpeace, Südwind, VKI: Öko-faire Nikolos tragen Gütesiegel
Wien, 28. November 2014 – Marktcheck ergibt: Öko- und sozial verträgliche Schoko-Nikolos sind noch in der Minderheit

Anlässlich des bevorstehenden Nikolaus-Festes haben sich Greenpeace, Südwind und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) das heimische Angebot an Schokolade-Nikolos genau angeschaut. Insgesamt 16 Nikolos aus Schokolade mit Gütesiegeln hat das Greenpeace Marktcheck-Team auf Basis von ökologischen und sozialen Kriterien sowie Tierschutz-Aspekten bewertet und auf marktcheck.at veröffentlicht. Lediglich fünf Nikolos haben es an die Spitze des Rankings geschafft – sie tragen beides: ein Bio- und das Fairtrade-Gütesiegel. Von Schoko-Nikolos ohne diese Gütesiegel raten die drei Organisationen gänzlich ab. 

"Grundsätzlich gilt: Die guten Nikolos haben nichts in ihrem Nikolo-Sack zu verbergen und tragen gut sichtbare Gütesiegel, nämlich sowohl ein Bio-Siegel, also auch ein Gütesiegel des fairen Handels", erklärt Greenpeace-Sprecherin Gundi Schachl. Greenpeace rät KonsumentInnen beim Kauf genau hinzusehen, um nicht irrtümlich menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Gentechnik-Fütterung oder Massentierhaltung zu unterstützen. Denn nur bei Produkten mit sozialem und Bio-Gütesiegel, kann man sichergehen, dass die Schokolade unter Einhaltung internationaler ArbeitnehmerInnenrechte  produziert wurde, und dass die verwendeten Milchprodukte von Kühen stammen, die artgemäß gehalten und nicht mit gentechnisch verändertem Futter ernährt wurden. "An die Spitze unserer Bewertungsliste haben es leider nur fünf Produkte von den Anbietern EZA, Schönenberger und Zotter geschafft. Namhafte Marken wie Milka, Nestlé, Ferrero und Co. müssen sich daran ein Beispiel nehmen", so Schachl.

"Die Vorstellung, dass die Kakaobohnen, aus denen die Schoko-Nikolos bestehen, die wir unseren Kindern schenken, womöglich von Kindern oder unter menschenunwürdigen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden, kann einem die Lust am Schenken verderben", merkt Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!" an. Fair gehandelte Schokoladeprodukte machen im österreichischen Einzelhandel lediglich fünf Prozent aus. Bei umgerechnet 95 Prozent der Schokoladeprodukte in Österreich ist die Rückverfolgbarkeit nicht gegeben. Drei Viertel der in Österreich verarbeiteten Kakaobohnen stammen aus der Elfenbeinküste und Ghana, wo über zwei Millionen Kinder auf den Kakaoplantagen mitarbeiten und davon rund ein Zehntel unter sklavenähnlichen Bedingungen ausgebeutet wird. Wer mehr faire Schokolade will, kann das ganze Jahr über die europaweite Petition von "Make Chocolate Fair!"unter at.makechocolatefair.org unterschreiben.  "Um zu zeigen, wie wichtig faire Schokolade auch zum Nikolaus-Fest ist, machen wir auch dieses Jahr mit unserem 'Nikolo-Streik' auf Weihnachtsmärkten in ganz Österreich aufmerksam", kündigt Zeilinger an.

"Österreichs Konsumentinnen und Konsumenten wären durchaus für faire und biologische Schokolade ansprechbar, das zeigen die Erfolgszahlen bei anderen Nahrungsmitteln", so VKI-Geschäftsführer Franz  Floss. Um eine bewusste Auswahl treffen zu können, müssten die Produkte allerdings unmissverständlich gekennzeichnet sein: "Die vielen verschiedenen Auslobungen sind fragwürdig und verwirren die Menschen statt sie zu informieren. Folge davon ist, dass viele Menschen das Gefühl bekommen, ohnehin nur mit beliebigen Werbebehauptungen abgespeist zu werden. Nur glaubwürdige Gütesiegel, die von unabhängiger Stelle verliehen werden, können das verhindern."

Gemeinsam fordern die Organisationen faire Produktionsbedingungen, eine klare Kennzeichnung und volle Transparenz, "damit Konsumentinnen und Konsumenten nicht länger unwissend in Schokolade mit bitterem Beigeschmack beißen müssen."

Bildmaterial:
Produktfotos und Fotos von den Nikolo-Streik-Aktionen vom letzten Jahr finden Sie zum Download unter www.oneworld.athttp://www.suedwind-agentur.at/start.asp?gal=PA_MCF_141128&b=442

Weiterführende Links:
Die Bewertungen der Schoko-Nikolos finden Sie unter www.marktcheck.at.
Das Gütesiegel-Factsheet von Greenpeace, Südwind und VKI finden Sie hier zum Downloaden(1434 KB).
Die Petition der Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!" finden Sie unter http://at.makechocolatefair.org.

Rückfragehinweis:
Melanie Aldrian, Pressesprecherin Greenpeace, Tel: +43 (0)664/612 67 25, E-Mail: melanie.aldrian@greenpeace.at
Christina Schröder, Pressesprecherin Südwind, Tel:+43 (0)676/750 77 76, E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Europäische Unternehmen profitieren vom Handel mit Konfliktrohstoffen
3. Dezember 2014 – Südwind fordert wirksame EU-Gesetzgebung für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung von Unternehmen.

Seit Jahrzehnten spielt der Handel mit Mineralien, Edelsteinen und anderen Rohstoffen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung bewaffneter Konflikte weltweit. Konfliktparteien in Ländern wie Afghanistan oder Zentralafrikanische Republik werden mit Erlösen aus dem internationalen Rohstoffhandel finanziert.

Europäische Firmen importieren eine große Menge an Rohstoffen für Handys, Laptops oder Autos aus eben diesen Konfliktgebieten, ohne dass Unternehmen offenlegen müssen, ob und inwiefern sie mit dem Kauf dieser Rohstoffe zur Finanzierung von Kriegen und Menschenrechtsverletzungen beitragen.

Die Europäische Kommission hat im März 2014 einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der verhindern soll, dass "Erträge aus dem Handel mit Mineralien zur Finanzierung bewaffneter Konflikte verwendet werden". Dass die EU diesbezügliche Regelungen vorsieht ist zu begrüßen, denn ihr Einfluss ist groß: Fast ein Viertel des globalen Handels mit Zinn, Tantal, Wolfram und Gold entfällt auf die EU, letztes Jahr wurden 240 Millionen Handys und 100 Millionen Laptops in die EU importiert, die alle diese Rohstoffe enthalten.

"Der derzeit vorliegende Entwurf ist viel zu schwach. Er bezieht sich einerseits ausschließlich auf Direktimporteure der unter die Verordnung fallenden Mineralien, zum anderen handelt es sich nur um ein Modell der freiwilligen Selbstverpflichtung. Doch am 4. Dezember 2014 gibt es die Möglichkeit diesen Entwurf zu stärken", sagt Elfriede Schachner, Geschäftsführerin der entwicklungspolitischen Organisation Südwind. In Brüssel findet eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für internationalen Handel zum Thema Konfliktmineralien statt.

Südwind fordert, dass der Parlamentsausschuss Führungsqualitäten zeigt und den Entwurf stärkt. "Zurzeit sind die Unternehmen nicht verpflichtet sicherzustellen, dass die Erlöse aus dem Handel mit diesen Mineralien nicht in die falschen Hände geraten. Doch Unternehmen kontrollieren ihre Zulieferketten nur dann, wenn sie dazu verpflichtet sind. Daher braucht es unbedingt verpflichtende Regeln um mehr Sorgfaltspflicht in der Lieferkette von Unternehmen zu erreichen, die ihre Rohstoffe aus Konfliktgebieten beziehen", so Elfriede Schachner. "Zudem müssen alle Unternehmen, also auch jene die Endprodukte, die diese Rohstoffe enthalten auf dem europäischen Markt platzieren, Verantwortung übernehmen und nicht nur die Importeure." Schachner fordert daher die politischen Entscheidungsträger in der EU zu einer wirksamen EU-Gesetzgebung auf, damit Unternehmen zu einer verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung verpflichtet werden.

Die USA ist im Vergleich zur EU in diesem Bereich Vorreiter. Das Dodd Frank-Gesetz Absatz 1502 ist diesbezüglich ein Meilenstein: Alle in den USA an der Börse notierten Unternehmen müssen veröffentlichen, ob diese Rohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten stammen und überprüfen lassen, ob die in ihren Produkten enthaltenen Mineralien einen Beitrag zur Finanzierung bewaffneter Gruppen in Zentralafrika leisten.

Fotodownload
Südwind Kampagne Clean-IT:  www.clean-it.at
 

Für Rückfragen und Interviewvereinbarung:
Elfriede Schachner
Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 318
E-Mail: elfriede.schachner@suedwind.at


Die Südwind-Kampagne Clean-IT wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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IT-Industrie macht krank
Wien, 28. Oktober 2014: ArbeiterInnen in Billiglohnländern riskieren ihr Leben bei der Herstellung von IT-Produkten, die mit europäischen Steuergeldern bezahlt werden.

Computer, Drucker und andere IT-Produkte sind ein elementarer Bestandteil der Infrastruktur von Behörden, Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Institutionen. In Ländern wie Südkorea und China führt die Herstellung dieser Produkte zu schweren gesundheitlichen Problemen bis hin zu krebsbedingten Todesfällen bei ArbeiterInnen, wie ein neuer Bericht der Südwind-Kampagne Clean-IT und DanWatch belegt.

Der heute veröffentlichte Bericht "Winds of Change: Das Potenzial der öffentlichen Beschaffung, die Arbeitsbedingungen in der IKT-Industrie zu verbessern" dokumentiert die unzumutbaren Arbeitsbedingungen in asiatischen IT-Fabriken. Dort kommen mehr als 500 gefährliche Chemikalien zum Einsatz, viele davon führen nachweislich zu einem erhöhten Krebsrisiko. In den letzten Jahren wurde bei Hunderten von ArbeiterInnen in dieser Branche in Südkorea Leukämie und Multiple Sklerose diagnostiziert. Viele der ArbeiterInnen starben bereits.

Mi-Yeon Kim aus Südkorea testete mehr als 15 Jahre lang Halbleiter für Computer in einer Fabrik, die für Samsung produzierte. Jetzt zahlt sie den Preis für die billige Produktion: Erst bekam sie Kopfschmerzen und Menstruationsbeschwerden und hatte Schwierigkeiten schwanger zu werden. Irgendwann klappte es, aber es stellte sich heraus, dass sie einen Tumor hatte und abtreiben musste. "Die Firma gab mir nur fünf Krankheitstage, daher musste ich kündigen. Neun Tage nach meiner Kündigung fand ich heraus, dass ich einen weiteren bösartigen Tumor hatte", berichtet Mi-Yeon Kim. Ihrem Arzt zufolge könnte ihre Erkrankung mit ihrer Arbeit in der Halbleiterindustrie zusammenhängen. Auf einen direkten Zusammenhang wollte er sich aber nicht festlegen.

"Der Fall von Mi-Yeon Kim ist kein Einzelfall. In vielen Produktionsländern verfügen Ärztinnen und Ärzte nicht über die erforderlichen Fachkenntnisse, teilweise können sie die Zustände am Arbeitsplatz nicht untersuchen und daher nicht zweifelsfrei feststellen, ob sie etwas mit den Erkrankungen zu tun gehabt haben könnten. Ohne offizielle Dokumente ist es jedoch für ArbeiterInnen schwierig, eine Entschädigung zu erwirken", sagt Andrea Ben Lassoued von der Südwind-Kampagne Clean-IT.

Allein Samsung und LG beschäftigen über 400.000 ArbeiterInnen in Südkorea. Samsung ist weltgrößter Hersteller von Halbleitern, Mobiltelefonen und TV-Geräten, LG das viertgrößte Unternehmen in Südkorea. Gemeinsam erwirtschafteten sie 2012 einen Gewinn von über 20 Milliarden Euro weltweit. Obwohl es zivilgesellschaftlichen Organisationen in den letzten zwei Jahren immer wieder gelang, Beweise für arbeitsbedingte Ursachen von Krebserkrankungen zu erbringen und sie die Fälle auch bis vor den Obersten Gerichtshof in Seoul brachten, erhielten nur einige wenige ArbeiterInnen oder Hinterbliebene Entschädigungszahlungen.

Im Mai 2014 veröffentlichte Samsung schließlich eine Stellungnahme, in der sich das Unternehmen bei den Opfern "mutmaßlicher Betriebsunfälle" und deren Familien entschuldigte und eine Entschädigung versprach. "Jahrelang haben die Firmen Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und Krankheiten bestritten. Die Stellungnahme von Samsung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber noch keine konkrete Verbesserung der Arbeitsbedingungen", meint Ben Lassoued.

In Österreich gibt die öffentliche Hand jährlich 800 Millionen für den Einkauf von IT-Hardware aus. Diese Ausgaben gehen mitunter an Unternehmen, die internationale Arbeitsrechtsstandards verletzen. Ohne es zu wissen, unterstützen damit die SteuerzahlerInnen in Österreich gefährliche Arbeitsbedingungen in Südkorea und anderen Produktionsländern. "Die Öffentliche Hand, die unsere Steuergelder ausgibt, kann sich über ihre Kaufkriterien für menschenwürdige Arbeitsbedingungen einsetzen", macht Ben Lassoued aufmerksam. Südwind hat gemeinsam mit anderen europäischen Organisationen die unabhängige Monitoring-Organisation Electronics Watch gegründet, die durch sozial verantwortliche öffentliche Beschaffung in Europa die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte in der globalen Elektronikbranche erreichen will.

Zum Weiterlesen
● Bericht "Winds of Change: Das Potenzial der öffentlichen Beschaffung, die Arbeitsbedingungen in der IKT-Industrie zu verbessern" zum Downloaden unter: http://www.clean-it.at/wordpress

Fotos zum Downloaden

Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie:
www.clean-it.at

Für Rückfragen:
Andrea Ben Lassoued
Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind
Tel: 01/405 55 15 - 320
Mobil: 0699/170 57 692
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at

Die Südwind-Kampagne Clean-ITist Partner von Electronics Watch, einer unabhängigen Monitoring-Organisation, die mithilfe sozial verantwortlicher öffentlicher Beschaffung in Europa die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte in der globalen Elektronikbranche erreichen will.Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Internationales Olympisches Komitee bekommt gelbe Karte als Warnung für Rio 2016
Lausanne/Wien, 23. Oktober 2014 – Petition an IOC: Kein Mensch darf unter den Olympischen Spielen leiden.

Nachdem gestern eine Rote Karte für die Menschenrechtsverletzungen bei der WM 2014 an die FIFA vergeben wurde, versammelten sich heute brasilianische, österreichische und schweizerische AktivistInnen mit fünf verbeulten Ringen und einer überdimensionalen Gelben Karte vor einem Treffen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne. Eine Schiedsrichterin von "Nosso Jogo – Initiative für globales FairPlay" zeigte bei dem Medientermin dem IOC die überdimensionale Gelbe Karte und über 7.000 Unterschriften der Petition "Für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßereignissen" symbolisch auf einer großen Schiedsrichterpfeife.
„Ein Vertreter des IOC nahm die Petition entgegen", erklärte die Schiedsrichterin und Pressesprecherin von Nosso Jogo, Christine Esterbauer, nach der Aktion.

In Rio de Janeiro, dem Austragungsort der Olympischen Spiele 2016, kämpft die Favela „Vila Autodromo“ gegen die Räumung. Sie befindet sich neben dem Gebiet, das für die ausufernde Infrastruktur des olympischen Parks vorbereitet wird. "Als wir hierher kamen, hatten wir nichts. Wir haben mit unseren eigenen Händen diese Häuser aufgebaut, ohne dass uns jemand geholfen hat, ohne Unterstützung der Regierung, der Region, der Stadt, nichts", erinnert sich Terezinha Martins, eine Bewohnerin der Favela Vila Autodromo. "Wir leiden unter dem Druck, unter dem wir gerade stehen. Ich habe mein Haus nicht dafür gebaut, dass es jetzt, wo es fertig ist, abgerissen wird, sondern um mit meiner Familie darin zu wohnen."

Sportliche Wettkämpfe stehen für Fairness, klare Regeln und den positiven, freundschaftlichen Umgang der WettbewerbsteilnehmerInnen miteinander. Die Regeln, die innerhalb der Austragungsstätten gelten, sollten auch im Vorfeld und im Umfeld der Spielorte eine Selbstverständlichkeit sein. Internationale Wettkämpfe dürfen keine Plattform für Zwangsumsiedlungen, Ausbeutung, Diskriminierung und Gewalt bieten. Das fordern die UnterzeichnerInnen der heute übergebenen Petition von Nosso Jogo.

"Durch die WM wurden leider viele Menschenrechte verletzt. Kein Mensch darf unter den Olympischen Spielen leiden, daher fordern wir bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßereignissen",sagte Martin Kainz (FairPlay-VIDC), Koordinator von Nosso Jogo, portugiesisch für "Unser Spiel".

Deshalb versammelten sich heute, am 23. Oktober 2014, anlässlich des Treffens des Direktoriums (Executive Board) des IOC brasilianische, österreichische und schweizerische AktivistInnen der Organisationen Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (DKA), Südwind und FairPlay-VIDC, des brasilianischen Gewerkschaftsbundes UGT und der schweizerischen NGO Solidar Suissemit 5 verbeulten Ringen und einer überdimensionalen Gelben Karte vor dem IOC in Lausanne. Eine Schiedsrichterin von "Nosso Jogo – Initiative für globales FairPlay" zeigte bei dem Medientermin dem IOC die Gelbe Karte und über 7.000 Unterschriften der Petition "Für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßereignissen" symbolisch auf einer großen Schiedsrichterpfeife.

"Wir können nicht zusehen, wie sich die Schicksale der Menschen wiederholen", appelliert Martin Krenn von der DKA, an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach. "Die Vorbereitungen für die WM 2014 in Brasilien waren überschattet von Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen und Ausbeutung. Die Kameras und Fernsehteams sind nach der Fußball-WM weitergezogen. Die Räumungsfahrzeuge bleiben jedoch für Olympia, die Vertreibungen gehen weiter. Jetzt werden den olympischen Ringen tausende Häuser von armen Familien und ihren Kindern geopfert", so Krenn weiter.

Nilson Duarte Costa, Präsident des brasilianischen Gewerkschaftsbunds UGT in Rio de Janeiro und Vorsitzender der Bauarbeitergewerkschaft von Rio, deren Mitglieder unter anderem das berühmte Maracanã-Stadion umgebaut haben, strich auch die positiven Aspekte der Olympischen Spiele für Rio de Janeiro und die ArbeitnehmerInnen heraus, forderte aber: "Wir brauchen klare arbeitsrechtliche und menschenrechtliche Mindeststandards bei Sportgroßereignisse wie den Olympischen Spielen – sonst verlieren am Ende immer das austragende Land und die Arbeiterinnen und Arbeiter."

"Das Olympische Komitee kann nicht so tun, als ob es sie nichts anginge, wenn tausende Menschen wegen sportlicher Großevents ihre Häuser verlieren. Wenn unter dem Symbol der fünf Ringe Menschenrechte verletzt werden, ist dies auch die Verantwortung des IOC",sagte Christine Esterbauer, Schiedsrichterin bei der Aktion und Pressesprecherin von Nosso Jogo, gegenüber den Medien. "Noch ist es Zeit einzuschreiten, um den Ungerechtigkeiten, mit denen sich die Menschen in Brasilien derzeit auseinandersetzen müssen, ein Ende zu bereiten. Daran wollen wir das IOC erinnern. Als symbolisches Zeichen dafür zeigen wir dem IOC die Gelbe Karte, damit keine weiteren Fouls mehr an Menschenrechtenbegangen werden", so Esterbauer weiter.

"Die Fehler der WM dürfen nicht wiederholt werden. Die Folgen für die Bevölkerung wären fatal. Als gemeinnützige Vereine dürfen sich internationale Sportverbände nicht über nationale Verfassungen stellen und den Gastgeberländern ihre Konditionen diktieren. Es braucht die Einhaltung nationaler Gesetzgebungen und Vergaberichtlinien mit Nachhaltigkeitsklauseln und eine Nachhaltigkeitschartabei der Durchführung, damit Olympische Spiele keinem Menschen schaden. Kein Mensch darf unter Olympia leiden, das Olympische Komitee wird hier unter scharfer Beobachtung stehen", formulierte Stefan Grasgruber-Kerl, von der mitveranstaltenden österreichischen NGO Südwind, die konkreten Forderungen an das IOC.

Fotodownload der Aktion ab 23. Oktober 2014 12.00 Uhr unter: www.nossojogo.at/presse

Rückfragehinweis:
Nosso Jogo Pressesprecherin:
Christine Esterbauer (vor Ort in der Schweiz): +43 650/523 35 28
Christina Schröder (Büro Wien): +43 1/405 55 15 - 301, E-mail. christina.schroeder@suedwind.at
www.nossojogo.at/presse

Die Initiative "NossoJogo – Initiative für globales Fair Play" wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt

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Jugend steht auf Kochen und Upcycling
Wien, 17. Dezember 2014: Erste Studie zum Thema "Bewusster Konsum" unter Jugendlichen zeigt, was diese am liebsten dafür tun.

