Presseaussendungen 2013

Alle Jahre wieder: Arbeitsrechtsverletzungen in der Spielzeugindustrie
Wien, 10.12.2013.Die entwicklungspolitische Organisation Südwind berichtet von ausbeuterischen Arbeitsbedingungen bei chinesischen Mattel-Zulieferbetrieben.

Wien, 10.12.2013. Das Weihnachtsgeschäft ist voll angelaufen und Spielzeug steht neben Gutscheinen und Büchern ganz oben auf den Wunschlisten. Laut Wirtschaftskammer macht allein der Umsatz mit klassischem Spielzeug in den Fachgeschäften 300 Millionen Euro aus.
Alle Jahre wieder aber trüben Berichte von ausbeuterischen Arbeitsbedingungen die Vorfreude. Schon im Oktober machte die Südwind-Partnerorganisation China Labour Watch nach Recherchen in sechs chinesischen Zulieferbetrieben mit insgesamt rund 20 000 Beschäftigten von Mattel, dem nach Umsatz größte Spielzeughersteller der Welt, auf schwere Missstände aufmerksam: Die ArbeiterInnen müssen bis zu 100 Überstunden pro Monat leisten, obwohl das chinesische Gesetz nur maximal 36 erlaubt, sie haben bis zu 13 Stunden pro Tag zu arbeiten und  gefährden ihre Gesundheit aufgrund unzureichender Schutzkleidung.

Währenddessen wurde bekannt, dass Mattel seinen Umsatz im dritten Quartal um 6 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar (1,6 Mrd. Euro) steigern konnte. Der Gewinn verbesserte sich um 22 Prozent auf  423 Mio. Dollar.
„Schockiert hat uns, dass bei den Recherchen aufgedeckt wurde, mit welchen, teils illegalen Methoden in Mattel-Zulieferbetrieben Lohnkosten reduziert werden. Durch unbezahlte Überstunden, falschen Arbeitszeitaufzeichnungen und nicht einbezahlten Sozialversicherungsbeiträgen werden vorsichtigen Schätzungen von China Labour Watch zufolge alleine in den sechs untersuchten Fabriken zwischen 8 und 11 Millionen US-Dollar auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter gespart“, kritisiert Christina Schröder von Südwind. Insgesamt lasse Mattel in rund 100 chinesischen Spielzeugfabriken produzieren.
Diese geraten durch die Auftragspolitik europäischer und US-amerikanischer Auftraggeber wie Mattel, Hasbro oder Disney unter enormen Preis- und Zeitdruck, den sie an die ArbeiterInnen weitergeben.

„Obwohl Mattel seit 1997 einen Verhaltenskodex für seine Zulieferkette hat und sogar bei vom Konzern selber durchgeführten Kontrollen immer wieder Missstände aufgedeckt werden, hat sich nur wenig zum Besseren gewendet. Insgesamt werden die Berichte zur sozialen Unternehmenspolitik von Mattel immer dünner“, erklärt Schröder. „Unsere Forderungen  nach fairen Arbeitsbedingungen, sind kein frommer Wunsch ans Christkind, sondern sind an Mattel als Marktführer der Spielzeugindustrie gerichtet. Als solcher muss das Unternehmen endlich nachhaltige Maßnahmen ergreifen, um die Einhaltung nationaler Gesetze zu garantieren und die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben zu verbessern“, so Schröder.

Südwind unterstützt aus diesem Grund eine internationale Petition an Mattel, um die Wünsche der KonsumentInnen nach Spielzeug, das unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurde, sichtbar zu machen. Auf der Website der Südwind-Kampagne www.spielsachen-fair-machen.at kann ein Aufruf unterzeichnet werden, der gegenüber Mattel deutlich macht, dass die Achtung der Menschen- und Arbeitsrechte nicht nur eine Verpflichtung darstellt, sondern von den KundInnen eingefordert wird.


Zum Downloaden:

 Rückfragen:

Christina Schröder, Südwind
Tel.: (01) 405 55 15 301
Mobil: 0676 750 77 76
E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at

Die Kampagne "Spielsachen fair machen!" wird mit finanzieller Unterstützung der Dreikönigsaktion durchgeführt.