Obwohl es viele konsumkritische Initiativen in der außerschulische Jugendarbeit gibt, wurde bis dato noch kaum erhoben, welche Zugänge Jugendliche zum Thema Konsum und Nachhaltigkeit haben, bzw. wie sie diese in konkreten Handlungen umsetzen.

Im Rahmen der Plattform und Initiative "I Shop Fair", getragen von der entwicklungspolitischen Organisation Südwind, wurde nun erstmals eine Umfrage bei Organisationen der Verbandlichen und Offenen Jugendarbeit in Österreich gestartet, die zeigt, dass gemeinsames Kochen und Upcycling die beliebteste Aktivitäten unter Jugendlichen sind, sich mit dem Thema "Bewusster Konsum" auseinanderzusetzen.

"Dass sich viel und verschiedenstes tut zum Thema 'Bewusster Konsum' unter Jugendlichen, zeigen eine Reihe von Veranstaltungen und Initiativen, die wir nun erstmals gesammelt haben, um einen Überblick zu bekommen", so Stefan Robbrecht-Roller von Südwind. Die Sozialaktion der Katholischen Jugend "72 Stunden ohne Kompromiss" hatte 2014 "Nachhaltigkeit und Fairness" als Schwerpunktthema, das Bundesnetzwerk für offene Jugendarbeit veranstaltete im November 2014 die Fachtagung "Zwischen Konsum & Beteiligung". Die Kinderfreunde machten die Kampagne "Verändern wir die Welt", in der das "Kauf-halt-was-Monster" bekämpft wird. Verschiedene Jugendgruppen setzten sich für den Verkauf von Fair Trade-Produkten ein. Südwind-AktivistInnen beteiligten sich an der Europäischen Plattform "I Shop Fair" und  recherchierten Erfolgsgeschichten.

"Nur die von den Jugendlichen selbst gewählten konsumkritischen Aktivitäten finden tatsächlich statt. Jugendleiterinnen und Jugendleiter sind die Initialzünder, indem sie die Informationen, Ideen und Vorschläge einbringen. Ob etwas aber tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet sich durch die Gruppendynamik", berichtet Stefan Robbrecht-Roller. Die häufigsten Aktivitäten seien gemeinsames Kochen, Upcycling bzw. Reparieren, was zeige, dass das Erschaffen von Neuem oder Wiederverwerten von Altem hoch im Kurs stehe.

"I Shop Fair" hat einen Ideenwettbewerb gestartet, über den bis März 2015 konkrete Initiativen und erprobte Aktivitäten aus der außerschulischen Jugendarbeit weitergesammelt und auf der Website www.ishopfair.net veröffentlicht werden.

Am 7. Februar 2015 treffen sich JugendleiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit mit ExpertInnen des Globalen Lernens am ersten österreichweiten Jugend-Konsumgipfel in Linz, um Energie und Ideen zu tanken, Methoden und Infos mit nach Hause zu nehmen und Forderungen an die Politik zu formulieren. ReferentInnen sind u. a. Klaus-Werner-Lobo (Schwarzbuch  Markenfirmen) und Georg Bauernfeind, konsumkritischer Kabarettist.

"Jugendliche sind eine der ersten Zielgruppen der Werbung, weil sie in ihrem Konsumverhalten noch sehr beeinflussbar sind. Je mehr sie über Nachhaltigkeit Bescheid wissen, desto bewusster werden sie ihre zukünftigen Kaufentscheidungen treffen. Das ist eine große Chance für die Durchsetzung eines nachhaltigen Lebensstils", so Robbrecht-Roller über das Ziel der Initiativen.


Mehr Infos:
www.ishopfair.net/wettbewerb
www.ishopfair.net/jukogi
Bild zum Downloaden:  www.oneworld.at/galerie

Rückfragen:
Stefan Robbrecht-Roller
Südwind Oberösterreich
Tel: 0732/79 56 64 - 3,
E-Mail: stefan.robbrecht-roller@suedwind.at

Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Dreikönigsaktion unterstützt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der am Projekt beteiligten Organisationen wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Gemeinschaft dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungenweltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Rote Karte für die FIFA 2014 – der Kampf um die Einhaltung von Menschenrechtsstandards geht in die Verlängerung!
Zürich/Wien 22. Oktober 2014 – Europäisch-brasilianische Auswahl zeigt in Zürich der FIFA Rote Karte für Menschenrechtsverletzungen bei der WM 2014

Am heutigen 22. Oktober 2014, knapp vor dem Start der FIFA Kommission für FairPlay und soziale Verantwortung um 14.00 Uhr, versammelte sich vor dem Headquarter der FIFA in Zürich eine brasilianisch-österreichisch-schweizerische Auswahl von AktivistInnen. Eine Schiedsrichterin von "Nosso Jogo – Initiative für globales FairPlay" zeigte der FIFA bei dem Medientermin die überdimensionale Rote Karte für Menschenrechtsverletzungen und übergab über 7.000 Unterschriften der Petition "Für bindende Menschenrechtsstandards bei sportlichen Großereignissen" symbolisch auf einer großen Schiedsrichterpfeife. "Die FIFA nahm die Petition nicht offiziell entgegen, es kam aber zu einem gemeinsamen Gesprächstermin über die Anliegen der Petition", erklärte die Schiedsrichterin und Pressesprecherin von Nosso Jogo, Christine Esterbauer, nach der Aktion.

Die Fußball WM 2014 ist Geschichte. Der Fußballzirkus zieht weiter. Die nächsten Austragungsorte Russland 2018, wo kritische zivilgesellschaftliche Organisationen unter Druck gesetzt werden, und Katar 2022, wo GastarbeiterInnen wie moderne SklavInnen gehalten werden, zeigen die Dringlichkeit, dass die Vergabe und Umsetzung von Sport-Mega-Events im Einklang mit nationalen Verfassungen und mit Menschenrechten allgemein zu erfolgen haben. "Die FIFA muss sich zu verbindlichen Menschenrechtsstandards bekennen", fordern über 7.000 UnterzeichnerInnen der Petition für bindende Menschenrechtsstandards bei sportlichen Großereignissen.

Schon die Vorbereitungen für die WM 2014 in Brasilien waren überschattet von Menschenrechtsverletzungen, Zwangsräumungen, gebrochenen Versprechen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Noch kurz vor WM-Anpfiff stand die FIFA wegen Korruptionsvorwürfen und Profitgier in der Kritik. Tausende BrasilianerInnen gingen auf die Straße, um gegen die überdimensionalen Investitionen von 11 Mrd. US$ für die WM zu protestieren, die im Gesundheits-, Bildungs- und Verkehrswesen besser aufgehoben wären.

Brasilien hat die WM nicht nur auf dem Rasen verloren: Für Zigtausende hat die WM ein trauriges Nachspiel. Viele der rund 200.000 zwangsumsiedelten Menschen warten noch auf Entschädigungszahlungen. Das "Erbe", das die teuerste WM aller Zeiten in Form riesiger Löcher in die öffentlichen Haushalte gerissen hat, werden die BrasilianerInnen noch lange zu spüren bekommen.

Argemiro Ferreira de Almeida vom nationalen Dachverband der Bürgerkomitees rund um die WM in Brasilien schrieb in einer ersten Reaktion nach dem Schlusspfiff: "So wie das brasilianische Team gescheitert ist, war diese WM von Anfang an schlecht konzipiert und fatal durchgeführt. Sie baute auf großer Ungleichheit auf, ständig wurden grundlegende Menschenrechte verletzt – wie das Recht auf gute Ausbildung, Gesundheit, eine angemessene Unterkunft und vieles mehr."

Dass während der WM die Proteste nicht eskaliert sind, ist auch eine Folge von Repression. Selbst die Fernsehübertragungen wurden zensiert, sodass Protestaktionen für die FernsehzuschauerInnen nicht sichtbar waren. Die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen müssen horrend gewesen sein.

Sportliche Wettkämpfe stehen für Fairness, klare Regeln und den positiven, freundschaftlichen Umgang der WettbewerbsteilnehmerInnen miteinander. "Die Regeln, die bei den Spielen gelten, müssen auch im Vorfeld und im Umfeld der Spielorte eine Selbstverständlichkeit sein. Internationale Wettkämpfe dürfen nicht zu Zwangsumsiedlungen, Ausbeutung, Diskriminierung und Gewalt führen, fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Petition. Darum wird der FIFA bei der Überreichung der Unterschriften heute die Rote Karte  für schwere Fouls an den Menschenrechten gezeigt", erklärte die Schiedsrichterin und Pressesprecherin von Nosso Jogo anläßlich der heutigen Medienaktion.

Die österreichisch-schweizerisch-brasilianische Auswahl bestehend aus den Organisationen Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Südwind und FairPlay-VIDC, dem brasilianischen Gewerkschaftsbund UGT und der schweizerischen NGO SolidarSuisse versammelte sich am heutigen 22. Oktober knapp vor dem Start der FIFA Kommission für FairPlay und soziale Verantwortung um 14.00 Uhr vor dem Headquarter der FIFA in Zürich. "Über 7.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Petition allein aus Österreich fordern von der FIFA verbindliche Menschenrechtsstandards ein", sagte Martin Kainz (FairPlay-VIDC), Koordinator von Nosso Jogo, portugiesisch für "Unser Spiel".

Nilson Duarte Costa, Präsident des brasilianischen Gewerkschaftsbunds UGT in Rio de Janeiro und Vorsitzender der Bauarbeitergewerkschaft von Rio, deren Mitglieder unter anderem das berühmte Maracanã Stadion umgebaut haben, strich auch die positiven Aspekte der WM für Brasilien und die ArbeitnehmerInnen heraus, forderte aber: "Wir brauchen klare arbeitsrechtliche und menschenrechtliche Mindeststandards bei Sportgroßereignissen wie der Weltmeisterschaft – sonst verlieren am Ende immer die Arbeiterinnen und Arbeiter."

"Die FIFA nahm die Petition nicht offiziell entgegen, es kam aber zu einem gemeinsamen Gesprächstermin über die Anliegen der Petition", erklärte die Schiedsrichterin und Pressesprecherin von Nosso Jogo Christine Esterbauer nach der Aktion.

Morgen, am 23. Oktober 2014 um 10.00 Uhr, wird dem IOC die Gelbe Karte gezeigt und die Nosso Jogo Petition in Lausanne übergeben, um es daran zu erinnern Menschenrechte auch bei der Austragung der Olympischen Spiele in Rio 2016 einzuhalten.

Fotodownload der Aktion ab 22. Oktober 2014, 16.00 Uhr unter: www.nossojogo.at/presse

Rückfragehinweis:
Nosso Jogo Pressesprecherin:
Christine Esterbauer (vor Ort in der Schweiz): +43/650 523 35 28
Christina Schröder (Büro Wien): +43 1/405 55 15 - 301, E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at
www.nossojogo.at/presse

Die Initiative "NossoJogo – Initiative für globales Fair Play" wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt

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WearFair & mehr 2014 mit neuem BesucherInnenrekord: eine öko-faire Erfolgsgeschichte!
Über 11.000 BesucherInnen, rund 1.000 mehr als im Vorjahr, machten die 7. Auflage Österreichs größter Messe für einen nachhaltigen Lebensstil in Linz zum vollen Erfolg. Fortsetzung folgt ...

Über 200 AusstellerInnen aus dem In- und Ausland präsentierten vom 3. bis 5. Oktober 2014, wie vielfältig und alltagstauglich das Angebot aus den Bereichen Mode, Ernährung und Lifestyle sowie auch zu Mobilität, Geldanlagen und Tourismus in punkto Nachhaltigkeit mittlerweile ist.

Der große BesucherInnenandrang auch aus vielen anderen Bundesländern zeigte, dass die WearFair & mehr längst keine lokale Veranstaltung mehr ist und Produkte für einen öko-fairer Lebensstil kein Nischendasein mehr fristen, sondern viele Menschen begeistern.

Interessierte KonsumentInnen nutzten die Messe sowohl zum Einkaufen als auch um sich Ideen und Tipps aus dem spannenden und abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit nach Hause zu nehmen. Untertags konnten sich die BesucherInnen durch Buchvorstellungen, Filmvorführungen, Showkochen und Podiumsdiskussionen zu ökologischen und nachhaltigen Themen informieren. Journalist und Politiker Klaus Werner-Lobo stellte sein neues aktualisiertes "Schwarzbuch Markenfirmen" vor, sowie Autorin Susanne Wolf das Konsument-Buch "Nachhaltig leben". Umweltlandesrat Rudi Anschober sorgte für Unterhaltung mit seiner Kochshow "Kochtopf statt Mistkübel", bei der Lebensmittel verarbeitet wurden, die nicht den Idealen des Handels entsprechen. Weiters begeisterten ein Geschmackworkshop, eine "Fesch am Rad"-Fahrt und ein vergnügliches Kinderprogramm samt Kindermodeschau Groß und Klein. Ein besonderer Programmpunkt war weiters die feierliche Ernennung der Stadt Linz zur Fairtrade Stadt, sowie die Aufnahme von mehreren Betrieben in das Klimabündnis.
Ein weiteres Highlight war wie jedes Jahr die hochkarätige Modenschau der ausstellenden öko-fairen DesignerInnen am Freitagabend. Sie zeigten, wie kleidsam und originell nachhaltige Mode ist. Im Anschluss sorgte die oberösterreichische Band Attwenger mit einem Konzert für großartige Stimmung.

WearFair & mehr Geschäftsführerin Maria Wimmer sieht begeistert auf ein erfolgreiches Wochenende zurück: "Heute steht Nachhaltigkeit für Design, Geschmack und Lebenslust. Wie gut sich das anfühlt, zeigt die WearFair & mehr nun schon seit vielen Jahren und ich freue mich, dass so viele Menschen sich dazu inspirieren lassen und gemeinsam mit uns viele kleine Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Welt machen."

Fotos und Impressionen zur WearFair & mehr 2014 sind zu finden unter
www.wearfair.at/presse und www.facebook.com/wearfair
 

Rückfragehinweis:
Maria Wimmer, WearFair & mehr Geschäftsführerin, 0650/860 1737, maria.wimmer@wearfair.at
Karin Nakhai, Pressesprecherin WearFair & mehr und GLOBAL 2000, 0699/14 2000 20, presse@global2000.at
Christina Schröder, Pressesprecherin WearFair & mehr und Südwind, 01/405 55 15 - 301, christina.schroeder@suedwind.at


Über Südwind
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Über GLOBAL 2000
GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und deckt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. GLOBAL 2000 kämpft für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Mittels Lobbying, Aktionen und Informationsarbeit erzeugt GLOBAL 2000 öffentlichen Druck und vermittelt durch Projekte positive Beispiele, damit ökologische Lösungen möglich werden, und richtet sich dabei an Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.

Über das Klimabündnis
Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

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Globales Lernen: Neues Methodenhandbuch für die außerschulische Jugendarbeit
Das neue Handbuch von Südwind zeigt auf 160 Seiten praktische Methodenvorschläge und Materialien, mit denen globale Themen in der außerschulischen Jugendarbeit partizipatorisch und dialogorientiert behandelt werden können.

Anhand alltäglicher Produkte wie Wasser, Tabak, Schokolade, Textilien, Handy und Fleisch werden globale Zusammenhänge aufgezeigt. Es wird nachvollziehbar dargestellt, woher die Produkte kommen, wie sie produziert und transportiert werden und welche Auswirkungen das auf Mensch und Umwelt hat. So sollen junge Menschen an konkreten Beispielen erkennen, was Themen wie Nachhaltige Entwicklung, Arbeits- und Menschenrechte, Konsum, Soziale Gerechtigkeit und Globalisierung mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.

Preis für die Printversion: 15 Euro
Kostenloser Download des Handbuchs unter: www.oneworld.at

Fortbildungsangebote
Im Laufe dieses und nächsten Jahres bietet Südwind Trainings für JugendarbeiterInnen auf Basis des Methodenhandbuches an. Weiters können interaktive Workshops bei Südwind gebucht werden.
 

Nächster Termin:
2-tägiger Workshop "Make my chocolate fair – jugendarbeit.global.machen"
Zeit: 17. und 18. November 2014, 9:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Institut für Freizeitpädagogik Wien
 

Mehr Informationen zur kommenden Fortbildung bzw. zu den laufenden Terminen finden sich unter: www.oneworld.at

Das Methodenhandbuch ist ein Ergebnis des EU-Projektes "Youth of the World! jugendarbeit.global.machen". Der Inhalt des Handbuchs wurde auf Basis einer Studie mit JugendarbeiterInnen erarbeitet und von einem internationalen Team aus  ExperterInnnen des Globalen Lernens und der außerschulischen Jugendarbeit verfasst . 

Titelbild des Handbuchs zum Globalen Lernen in der außerschulischen Jugendarbeit zum Download.
 

Für Rückfragen und Bestellungen:
Caroline Sommeregger
Tel: 0680/144 37 87
E-Mail: jugend.tirol@suedwind.at

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Diese Pressemeldung und das Methodenhandbuch wurde  im Rahmen des Projektes "Youth of the World!" mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union erstellt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

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14.000 Unterschriften gegen CETA an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
Protest der Plattform "TTIP STOPPEN" und tausenden BürgerInnen gegen das Handelsabkommen CETA zeigte gestern erste Erfolge

Auf dem von 25. bis 26. September stattfindenden EU-Kanada Gipfel in Ottawa soll das Handelsabkommen CETA zwischen den beiden Verhandlungsparteien für abgeschlossen erklärt werden. Daran lässt die EU-Kommission in ihrer gestrigen Presseerklärung keinen Zweifel. Im österreichischen Nationalrat gab es dazu gestern erstmals eine klare kritische Positionierung.

Die VertreterInnen der Plattform TTIP STOPPEN (ATTAC, Fian, GLOBAL 2000, ÖBV Via-Campesina Austria, Pro-Ge, SÜDWIND) dazu: "Das Verhalten der EU-Kommission zeigt, dass es um so wichtiger ist, dass jetzt die nationalen Regierungen aufstehen und der Kommission ihre Bedenken darlegen. Deshalb haben wir vergangene Woche eine E-Mail-Aktion gestartet, die Herrn Bundesminister Reinhold Mitterlehner auffordert, sich unter den gegebenen Umständen in Brüssel gegen CETA auszusprechen."
Binnen weniger Tage haben sich über 14.000 BürgerInnen an der E-Mail-Aktion beteiligt. Der E-Mail-Protest zeigte gestern offensichtlich Resonanz. Dem Entschließungsantrag, der gestern sehr kurzfristig von SPÖ und ÖVP eingebracht wurde, stimmte die Mehrheit im Nationalrat zu. Alexandra Strickner, Obfrau von Attac Österreich: "Darin wurden unsere Bedenken zumindest zum Teil aufgenommen. Das ist ein wichtiges Signal seitens der Regierungsparteien und ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dennoch, viele weiter Fragen sind offen."

Noch viele Fragen offen
So sei die Sinnhaftigkeit der Investoren-Staats-Klagerechte sowohl bei CETA als auch bei dem geplanten Abkommen mit den USA, TTIP, "aus heutiger Sicht nicht erkennbar." Eine Absenkung von Standards sowohl im Umweltschutz- als auch im ArbeitnehmerInnenbereich soll verhindert werden.

Doch der geleakte CETA-Text, der dem Bündnis TTIP STOPPEN vorliegt, wirft die Frage auf, wie dies zu schaffen sein wird. Heidemarie Porstner, TTIP- und CETA-Sprecherin der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: "Um ein Beispiel zu geben: Im Paragraf zu Biotechnologie und Gentechnik steht schwarz auf weiß, dass sowohl die EU als auch Kanada zustimmen, die Handelsbarrieren im Biotechnologiebereich, also auch bei Gentechnik, zu minimieren. Wie das funktionieren soll, ohne dass die wichtigen hohen Auflagen der EU gesenkt werden, konnte uns bisher niemand erklären."

Die der Abstimmung im Nationalrat vorangegangene Diskussion um das Investoren-Staats-Klagerecht war für die Bündnis-VertreterInnen durchaus ärgerlich. Denn mehrfach wurde ISDS als wichtiger Mechanismus im Zusammenhang mit  Handelsbeziehungen mit Ländern des benachteiligen Südens genannt. Elfriede Schachner, Geschäftsführerin bei SÜDWIND: "Wenn Entwicklungsländer dem Kreis beitreten wollen, wird es schwierig, an den im CETA getroffenen Regelungen vorbeizukommen. Sie hätten keine andere Wahl als sich im Handel mit der EU und  Kanada an deren Richtlinien zu halten, die sie jedoch vorher nicht mitverhandeln konnten. Damit wären durch die Hintertür multilaterale Regeln für die Weltwirtschaft etabliert."

Auch wurde im Nationalrat gestern wieder das Chlorhuhn diskutiert. Irmi Salzer von ÖBV Via-Campesina Austria betont: "Manche meinen dies sei ein populistisches Beispiel. Aber dahinter steckt die ernst zu nehmende Frage, welche Art der Landwirtschaft mit den geplanten Handelsabkommen gefördert wird. Wir setzen uns für eine kleinbäuerliche, biologische und klimaschonende Landwirtschaft ein."

Auch im Bereich der ArbeitnehmerInnenrechte gibt es weiterhin Grund zur Sorge:
Gerhard Riess von der Produktionsgewerkschaft führt aus: "Am 11. September hat der ÖGB in einem Brief an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner seine Bedenken zu CETA dargelegt. ArbeitnehmerInnenrechte und Gewerkschaftsrechte sind durch solche Abkommen massiv gefährdet, da sie als profitmindernd gelten könnten. Dagegen setzen wir uns zur Wehr."

Die EU-Kommission hält ihre Arbeit für erledigt und die Verhandlungen mit Kanada für abgeschlossen. Nächste Woche stellt sich die neue Handelskommissarin Cecilia Malsttröm im EU-Parlament einem Hearing. Es wird sehr genau zu beobachten sein, wie sehr sie die Bedenken der Mitgliedsstaaten und vor allem der BürgerInnen ernst nimmt.

Widerstand gibt es auch aus Kanada
Die Kritik und den Widerstand gegen das CETA-Abkommen gibt es nicht nur in Europa sondern auch in Kanada. In einem gemeinsamen Statement haben über hundert Organisationen aus Europa und Kanada ihre Kritik am CETA-Abkommen formuliert.

Nächste TTIP-Verhandlungsrunde startet Anfang nächster Woche
Von 29. September bis 3. Oktober 2014 findet auch die siebente Verhandlungsrunde zu TTIP in Chevy Chase Maryland statt.

 

Aktionstag gegen TTIP, CETA und TISA am 11. Oktober 2014

Die Plattform TTIP STOPPEN plant am 11. Oktober 2014 gemeinsam mit vielen anderen Bündnissen in ganz Europa einen Aktionstag gegen TTIP, CETA und TISA. In Österreich findet dieser beim Markus Omofuma-Gedenkstein, Museumsquartier, 1070 Wien, statt. Die Kundgebung beginnt ab 14:30 Uhr.

 

Rückfragehinweis:
Alexandra Strickner, Obfrau Attac Österreich, 0664/1048428, alexandra.strickner@attac.at
Heidemarie Porstner, TTIP und CETA Sprecherin GLOBAL 2000, 0699/142 000 52 oder heidemarie.porstner@global2000.at
Irmi Salzer, ÖBV Via-Campesina Austria, 0699/11 82 76 34, irmi.salzer@viacampesina.at
Elfriede Schachner, Geschäftsführerin SÜDWIND, 0699/107 66 216 oder elfriede.schachner@suedwind.at
Mathias Beer, Pro-Ge, 01/534 44 69, mathias.beer@proge.at

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Linz wird Zentrum nachhaltigen Lebensstils! Die WearFair & mehr geht in die siebte Runde
Rekordzahl von über 200. Linz, 24. September 2014 – AusstellerInnen sowie ein spannendes Rahmenprogramm erwarten die BesucherInnen in der Tabakfabrik von 3. bis 5. Oktober 2014 in Linz.

Linz, 24. September 2014 – Von 3. bis 5. Oktober 2014 ist es wieder so weit: Linz wird zum Zentrum nachhaltigen Lebensstils! Österreichs größte KonsumentInnen-Messe für Mode und öko-fairen Lifestyle, die WearFair & mehr, geht in die siebte Runde: mit einem buntem, jedes Jahr noch facettenreicherem Sortiment an Angeboten aus den Bereichen Mode, Ernährung, Mobilität, Geldanlagen und Tourismus, das auf über 8.000 Quadratmetern von über 200 AusstellerInnen präsentiert wird. Neben der Möglichkeit mit gutem Gewissen einzukaufen, wird den BesucherInnen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten – ob Modenschauen, Buchpräsentationen, Workshops oder Filme und Konzerte – alles dreht sich um die Hintergründe zu ökologischen und fairen Produktionsweisen und darum, wie jede und jeder einzelne einen nachhaltigen Lebensstil führen kann.

Im Rahmen einer Pressekonferenz heute in Linz stellten die langjährigen Unterstützer Umwelt-Landesrat Rudi Anschober und Dr. Georg Rathwallner, Leiter Konsumentenschutz Arbeiterkammer Oberösterreich, sowie die GeschäftsführerInnen der drei veranstaltenden Organisationen Südwind, GLOBAL 2000 und das Klimabündnis Oberösterreich in Aussicht, was heuer rund um WearFair & mehr zu erwarten ist.

Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober, Fan und Mit-Initiator: "Die WearFair hat sich von einem engagierten Experiment hin zur wichtigsten Messe Österreichs für nachhaltigen Lebensstil entwickelt – einzigartig ist die Themensetzung von nachhaltiger Kleidung über Lebensstil bis hin zu Mobilität. Da setzen wir in Oberösterreich Maßstäbe. Oberösterreich geht damit eine nächste Etappe Richtung Miteinander von Wirtschaft und Umwelt und profiliert sich europaweit als Standort für nachhaltigen Lebensstil und zukunftsfähige Wirtschaft. Es freut mich besonders, dass wir heuer erstmals auch mit der Info-Kochshow 'Kochtopf statt Mistkübel' Tipps und Strategien gegen Lebensmittelverschwendung thematisieren."

Neuer Fair Fashion Guide
Wo Fair Fashion Shops vom Bodensee bis zum Neusiedler See zu finden sind, verrät ein neuer Guide, der von Dr. Georg Rathwallner, Leiter Konsumentenschutz Arbeiterkammer Oberösterreich, präsentiert wurde: "Im Modemagazin-Look soll der fundierte Fair Fashion Guide neue Zielgruppen ansprechen und mittels Gütesiegel-Check darüber informieren, was diese versprechen und was sie wirklich halten. Führende Experten erläutern darin außerdem die sechs wichtigsten Gründe, faire Mode zu kaufen."

Gegen Kinderarbeit, Hungerlöhne und Gesundheitsgefährdung bei der Produktion
Kinderarbeit, gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, die Unterdrückung von Gewerkschaften und Hungerlöhne in der Produktion sind die drückendsten sozialen Missstände bei der Herstellung von Bekleidung und anderen Produkten, die aus Billiglohn- oder Entwicklungsländern zu uns kommen. Dass das den KonsumentInnen immer mehr bewusst ist, und sie vermehrt auf soziale Standards in der Produktion schauen, bzw. diese verlangen, zeigt die Tatsache, dass sich die BesucherInnenzahl in den letzten sechs Jahren mehr als verdreifacht hat – auf mittlerweile 10.000 im Jahr 2013. Herwig Adam, Geschäftsführer der veranstaltenden Organisation Südwind: "Die in den letzten Jahren stetig steigenden Besucherzahlen bei der WearFair & mehr beweisen, dass Nachhaltigkeit keine Modeerscheinung ist, sondern ein Lebensstil, der jeden Tag lebenswerter macht!"

Bio, regional, saisonal am Teller ist gut für Umwelt und Gesundheit
Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehört auch, sich über das täglich Brot Gedanken zu machen. "Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir mit unseren tagtäglichen Einkaufsentscheidungen zum Umweltschutz beitragen: Biologische, saisonale und regionale Lebensmittel zu kaufen ist hier die Devise, um die Umwelt zu schützen und Vielfalt zu erhalten!", so Leonore Gewessler, Geschäftsführerin der führenden österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: "Biologische Landwirtschaft kommt ohne chemisch-synthethische Spritz- und Düngemittel aus und gewährleistet im Gegenteil Pflanzenschutz auf natürliche Weise. Auch entsteht in der biologischen Landwirtschaft mindestens 30 Prozent weniger CO2. So schont die biologische Landwirtschaft unsere Böden, Gewässer und unser Klima. Auch der Kauf regionaler Produkte spart enorm viel CO2 ein. Die globalen Handelsströme, die täglich in Containerschiffen, Flugzeugen, Lkw und Zügen um den Globus bewegt werden, sind inzwischen für fast ein Viertel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich!" (Quelle: UNO). Bio-Obst und Gemüse, das regional produziert wurde, Fleisch aus Biolandwirtschaft, aber auch vegane Alternativen – die auch dem Klimaschutz zugute kommen – können auf der WearFair & mehr gekostet und gekauft werden.

Auch im Bereich Mobilität, Geldanlagen und Tourismus gibt es wieder Neues zu sehen: "Es freut mich sehr, dass wir heuer mit der WearFair & mehr wieder die Vielfalt und Attraktivität eines nachhaltigen Lebensstil zeigen können. Es ist sicher für alle etwas dabei, um einen oder auch weitere Schritte für den Klimaschutz zu machen", meint Norbert Rainer, Geschäftsführer des Klimabündnis Oberösterreich.

Danke an die UnterstützerInnen!
Dass mit der WearFair & mehr Linz wieder zum Zentrum Österreichs für nachhaltigen Lebensstil wird, verdanken die OrganisatorInnen auch vielen UnterstützerInnen. Die Liste der Sponsoren, KooperationspartnerInnen, ExpertInnen, AusstellerInnen und ganz besonders den HelferInnen ist lang: vom Land Oberösterreich und der Stadt Linz über die Arbeiterkammer Oberösterreich und Ja! Natürlich, FAIRTRADE oder FAIR-FINANCE, dem Magazin Konsument, der Grünen Wirtschaft, der Bio Austria, dem Österreichischen Umweltzeichen, der WKO, der Linz AG, der Tabakfabrik, der Göttin des Glücks, papplab, Sonnentor, Zotter, Bioshirts.at bis hin zu Kulturen in Bewegung und vielen tollen MedienpartnerInnen.

Nachhaltigkeit steht für Design, Geschmack und Lebenslust!
"Die Zeiten von 'öko-fair kann auch modisch sein', gehören der Vergangenheit an! Heute steht Nachhaltigkeit auch für Design, Geschmack und Lebenslust. Wie gut sich das anfühlt, kann auf der WearFair & mehr erlebt werden und sich dort für einen nachhaltigen Lebensstil das ganze Jahr über inspirieren lassen und ausstatten", freut sich Maria Wimmer, Geschäftsführerin der WearFair & mehr abschließend.

Öffnungszeiten der Messe
Freitag: 14 - 22 Uhr, Samstag: 10 - 21 Uhr, Sonntag: 10 - 16 Uhr

Tickets
Normalpreis Tagesticket: € 7
Ermäßigtes Tagesticket: € 5 (z. B. mit der 4youCard oder der AK Mitgliedskarte)
Wochenendticket: € 10 – gültig für alle drei Messetage
Tickets fürs Attwenger-Konzert: € 10 – gültig auch als Eintritt zur Messe an einem der Folgetage
Ermäßigtes Attwenger-Ticket für AK-Mitglieder: € 8

Weitere Informationen zur Messe und zum Programm: www.wearfair.at und www.facebook.com/wearfair

Fotomaterial zur Messe: www.wearfair.at/presse
Fotos von der Pressekonferenz in Kürze: https://www.flickr.com/photos/global2000

Fair Fashion Guide
Der Fair Fashion Guide kann bei der Arbeiterkammer Oberösterreich unter konsumentenschutz@akooe.at oder 0732/690 64 44 bestellt werden.

Links und Hintergrundinformationen zur Bekleidungsindustrie:
Clean Clothes Kampagne für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie: www.cleanclothes.at 
Ethical Fashion Guide zum Downloaden

Infos rund um Ernährung und Landwirtschaft, Gentechnik und Pestizide:
www.global2000.at/themen/ern
www.global2000.at/themen/gentechnik
www.global2000.at/themen/pestizide
Info-Kochshow "Kochtopf statt Mistkübel":
www.umweltlandesrat.com
www.fleischfrei-tag.at
www.facebook.com/KochtopfStattMistkuebel

Infos zu Klimaschutz und Lebensstil - Projekte vom Klimabündnis OÖ:
www.klimabuendnis.at
App "Gutes Finden"

Rückfragehinweis:
Maria Wimmer, WearFair & mehr Geschäftsführerin, 0650/860 17 37, maria.wimmer@wearfair.at
Karin Nakhai, Pressesprecherin WearFair & mehr und GLOBAL 2000, 0699/14 2000 20, presse@global2000.at
Christina Schröder, Pressesprecherin WearFair & mehr und Südwind, 01/405 55 15-  301, christina.schroeder@suedwind.at

 

 

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Proteste gegen H&M: Kambodschanische NäherInnen fordern einen Mindestlohn von 177 US-Dollar
Wien/Linz/Phnom Penh, 17. September 2014 – Heute finden in Kambodscha landesweite Kundgebungen von NäherInnen für die Erhöhung des Mindestlohnes statt. Ihre Forderung richtet sich insbesondere an die Hauptkunden der kambodschanischen Bekleidungsindustrie

"Mit dem derzeitigen Mindestlohn von 100 US-Dollar können sich die Textilarbeiterinnen- und arbeiter trotz harter Arbeit und Überstunden nicht einmal das Nötigste leisten, um halbwegs über die Runden zu kommen", erläutert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne, die Situation der Betroffenen. Studien der Initiative "Asian Floor Wage" zufolge wären rund 400 US-Dollar nötig, um eine menschenwürdige Existenz führen zu können.

500.000 NäherInnen in Kambodscha werden durch die niedrigen Löhne in der Bekleidungsindustrie systematisch in die Armut gedrängt. "Tausende Arbeiterinnen fielen bereits während der Arbeit aufgrund von Unter- und Mangelernährung, Hitze und chemischen Dämpfen in Ohnmacht – das ist eine direkte Folge der Hungerlöhne. Firmen wie H&M müssen endlich handeln", fordert Gudrun Glocker von weltumspannend arbeiten.

"Insbesondere H&M, einer der größten Kunden in Kambodscha muss aktiv vorangehen", fordert Peter Schissler, Bundessekretär der PRO-GE. Der Konzern hat im November 2013 einen Aktionsplan für einen Existenzlohn präsentiert und auch ein Pilotprojekt in Kambodscha angekündigt. Bis jetzt hat sich H&M jedoch nicht dazu geäußert, wie hoch dieser ausfallen würde. "Wenn es H&M mit den Lohnerhöhungen ernst meint, muss der Konzern die Forderung nach 177 US-Dollar Mindestlohn öffentlich und mit sofortiger Wirkung unterstützen", fordert Eva Prenninger von weltumspannend arbeiten.

"Markenfirmen drücken die ohnehin schon tiefen Preise. Es ist höchste Zeit, dass sie sich um die Kernforderung unseres Protests kümmern: einen Existenzlohn. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 177 USD ist ein Schritt in diese Richtung", so Ath Thorn, Präsident der Gewerkschaft C.CAWDU aus Kambodscha.

Bereits Anfang dieses Jahres protestierten über 200.000 NäherInnen für Lohnerhöhungen. Die Proteste wurden gewaltsam von Polizei und Militär niedergeschlagen. Es gab vier Tote. 23 Arbeiter wurden verhaftet.

Weltweit finden am heutigen Tag Solidaritätskundgebungen statt. In Österreich unterstützen weltumspannend arbeiten, Südwind und die Clean Clothes Kampagne die Forderung nach einem Existenzlohn und zeigten ihre Solidarität mit einer Straßenaktion in Linz vor der H&M-Filiale am Taubenmarkt. KonsumentInnen können die Forderung der kambodschanischen NäherInnen mittels Petition unter www.cleanclothes.at unterstützen.

Fotos und Hintergrundinformationen unter www.cleanclothes.at/presse

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664/230 988 3
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at

Eva Prenninger
weltumspannend arbeiten
Mobil: 0664/614 51 03
E-Mail: eva.prenninger@oegb.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.
Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne und von weltumspannend arbeiten wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

weltumspannend arbeiten stärkt globales Bewusstsein innerhalb der österreichischen Gewerkschaftsbewegung. Global denken, global handeln: Über weltweite Zusammenhänge informieren, internationales Bewusstsein aufbauen, ArbeitnehmerInnen und GewerkschafterInnen international vernetzen und solidarische Handlungskonzepte erarbeiten, gehören zu den Zielsetzungen von weltumspannend arbeiten. Wir alle können zu einer gerechteren Form der Globalisierung beitragen.

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Linz erhält den Titel FAIRTRADE-Stadt
Ernennung am 3. Oktober 2014 um 19 Uhr in der Tabakfabrik Linz

Jetzt ist es offiziell: Die geforderten fünf Ziele für den Erhalt des Titels sind erreicht! Nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema FAIRTRADE in der Stadt Linz und vielen Maßnahmen, die von Südwind OÖ initiiert wurden, findet die feierliche Verleihung am 3. Oktober 2014 um 19 Uhr in der Tabakfabrik Linz im Rahmen der WearFair & mehr statt. Mehr als 180 internationale AusstellerInnen machen Österreichs größte Messe für öko-faire Mode und nachhaltigen Lebensstil zum wichtigen Aushängeschild der bald frisch gekürten FAIRTRADE-Stadt. Der Titel zeichnet das Engagement vieler Menschen aus, die dazu beitragen, dass FAIRTRADE und der Faire Handel in Linz verankert sind und unterstützt werden.

 

"So richtig begann alles im Jänner 2013", erzählt Mag.a Nora Niemetz, die als Mitarbeiterin von Südwind OÖ das begleitende Projekt TriNet Global leitet: "Da startete das von der EU finanzierte Projekt, bei dem sowohl die Stadt Linz als auch Südwind OÖ Projektpartner sind. TriNet Global will Akteurinnen imd Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vernetzen, das Wissen über Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit verbessern und Kooperationen anzuregen. Ein Schwerpunkt liegt in der Stärkung des Fairen Handels und der Fairen Beschaffung. Der Titel FAIRTRADE-Stadt stellt die Krönung dieses Projektziels dar!", freut sich Nora Niemetz, die auch die FAIRTRADE-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat.

 

Erfreulich ist, wie stark sich Unternehmen, Vereine, Organisationen bis hin zu Einzelpersonen für die Stärkung des Fairen Handels engagieren. "Wie wichtig das Thema des sozial fairen, nachhaltigen Konsums ist, zeigen sowohl Angebot als auch Nachfrage bei der WearFair & mehr, die jedes Jahr in Linz stattfindet", so Nora Niemetz. "Jedoch dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen. Der Titel ist erst der Grundstein, auf dem wir nun in Linz weiter aufbauen werden." Dass es danach weitergeht, zeigt unter anderem die Veranstaltungsreihe FAIRTRADE Town, die von der FAIRTRADE-Arbeitsgruppe und TriNet Global ins Leben gerufen wurde und in Kooperation mit der VHS Linz ab September im Wissensturm alle Interessierten dazu einlädt, mehr über den Fairen Handel zu erfahren.

 

Bürgermeister Luger zeigt sich ebenfalls erfreut: "Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung. Die Ernennung von Linz  zur FAIRTRADE-Stadt lässt erkennen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Konsum und der faire Handel beeinflussen immer stärker die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen. Die Konsumentinnen und Konsumenten achten vermehrt auf diese ökologische Nachhaltigkeit, sie nehmen ihre Verantwortung wahr. Die Stadt Linz versucht das Bewusstsein für das Angebot an nachhaltigen Produkten zu schärfen, mehr Verständnis für FAIRTRADE zu schaffen, unter anderem durch unsere Veranstaltungsreihe im Linzer Wissensturm."

 

Ein wichtiges Ziel ist, dass sich die Gemeinde zu FAIRTRADE bekennt. Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger setzt sich schon seit vielen Jahren dafür ein. "Ich freue mich, dass es durch das jahrelange Engagement vieler Beteiligter in der Stadt nun gelungen ist, für das Thema Fair Trade so viel Bewusstsein und Angebote zu schaffen, dass wir uns nun stolz FAIRTRADE-Stadt nennen dürfen." Bereits im Februar 2011 brachten die Grünen einen Antrag zu "FAIRTRADE und Ökoeinkauf" im Gemeinderat ein. Dieser Antrag mündete im Juni 2014 in einen "Leitfaden zur Umsetzung der Beschaffung nach ökologischen Richtlinien und den Grundsätzen von FAIRTRADE".

 

Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich, freut sich über diese positive Entwicklung: "Wenn sich Gemeinden oder Städte zur Einhaltung fairer Standards selbst verpflichten und aktive Bewusstseinsbildung betreiben, verankern sie den Fairen Handel nachhaltig im Gemeinde- bzw. Städteleben."

 

Als Vorzeigeunternehmen wurde die BBRZ-Gruppe ausgewählt. Dem größten Bildungs- und Sozialdienstleister Österreichs ist es möglich, viele Menschen bei der Entwicklung und Nutzung ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Chancen zu unterstützen, zu fördern und zu begleiten und mit Vorbildfunktion in Sachen Fairness und Nachhaltigkeit ein Zeichen zu setzen. So wurde 2013 ein Nachhaltigkeitsmanagement Systems namens "SUSTAIN/wir sind ein Teil vom Ganzen" implementiert, das unter anderem vorsieht, dass ab 1. September 2014 alle Produkte, die auf Kosten des Unternehmens gekauft werden, FAIRTRADE und biologisch zertifiziert sein müssen.