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Von Innsbruck bis Wien: Protestierende Nikolos stellen Schokoladeindustrie Rute ins Fenster!
05.12.2013: Unter dem Motto „Wir setzen uns zur Wehr, wollen unsere Schokolade fair!“ organisierten als Nikolos verkleidete Südwind-AktivistInnen Protestaktionen auf Christkindlmärkten, um auf soziale Missstände und Ausbeutung hinzuweisen

05.12.2013, Innsbruck. Ein ungewohntes Bild bot sich heute Mittag in der Innsbrucker Innenstadt. Protestierende Nikolos zogen durch die Straßen und prangerten lauthals Missstände in der Schokoladeindustrie an. Als Positivbeispiel verteilten sie fair hergestellte Schokolade und informierten PassantInnen über ausbeuterische Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und die mangelnde Verantwortung seitens großer Süßwarenproduzenten.


„Es kann nicht sein, dass immer noch hunderttausende Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen für den Kakao in unserer Schokolade arbeiten müssen“, so eine als Nikolaus verkleidete Südwind-Aktivistin. „Wir fordern die Schokoladeunternehmen, die Politik, sowie  Konsumentinnen und Konsumenten dazu auf, sich gegen Kinderarbeit und Ausbeutung und für eine faire Schokoladeproduktion einzusetzen!“ erklärt sie.
Allein in der Elfenbeinküste und Ghana arbeiten fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, 530.000 von ihnen unter ausbeuterischen Bedingungen die strengstens verboten sind, wie die Arbeit mit gefährlichem Werkzeug oder Chemikalien. Der Einsatz von KinderarbeiterInnen ist eine Folge der Niedrigpreispolitik der multinationalen Süßwarenproduzenten und diese sind daher auch zur Verantwortung zu ziehen.


Um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, verteilten die Nikolos fair hergestellte Schokolade. „Wir alle können etwas verändern, wenn uns die Situation der Menschen anderswo nicht egal ist“, sagt die Tiroler Koordinatorin der Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“, Caroline Sommeregger, und fügt hinzu: „Wir können faire Schokolade kaufen oder uns direkt bei Supermärkten und Schokoladeerzeugern beschweren.“ Auch eine Petition für sozial gerechte und nachhaltige Schokoladeproduktion hatten die Nikolos dabei und sammelten Unterschriften. Diese kann unter at.makechocolatefair.org unterschrieben werden.
Hervorgerufen wurde der Protest der Nikolos durch den am 28. November veröffentlichten Schoko-Nikolo-Check von Südwind, Greenpeace und  dem Verein für Konsumenteninformation. Nur für fünf von 16 Schoko-Nikolos, die auf ökologische und soziale Kriterien sowie auf Tierschutz getestet wurden, gab es grünes Licht.


Druckfähiges Fotomaterial der Nikolo-Protestaktion in Innsbruck zum Download

Video zum Nikolo-Protest 2013 in Wien


Weiterführende Links:
Die Bewertungen der Schoko-Nikolos finden Sie unter www.marktcheck.at.
Mehr Infos zur Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“ und zur Petition: at.makechocolatefair.org
 

Rückfragehinweis:
Caroline Sommeregger, Südwind
Tel.: 0680 144 37 87
E-Mail: caroline.sommeregger@suedwind.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. Die African Cocoa Coalition ist Mitträger der Kampagne.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Innsbruck: Nikolo-Protest gegen ausbeuterische Kinderarbeit in der Schokoladeindustrie
Innsbruck, 05.12.2013: Ein ungewohntes Bild bot sich heute Mittag in der Innsbrucker Innenstadt. Statt Teufeln zogen protestierende Nikolos durch die Straßen und prangerten Missstände in der Schokoladeindustrie an.

Innsbruck: Nikolo-Protestmarsch gegen ausbeuterische Kinderarbeit in der Schokoladeindustrie
Unter dem Motto „Wir setzen uns zur Wehr, wir wollen unsere Schokolade fair!“ organisieren als Nikolos verkleidete Südwind-AktivistInnen diese Woche österreichweit Protestaktionen auf Christkindlmärkten, um auf soziale Missstände und Ausbeutung in der Kakaoproduktion hinzuweisen.
 

05.12.2013, Innsbruck. Ein ungewohntes Bild bot sich heute Mittag in der Innsbrucker Innenstadt. Statt Teufeln zogen protestierende Nikolos durch die Straßen und prangerten Missstände in der Schokoladeindustrie an. Als Positivbeispiel verteilten sie fair hergestellte Schokolade und informierten PassantInnen über die Situation in den Kakaoerzeugerländern.
 