 

Die Idee der FAIRTRADE-Gemeinden ist vor mittlerweile über zehn Jahren in England entstanden, wo es sich die Oxfam-Gruppe der Ortschaft Garstang in Lancashire rund um Bruce Crowther zum Ziel gemacht hat, den Fairen Handel in verschiedensten Bereichen der Gemeinde zu verankern. In Österreich wurde das Projekt "FAIRTRADE-Gemeinden" im Jahr 2006 gestartet. FAIRTRADE ist wirkungsvolle Armutsbekämpfung durch Fairen Handel, mit dem Ziel, eine Welt zu schaffen, in der alle Kleinbauernfamilien und ArbeitnehmerInnen auf Plantagen im globalen Süden nachhaltig ein sicheres und menschenwürdiges Leben führen und ihre Zukunft selbst gestalten können. Dazu leistet die Stadt Linz einen wichtigen Beitrag.

Rückfragehinweis:

Mag.a Nora Niemetz
Südwind Oberösterreich
Südtirolerstraße 28
4020 Linz
nora.niemetz@suedwind.at
Tel: +43/732 79 56 64 - 1

Mag.a Eva Schobesberger
Neues Rathaus, Zimmer 5012
Hauptstraße 1-5
4041  Linz
eva.schobesberger@mag.linz.at
Tel: +43 732/7070 2030

Elisabeth Wallner, B.A.
FAIRTRADE Österreich
Neulinggasse 29/17
1030 Wien
elisabeth.wallner@fairtrade.at
Tel: +43 1/533 09 56 - 29

 

Fragen zur WearFair & mehr bitte direkt an das Presseteam der Messe.

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KiK verzögert weiter Entschädigungen von NäherInnen
Wien, 10. September 2014: Zweiter Jahrestag der Brandkatastrophe in pakistanischer Textilfabrik, Betroffene bereiten Klage vor.

Soforthilfe: Ja. Entschädigung auf lange Sicht: immer noch nicht – das ist der Stand der Verhandlungen zwischen KiK und den Überlebenden und Hinterbliebenen des Brandes in der pakistanischen Textilfabrik Ali Enterprises vor zwei Jahren. Bei der Brandkatastrophe am 11. September 2012 starben 254 Menschen, 55 wurden verletzt. Der deutsche Textildiscounter KiK, Hauptauftraggeber der Fabrik, zahlte zwar eine Soforthilfe, verzögert seither aber die Verhandlungen über langfristige Entschädigung.

Im Dezember 2012 hatte sich KiK aufgrund des hohen öffentlichen Drucks vertraglich u. a. zu Verhandlungen über langfristige Entschädigungen verpflichtet. Damit soll beispielsweise der dauerhafte Verdienstausfall des Haupternährers einer Familie kompensiert werden. "KiK verschleppt diese Verhandlungen seit fast einem Jahr", so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne, die an den Verhandlungen beteiligt ist. "Bleibt es dabei, müssen juristische Schritte zur Einhaltung des Vertrags folgen."

Dabei geht es nicht nur um Geld. "Den Betroffenen geht es um Gerechtigkeit. Sie wollen, dass KiK sich endlich der Verantwortung für seine ausländischen Zulieferbetriebe stellt", sagte Miriam Saage-Maaß vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR). "Sollten die Verhandlungen erneut scheitern, sind sie bereit, KiK vor einem deutschen Gericht zu verklagen." Das ECCHR und die Frankfurter Hilfsorganisation medico international unterstützen sechs Familien bei der juristischen Aufarbeitung des Brandes und bei der Vorbereitung einer Klage auf Schadensersatz in Deutschland. Sie trafen sich vergangene Woche in Pakistan mit den Betroffenen, die sich in der Baldia Factory Fire Affectees Association organisiert haben. "KiK wird seine Verpflichtungen nur erfüllen, wenn der öffentliche Druck in Europa nicht nachlässt", sagt Thomas Seibert, Südasien-Koordinator von medico international.

 

Rückfragehinweis:
Kampagne für Saubere Kleidung (DE)
Frauke Banse
Tel: +49(0)30/420 82 02 - 52
Mobil: +49(0)178/546 74 53
E-Mail: banse@inkota.de
www.saubere-kleidung.de

Anabel Bermejo
ECCHR
Tel: +49(0)30/698 19 797
Mobil: +49(0)172/587 00 87
E-Mail: bermejo@ECCHR.eu
www.ecchr.de

Thomas Seibert
medico international                         
Tel: +49 (0)69/944 38 36
Mobil: +49 (0)160/975 57 350
E-Mail: seibert@medico.de
www.medico.de

Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich (AT)
Mobil: 0664/230 98 83
Tel: 01/405 55 15 - 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

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"WearFair & mehr" mit einem "Mehr" an Programm
4. September 2014: Modenschauen, Buchpräsentationen, Workshops, Filme und Konzerte bei der größten Messe für nachhaltigen Lebensstil in Linz!

 Mit der "WearFair & mehr" kommt zum 7. Mal eine der renommiertesten öko-fairen Messen in Österreich und ganz Europa von 3. bis 5. Oktober 2014 in die Linzer Tabakfabrik. Neben dem vielfältigen Angebot aus fairer Mode, biologischen Lebensmitteln und Innovationen aus den Bereichen Mobilität und Lifestyle, das über 180 AusstellerInnen von Wien bis Peru präsentieren, gibt es auf der WearFair & mehr ein Programm, das sich sehen lassen kann:

Ob Modenschau oder Attwenger-Konzert, ob Filmgespräch mit "Taste the Waste" Regisseur Valentin Thurn oder Buchpräsentation des neuen Schwarzbuchs Markenfirmen, ob Showkochen mit Umweltlandesrat Rudi Anschober oder Kids-Konzert mit Mai Cocopelli mit anschließender Kindermodenschau – öko-faires Leben wird bei der "WearFair & mehr" auch heuer wieder zelebriert!

Die Highlights zum Auftakt: Modenschau und Attwenger-Konzert
Als alljährliches Highlight findet am Freitag, den 3. Oktober, nach der offiziellen Begrüßung um 20:00 Uhr die Modenschau der öko-fairen DesignerInnen und Labels statt, die zeigen, dass trendy und fair sich bei der Mode mehr als gut verstehen. Danach wird die Band Attwenger ab 22:00 Uhr in der Klubkantine der Tabakfabrik ordentlich einheizen. Auch am Samstag wird mit einem Auftritt von DJ Dan der oberösterreichischen Hip-Hop Band Texta nach 21:00 Uhr ein kurzweiliges Abendprogramm geboten.

Buchpräsentationen, u. a. des neuen "Schwarzbuch Markenfirmen"
Journalist und Politiker Klaus Werner Lobo stellt vor Ort am Freitag um 15:00 Uhr sein neues, aktualisiertes "Schwarzbuch Markenfirmen" vor, das am 29. September erstmals in den Buchläden erhältlich sein wird. Autorin Susanne Wolf wird ebenfalls aus ihrem Buch "Nachhaltig leben" erzählen – am Sonntag um 13:00 Uhr.

Auftaktveranstaltung im Moviemento: Regisseur von "Taste the Waste" Valentin Thurn im Filmgespräch
Am Vorabend des Messebeginns wird Valentin Thurn, Regisseur von "Taste the Waste", um 20:30 Uhr zu einem Filmgespräch im Moviemento sein und von Initiativen aus ganz Europa erzählen, die gegen die gängige Lebensmittelverschwendung Lösungen finden und Müll verringern wollen. Am Sonntag um 14:30 Uhr werden in der Tabakfabrik auch Mitglieder von mehreren Initiativen über Möglichkeiten berichten, wie jede/r von uns zu einer nachhaltigen Gesellschaft beitragen kann.

Showkochen mit Umweltlandesrat Rudi Anschober, Fair Fashion Seminar und Geschmackworkshop
Am Samstag um 12:00 Uhr wird außerdem Landesrat Rudi Anschober beim Showkochen gemeinsam mit der Präsentation seines neuen Buches "Besser Essen" zeigen, dass man auch mit Lebensmitteln, die es aus optischen Gründen nicht in den Handel schaffen, köstliche Gerichte zaubern und gleichzeitig das Klima schützen kann. Weiters wird eine Gesprächsrunde zum Thema Elektromobilität geboten, ein Seminar zu Fairer Mode und ein Geschmackworkshop, eine "Fesch am Rad" Fahrt, bei der TeilnehmerInnen stilvolles Radeln zur Schau stellen, und ein Multimediavortrag von Fotograf und Filmemacher Rowin Höfer, der von seinen spannenden Erlebnissen und Erkenntnissen auf Weltwanderschaft erzählt.

Kids-Programm: Kindermodenschau und Konzert für die Jüngsten mit Mai Cocopelli
Auch die jungen Gäste kommen nicht zu kurz: Am Sonntag um 11:00 Uhr nimmt Österreichs beliebteste Kinderliedermacherin Mai Cocopelli ihre ZuschauerInnen mit auf eine Reise in den Weltraum und um 12:00 Uhr wird in der Kindermodenschau die Mode der AusstellerInnen von den Jüngsten präsentiert.

Hochkarätige Moderationen führen durch das Programm
Am Freitag wird ORF-Stylingexpertin Eva Koeck-Eripek durch das Messe-Programm führen, am Samstag hat Thomas Weber von biorama und The Gap die Hoheit über das Mikrofon und am Sonntag übernimmt ORF Oberösterreich Radiogröße Walter Witzany die Moderation.

"Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltige Eindrücke bescheren: Jede und jeder soll neue Anreize und nachhaltige Ideen für einen Lebensstil mitnehmen, der mit viel Genuss und Freude zelebriert wird!", freut sich "WearFair & mehr"-Geschäftsführerin Maria Wimmer auf die Messe – genauso wie auf alle BesucherInnen und die, die die Messe mit ihren Beiträgen mitgestalten!

Öffnungszeiten der Messe
Freitag: 14 - 22 Uhr
Samstag: 10 - 21 Uhr
Sonntag: 10 - 16 Uhr

Tickets
Normalpreis Tagesticket: € 7
Ermäßigtes Tagesticket: € 5 (z. B. mit der 4youCard oder der AK Mitgliedskarte)
Wochenendticket: € 10 – gültig für alle drei Messetage
Tickets fürs Attwenger-Konzert: € 10 – gültig als Eintritt zur Messe an einem der Folgetage
Ermäßigtes Attwenger-Ticket für AK-Mitglieder: € 8

Weitere Infos und das Programm im Detail finden Sie in Kürze:
auf wearfair.at sowie auf www.facebook.com/WearFair

Pressebilder sind zu finden unter: www.wearfair.at/presse

Rückfragehinweis:
Maria Wimmer, Geschäftsführerin WearFair, 0650/860 1737, maria.wimmer@wearfair.at
Christina Schröder,  Pressesprecherin WearFair & mehr und Südwind, 01/405 55 15 - 301, christina.schroeder@suedwind.at
Karin Nakhai, Pressesprecherin WearFair & mehr und GLOBAL 2000, 0699/14 2000 20, presse@global2000.at

Über Südwind:
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Über GLOBAL 2000:
GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und zeigt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. Die Organisation deckt jedoch nicht nur konsequent Umweltskandale auf und bringt Umweltagenden bei Wirtschaft und Politik auf den Tisch, sondern entwickelt mit ihren Expertinnen und Experten auch zukunftsweisende ökologische Lösungen. GLOBAL 2000 kämpft so für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften.

Über das Klimabündnis:
Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

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Globalisierung "e-learnen"
1. September 2014: Südwind startet neue interaktive Lernplattform für alle, die mehr über globale Zusammenhänge erfahren wollen.

Im Rahmen einer Kooperation der entwicklungspolitischen Organisation Südwind mit dem slowakischen Zentrum für Kommunikation und Entwicklung, der slowakischen Jugendorganisation Education@Internet und dem Studio Gaus aus Berlin wurden 11 Online-Lernmodule entwickelt, durch die man sich spielerisch über Gender, Migration, Weltwirtschaft oder Globalisierung informieren kann.

Als didaktisches Konzept dient das Globale Lernen: "Dieser Lehrgang bringt Globales Lernen online. Gar nicht so einfach, denn der Kern globalen Lernens ist nicht nur Vermittlung von globalen Inhalten und Zusammenhängen, sondern auch die Methode ist Teil des Erfolges: interaktiv, partizipativ und dialogisch", erklärt Projektleiterin Susanne Paschke von Südwind. Fragen wie die nach der Anzahl der pro Sekunde weltweit hergestellten Handys, oder dem Land, das weltweit am meisten Flüchtlinge aufnimmt, geben Denkanstöße und machen Lust darauf sich weiterzuklicken, um die Antworten – "35" bzw. "Pakistan" – zu erfahren. 

"Wichtig war uns, dass wir niemanden bevormunden, im Sinne von 'So funktioniert die Welt'. Wir haben Spiele und Methoden entwickelt, die die Teilnehmenden, die Welt entdecken lassen. So kann sich jeder selbst eine Meinung bilden", so Paschke.

Über Fakten hinaus, sollen die Lern-Module Zusammenhänge und globale Verstrickungen nachvollziehbar machen, sowie Menschen zusammenführen und Dialog ermöglichen. In einem Online-Forum können sich die Teilnehmenden austauschen und Links teilen und das in in neun Sprachen, v. a. in osteuropäischen und sogar in Esperanto. Am Ende jeden Moduls stehen Adressen, wo Interessierte im jeweiligen Land hingehen können, um mit "echten" Menschen und Materialien zu arbeiten.

Globales Lernen online: monda.eu/de oder www.facebook.com/monda.eu

Rückfragehinweis:
Michaela Krimmer, Südwind
E-Mail: michaela.krimmer@suedwind.at
Tel: 01/405 55 15 - 326

 

Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen des "Lifelong Learning Programme" erstellt und durch das Bundesministerium für Bildung und Frauen gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des "Südwind"-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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WearFair & mehr 2014 – ökologisch, fair, nachhaltig
24. Juli 2014 – Von der kompostierbaren Bambus-Zahnbürste bis zu veganer Mode – die Linzer Messe für Mode und Lifestyle stellt sich vor

Vom 3. bis 5. Oktober 2014 ist es wieder so weit: Linz wird bereits zum siebten Mal zur Drehscheibe für alle, die mehr Nachhaltigkeit in ihrem Leben wollen. Über 150 AusstellerInnen, NGOs und Initiativen werden zeigen, wie genussvoll und alltagstauglich das Angebot rund um einen nachhaltigen Lebensstil ist.

Von der kompostierbaren Bambus-Zahnbürste und dem Bio-Prosecco über das Elektroauto Tesla und Taschen aus Werbeplakaten bis hin zu veganer Mode und Schuhe für Groß und Klein reicht das vielfältige Angebot.

150 AusstellerInnen aus Oberösterreich und aller Welt
Rund 90 DesignerInnen, Labels und Shops präsentieren öko-faire Mode, 30 AnbieterInnen machen Gusto auf köstliche, gesunde Lebensmittel und 30 AusstellerInnen bringen Trends und Innovationen aus den Bereichen Mobilität und Lifestyle auf die WearFair & mehr. "Global denken und lokal handeln wird immer mehr zur Devise für viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die verantwortlich mit unser aller Ressourcen umgehen wollen. Wir freuen uns besonders, dass wir dieses Jahr mit bereits 60 Ausstellerinnen und Ausstellern aus Oberösterreich rechnen dürfen, die uns aus nächster Nähe dabei unterstützen, einen öko-fairen Lebensstil zu führen", freut sich WearFair & mehr Geschäftsführerin Maria Wimmer. Aber auch auf internationaler Ebene hat sich die Linzer Messe einen Namen gemacht. 30 der 150 AusstellerInnen reisen aus anderen Ländern, unter anderem sogar aus Peru an, um ihre Produkte in Österreich zu präsentieren.

"Small is beautiful"-Initiative für JungunternehmerInnen
Damit der Bekanntheitsgrad kleiner, bis dato weniger bekannte JungunternehmerInnen oder Initiativen schneller wachsen kann, wurden heuer erstmals vier "Small is beautiful"-Messestände zu besonders günstigen Konditionen vergeben. "Es ist uns ein großes Anliegen, den Weg für ein breites öko-faires Angebot rund um einen nachhaltigen Lebensstil, von Mode bis zur Marmelade, zu ebnen. Weil dieser Weg manchmal steinig sein kann, haben wir die Initiative 'Small is beautiful' ins Leben gerufen und wünschen den Anbieterinnen und Anbietern viel Erfolg!", erklärt Maria Wimmer.

Buntes Rahmenprogramm: von Filmen und Seminaren bis zu Diskussionen
Auch in der siebten Runde der WearFair & mehr wird die Messe von einem abwechslungsreichen Programm begleitet. Bei Diskussionsveranstaltungen tauschen sich ExpertInnen, UnternehmerInnen und JournalistInnen über Alternativen aus, bei Filmvorführungen, Seminaren und Workshops können die BesucherInnen hautnah erfahren, welche Ansätze es zu nachhaltigen Lebensstilen gibt.

SponsorInnen helfen, den nachhaltigen Lebensstil noch bekannter zu machen
Unterstützt werden die nunmehrigen Veranstalter Südwind, GLOBAL 2000, Klimabündnis Oberösterreich unter anderem seitens dem Land Oberösterreich als Hauptfördergeber, der Stadt Linz als Fördergeber, der Arbeiterkammer OÖ als  Kooperationspartner, den Grünen Wirtschaft als Eventsponsor, Ja! Natürlich als Sponsor, Life Radio, OÖ Nachrichten, Oberösterreicherin, Oliv Zeitschrift als Medienpartner sowie FAIRTRADE, Bio Austria, Linz Tourismus, Grüne Wirtschaft als Kooperationspartner.

Weitere Informationen zur WearFair & mehr 2014
finden Sie unter www.wearfair.at und auf Facebook unter https://www.facebook.com/WearFair

Bilder zum Downloaden (Abdruck zu PR Zwecken honorarfrei, Fotocredit: Christine Kienesberger)
 

Rückfragehinweis:
Maria Wimmer, Geschäftsführerin WearFair, 0650/860 1737, maria.wimmer@wearfair.at
Karin Nakhai, Pressesprecherin WearFair & mehr und GLOBAL 2000, 0699/14 2000 20, presse@global2000.at
Christina Schröder,  Pressesprecherin WearFair & mehr und Südwind, 01/405 55 15 - 301, christina.schroeder@suedwind.at

Über Südwind:
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Über GLOBAL 2000:
GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und zeigt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. Die Organisation deckt jedoch nicht nur konsequent Umweltskandale auf und bringt Umweltagenden bei Wirtschaft und Politik auf den Tisch, sondern entwickelt mit ihren Expertinnen und Experten auch zukunftsweisende ökologische Lösungen. GLOBAL 2000 kämpft so für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften.

Über das Klimabündnis:
Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

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Was bleibt von der Fußball-WM in Brasilien? NGO-Initiative „Nosso Jogo“ zieht gemischte Bilanz
10.7.2014: Mit dem Finale am Sonntag endet die 20. FIFA- Weltmeisterschaft ohne den Gastgeber.

Auf welch dünnem Eis die Stimmung Brasiliens während der WM gebettet ist, haben die Ausschreitungen nach dem desaströsen 1:7 gegen Deutschland gezeigt. Umso mehr stellt sich die Frage, was dem Land nach dem Megaevent Positives bleibt. Die von 98 österreichischen NGOs mitgetragene Initiative „Nosso Jogo“ (Unser Spiel) zieht eine ernüchternde Bilanz.

Weniger Demonstrationen, mehr Repression

Noch vor einem Jahr gingen Hunderttausende Brasilianer_innen auf die Straße, um gegen die horrenden Ausgaben für dieses Großevent zu demonstrieren, die in sozialen Bereichen, wie Bildung, Gesundheit und öffentlichem Transport fehlen. Laut Schätzungen des Brasilianischen Rechnungshofs (TCU) belaufen sich die WM-Kosten auf 26 Mrd. Real (8,64 Mrd. Euro) und kommen zu 84% aus der öffentlichen Hand. Demgegenüber steht der für die FIFA erwartete Rekordgewinn von 10 Mrd. Real (3,3 Mrd. Euro).

Seit dem Eröffnungsspiel ist es ruhiger geworden rund um die Forderungen aus der brasilianischen Zivilbevölkerung. „Es ist eine Tatsache, dass sich weniger Menschen an den Protesten gegen die Umsetzung der Copa beteiligt haben, aber sie sind während der ganzen WM weitergegangen", weiß Leila Regina da Silva des Nachhaltigkeitsinstituts Insea, die Anfang Juni auf Einladung der Initiative „Nosso Jogo“ in Wien war, aus Belo Horizonte zu berichten. Die Polizeigewalt sei jedoch nicht zurückgegangen, vielmehr das Gegenteil sei der Fall: „Tausende Polizisten haben Barrikaden errichtet und den Demonstrierenden mit extremer Gewalt den Weg abgeschnitten. Es kam zu einigen willkürlichen Verhaftungen.“

Auch sonst sieht da Silva die Bilanz der Fußball-WM in Brasilien nüchtern, „es handelt sich um ein privates Event der FIFA, das sich wenig mit der Realität des Gastgeberlandes beschäftigt.“ Die Heimspiele seien zum Großteil nur von der brasilianischen Ober- und Mittelschicht besucht worden. Der Brückeneinsturz in Belo Horizonte, bei dem zwei Menschen getötet und 22 verletzt wurden, überschattete letzte Woche die Spiele. Das Unglück zeugt von der Fahrlässigkeit, die den von der WM losgetretenen Bauboom begleitet. Welche politischen Folgen die Umsetzung der Fußball-WM haben, wird sich spätestens bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober zeigen.

Nosso Jogo – Brasilien in Österreich

In Österreich hat „Nosso Jogo“, die „Initiative für globales Fair Play“, die sozialen und politischen Ereignisse rund um die umstrittene WM erfolgreich zum Thema gemacht. „Nosso Jogo“ heißt „unser Spiel“ und wagt einen Blick auf Brasilien abseits von Samba, Strand und schwarzer Körperlichkeit. Wie wichtig eine differenzierte Perspektive ist, zeigte sich an der stereotypen Inszenierung des ORF WM-Studios. Halbnackte Sambatänzerinnen sollten brasilianisches Flair auf den Küniglberg bringen, bis Kritik in sozialen Netzwerken und im ORF-Publikumsrat den einseitigen und verzerrten Darstellungen ein Ende setzte.

Seit Ende April fanden österreichweit über 100 Veranstaltungen und Events statt. Die Bandbreite reichte von alternativen Public Viewings in Wiener Außenbezirken über Stadionaktionen mit Profiklubs bis hin zu Diskussionsreihen und Workshops mit brasilianischen Expert_innen. Noch bis 11. Juli läuft die interaktive Ausstellung zum Thema Kinderrechte im ZOOM Kindermuseum im Wiener Museumsquartier.

Den Höhepunkt bildete das Arena Brasil Festival zu Pfingsten, bei dem brasilianische Künstler_innen nicht nur ein ambitioniertes Musik- und Literaturprogramm zum Besten gaben, sondern das Publikum auch zu zahlreichen Workshops einluden. Während der drei Tage strömten über 9.000 Besucher_innen, viele davon aus der brasilianischen und lateinamerikanischen Community auf den Wiener Karlsplatz.

„Wir haben mit der Initiative Nosso Jogo geschafft, Wissen über die Ereignisse in Brasilien, über die sozialen Aspekte des Fußballs und die kulturelle Vielfalt des WM-Gastgeberlandes einem breiten österreichischen Publikum zugänglich zu machen“ so Martin Kainz, Koordinator von „Nosso Jogo“. „Mit einem großen nationalen und internationalen Netzwerk treten wir bewusst für faire Sportgroßereignisse ein und werden auch in Zukunft bei Menschenrechtsverletzungen rund um diese Events nicht wegschauen.“

Nach der WM ist vor den Olympischen Spielen

Menschenrechtsverletzungen und andere negative Auswirkungen von Sportgroßereignissen bleiben auch nach dem Schlusspfiff in Rio de Janeiro ein politisch brisantes Thema. Spätestens bei den ebenfalls in Brasilien stattfinden Olympischen Sommerspielen 2016 werden ähnliche Probleme auftauchen.

„Nosso Jogo“ startete daher eine Petition, die sich für bindende Menschenrechtsstandards bei der Vergabe von Sportgroßevents einsetzt und sich an die FIFA, das IOC und die brasilianische Regierung richtet. Sie wurde bereits von knapp 4000 Personen unterzeichnet, darunter auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Die Petition kann noch bis Herbst 2014 unter www.nossojogo.at unterschrieben werden.

„Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ wurde im Dezember 2013 von sechs entwicklungspolitischen NGOs (FairPlay-VIDC, Südwind, Lateinamerika-Institut, Jugend Eine Welt, Frauensolidarität und Globalista) ins Leben gerufen. Neben den Trägerorganisationen beteiligen sich 92 Partnerorganisationen aus den Bereichen Kultur, Entwicklung, Sport und Umwelt an der Initiative. Das Bildungs- und Dialogprojekt wird maßgeblich von der Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (ÖEZA) gefördert.

Druckfähiges Fotomaterial stehen hier zum Download zur Verfügung.


Rückfragehinweis:
Christine Esterbauer
Südwind-Agentur
Tel.: +43 1 405 55 15 331
E-Mail: christine.esterbauer@suedwind.at

 

Martin Kainz
FairPlay-VIDC
Tel.: +43 1 713 35 94 73
E-Mail: kainz@vidc.org

 

Die Initiative „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.

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„WearFair & mehr“: Die nachhaltige Mode- und Lifestyle-Messe geht mit neuer Führung in die 7. Runde!
Maria Wimmer wird die Erfolgsgeschichte einer der namhaftesten öko-fairen Modemessen Europas weiterschreiben - von 3. bis 5. Oktober 2014 in der Linzer Tabakfabrik.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt!“, das ist nicht nur Ghandis Motto, sondern auch das der 41jährigen Oberösterreicherin und neuen „WearFair & mehr“ Geschäftsführerin Maria Wimmer, die bis vor kurzem als stellvertretende Landessprecherin tätig war.

Die Oberösterreicherin leitet die Messe für nachhaltige Mode und Lebensstil, die im letzten Jahr rund 150 AusstellerInnen (davon 50 aus Oberösterreich) und über 10.000 BesucherInnen in der Linzer Tabakfabrik begrüßen durfte, und vor allem für ökologische, faire und nachhaltige Mode steht. Aber auch für andere Lebensbereiche, von Ernährung über Kosmetik, ethische Geldanlagen, Tourismus bis hin zu Mobilität kann jede/r sich vor Ort Impulse für einen öko-fairen Alltag holen. Maria Wimmer zu ihrer neuen Aufgabe: „Die WearFair & mehr ist eine hervorragende Plattform, um Denkprozesse über ein faires Miteinander praktisch umzusetzen. Es freut mich sehr, mich künftig für dieses großartige Projekt einzusetzen und noch mehr Menschen – ob AusstellerInnen oder BesucherInnen – für ökofaire Mode und einen nachhaltigen Lebensstil zu begeistern.“

Maria Wimmer führte jahrelang erfolgreich ihr eigenes Dekorationsunternehmen, bevor sie vor fünf Jahren begann, sich für die Gesellschaft zu engagieren, in der sie lebte – als Gemeinderätin und Landessprecherin. Außerdem absolvierte sie das Masterstudium für Interkulturelle Kompetenzen an der FH Krems. Heute kann die zweifache Mutter ihre Liebe zum Gestalten von Produktpräsentationen für die WearFair & mehr wieder aufleben lassen!

Die Organisationen hinter der WearFair & mehr: GLOBAL 2000, Klimabündnis und Südwind
Hinter der WearFair & mehr steht übrigens die gute Zusammenarbeit von drei NGOs – GLOBAL 2000, Klimabündnis und Südwind. Auch der Vorstand der WearFair & mehr, der sich über den Erfolg der Messe jedes Jahr mehr freuen darf, wurde heuer neu zusammengesetzt: Mit dabei sind Peter Molnar, Norbert Rainer und Ulrike Singer vom Klimabündnis, Herwig Adam, Harald Wildfellner und Stefan Robbrecht-Roller von Südwind sowie Martin Aschauer, Rene Fischer und Reinhard Uhrig von der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Auch die Vorstände schwärmen von der Messe:
Herwig Adam, Geschäftsführer Südwind (aus Pürgg, Steiermark)
„Als wir vor sieben Jahren die Wear Fair ins Leben gerufen hat, wollten wir ein Zeichen für öko-faire Mode setzen. Mittlerweile steht die Wear Fair & mehr ganz im Zeichen für einen umfassend nachhaltigen Lebensstil und bietet alles, was dazugehört: von Mode bis Mobilität und Kosmetik über Ernährung, Tourismus bis Geldanlagen.“

Rene Fischer, Geschäftsführer GLOBAL 2000 (aus Nötsch im Gailtal, Kärnten)
„Wenn Menschen über Mode nachdenken, dann oft nicht über die humanen Bedingungen oder die Belastungen für Natur und Umwelt, unter denen sie hergestellt werden. Wir machen den Menschen bewusst, dass sie mit jedem Cent, den sie für ihre Kleidung und ihren Lebensstil ausgeben, die Welt in eine positive Richtung lenken können!“

Peter Molnar, Geschäftsführer Klimabündnis Österreich (aus Krems an der Donau)
„Die WearFair & mehr Messe steht für Klimaschutz durch einen nachhaltigen Lebensstil. Auch 2014 wird die WearFair & mehr wieder eine Bühne für viele tolle Beispiele und Produkte aus den Bereichen nachhaltiger Mode, Ernährung und Mobilität sein.“

Stefan Robbrecht-Roller, Regionalstellenleiter Linz Südwind (zuhause in Linz)
„Die WearFair & mehr bringt eine ganze Menge sonst nicht so sichtbarer AnbieterInnen von fairer oder nachhaltig produzierter Bekleidung auf einen Fleck und zeigt so, dass es funktionierende Alternativen gibt für die gängige ausbeuterische Wirtschaft. Das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, und die Vielfalt an dargebotenen Handlungsmöglichkeiten, auf einen nachhaltigeren Lebensstil umzusteigen, machen den positiven Vibe der WearFair & mehr aus. Wir sind stolz, diese Messe für euch, die bewussten KonsumentInnen, organisieren zu dürfen.“

Norbert Rainer, Stv. Geschäftsführung Klimabündnis Österreich, Regionalstellenleiter Linz (aus Krenglbach)
„Mit der Wearfair & mehr können wir zeigen, dass Klimaschutz genussvoll und attraktiv ist!“

Ulrike Singer, Stellvertretende Regionalstellenleiterin Klimabündnis (aus Kremsmünster)
„Das vielfältige Angebot der WearFair & mehr kann sich sehen lassen. Es trifft den Geist der Zeit und bietet einen umfassenden Überblick über Produkte und Initiativen für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Leben!“

Mehr Infos WearFair & mehr: www.wearfair.at
Bilder zum Downloaden (Abdruck zu PR Zwecken honorarfrei)
Foto 1:
Wear Fair & mehr Geschäftsführerin Maria Wimmer freut sich über ihre neue Aufgabe (Fotocredit: Christine Kienesberger)

Foto 2:
Die Wear Fair & mehr Vorstände (v.l.n.r., Fotocredit: Maria Wimmer / WearFair & mehr):
Stefan Robbrecht-Roller (Südwind Linz, Regionalstellenleiter Oberösterreich), Herwig Adam (Geschäftsführer Südwind), Ulrike Singer (Klimabündnis, Stellvertretung Regionalstellenleitung Oberösterreich), Rene Fischer (Geschäftsführer GLOBAL 2000), Maria Wimmer (Geschäftsführerin WearFair & mehr), Peter Molnar (Geschäftsführer Klimabündnis), Norbert Rainer (Klimabündnis Linz, Regionalstellenleiter Oberösterreich)

Rückfragehinweis:
Maria Wimmer, Geschäftsführerin Wear Fair, 0650 860 1737, maria.wimmer@wearfair.at
Karin Nakhai, Pressesprecherin WearFair & mehr und GLOBAL 2000, 0699 14 2000 20, presse@global2000.at
Christina Schröder,  Pressesprecherin WearFair & mehr und Südwind, 01 405 55 15 301, christina.schroeder@suedwind.at

 

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Aktion im Wolfgangsee bei Strobl: „Den ArbeiterInnen steht das Wasser bis zum Hals!“
16.06. 2014: Bindende Menschenrechtsstandards bei WM und anderen Sportgroßereignissen gefordert.

Strobl. Anlässlich der Verletzungen von Arbeitsrechten im Rahmen der Fußball-WM in Brasilien demonstrierten heute rund ein Dutzend AktivistInnen mit Bauarbeiter-Helmen im Wolfgangsee unter dem  Motto „Den ArbeiterInnen steht das Wasser bis zum Hals – deshalb mit Hand und Fuß ein Zeichen setzen für Menschenrechte!“. An Land neben dem Seehotel Lilly in Strobl wurden Tore geschossen für Menschenrechte und die Petition der Initiative NossoJogo „Für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßevents“ von PassantInnen unterzeichnet.

Die Fotoaktion fand im Rahmen des Lehrgangs „Global denken – Global Handeln“ von Südwind und weltumspannend arbeiten – ÖGB gemeinsam mit SchülerInnen der Polytechnischen Schule Strobl zur Unterstützung von NossoJogo (port. Unser Spiel) – Initiative für globales Fairplay! statt.

„Wir möchten mit dieser Aktion den neun verstorbenen Bauarbeitern auf den Baustellen für die WM-Stadien in Brasilien gedenken. Als Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrgangs ‚Global denken – Global Handeln‘ haben wir mit dieser Aktion ein lokales Zeichen für globale Solidarität mit den von Menschenrechtsverletzungen durch die WM betroffenen Arbeitern in Brasilien gesetzt“, erklärt Peter Haibach, Lehrgangsteilnehmer und Regionalsekretär der vida - Salzburg die Hintergründe der Aktion.

Lehrgangsleiterin Gudrun Glockervon weltumspannend arbeiten – ÖGB möchte mit dieser Aktion den Bogen weiter bis Katar spannen, wo die Fußball-WM für 2022 geplant ist. „Die Verhältnisse in Katar sind katastrophal. Bauarbeiter schuften dort unter sklavenartigen Bedingungen, 1.200 von ihnen sind dabei schon gestorben. Wenn die FIFA nicht endlich einschreitet, wird dieses Fußballspektakel Prognosen zufolge 4000 Menschenleben kosten. Diesen Skandal dürfen wir nicht hinnehmen!“

Die Petition von NossoJogo „Für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßevents!“ wurde auch schon von Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek unterzeichnet. Sie kann online unter www.nossojogo.at unterschrieben werden.

Fotodownload

Rückfragehinweis:
Stefan Grasgruber-Kerl
Mobil: 0699 100 400 79
E-Mail: stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at

Weltumspannend arbeiten – ÖGB
Gudrun Glocker
Mobil:  0664 614 50 10
E-Mail: gudrun.glocker@oegb.at
www.weltumspannend-arbeiten.at

Das Projekt "Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben" wird von weltumspannend arbeiten - ÖGB und Südwind in Kooperation mit dem VÖGB durchgeführt und von der Europäischen Union und dem österreichischen Sozialministerium gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Projektpartner wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Weltumspannend arbeiten – ÖGB ist das entwicklungspolitische Bildungsprojekt im ÖGB. weltumspannend arbeiten stärkt das globale Bewusstsein innerhalb der österreichischen Gewerkschaftsbewegung durch verschiedene Bildungsangebote und Initiativen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung, Vernetzung und die Vermittlung von Handlungskompetenzen für BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen.

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Fußball-WM Brasilien: Gemeinsam für Menschenrechte!
Wien, 11.06.2014: Fußball-WM Brasilien: Gemeinsam für Menschenrechte! Gewerkschaften und NGOs setzen sich ein für globales „Fair Play“ rund um Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.

Wien, 11.06.2014. Nur noch ein Tag trennt uns vom Anpfiff zum wohl spektakulärsten Sportevent der Fußballwelt, die WM in Brasilien. Die Austragung der Spiele im Land des häufigsten Fußballweltmeisters ist bereits im Vorfeld mit vielen Erwartungen und Emotionen verknüpft, die weit über sportliche Interessen hinausgehen, wie Gewerkschaften und NGOs  heute im Rahmen einer Pressekonferenz des gemeinsamen Projekts „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ erklärten.

„Die FIFA, die am meisten von diesem Ereignis profitiert, lässt sich auf sehr unsportliche Weise vom Gastgeberland, die Errichtung der gesamten Infrastruktur, das erhöhte Sicherheitsaufkommen und Steuerfreiheit garantieren. Menschenrechte sind nicht Teil dieser Agenda“, kritisiert Christine Esterbauer, Pressesprecherin von „Nosso Jogo“. So zeigten die Vorbereitungen dieser Fußball-WM in Brasilien, dass neben den enormen wirtschaftlichen und politischen Anstrengungen, auch hohe soziale Kosten entstanden sind, die die Menschen auf die Straße brachten. So kam es vor den Spielen zu tödlichen Unfällen bei Bauarbeiten für die Fußballstadien und zu Zwangsvertreibungen von mittlerweile 250.000 Menschen für Infrastrukturprojekte.

Der Chef der Bau-Holz-Gewerkschaft aus Rio de Janeiro, Nilson Duarte Costa, heute auf Einladung von „Nosso Jogo“ in Wien, berichtete von der Situation der Bauarbeiter_innen in Brasilien. Er organisierte die Arbeiter_innen am Bau des bekannten Maracanã-Stadions, in dem das WM-Finalspiel stattfinden wird. „Brasilien baut einen sehr wettbewerbsfähigen Markt auf“ – weiß Duarte Costa zu berichten „aber der Wettbewerb und der Profitanspruch einiger Firmen führen dazu, dass Bauunternehmen Kosten reduzieren, indem sie billiges und schlechtes Material kaufen. Dieses Vorgehen hat unmittelbare negative Auswirkungen auf die Sicherheit der Arbeiter und Arbeiterinnen am Bau. Im Maracanã gab es wegen dem Kostendruck einen Unfall, weshalb die Gewerkschaft einen Streik ausrief, der 20 Tage dauerte. Wir forderten vom Unternehmen einen höheren Schutz der Arbeiter und Arbeiterinnen und bessere Arbeitsbedingungen.“

Von der schwierigen Arbeitssituation sprach auch Leila Regina da Silva, Aktivistin des Instituts für Nachhaltige Entwicklung (Insea) in Belo Horizonte. Sie begleitet den politischen Organisationsprozess der WM-Betroffenen. „Frauen, sind einer besonders hohen Gefahr ausgesetzt – viele werden in schlecht bezahlten Jobs ausgenutzt und sexuell ausgebeutet. Diese Ausbeutung ist auch dadurch bedingt, dass im Ausland brasilianische Frauen als touristische Attraktion vermarktet werden“, Da Silva kennt aber auch die Kehrseite der Zwangsräumungen, die soziale Räume und lang gewachsene Beziehungen zerstören: „ Frauen sind von Räumungen im Zuge der WM und Veränderungen im städtischen Raum am stärksten betroffen. Sie sorgen für die soziale Interaktion in der Gemeinschaft, treffen sich mit Freundinnen, wechseln sich mit Nachbarinnen in der Kinderbetreuung ab, damit jede die Möglichkeit hat, arbeiten zu gehen.“

Wie wichtig internationale Solidarität ist, um derartige Problemlagen bei sportlichen Großevents ans Licht zu bringen und für Veränderungen einzutreten, betonte auch Josef Muchitsch, Chef der österreichischen Bau-Holz-Gewerkschaft. Er setzt sich mit seiner Gewerkschaft für eine Neuvergabe der WM-Spiele 2022 ein, im Zuge deren Vorbereitung in Katar bereits 1200 Arbeiter_innen das Leben verloren haben: „Wenn die FIFA bestimmen kann, für welches Getränk im Umfeld solcher Großveranstaltungen exklusive Werbung gemacht werden kann, muss sie auch darauf achten, dass Fußball-WM-Austragungsorte die Menschenrechte einhalten und die Sicherheit der Arbeiter und Arbeiterinnen garantieren. Solange in Katar täglich Arbeiter und Arbeiterinnen sterben, werden wir diesen Wahnsinn mit weiteren Aktionen aufzeigen. Kein Fußballfan oder Profifußballer und  -fußballerin darf akzeptieren, dass eine Weltmeisterschaft ‚auf 'blutiger Erde‘ ausgetragen wird“, betont Muchitsch.

Im Rahmen des Projekts „Nosso Jogo“ setzen sich zahlreiche österreichische NGOs, Gewerkschaften und Initiativen dafür ein, dass die Hintergründe zu den Ereignissen rund um die Fußball-WM in Brasilien auch dem österreichischen Publikum zugänglich gemacht werden. „ ‚Nosso Jogo‘ betont die positiven Werte des Fußballs als einen Sport, der kulturelle, soziale, geschlechtliche und sprachliche Grenzen aufhebt“ so Martin Kainz, Koordinator des Projekts. „Mit dieser Initiative wollen wir zeigen, dass Fair Play nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf einer globalen gesellschaftlichen Ebene zu gelten hat. Zu diesem Zweck haben wir eine Petition ins Leben gerufen, die bindende Menschenrechtsstandards bei der Vergabe von Sportgroßevents fordert“, so Kainz. Die Petition „Für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßevents!“ kann online auf www.nossojogo.at  unterschrieben werden.

„Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ ist eine Kooperation von FairPlay-VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, Lateinamerika-Institut und Südwind. Neben den sechs Trägerorganisationen beteiligen sich über 80 Partnerorganisationen aus den Bereichen Kultur, Entwicklungspolitik, Sport und Umwelt an der Initiative.

Druckfähiges Fotomaterial und Pressemappe zum Downloaden


Rückfragehinweis:
Christine Esterbauer
Südwind
Laudongasse 40
1080 Wien
Tel.: +43 1 405 55 15 331
E-Mail: christine.esterbauer@suedwind.at

Thomas Trabi
GBH-Bundessekretariat Kommunikation
Johann-Böhm-Platz 1
1020 Wien
Tel.: +43 1 534 44-59270
E-Mail: thomas.trabi@gbh.at

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12. Juni 2014 - Welttag gegen Kinderarbeit: Wie lange können wir uns noch Schokolade leisten?
11.06.2014: Armut und Skandale um Kinderarbeit durch desaströse Kakaopreise.