„Es kann nicht sein, dass immer noch hunderttausende Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen für den Kakao in unserer Schokolade arbeiten müssen“, so eine als Nikolaus verkleidete Südwind-Aktivistin. „Wir fordern die Schokoladeunternehmen, die Politik und KonsumentInnen dazu auf, sich gegen Kinderarbeit und Ausbeutung  und für eine faire Schokoladeproduktion einzusetzen!“ erklärt sie. Allein in der Elfenbeinküste und Ghana arbeiten fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, hunderttausende von ihnen unter ausbeuterischen Bedingungen. In der Elfenbeinküste ist der Handel mit Kindern als weitere Facette des Problems zu nennen.
 

Um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, verteilten die als Nikolos verkleideten AktivistInnen fair hergestellte Schokolade. „Wir alle können etwas verändern, wenn uns die Situation der Menschen anderswo nicht egal ist“, so ein Aktivist und fügt hinzu: „Wir können faire Schokolade kaufen oder uns direkt bei den Schokoladeerzeugern beschweren.“ Auch eine Petition für sozial gerechte und nachhaltige Schokoladeproduktion hatten die Nikolos dabei und sammelten Unterschriften. Diese kann aber auch unter at.makechocolatefair.org unterschrieben werden.

Hervorgerufen wurde der Protest der Nikolos durch den am 28. November veröffentlichten Schoko-Nikolo-Check von Südwind, Greenpeace, Produktionsgewerkschaft und  dem Verein für Konsumenteninformation. Nur für drei von 23 Schoko-Nikolos, die auf ökologische und soziale Kriterien sowie auf Tierschutz getestet wurden, gab es grünes Licht. Bei mehr als der Hälfte der Schoko-Nikolos kann Kinderarbeit in der Kakaoproduktion nicht ausgeschlossen werden.
 

Mehr Infos zur Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“ und zur Petition: at.makechocolatefair.org

Druckfähiges Fotomaterial der Nikolo-Protestaktion in Innsbruck zum Download
 

Weiterführende Links und Downloads:
Die Ergebnisse des Schoko-Nikolo-Checks finden Sie hier: www.greenpeace.org/austria/marktcheck-nikolo-liste2013
Factsheet "Die bittere Wahrheit über Schokolade" zum Downloaden


Rückfragehinweis:
Caroline Sommeregger, Südwind
Tel.: 0680 144 37 87
E-Mail: caroline.sommeregger@suedwind.at
 

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. Die African Cocoa Coalition ist Mitträger der Kampagne.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Fußball WM Brasilien: Unser Spiel für Menschenrechte!
Wien, 05.12.2013: FairPlay-VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, Lateinamerika-Institut und Südwind starten „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“.

Wien, 05.12.2013. Was die morgige Auslosung für die Fußball WM 2014 betrifft, steht eins schon heute fest: Österreich wird in Brasilien nicht mitspielen. Daher holen sechs österreichische NGOs – FairPlay-VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, Lateinamerika-Institut und Südwind – Brasilien nach Österreich. Sie haben „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ ins Leben gerufen und informierten heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien über ein umfangreiches österreichweites Kultur- und Bildungsprogramm vor und während der Weltmeisterschaften in Brasilien.

In Österreich ist die Fußball-WM 2014 in Brasilien das Medienereignis des Jahres. Diese Aufmerksamkeit soll genutzt werden, um eine differenzierte Sichtweise auf Brasilien abseits von Samba und anderen Klischees zu vermitteln. „Nosso Jogo“, portugiesisch für „Unser Spiel“, setzt sich für ein gerechtes Spiel für alle ein. Dazu gehören der Respekt für Menschenrechte, für soziale Vielfalt und kulturelle Diversität.

Zu den geplanten Höhepunkt von „Nosso Jogo“ gehören ein mehrtägiger Musik- und Dialog-Open Air-Event am Wiener Karlsplatz zu Pfingsten, die Errichtung eines interaktiven Spielgeländes im Wiener Museumsquartier in Kooperation mit dem Zoom Kindermuseum, eine Österreich-Tour mit Expert_innen aus Brasilien, Aktionen in Fußballstadien und alternatives Public Viewing.

Verlierer schon vor WM-Anpfiff

Über die sozialen Schattenseiten des sportlichen Großevents sprach Natalia Bittar, Zirkuskünstlerin und Pädagogin bei SER, einem Kinderprojekt in Rio de Janeiro: „Die WM-Austragungsstädte werden mit hohem Aufwand für das Touristen-Auge schön herausgeputzt. Unter dem Vorwand gegen Drogenhandel vorzugehen, werden Kinder und Jugendliche zwangsweise von den Straßen geholt. Dabei geht es aber nicht um das Kindeswohl, sondern um die ‚Säuberung‘ der Tourismuszonen. Eigentlich freuen wir uns auf die WM, aber ohne Teilhabe ausgegrenzter Bevölkerungsschichten und ohne Achtung deren Rechte macht es keinen Spaß“, so die Projektpartnerin der Dreikönigsaktion, die sich mit ihrem Projekt gegen Rassismus und für Kinderrechte einsetzt.

Projekt-Initiator Martin Kainz von FairPlay-VIDC betonte, dass die Initiative auch die vielfältigen Mobilsierungen der brasilianischen Zivilgesellschaft beleuchten möchte. „Im Sommer sind viele Menschen gegen Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr und die Versäumnisse der Politik auf die Straße gegangen. Sie forderten, dass in das Bildungs- und Gesundheitssystem investiert wird, statt Hightech-Stadien zu bauen und Personen aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben. Es wird immer schwieriger, derartige Mega-Events einfach durchzuziehen ohne dabei die Zivilgesellschaft zu beteiligen.“

An die Tatsache, dass Fußball auch eine integrierende und solidarische Kraft besitzt, erinnert der in Brasilien geborene Fußballprofi Thiago De Lima Silva. Thiago hat 2001 als 17-jähriger sein Land verlassen und hat sich über unterklassige Vereine zum Toptorschützen von SC Austria Lustenau hochgearbeitet. Der 30-jährige unterstützt ein Straßenkinderprojekt in einem armen Stadtteil von São Paulo und will so seinen Erfolg mit weniger Privilegierten teilen. Thiago sieht die WM in Brasilien auch kritisch: „Im Fußball in Brasilien ist leider sehr viel Geld im Spiel. Viele Leute können sich nicht mal eine Behandlung in einem Krankenhaus leisten und daneben wird zum Beispiel in Brasilia ein Stadion gebaut, obwohl es dort nur einen Drittligaverein gibt. Leider sind die Entscheidungen schon gefallen und man kann nur mehr wenig machen.“

Das ambitionierte „Nosso Jogo“-Programm wird maßgeblich von der Austrian Development Agency aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. „Es ist für uns ein großes Anliegen, neue und breite Zielgruppen wie zum Beispiel Fußball-Fans anzusprechen und für globale Gerechtigkeit und eine mutige Entwicklungspolitik zu begeistern“, betont Helmuth Hartmeyer von der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, die Wichtigkeit der Initiative.


„Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ ist eine Kooperation von FairPlay-VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, Lateinamerika-Institut und Südwind.

Neben den sechs Trägerorganisationen beteiligen sich über 30 Partnerorganisationen aus den Bereichen Kultur, Entwicklungspolitik, Sport und Umwelt an der Initiative.  

„Nosso Jogo“ wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.


Hintergrundinfos und druckfähige Fotos (ab 13:00Uhr): www.nossojogo.at


Rückfragehinweis:

Kurt Wachter
FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel.
VIDC - Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit
T: +43/1/7133594-90
F: +43/1/7133594-73
M: 0699 10754988
E: wachter@vidc.org

Christine Esterbauer
Südwind
T: +43/1/4055515-331
E: christine.esterbauer@suedwind.at

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Österreichweiter Nikolo-Protest für faire Schokolade
Wien, 04.12.2013: Unter dem Motto „Wir setzen uns zur Wehr, wir wollen unsere Schokolade fair!“ organisieren als Nikolos verkleidete Südwind-AktivistInnen diese Woche österreichweit Protestaktionen auf Christkindlmärkten

04.12.2013, Wien. Heute Vormittag machten über 20 Nikolos Station vor dem Christkindlmarkt am Rathausplatz. „Wir sind schockiert über die Ergebnisse des Schoko-Nikolo-Checks: Wie sollen wir den Kindern Freude schenken, wenn nur bei drei getesteten Schoko-Nikolos ausgeschlossen werden kann, dass sie ohne Kinderarbeit produziert wurden?“, erklärt einer der als Nikolo verkleideten Südwind-AktivistInnen den Grund der Protestaktion.