Von 9.-13. Juni 2014 findet in Amsterdam die 2. World Cocoa Conference statt. Industrie und Handel beschäftigt vor allem die weltweite steigende Nachfrage nach Schokolade und die nicht mehr gesicherte Versorgung mit Kakaobohnen. Über 20 NGOs und Gewerkschaften aus Europa und den Anbauländern beteiligen sich ebenfalls an den Gesprächen und setzen sich für faire Handelsbeziehungen ein. In der Einhaltung internationaler ArbeiterInnenschutzbestimmungen und der gerechten Entlohnung für die Arbeit auf Kakaofeldern sehen diese den effektiven Schutz vor Verarmung der Kakaobäuerinnen - und bauern und ausbeuterischer Kinderarbeit.
Anlässlich des 12. Juni, dem Tag gegen ausbeuterische Kinderarbeit betont die europaweite Kampagne "Make Chocolate Fair!"  wiederholt den Wert fairer Handelsbeziehungen für das menschenwürdige Überleben von über 20 Mio. Menschen, welche auf die Einnahmen aus dem Kakaoanbau weltweit angewiesen sind. Für Österreich nehmen die entwicklungspolitische NGO Südwind und die Produktionsgewerkschaft PRO-GE an den Gesprächen für eine nachhaltige Schokoladeproduktion teil.

Seit den 1980er Jahren sind die Kakaopreise real um die Hälfte gefallen. Das hat dazu geführt, dass die Kakaobäuerinnen - und bauern die Produktion einschränken mussten und veraltete Bestände von Bäumen nicht ersetzen konnten. Nun steigt die weltweite Nachfrage nach Schokolade. Um Engpässe zu verhindern, müsste der weltweite Ertrag um ca. 100.000 Tonnen pro Jahr angehoben werden, wie eine Erhebung des weltweit größten Kakaoverarbeiters Barry Callebaut aus der Schweiz ergab. Derzeit werden jährlich 3,5 Mio. Tonnen weltweit produziert, mit kaum Potential zur Steigerung, im Gegenteil, im Moment werden die Lager leergeräumt um die aktuelle Nachfrage zu bedienen.
Durch die hohe Nachfrage kam es bereits letztes Jahr zu einer fast 20-prozentigen Preissteigerung. Diese kommen jedoch bis dato nicht bei den ProduzentInnen an. Bekamen sie 1980 noch 16%, erhalten die Kakaobäuerinnen und -bauern aktuell nur mehr 6% am Anteil des Verkaufspreises einer Tafel Schokolade. Während Mondelez – produziert unter anderem den österr. Marktleader Milka (über 50% Marktanteil in Österreich) – sich über fast EUR 1 Milliarde Gewinn freut, hat der seit Jahren tobende Preiskampf dazu geführt, dass Millionen von Kakaobäuerinnen - und bauern und ihre Familien unter der absoluten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag leben müssen.

Gerhard Riess von der PRO-GE und Mitglied des europäischen Gewerkschaftsnetzwerkes cocoanet.eu, derzeit bei der Konferenz in Amsterdam, verortet Versäumnissen von Seiten der Industrie: „Viele Jahrzehnte war es für Industriestaaten und multinationale Konzerne ganz einfach, Menschen aus dem Süden auszubeuten. Wir stehen nun vor einer völlig neuen Situation. Die Kakaofelder sind von der intensiven Bewirtschaftung der letzten Jahrzehnte ausgepowert  – Sinkende Erträge, Perspektivlosigkeit und Landflucht führen dazu, dass der steigende Bedarf der Industrie an Kakaobohnen bald nicht mehr gedeckt werden kann. Die Bauern werden immer älter und es finden sich kaum noch junge Bäuerinnen und Bauer, die den Kakaoanbau weiterführen“.

Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“ und ebenfalls Teilnehmer an der Konferenz in Amsterdam stellt fest: „Von den Preissteigerungen profitieren im Moment nur die Kakaohändler. Die 5.5 Millionen Kakaobäuerinnen - und bauern werden weiterhin ausgebeutet, verarmen und setzen  Kinder zur Arbeit auf den Kakaofeldern ein, um die Kosten soweit als möglich zu reduzieren. Der Einsatz von KinderarbeiterInnen ist eine nachweisbare Folge der Niedrigpreispolitik der multinationalen Schokoladenindustrie und diese sind daher auch direkt zur Verantwortung zu ziehen. Ein erster Schritt wäre die ausschließliche Verwendung von zertifizierten Kakaobohnen von Anbietern wie FAIRTRADE, UTZ certified oder Rainforest Alliance“.

Wie eine Erhebung durch die US-amerikanische Tulane Universität 2011 ergab, arbeiten 820.000 Kinder in der Elfenbeinküste und ca. 1 Million Kinder in Ghana auf Kakaofarmen - jeweils 260.000 in der Elfenbeinküste und 270.000 in Ghana unter Bedingungen, die laut Internationalen Bestimmungen von ILO und UN (ILO Richtlinien 182 und 138, UN Kinderrechtskonvention Artikel 32/1) strengstens verboten sind. Zwar haben sich viele Schokoladekonzerne durch die Unterzeichnung des Harkin-Engels Protokolls 2001 aufgrund des wachsenden Drucks der Zivilgesellschaft selbst verpflichtet sich aktiv gegen Kinderarbeit einzusetzen, doch aktuelle Zahlen zeigen kaum Verbesserungen.

Auf die zu erwartenden Lieferengpässe reagiert die Industrie nun, indem sie millionenschwere Förderprogramme zur Steigerung der Produktivität der Kakaoplantagen ins Leben ruft. „Kurzfristige Produktionssteigerungen durch einen verstärkten Einsatz von Düngemitteln und andere Chemikalien gefährden die Gesundheit der ProduzentInnen und sind eine Mogelpackung, weil sie im Gegensatz zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und ökologischen Kakaoanbau nicht nachhaltig sind – im Gegenteil“, so Bernhard Zeilinger und fährt fort: „All die heutigen Missstände im Kakaoanbau und die Aussicht, dass Schokolade bald so teuer werden könnte wie Champagner sind Folgen der jahrzehntelangen Niedrigpreispolitik. Wir fordern daher die Schokoladenunternehmen auf in nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Millionen von Bäuerinnen und Bauern zu investieren und eine gerechte Verteilung der Wertschöpfung entlang der Produktionskette durchzusetzen. Zudem wäre dadurch auch der Kinderarbeit nachhaltig die Grundlage entzogen.“

In Österreich sorgen Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten, Dreikönigsaktion und Greenpeace dafür, dass die Missstände in der Kakaoproduktion öffentlich werden. Gemeinsam engagieren sie sich in der europaweiten Kampagne "Make Chocolate Fair!"  und rufen zur Unterzeichnung der gemeinsamen Petition für den Arbeitsschutz und faire Handelsbeziehungen unter at.makechocolatefair.org auf, Bereits 36.000 UnterstützerInnen sind diesem Aufrug gefolgt und geben den Forderungen Gewicht.

Druckfähiges Fotomaterial zum Downloaden
Kampagnen-Website und Petition: at.makechocolatefair.org
Mehr Infos zur World Cocoa Conference: http://worldcocoaconference.org

Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind - Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650 8947 777
Tel: 01 405 55 15 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Gerhard Riess
Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE
Mobil: 0664 16 10 114
Tel.: 01 53444 69 590
E-Mail: gerhard.riess@proge.at
www.proge.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. "Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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„Im Stich gelassen“ – TextilarbeiterInnen in Europa und der Türkei mit Hungerlöhnen abgespeist
11. 06. 2014: Neue Studie der Clean Clothes Kampagne und Firmenbefragung widerlegt den Mythos von besseren Arbeitsbedingungen in Europas Bekleidungsindustrie.

11. 06. 2014 – Die Clean Clothes Kampagne (CCK) belegt in der Studie „Im Stich gelassen“, dass in der Bekleidungsindustrie in Osteuropa und der Türkei die NäherInnen so wie in Asien oder Lateinamerika mit Löhnen abgefertigt werden, die unterhalb der Armutsgrenze liegen. Die Studie basiert auf über 300 Interviews durchgeführt in 10 verschiedenen Post-Sozialistischen Ländern und der Türkei. Diese Produktionsregion hat eine hohe Relevanz für die EU27, denn die Hälfte der Importe für die EU27 stammt von dort.

Länder, wie Bulgarien, Rumänien oder Kroatien haben eine lange Tradition in der Bekleidungsproduktion und verfügen über hochqualifizierte Arbeitskräfte. Firmen wie Hugo Boss, Adidas, Zara, H&M oder Benetton nutzen diesen Vorteil, aber zahlen den NäherInnen so wenig, dass sich viele von ihnen nur mit Zweitjobs oder mit einer kleinen Landwirtschaft über Wasser halten können. Die Studie belegt, dass der offizielle Mindestlohn in Ländern wie Bulgarien, Ukraine oder Mazedonien nur etwa 14% eines existenzsichernden Lohns beträgt.

Mit der neuen Studie entkräftet die CCK einmal mehr den Mythos, dass hochpreisige Marken wie u.a. Hugo Boss oder „Made in Europe“ würdige Arbeitsbedingungen garantieren. „Es ist mittlerweile weitreichend bekannt, dass Näherinnen und Näher in Asien ausgebeutet werden – die neue Studie deckt auf, dass es leider auch in Europa und der Türkei nicht besser ist. ‚Made in Europa‘ ist keine Garantie für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, die Kluft zwischen den ausgezahlten und existenzsichernden Löhnen ist teilweise noch größer als in asiatischen Produktionsländern” stellt Michaela Königshofer, Koordinatorin der österreichischen Clean Clothes Kampagne fest und fordert: „Bekleidungsunternehmen müssen sich klar zu einem Existenzlohn bekennen und konkrete Schritte setzen, damit wer immer für sie arbeitet, egal auf welchem Teil der Welt, einen Lohn erhält, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht“. Komplexe und undurchsichtige Lieferketten dürfen, so die CCK, nicht als Ausrede für den systematischen Verstoß von sozialen Menschenrechten, wie die Bezahlung eines existenzsichernden Lohnes dienen.

Die Kampagne fordert nun gemeinsam mit den ArbeiterInnen und Gewerkschaften der Region als erste dringende Maßnahme von der europäischen Bekleidungsindustrie, dass der Basis Nettolohn auf mindestens 60% des nationalen Durchschnittslohns angehoben wird. Der Einkaufspreis müsse so kalkuliert werden, dass die Zulieferbetriebe diese Löhne auch auszahlen können.

„Im Stich gelassen” ist eine von mehreren Studien der CCK zum Thema Existenzlöhne. Im Mittelpunkt steht die Situation von NäherInnen in verschiedenen Ländern der Welt und, was die Bekleidungsindustrie unternehmen kann und muss, um deren Situation zu verbessern. Gleichzeitig mit dem Bericht „Im Stich gelassen“ veröffentlicht die CCK die Ergebnisse einer Firmenbefragung, den „Firmen Check 2014“. Daraus geht hervor, welche Unternehmen sich für die Bezahlung von existenzsichernden Löhnen engagieren. Ergänzend lässt sich über die App „Fair Fashion?“ die Performance hinsichtlich der Bezahlung von existenzsichernden Löhnen der 100 wichtigsten europäischen Firmen online abrufen und in übersichtlicher Form ablesen.

„Leider wurde durch unsere Recherchen wieder einmal klar, dass es für die Bekleidungsindustrie noch einiges zu tun gibt. Arbeitsrechte und Existenzlöhne werden sowohl in Asien als auch in Europa nur zu oft für die Profite im Stich gelassen,“ so das Resümee von Michaela Königshofer.

Weitere Informationen:
Bericht "Im Stich gelassen"
Executive Summary "Im Stich gelassen"
Firmen Check 2014: www.cleanclothes.at/de/firmen-check
Bericht zum Firmen Check 2014

Fotomaterial auf Anfrage!

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at


Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Brasilien spielt in Wien. Nosso Jogo – Arena Brasil Festival am Karlsplatz, 6. – 8. Juni 2014
Wien, 4.6.2014: Brasilien-Open-Air Festival für alle Sinne, drei Tage lang, Kunst und Kultur am und rund um den Wiener Karlsplatz bei freiem Eintritt.

Nachdem Österreich bei der Fußball-WM nicht vertreten sein wird, bringt „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ brasilianisches Flair nach Wien. Drei Tage lang wird am Karlsplatz von 6. bis 8. Juni gespielt, getanzt und musiziert. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe  gemacht, nicht nur bekannte Rhythmen und Musikstile dem österreichischen Publikum näher zu bringen, sondern eine ganze Bandbreite von  traditionellen bis modernen brasilianischen Musik- und Kulturschaffende nach Österreich einzuladen. Unter dem Motto der Vielfalt werden neben verschiedenen Musikstilen, auch Workshops, Literatur und brasilianische Köstlichkeiten für Groß und Klein angeboten.

 

Nosso Jogo - Unser Spiel
Das Arena Brasil Festival ist der kulturelle Höhepunkt von „Nosso Jogo“, der Initiative für  globales Fair Play, die sich verschiedenen kulturellen, sozialen und politischen Aspekten rund um die Fußball-WM in Brasilien widmet und von FairPlay-VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, Lateinamerika-Institut und Südwind ins Leben gerufen wurde. „Nosso Jogo“  lädt auch Vertreter_innen von Nicht-Regierungsorganisationen und Gewerkschaft aus Brasilien ein, die beim Festival unmittelbar Auskunft über die aktuellen politischen Entwicklungen in Brasilien geben. So soll die Aufmerksamkeit für das größte Medienereignis des Jahres, die Fußball-WM 2014, auch dafür genutzt werden, um eine differenzierte Sichtweise auf Brasilien abseits von Samba und anderen Klischees zu vermitteln. " 'Nosso Jogo', portugiesisch für 'Unser Spiel', setzt sich für ein gerechtes Spiel für alle ein. Mit Sport und Musik als Sprachrohr plädiert die Initiative für das Einhalten von Menschenrechten, für soziale Vielfalt und kulturelle Diversität" so Martin Kainz, Koordinator der Initiative.

 

Mehr als Samba und Bossa
Ein attraktiver musikalischer Streifzug durch die pulsierende Musiklandschaft Brasiliens steht im Zentrum des „Arena Brasil Festivals“. Neben bereits etablierten Musikerinnen wie Renata Rosa oder Mônica Passos gibt es die Gelegenheit Sängerinnen wie Soraia Drummond aus Bahia, Shooting Star der Dub und Reggae Szene, kennenzulernen. Wagner Pa und Célia Mara, in Europa lebenden Vertreter_innen Brasiliens, sind ebenfalls für ihren erfrischenden Zugang zu Musiktraditionen bekannt.
Célia Mara / Globalista, Kuratorin von Arena Brasil über das Konzept des Festivals: „Wir präsentieren eine brasilianische Musikkultur jenseits von Mainstream und stereotypen Rollenbildern, mit einem starken Fokus auf das Schaffen in der europäischen Diaspora. Es ist der Beginn eines verstärkten, politisch reflektierten Kulturaustausches zwischen Brasilien und Österreich.“

 

Karlsplatz wird zum Mercado
Eine Eröffnungs-Batucada mit vier Sambaformationen gibt den Auftakt für ein umfangreiches und kostenloses Workshopangebot. Ausgewählte kulinarische Köstlichkeiten und besonderes Kunsthandwerk verleihen dem Karlsplatz zusätzlich brasilianisches Flair.


Literatur und Dialog
Am Samstag, 7. Juni und Sonntag, 8. Juni geben Literaturmatinées mit Cintia Moscovich, Julya Rabinowich, Doron Rabinovichi und João Anzanello Carrascoza Einblick in verschiedene Lebensrealitäten und Anlass in Dialog zu treten.

 

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt kulturellen Dialog
Das ambitionierte „Nosso Jogo“-Programm wird maßgeblich aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. „Es ist uns ein großes Anliegen, Menschen für globale Solidarität und eine mutige Entwicklungspolitik zu begeistern. Das Programm verbindet die Freude an Sport und Kultur mit einem differenzierten Blick auf die sozialen Zusammenhänge in Brasilien und über die Grenzen hinweg. Künstlerische Formate vermitteln neue Sichtweisen auf aktuelle Realitäten. Nosso Jogo ist entwicklungspolitische Kultur- und Bildungsarbeit, wie sie sein sollte: vielfältig, kreativ und wirkungsvoll. Deshalb fördern wir dieses Programm“, betont Evelyn Koch von der Austrian Development Agency, die Wichtigkeit der Initiative.

 

Fotos von den Künstler_innen und das Programm zum  Download finden Sie hier

 

Rückfragehinweis:
Christine Esterbauer
Südwind
Tel.: 01/4055515-331
E-Mail: christine.esterbauer@suedwind.at

 

Horst Watzl
VIDC.kulturen in bewegung
Tel.: 01/ 713 35 94 – 92
E-Mail: watzl@vidc.org

 

Die Initiative „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.

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Der Südwind-Filmpreis 2014 geht an „THE FIRST RAINS OF SPRING”
Anlässlich des 23. Internationalen Filmfestivals Innsbruck vergaben die Jugendlichen der SchülerInnenjury Freitagabend den mit 1000 Euro dotierten Südwind-Filmpreis an den Streifen „The first rains of spring“

Die Entscheidung war knapp: Mit 32 zu 28 Punkten gewann der kasachisch/japanische Film „The first rains of spring“ (2011) den diesjährigen „SÜDWIND-FILMPREIS“. Alle vier Filme die im Bewerb liefen wurden von der SchülerInnenjury gut angenommen. Doch der Gewinnerfilm, der vom Leben einer Familie in der kasachischen Steppe erzählt, setzte sich mit  seiner Einfachheit und eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen durch. Auf dem zweiten Platz landete „Virgem Margarida“ von Licíno Azevedo (Brasilien), auf Platz drei und vier schafften es der argentinische Spielfilm „Habi, la extranjera“ und „Good morning Karachi“.
 

Die SchülerInnen der Jury begründeten ihre Wahl folgendermaßen:
„Die SchülerInnen-Jury vergibt den diesjährigen Südwind-Filmpreis an einen Film, der uns in eine realistische und zugleich mystische Welt entführt, in der Solidarität und Gastfreundschaft eine große Rolle spielen. Die Kraft seiner Bilder vermittelt Gefühle und Stimmungen mehr als das gesprochene Wort. Der Film ist nicht nur ein Road Movie, sondern auch eine Liebes- und vor allem eine einfühlsam gezeichnete Familiengeschichte. Er ist ernsthaft und überrascht dennoch durch seinen Humor, ist unaufdringlich und gleichzeitig eindringlich. Besonders beeindruckt haben uns auch die schauspielerischen Leistungen der ProtagonistInnen.“

Die SchülerInnenjury, die seit 2001 im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Innsbruck einen Preis vergibt, bestand heuer aus neun SchülerInnen aus verschiedenen Tiroler AHS und BHS. Diese hatten Gelegenheit, Know-how zu erwerben, um sich kritisch mit dem Medium Film auseinandersetzen zu können. Zum sechsten Mal stiftet die entwicklungspolitische Organisation Südwind Tirol nun den mit 1000 Euro dotierten und aus Spenden finanzierten Südwind-Filmpreis selbst. Der Preis soll die Wertschätzung von Südwind Tirol für das Filmschaffen in Afrika, Asien und Lateinamerika ausdrücken.
 

THE FIRST RAINS OF SPRING
Kasachstan/Japan 2011, Regie: Yerlan Nurmukhambetov/Shinju Sano, 80 min.
In den Bergen von Tien Shan, weit weg von jeder Zivilisation, lebt in einem kleinen Haus eine Hirtenfamilie. Mit ihnen zusammen lebt die alte Schamanin Dergeley. Einige Tage vor Frühlingsbeginn sammelt sie die Familie um sich, um eine letzte Botschaft zu verkünden. Eine Geschichte über Zusammengehörigkeit und Wiedergeburt, ergreifend in ihrer Einfachheit inmitten der unendlichen Weiten der kasachischen Steppe.
Der Film gewann den Großen Preis beim „International Eurasia Film Festival Almaty“.
 

Fotos zum Gewinnerfilm bzw. zur offiziellen Preisverleihung.

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Wähle Fairen Handel!
22.5.2014, Wien/Köstendorf: Über 400 KandidatInnen zum EU-Parlament, darunter die österreichischen SpitzenkandidatInnen Freund, Lunacek, Ehrenhauser und weitere 10 KandidatInnen von SPÖ, ÖVP, Grüne, Neos und Europa Anders

„Vote for Fair Trade“– „Wähle Fairen Handel“ heißt die Kampagne, die Organisationen des Fairen Handels aus ganz Europa anlässlich der bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament durchführen. Das Ziel: Fairer Handel und seine politischen Anliegen sollen in der kommenden Legislaturperiode auf die Tagesordnung des Parlaments.

„Es geht darum Spielregeln zu verankern, die sicherstellen, dass nicht nur innerhalb der EU, sondern auch in den Außenhandelsbeziehungen der EU die Interessen und Bedürfnisse der schwächsten Marktteilnehmer – KleinproduzentInnen und ArbeiterInnen - respektiert werden,“erklärt Sergi Corbalán, Leiter des Fair Trade Advocacy Büros in Brüssel, das die europaweite Aktion koordiniert. Um dafür Unterstützung zu bekommen, wurde das „Manifest des Fairen Handels“ formuliert und KandidatInnen zur EU-Parlamentswahl um Unterzeichnung ersucht.

„Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die KandidatInnen, in ihrer Arbeit im Europaparlament für Fairen Handel und Handelsgerechtigkeit einzutreten“ erklärt Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind. Gemeinsam mit EZA Fairer Handel kontaktierte die entwicklungspolitische Organisation die jeweils ersten zehn KandidatInnen von SPÖ, ÖVP, Grünen, Neos und Europa anders.

Bis dato liegen den OrganisatorInnen 13 unterzeichnete Erklärungen vor, darunter der Spitzenkandidat der SPÖ, Eugen Freund, sowie der SPÖ-EU-Delegationsleiter Jörg Leichtfried, die Spitzenkandidatin der Grünen und EU-Parlamentariern Ulrike Lunacek, der Spitzenkandidat von Europa anders, Martin Ehrenhauser, sowie jeweils eine Erklärung eines Kandidaten der ÖVP und der Neos.

Auf europäischer Ebene wurde das Manifest von über 400 KandidatInnen unterschiedlicher politischer Lager unterzeichnet. Interessierte BürgerInnen können sich auf einer interaktiven Europakarte einen Überblick dazu verschaffen unter: www.fairtrade-advocacy.org/map

„Die Unterzeichnung des Manifests ist für uns eine wichtige Willenserklärung auf die wir nach den EU-Wahlen zurückkommen werden,“ erklärt Andrea Reitinger von EZA Fairer Handel. „Ob Armut weiter wächst oder wirksam bekämpft wird hat auch damit zu tun wie internationaler Handel gestaltet wird. Mehr Transparenz, eine konsequente Ausrichtung an sozialen und ökologischen Kriterien und wirksame Mechanismen, um Verstöße zu ahnden -  das sind wichtige Felder, die in der nächsten Legislaturperiode angegangen werden müssen – auch und vor allem im Rahmen der EU.“

Die Bewegung des Fairen Handels umfasst rund 2,5 Millionen ProduzentInnen und ArbeiterInnen in 70 Ländern der Welt, 24 Fairtrade-Gütesiegelinitiativen, 500 spezialisierte Fair Trade Importorganisationen, 4.000 Weltläden und mehr als 100.000 Freiwillige, die sich in der Bewegung engagieren. Das Fair Trade Advocacy Büro in Brüssel wird von den drei großen europäischen und internationalen Netzwerken des Fairen Handels getragen (Fairtrade International, World Fair Trade Organisation-Europe, European Fair Trade Association). www.fairtrade-advocacy.org

Fotodownload: Sergi Corbalán vom Fair Trade Advocacy Büro im Weltladen im 1. Bezirk in Wien

Rückfragen:
Andrea Reitinger
EZA Fairer Handel
T: 06216/20200-24
andrea.reitinger@eza.cc
www.eza.cc

Stefan Grasgruber-Kerl
Südwind
T: 01/405 55 15 – 303
Mobil: 0699 100 400 79
stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at


Diese Presseaussendung wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union durchgeführt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der durchführenden Organisationen wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des „Südwind“ Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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24.05.2014: Preisverleihung für entwicklungspolitisches Engagement am Südwind Straßenfest,
Erstmals wird heuer im Rahmen des Südwind Straßenfestes der Preis „Seglerin“ vergeben. Die „Seglerin“ zeichnet Menschen aus, die sich in ihrem Leben nachhaltig für Gerechtigkeit in der Welt einsetzen.

„Sigrun Berger hat sich Zeit ihres Lebens unbezahlt in Chile, Bolivien und Österreich für Flüchtlinge und politisch Verfolgte eingesetzt und Solidarität mit Andersdenkenden und Ausgeschlossenen gelebt. Als eine „Seglerin“ für Gerechtigkeit ist sie ihr Leben lang hart am Wind geblieben“, streicht Renate Sova von Südwind in ihrer Laudatio für die 80jährige hervor. Der Preis „Seglerin“ wird zukünftig jährlich beim Südwind Straßenfest vergeben.

Das Südwind Straßenfest
Diese von Tausenden Menschen besuchte interkulturelle Veranstaltung wird seit 30 Jahren von Südwind durchgeführt. Mehr als 80 entwicklungspolitische Organisationen, Initiativen und Solidaritätsgruppen laden zum Austausch, Kennenlernen und Erleben ein und stellen ihre Arbeit vor. Südwind feiert am Straßenfest das vielfältige Engagement von Menschen, die sich auf unterschiedlichste Weise für eine bessere Welt einsetzen.

Die Preisträgerin
Sigrun Berger arbeitete von 1964 – 1973 als Entwicklungshelferin mit ihrem ersten Mann und ihren Kindern in Bolivien und Chile. In Chile, in den Stadtrandsiedelungen von Santiago, wirkte sie in Zusammenarbeit mit Frauengruppen bei der Errichtung von Kindergärten und dem Aufbau einer medizinischen Versorgung mit. Wenige Wochen nach dem Militärputsch in Chile 1973 musste sie mit ihrer Familie das Land verlassen. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich widmete sich Berger der Betreuung von chilenischen Flüchtlingen und der Solidaritätsarbeit mit Chile und Nicaragua.
Berger schreibt über ihre Zeit in Bolivien und Chile: „Es waren wunderbare Jahre, voll von Begegnungen und Arbeit, von Ängsten und mitgetragenen Hoffnungen. Ich empfand Hilflosigkeit bei der Not, der ich begegnet bin, doch überwog die Hoffnung, und ich sah die Fähigkeit, Leiden zu ertragen, und die große Liebe zum Leben.“
Berger, Mutter von sechs leiblichen und zwei adoptierten Kindern, ist Mitbegründerin des Vereins Frauensolidarität, der Chile-Solidaritätsfront, der Gruppe „Christen für Chile“ und des Hilfskomitees für Nicaragua.

Fotos von Sigrun Berger zum Downloaden
Mehr Infos und Fotos vom Vorjahr zum Südwind Straßenfest: www.suedwind.at/strassenfest

Rückfragehinweis:
Renate Sova
Südwind Wien
Tel.: 01 405 55 15 317
E-Mail: renate.sova@suedwind.at


Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des „Südwind“ Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Brasilien kommt nach Wien. Arena Brasil Festival am Karlsplatz, 6. – 8. Juni 2014
Wien, 7.5.2014: Brasilien-Open-Air Festival für alle Sinne, drei Tage lang, Kunst und Kultur am und rund um den Wiener Karlsplatz bei freiem Eintritt.

Im Vorfeld der Fußball-WM und der damit verbundenen Proteste, machen die sozialen Bewegungen in Brasilien immer mehr und öffentlichkeitswirksam auf ihre Anliegen aufmerksam. Es hat eine lange Tradition, Kultur als Sprachrohr für soziale Anliegen einzusetzen: Brasiliens wahrscheinlich wichtigste Musikbewegung, die Tropicâlia, war gelebter kultureller Widerstand gegen die Militärdiktatur. Musikgrößen wie Caetano Veloso oder Gilberto Gil sind deren prominenteste Vertreter.

Mit der landesweiten Protestbewegung meldet sich auch 2014 eine neue brasilianische Musikszene zu Wort. Das Arena Brasil Festival in Wien wirft mit einem vielfältigen Bühnenprogramm ein Schlaglicht auf das aktuelle brasilianische Musikschaffen in und außerhalb des Landes und holt dieses bunte Treiben drei Tage lang auf den Wiener Karlsplatz.
Mit Renata Rosa, die sich den Traditionen des Nordostens verschrieben hat, stellt sich eine der bedeutendsten Stimmen des modernen Brasiliens vor. Mônica Passos, Wagner Pa und Célia Mara, die bekanntesten in Europa lebenden Vertreter_innen Brasiliens, bringen einen erfrischend-kreativen Zugang zur brasilianischen Musiktradition.

Gemeinsam mit Espirito Mundo wurden junge Acts aus Brasiliens urbanen Musikszenen eingeladen, u.a. auch  die dynamische Sängerin Soraia Drummond aus Bahia, Shooting Star der Dub und Reggae Szene.

Neben attraktiven Bühnenperformances, die bei freiem Eintritt, für alle zugänglich sind, können beim Arena Brasil Festival neben den Tanz-Klassikern wie „Samba“ und „Capoeira“ auch noch unbekanntere Tanzstile wie „Forro“ oder „Frevo“ ausprobiert werden. Das Nachmittagsprogramm steht ganz im Zeichen der spielerischen Interaktion mit brasilianischen Künstler_innen.
Darüber hinaus stellt die dialogische Literaturmatinée mit der jungen Literatin Cintia Moscovich, Lebensrealitäten hier und dort zur Debatte.

„Jenseits von Mainstream und stereotypen Rollenbildern“
Celia Mara renommierte brasilianische Sängerin, Komponistin / Globalista und Co-Erfinderin von Arena Brasil, stellte heute im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm des Festivals vor. „Wir präsentieren eine brasilianische Musikkultur jenseits von Mainstream und stereotypen Rollenbildern, mit einem starken Fokus auf das Schaffen in der europäischen Diaspora. Es ist der Beginn eines verstärkten, politisch reflektiven Kulturaustausches zwischen Brasilien und Österreich“, so Celia Mara.

Martin Kainz, Projektkoordinator von „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“, verwies auf das vielfältige und kulturelle Bild Brasiliens, das mit dem Arena Brasil Festival auch nach Wien kommt: „Internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Vertreterinnen und Vertreter der lokalen, brasilianisch-österreichischen Kultur-Szene werden beim Arena Brasil Festival gastieren. Der Karlsplatz wird drei Tage lang im Zeichen eines abwechslungsreichen und spannenden Programms stehen. Wir freuen uns, das österreichische Publikum zu diesem unvergesslichen Event einladen zu dürfen, ebenso wie zu allen weiteren Aktionen, die es im Rahmen von Nosso Jogo geben wird.“

Evelyn Koch von der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: „Es ist uns ein großes Anliegen, Menschen für globale Solidarität und eine mutige Entwicklungspolitik zu begeistern. Das Programm verbindet die Freude an Sport und Kultur mit einem differenzierten Blick auf die sozialen Zusammenhänge in Brasilien und über die Grenzen hinweg. Künstlerische Formate vermitteln neue Sichtweisen auf aktuelle Realitäten. Nosso Jogo ist entwicklungspolitische Kultur- und Bildungsarbeit, wie sie sein sollte: vielfältig, kreativ und wirkungsvoll. Deshalb wird dieses Programm von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit maßgeblich unterstützt.“

Nosso Jogo-Unser Spiel
Das Arena Brasil Festival ist der kulturelle Höhepunkt von „Nosso Jogo –Initiative für ein globales Fair Play“, einem Projekt, das sich den verschiedenen kulturellen, sozialen und politischen Aspekten rund um die Fußball-WM in Brasilien widmet.
Das Festival trägt den Grundtenor der Initiative „Nosso Jogo“, Portugiesisch für „Unser Spiel“, nach außen: Stereotype aufbrechen, den Stimmen der brasilianischen Gegenwart ein Gesicht geben und die Vielfalt Brasiliens aufzeigen.

Weitere Infos unter: http://nossojogo.at/arena-brasil

Rückfragehinweis:
Sandra Pfeifer
Nosso Jogo. Initiative für globales Fair Play
VIDC – Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit
T: +43/1/7133594-29
F: +43/1/7133594-73
E: pfeifer@vidc.org

Christine Esterbauer
Nosso Jogo. Initiative für globales Fair Play
Südwind
T: +43/1/4055515-331
E: christine.esterbauer@suedwind.at

Die Initiative „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.

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Tag der Arbeit: Wer ist fair in der Schokoladeindustrie?
Wien, 29.04.2014: Südwind, PRO-GE, VKI und Greenpeace machen mit Kampagne der „Make Chocolate Fair!“ anlässlich des 1. Mai auf die Missstände in der Schokoladeindustrie aufmerksam und fordern faire Arbeitsbedingungen weltweit.

Der Weg von der Kakaobohne zur Schokoladetafel ist lang und arbeitsintensiv und wird von wenigen international agierenden Unternehmen gesteuert: Ca. 20 Mio. Menschen leben vom Kakaoanbau, fünf Konzerne beherrschen den Kakaomarkt weltweit und drei Viertel der in Österreich verarbeiteten Kakaobohnen stammen aus Ghana und der Elfenbeinküste. Über zwei Millionen Kinder arbeiten dort auf den Kakaoplantagen und davon rund ein Zehntel unter sklavenähnlichen Bedingungen. Kleinbauernfamilien sind oft ungeschützt den schwankenden Rohstoffpreisen am Weltmarkt ausgesetzt und LohnarbeiterInnen auf Kakao-Plantagen müssen vielerorts menschenunwürdigen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen in Kauf nehmen.

„Prekäre Arbeit, die einseitig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer benachteiligt, gibt es aber auch am Ende der Produktionskette, in der europäischen Schokoladenindustrie häufig in Form von Leiharbeit, Werkverträgen, Niedriglöhnen und befristeten Arbeitsverhältnissen. Wir Gewerkschaften fordern auch in diesem Bereich faire Arbeit und soziale Mindeststandards sowie deren Dokumentation in einem Sozialsiegel“, so Gerhard Riess, Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE, heute bei einer Pressekonferenz von „Make Chocolate Fair!“ in Wien und weist darauf hin, dass die OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen hinsichtlich ihrer sozialen Verantwortung aufgestellt hat. Diese Verantwortung müsse wahrgenommen werden – auch von kleineren und mittleren Unternehmen in Europa. Faire Preise für KakaoproduzentInnen würden dazu beitragen, der finanziellen Spekulation im Kakaosektor entgegen zu treten und können deshalb auch längerfristig den Rohstoffbereich stabilisieren, sowie mehr ökonomische Sicherheit für die Unternehmen im Schokoladensektor bewirken. „Mit fairen Preisen und Löhnen entsteht auch mehr Sicherheit für die Arbeitsplätze in Europa“, so Riess.

„Derzeit sind kaum 5% der Schokoladeprodukte im österreichischen Handel so zertifiziert, dass man Ausbeutung und soziale Missstände in der Produktion ausschließen kann“ berichtet Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!".

Zwar gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Gütesiegeln und Auslobungen, die mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder auch „regional“ werben, diese sind aber gesetzlich nicht an die Einhaltung bestimmter Bedingungen geknüpft. „Die Konsumentinnen und Konsumenten brauchen Gütesiegel zur Orientierung. Was sie nicht brauchen, ist eine Unzahl von Gütesiegeln, die das Blaue vom Himmel versprechen. Ein Gütesiegelgesetz könnte den grassierenden Wildwuchs eindämmen, sowie dazu beitragen, dass gewisse Standards eingehalten und allzu vollmundige Versprechungen vermieden werden“, stellt Peter Blazek vom Verein für Konsumenteninformation, VKI, fest.  

Der Greenpeace Online-Einkaufsratgeber marktcheck.at hat die in Österreich erhältlichen Schokolade-Marken unter die Lupe genommen und im Hinblick auf faire Produktionsbedingungen und biologische Herstellung bewertet. „Wer Schokolade mit gutem Gewissen kaufen und genießen will, muss zu Bio-Produkten mit FAIRTRADE-Siegel greifen. In Maßen konsumiert ist das am besten für Mensch und Umwelt“, rät Greenpeace-Sprecherin Gundi Schachl.

Damit faire Schokolade in Zukunft zum Standard wird, wurde die europaweite Kampagne Make Chocolate Fair! ins Leben gerufen. Deren Forderungen können durch eine Petition auf at.makechocolatefair.org unterzeichnet werden.
„Mit genügend Unterschriften wollen wir in Österreich auch Marktführer Milka, mit ca. 60% Marktanteil zu einem Umdenken bewegen. Dass möglich ist, beweisen Nestle und Mars, die einige ihrer Produkte in Großbritannien bereits durch FAIRTRADE zertifizieren haben lassen“, schließt Zeilinger.


Hintergrundinformationen zum Downloaden und Weiterlesen:
Elektronische Pressemappe
Druckfähiges Bildmaterial

Link zu Schokomarken-Check von Greenpeace: www.greenpeace.org/austria/marktcheck-schokomarken-check2014
Link zur Petition und Kampagen "Make Chocolate Fair!": at.makechocolatefair.org


Für Rückfragen:
Bernhard Zeilinger, Südwind, Mobil: 0650 8947 777, bernhard.zeilinger@suedwind.at 
Gundi Schachl, Greenpeace,Tel.: 01 545 45 80 24, gundi.schachl@greenpeace.at
Gerhard Riess, PRO-GE, Tel.: 01 53444 69 590, gerhard.riess@proge.at
Peter Blazek, VKI, Tel.: 01 588 77-222, pblazek@konsument.at


Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. Die African Cocoa Coalition ist Mitträger der Kampagne.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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“Beschämender Jahrestag von Rana Plaza”
Opfer und Hinterbliebene noch immer nicht angemessen entschädigt

Am 24. April 2014 jährt sich der Fabrikseinsturz von Rana Plaza in Bangladesch. 1.138 Menschen kamen dabei um Leben über 2.000 wurden  verletzt. Auf der ganzen Welt kämpfen Gewerkschaften, AktivistInnen und Organisationen wie die Clean Clothes Kampagne für eine gerechte Entschädigung der Opfer und gegen das Vergessen.

Entschädigungszahlungen von Unternehmen ausständig
Ein Jahr nach der Katastrophe gibt es zwar einen Fonds für die Abwicklung der Entschädigungszahlungen, der unter der Aufsicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen wurde. Die Richtlinien des sogenannten „Rana Plaza Arrangement", wurden von Textilunternehmen, Regierungsvertretern Bangladeschs, lokalen und internationalen Gewerkschaften sowie der Clean Clothes Kampagne ausgearbeitet. Bis dato haben nur die Hälfte der 29 in Rana Plaza produzierenden Unternehmen in den Entschädigungsfond eingezahlt

„Es ist beschämend, dass bis zum Jahrestag von den 29 Millionen Euro noch 18 Millionen ausständig sind, die nötig wären, um alle Betroffenen für ihre Einkommensverluste und medizinischen Kosten finanziell zu entschädigen. Diese 18 Millionen Euro entsprechen rund 0,2% der gemeinsamen Gewinne der Unternehmen im letzten Jahr und fehlen den Betroffenen in Bangladesch jeden Tag im Kampf ums Überleben!“ so, Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne. „Marken wie Benetton, NKD oder Adler Modemärkte, machen in Österreich gute Gewinne. Sie haben es nicht nur verabsäumt, sicherzustellen, dass sie in sicheren Zulieferbetrieben nähen lassen, sondern lassen jetzt auch noch die Opfer und Hinterbliebenen im Stich!“ kritisiert Königshofer.
Thomas Haunschmid von CARE Österreich ist überzeugt: „Boykottieren hilft jedenfalls nicht. Denn die Gewerkschaften in den Herstellerländern setzen auf die verändernde Macht der Konsumentinnen und Konsumenten. Wichtiger ist, Bewusstsein für unsere Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen schaffen, Filialleitungen der Modegeschäfte hartnäckig zur Herkunft der Bekleidung befragen und Kampagnen für faire Löhne unterstützen – also Druck auf Konzerne und Politik machen.“ Aber es sind nicht nur die einzelnen KonsumentInnen, die einen Unterschied machen können. Elisabeth Schinzel von der SO:FAIR Initiative erklärt dazu: „Auch öffentliche Institution können in ihren Ausschreibungen faire Arbeitsbedingungen einfordern. Und so sicherstellen, dass mit Steuergeld keine ausbeuterischen und gefährlichen Arbeitsplätze gefördert werden.“

AktivistInnen und Organisationen gedenken und machen mobil
Um die Unternehmen an ihre soziale Verantwortung zu erinnern, wurde auch eine internationale Petition aufgesetzt, die unter www.cleanclothes.at zu unterschreiben ist.
Auf der ganzen Welt machen am Jahrestag von Rana Plaza AktivistInnen und Organisationen auf die fehlende Verantwortung der Textilindustrie aufmerksam.
In Wien gehen AktivistInnen von Südwind und der Clean Clothes Kampagne auf die Straße. Zum Gedenken an die Opfer von Rana Plaza wird am 24. April, von 10:00-12:00 Uhr, Ecke Mariahilfer Straße, Museumplatz in Wien ein Teppich aus schwarzen T-Shirts auslegt. Jedes T-Shirt erinnert an einen Menschen, der sein Leben beim dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes verlorenen hat.

Fashion Revolution Day
Weiters stellen sich ShopbesitzerInnen, die Clean Clothes Kampagne und Fashion-AktivistInnen auf der ganzen Welt und auch in Wien die Frage nach "Who made your clothes?" und veranstalten den „Fashion Revolution Day“. Neben den KonsumentInnen sind DesignerInnen, EinzelhändlerInnen und ProduzentInnen aufgerufen, sich mit kreativen Ideen und Projekten zu beteiligen. Die Frage „Who made your clothes?“ soll angestoßen werden, indem man die Kleidungsstücke auf  von außen nach innen dreht und das Label ‚Made in ...’ sichtbar macht.
Anlässlich des Jahrestages zeigt CARE Österreich die Filmdokumentation "The Hands that sew your Shirt" am Freitag, den 25.04.2014 im Admiral Kino in Wien mit anschließendem Filmgespräch mit Thomas Haunschmid und Michaela Königshofer.

Hintergrundinformationen
Fotomaterial: www.cleanclothes.at/presse
Petition für die faire Entschädigung der Opfer: www.cleanclothes.at/de/news/petition-entschadigung-fur-die-opfer-von-rana-plaza
Rana Plaza Arrangement: www.ranaplaza-arrangement.org
Liste der Firmen, die von in Rana Plaza Bekleidung bezogen: www.cleanclothes.org/news/2013/05/24/background-rana-plaza-tazreen
Fashion Revolution Day: https://www.facebook.com/fashionrevolutionaustria.org
Filmvorführung von CARE: www.care.at/alle-news/16328-wissen-sie-wer-ihre-kleidung-naeht
SO:FAIR Initiative für sozial faire Beschaffung: www.sofair.at

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Brasilien: Zwangsumsiedelungen für die WM - kein Spielraum für die Menschen
Rio de Janeiro/ Wien, 15.04.2014: Das Gastgeberland der Fußball-WM hat mit Zwangsräumungen und steigenden Lebenserhaltungskosten ein gravierendes Wohnproblem geschaffen.

Rio de Janeiro/ Wien, 15.04.2014. Aufgrund des drängenden Wohnproblems in Rio de Janeiro, das sich mit den Stadterneuerungsmaßnamen im Zuge der Fußball-WM und der Olympischen Spielen verschärft hat,  bauten rund 5000 Familien Ende März die neue Favela Telerj auf einem verlassenen Gelände der Telefonfirma Oi auf. Obdachlos gewordene, zwangsumgesiedelte und hochverschuldete Menschen, die sich die konstant steigenden Mieten nicht mehr leisten können, besetzten dieses Gebiet im Norden der Stadt, was nun von der Firma beanstandet wird. Am vergangenen Freitag schritt die Polizei ein, um die neu errichteten Barracken niederzureißen. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen mehrere Personen verwundet wurden. Am Wochenende campierten die obdachlos gewordenen Personen vor dem Gebäude der Stadtverwaltung Rios und nun in der U-Bahn-Station Cidade Nova, um eine sofortige Lösung ihres Wohnproblems zu fordern.

Ein Team der entwicklungspolitischen Organisation Südwind war Anfang April für einen Lokalaugenschein in Rio, um die Auswirkungen der sportlichen Megaevents Fußball-WM und Olympische Spiele zu recherchieren. Bisher wurden rund 170.000 Personen in ganz Brasilien zwangsumgesiedelt. Zu ihnen zählt auch Eomar, der in der Favela Metro Mangueira wohnte, die sich in unmittelbarer Nähe zum Maracanã-Stadion in Rio, in dem das WM-Finale ausgetragen wird, befindet.  “Die Stadtregierung gab uns drei Optionen: Umsiedelung in schlechtere Wohnungen in den abgelegenen Außenbezirken der Stadt, eine Notschlafstelle oder die Straße”, erzählt Eomar.

Die Konsequenzen bekommen aber weit mehr Menschen zu spüren, weil sie sich die steigenden Miet- und Lebenserhaltungskosten nicht mehr leisten können. Buna aus der Favela Santa Marta berichtete dem Südwind-Team: „Seit Dezember kann ich die hohen Stromrechnungen nicht mehr bezahlen. Von den 700 Real, die ich verdiene, kann ich neben der Miete, auch die Stromrechnungen, die auf 300 oder 400 Real gestiegen sind, nicht begleichen. Was bleibt mir da noch an Geld für Essen oder Kleidung? Wir halten das nicht mehr aus!“ Der Mindestlohn in Brasilien liegt derzeit bei 742 Real, was ca. 236 Euro entspricht.

Die Vertreibungen dienen Stadterneuerungsprojekten, welche die Errichtung von teuren Immobilien für die Mittel- und Oberschicht in den ehemaligen Favelas beabsichtigen. Die Fußball-WM  und die Olympischen Spiele dienen dabei als Vorwand. Sie schaffen eine Ausnahmesituation, die es der Regierung ermöglicht, schnell Gesetze ohne demokratische Entscheidungsfindung durchzubringen und die öffentliche Verschuldung für Infrastrukturmaßnamen über den üblichen Rahmen auszureizen.

„Es ist empörend, wie mit sportlichen Großevents Geschäfte gemacht werden. Während einige wenige Großunternehmen Gewinne in Millionenhöhe einfahren, zahlt die arme Bevölkerung den Hauptteil dieser Kosten. Faire Spiele sehen anders aus!“, so Christine Esterbauer von Südwind, nach ihrer Rückkehr aus Brasilien.  
Um die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, die im Zuge der Vorbereitungen für die Fußball-WM und die Olympischen Spiele in Brasilien vorgefallen sind, wurde mit dem Projekt „Nosso Jogo – eine Initiative für Globales Fairplay“, das u.a. von Südwind getragen wird, eine Petition gestartet. Sie fordert bindende Menschenrechtsstandards bei sportlichen Megaevents und kann auf der Webseite der Initiative www.nossojogo.at unterschrieben werden.


Bildmaterial zum Downloaden
Weitere Infos und Petition: www.nossojogo.at


Rückfragehinweis:
Christine Esterbauer
Südwind – Öffentlichkeitsarbeit Nosso Jogo
Mobil: 0650 5233528
Tel.: 01 405 55 15 331
E-Mail: christine.esterbauer@suedwind.at

„Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ ist eine Kooperation von FairPlay-VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, Lateinamerika-Institut und Südwind.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.
 

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Nur 5% der Schokowaren fair gehandelt!
Wien, 10.04.2014: Südwind-Kampagne Make Chocolate Fair! fordert: Kein Kompromiss beim Schokogenuss zum Osterfest.

Wien, 10.04.2014 . Seit Jahren steigt der Umsatz von Süßigkeiten vor Ostern um ca. 2%. 2013 wurden 10 Millionen süße Osterhasen verkauft, die meisten von ihnen aus Schokolade. Obwohl sich mittlerweile viele KonsumentInnen fair gehandelte und produzierte Schokolade-Produkte wünschen würden, trifft das nur auf 5% des Sortiments nachweislich zu.

„Bei 95% der Schokolade-Produkte kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Kakaoanbau Kinder ausgebeutet, Kleinbauerfamilien Hungerlöhne bezahlt oder ArbeiterInnen menschenunwürdig behandelt werden“, stellt Bernhard Zeilinger von der Südwind-Kampagne Make Chocolate Fair! klar.
Ob ein Produkt sozialen oder ökologischen Grundkriterien entspricht, merkt man an den Gütesiegeln, wie FAIRTRADE, UTZ certified oder Rainforest Alliance. Diese garantieren, dass internationale Mindeststandards betreffend Menschenrechte, Verbot von Kinderarbeit und Umweltschutz eingehalten werden. FAIRTRADE beinhaltet darüber hinaus noch weitere Kriterien wie einen verpflichtender Mindestpreis oder eine vertraglich fixierte Prämie. Darüber hinaus sind ca. 85% der von FAIRTRADE zertifizierten Schokoladeprodukte auch mit einem Bio-Gütesiegel ausgestattet. Beide Siegel zusammen garantieren die besten Standards beim Kakaoanbau.

„Fairer Handel sollte schleunigst zum Standard werden. Viele internationale Unternehmen haben sich schon vor Jahren Mindeststandards auferlegt, zum Beispiel mit der Unterzeichnung des Harkin-Engels-Protokoll, durch das ausbeuterische Kinderarbeit schon längst beseitigt werden sollte. Die Tatsache, dass weltweit derzeit immer noch über 500.000 Kinder auf Kakaoplantagen unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen, beweist, dass es einen enormen Nachholbedarf gibt, was menschenwürdige Arbeitsbedingungen betrifft!“ so Bernhard Zeilinger von der Südwind-Kampagne Make Chocolate Fair!.

Zwar haben es fair gehandelte Produkte schon in die Regale des konventionellen Handels geschafft und KonsumentInnen brauchen nicht mehr extra den Weg in Reform- und Biomärkte suchen, um garantiert qualitativ hochwertige und fair gehandelte Produkte zu bekommen. „Leider fristen fair gehandelte Schoko-Produkte immer noch ein Nischendasein, wie das kleine Angebot beweist. Viele Supermärkte setzen gleichzeitig auf Billigschokolade als Lockmittel, um Kunden anzuziehen und überbieten sich mit Aktionsangeboten“, so Zeilinger und appelliert an die VerbraucherInnen sich bewusst für faire Alternativen zu entscheiden und so ein Zeichen zu setzen.

Einige Schokolade-Konzerne reagieren bereits auf die gestiegene Nachfrage der KonsumentInnen, zeigen Gesprächsbereitschaft und wollen ihr Sortiment bis 2020 auf fair gehandelte Produkte umstellen. Damit das kein leeres Versprechen bleibt, haben Südwind, Dreikönigsaktion, Produktionsgewerkschaft Pro-Ge, Weltumspannend Arbeiten/ÖGB und Greenpeace mit NGO´s aus über 16 EU-Ländern die Kampagne Make Chocolate Fair! ins Leben gerufen und eine gemeinsame Petition formuliert. Diese kann unter at.makechocolatefair.org unterzeichnet werden. „Wer naschen will, sollte das mit gutem Gewissen und ohne Kompromisse tun können, zu Ostern und das ganze Jahr über“ schließt Zeilinger.

Bildmaterial zum Download
Weitere Infos und Petition: at.makechocolatefair.org

Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind - Kampagnenleiter "MakeChocolate Fair!"
Mobil: 0650 8947 777
Tel: 01 405 55 15 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt.

"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Zahlt jetzt! 40 Millionen US-Dollar für die Entschädigung der Opfer von Rana Plaza
Wien, 24.03.2014: Die CCK ruft Unternehmen auf, die in Rana Plaza Bekleidung produzieren ließen, sich substanziell an den Entschädigungen zu beteiligen, darunter Benetton, KiK, Adler Modemärkte und NKD.

Wien, 24.03.2014 - Das schwerste Unglück der Textilindustrie, der Einsturz des Rana Plaza-Fabrikkomplexes in Bangladesch, jährt sich heute in einem Monat zum ersten Mal. 40 Millionen US-Dollar sind nötig, um alle Verletzten und Angehörigen der Opfer finanziell zu entschädigen. Die Clean Clothes Kampagne ruft Unternehmen auf, die in Rana Plaza Bekleidung produzieren ließen, sich substanziell an den Entschädigungen zu beteiligen, darunter Benetton, KiK, Adler Modemärkte und NKD.

„Am 24. April vergangenen Jahres wurden die Näherinnen der fünf im Rana Plaza untergebrachten Textilfabriken gezwungen in die Arbeit zu kommen, obwohl am Vortag bereits einige Risse im Gebäude entdeckt wurden", beschreibt Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne den Hergang der Katastrophe. Der Einsturz kostete 1.138 Menschenleben und forderte über 1.000 Verletzte. Überlebende und Angehörige der Opfer warten bis heute auf ihre angemessene Entschädigung.

40 Millionen US-Dollar sind nötig, um alle Betroffenen für ihre Einkommensverluste und medizinischen Kosten finanziell zu entschädigen. Für die Abwicklung der Entschädigungszahlungen wurde unter der Aufsicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ein Fonds ins Leben gerufen. Die Richtlinien des Entschädigungsfonds, das sogenannte „Rana Plaza Arrangement", wurden von Textilunternehmen, Regierungsvertretern Bangladeschs, lokalen und internationalen Gewerkschaften sowie der Clean Clothes Kampagne ausgearbeitet.

29 Bekleidungsmarken konnte nachgewiesen werden, dass sie in den Fabriken von Rana Plaza Aufträge platziert hatten. Nur 10 Unternehmen haben bis heute in den Fonds eingezahlt, darunter Mango, Zara (Inditex) und C&A. Ausständig sind Beiträge  u.a. von dem italienischen Unternehmen Benetton sowie den deutschen Unternehmen NKD, Adler Modemärkte und KiK. KiK gibt zwar an, in den Fonds eingezahlt zu haben, es fehlt jedoch die Bestätigung durch die Internationale Arbeitsorganisation, die die Geldflüsse überwacht.

Ab heute sind alle Überlebenden und Angehörigen der Opfer von Rana Plaza  eingeladen ihren Entschädigungsanspruch anzumelden. Ziel ist es in den nächsten sechs Monaten alle Zahlungen an die Betroffenen abzuschließen. Am 24. April sollen alle Anspruchsberechtigten einen ersten Teilbetrag von 50.000 BDT (rund 467 Euro)  bekommen. Diese erste Tranche der Auszahlung in der Höhe von insgesamt rund zwei Millionen US-Dollar kommt aus dem Entschädigungsfonds, in dem Unternehmen seit Februar einzahlen können.

„Wenn Firmen wie Adler Modemärkte, KiK oder Benetton nicht bald substantielle Beträge in den Fonds einzahlen, sind die Entschädigungen von den Verletzten und Hinterbliebenen gefährdet. Sie oder ihre Angehörigen nähten für Hungerlöhne die T-Shirts und Hosen für diese Firmen und stehen nun vor dem Nichts“, so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne, die die betroffenen Unternehmen aufruft endlich für die Entschädigung der Opfer aufzukommen.

Hintergrundinformationen
Rana Plaza Arrangement
Petition für die faire Entschädigung der Opfer

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Engagement von MigrantInnen in Entwicklungszusammenarbeit stärken
Wien, 12.02.2014: Frauenberger: „Wir brauchen Menschen, die Brücken bauen!“

Wien, 12.02.2014. MigrantInnen sind in den professionellen Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Durchführung von offiziellen und staatlich geförderten Entwicklungsprojekten in Österreich unterrepräsentiert. Vor diesem Hintergrund eröffnete die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger gestern, Dienstag, eine Podiumsdiskussion zum Engagement von MigrantInnen in der Entwicklungszusammenarbeit im Wiener Rathaus.ExpertInnen aus dem In- und Ausland diskutierten dabei über kommunale und nationale Handlungsmöglichkeiten für Migration und Entwicklung.„Das Engagement von Migrantinnen und Migranten in allen gesellschaftlichen Bereichen muss anerkannt werden. Das gilt auch für die Entwicklungszusammenarbeit. Dass sich Menschen für die positive soziale Entwicklung in ihren Herkunftsländer, oder deren ihrer Eltern, engagieren ist nicht selbstverständlich. Wir brauchen Menschen, die Brücken bauen und Solidarität leben“, betont Frauenberger in ihrer Eröffnung.

Best-Practices-Projekte in der Schweiz und Bologna
Grundlage für die Diskussion boten erfolgreiche Beispiele für die Mobilisierung von Diaspora-Engagement in der Schweiz und der Stadt Bologna. Die Gesamtinvestitionen der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Bereich Migration und Entwicklung belaufen sich auf umgerechnet 54,8 Mio €. „Das Globalprogramm Migration und Entwicklung setzt sich in Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländern für die Schaffung von Rahmenbedingungen ein, welche dem Diaspora-Engagement förderlich sind, und erarbeitet mit ausgewählten Diaspora-Organisationen innovative Projekte“, erklärte Martina Schlapbach von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit.
Lucia Fresa von der Stadt Bologna berichtete von ihren Erfahrungen aus der Kommunalpolitik: „Die Einbindung von Migrantinnen und Migranten und ihren Communities und Organisationen als Akteure und nicht als Objekte ist für den nachhaltigen Erfolg von kommunalen Initiativen von entscheidender Bedeutung“.Diesen Gedanken nahm auch Alexis NshimyimanaNeuberg von der Afrika Vernetzungsplattform in Österreich (AVP) auf: „In Österreich leben mehr als 45.000 Menschen afrikanischer Abstammung. Deren fachliches und regionales KnowHow sowie Engagement soll als Ressource genutzt werden, um Projekte bzw. Unternehmen sowohl in Afrika als auch in Österreich zu entwickeln und umzusetzen“.

Bedingungen in Entwicklungszusammenarbeit schaffen
„Das gemeinsame Potential der in Österreich lebenden Migrantinnen und Migranten und der entwicklungspolitischen NGOs sollte mehr als bisher dazu genutzt werden, die Wirksamkeit von Entwicklungsprojekten zu erhöhen. Um dieses wichtige Ziel zu erreichen, benötigt es allerdings auch die notwendige finanzielle Grundausstattung“, bestätigte auch Annelies Vilim von der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung für Entwicklung und Humanitäre Hilfe.

Helmuth Hartmeyer von der Austrian Development Agency sprach sich für mehr Engagement von MigrantInnen in der EZA aus: „Für ein nachhaltiges Diaspora Engagement in der Entwicklungspolitik braucht es offene Diskussionen, was wir jeweils unter Entwicklung verstehen und welche Interessen die Mehrheitsgesellschaft und die Diaspora verbinden“.

Abschließend wies Michael Fanizadeh, Projektleiter von CoMiDe (VIDC) auf die Notwendigkeit von Förderstrukturen hin: „Es fehlt an geeigneten Förderstrukturen und Weiterbildungsmaßnahmen, außerdem behindern rechtliche Barrieren das Engagement von migrantischen Gruppen in der EZA. In diesem Sinne fordern wir die Anerkennung von Diaspora-Organisationen als wichtige Akteure und eigene Förderstrukturen für diese in der EZA“.

Das Projekt CoMiDe
Das Projekt CoMiDe wurde im April 2011 gestartet und ist ein dreijähriges Projekt, welches von der Europäischen Kommission und der OEZA gefördert wird. Im Rahmen dieses Projektes steht die Frage der Herstellung einer kohärenten Migrations- und Entwicklungspolitik auf staatlicher und europäischer Ebene im Vordergrund. Des Weiteren sollen Kooperationen zwischen entwicklungspolitischen NGOs und migrantischen Organisationen und Communities in Italien, Slowenien, Slowakei und Österreich initiiert werden. Mehr Informationen zum Projekt unter: www.CoMiDe.net

Fotos:
https://www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=28394
https://www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=28398
Rückfragehinweis:
Stefan Grasgruber-Kerl
Südwind
Tel. +43 1 405 55 15 - 303
E-Mail: stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at

Andreas Berger
Mediensprecher Stadträtin Sandra Frauenberger
Tel.: +43 1 4000 81295
E-Mail: a.berger@wien.gv.at
www.sandra-frauenberger.at

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Clean-IT nominiert Apple für den „Schandfleck des Jahres 2013“
Wien, 20.01.2014: Wegen cut-and-run-Strategie von Foxconn zu Pegatron nominiert Clean-IT Apple für den „Schandfleck“, eine österreichische Auszeichnung vergeben durch das Netzwerk Soziale Verantwortung.

Wien, 20.01.2014. Mitte 2013 verlagerte der IT-Gigant Apple große Teile seiner Produktion zum taiwanesischen Zulieferer Pegatron. Laut Arbeitsrechtsorganisationen geschah dies vor allem aufgrund anhaltender Negativschlagzeilen zu Foxconn, doch die Arbeitsbedingungen bei Pegatron seien auch dort problematisch. Wegen dieser cut-and-run-Strategie nominiert Clean-IT Apple für den „Schandfleck“, eine österreichische Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortlich agierende Unternehmen, vergeben durch das Netzwerk Soziale Verantwortung.

11-Stunden-Schichten an 6-7 Tagen der Woche, SchülerInnen und StudentInnen, die für Hilfsarbeiten herangezogen werden, militärischer Drill am Fließband, unbezahlte Überstunden und zuletzt sieben ungeklärte Todesfälle - diese und andere Skandale haben Partnerorganisationen von Clean-IT in Pegatron-Werken, aufgedeckt und publik gemacht.
Pegatron, ein Unternehmen das in Apple’s Zulieferkette immer schon eine wichtige Rolle spielte, ist nicht der einzige Apple-Zulieferer, der in den letzten Jahren in die Kritik von Menschen– und Arbeitsrechtsorganisationen gekommen ist. „Die Liste von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei asiatischen Apple-Zulieferbetrieben ist lang und reicht von Todes- und Krankheitsfällen durch Gesundheitsgefährdung, Überarbeitung, Selbstmordserien bis zu Ausbeutung und Zwangsarbeit“, kritisiert Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind-Kampagne Clean-IT. Apple spricht sich im firmeneigenen Verhaltenskodex zwar für eine respekt- und würdevolle Behandlung der MitarbeiterInnen aus und hat sich mit dem Beitritt zur Fair Labor Association 2012 zu weiteren arbeits- und sozialrechtlichten Standards verpflichtet. Allerdings: „Mit der Verlagerung von Teilen der Produktion vom chinesischen Zulieferer Foxconn zum billigeren taiwanesischen Unternehmen Pegatron, das wie Foxconn für Arbeitsrechtsverletzungen bekannt ist, macht sich Apple in punkto Unternehmensverantwortung extrem unglaubwürdig. Aus diesem Grund nominieren wir Apple für den Schandfleck des Jahres 2013 und fordern das Unternehmen auf, sich endlich nachhaltig für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen - das ist längst überfällig!“, erklärt Ben Lassoued und ruft zur Teilnahme am Voting für den Publikumspreis auf.

Bis zum 18. Februar kann online abgestimmt werden unter: www.schandfleck.or.at
Die Auszeichnungen (Publikums- und Jurypreis) werden am 20. Februar 2014, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien verliehen.

Weitere Informationen und Dossiers zu den Nominierungen: www.schandfleck.or.at
Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie:
www.clean-it.at

 

Für Rückfragen:
Andrea Ben Lassoued
Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind
Tel.: 01 405 55 15 320
Mobil: 0699 170 57 692
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at

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