Am 28. November wurden die Ergebnisse des heurigen Schoko-Nikolo-Checks von Südwind, Greenpeace, Produktionsgewerkschaft, und Verein für Konsumentinformation präsentiert. Dabei gab es nur für drei von 23 auf ökologische Kriterien, Tierschutz und soziale Aspekte getestete Schoko-Nikolos grünes Licht. „Im sozialen Bereich sehen wir rot! Bei mehr als der Hälfte der Produkte wird von den Unternehmen verabsäumt Nachweise für die Einhaltung internationalerArbeiterInnenrechte, Schutzbestimmungen für den ökologischen Lebensraum und, dass keine Kinder auf den Kakaoplantagen ausgebeutet werden, zu erbringen“, kritisiert Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“ und Organisator der  Protestaktionen. Damit soll im Vorfeld von Nikolo und Weihnachten breitenwirksam auf die Schattenseiten der Schokoladeindustrie hingewiesen und KonsumentInnen darüber informiert werden, wie sie zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen können.

„Wir alle können und sollen etwas tun, wenn es uns nicht egal ist, ob anderswo Menschen ausgebeutet werden!“, so Zeilinger und erklärt weiters: „Wir können fair gehandelte Produkte kaufen, schriftliche Beschwerden oder Anregungen direkt an die Schokoladenerzeuger oder den Einzelhandel richten, sowie die Petition auf at.makechocolatefair.org unterschreiben. Nur durch entsprechenden Druck werden die Unternehmen ihr gesamtes Schokoladensortiment fair und nachhaltig produzieren!“

„Wir begrüßen die Initiative für faire Schokolade und haben die Petition bereits unterschrieben!“, lassen die Nikolos vom Rathausplatz heute wissen und werden in den nächsten Tagen österreichweit auf Christkindlmärkten weitere Unterschriften sammeln.

Mehr Infos zur „Make Chocolate Fair!“ Kampagne unter: at.makechocolatefair.org
Weiterführende Links und Downloads:
Bildmaterial von der heutigen Aktion am Rathausplatz
Bildmaterial zum Downloaden
Die Ergebnisse des Schoko-Nikolo-Checks finden Sie hier: www.greenpeace.org/austria/marktcheck-nikolo-liste2013
Die Petition der Südwind „MakeChocolate Fair!“-Kampagne finden sie hier: at.makechocolatefair.org
Factsheet "Die bittere Wahrheit über Schokolade" zum Downloaden


Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind - Kampagnenleiter "MakeChocolate Fair!"
Mobil: 0650 8947 777
Tel: 01 405 55 15 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.a

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Schoko-Check: Nikolaus sieht rot
Wien, 28.11.2013: Greenpeace, Produktionsgewerkschaft, Südwind und VKI fordern öko-faire Schokolade.

28.11.2013, Wien. Anlässlich des bevorstehenden Nikolaus-Festes haben sich Greenpeace, Südwind, der Verein für Konsumenteninformation und die Gewerkschaft PRO-GE Schokolade-Nikolos genauer angeschaut. Insgesamt hat das Greenpeace Marktcheck-Team im Rahmen des jährlichen Checks 23 in Österreich erhältliche Produkte auf ökologische Kriterien, Tierschutz und soziale Aspekte hin geprüft. Fazit: Lediglich drei Schoko-Nikolos haben beim Check in allen Bereichen grünes Licht bekommen.
Während bei den ökologischen Aspekten eine positive Entwicklung festgestellt werden konnte und die Hersteller erstmals ohne problematische Zusatzstoffe auskommen, bleibt das Abschneiden im Bereich „soziale Aspekte“ alarmierend: Mehr als die Hälfte der Schoko-Nikolos sehen dabei rot. Bei diesen Produkten kann nicht nachvollzogen werden, ob in der Kakaoproduktion existenzsichernde Löhne bezahlt wurden und keine Kinderarbeit zum Einsatz kam. Welche Schoko-Nikoläuse ohne schlechtes Gewissen geschenkt werden können, findet man auf marktcheck.at, dem Greenpeace-Online-Einkaufsratgeber.

„Dass wir den Herstellern seit Jahren auf die Finger schauen, zeigt Wirkung: Erstmals haben sie auf den von uns in den vergangenen Jahren kritisierten problematischen Zusatzstoff E476 verzichtet“, so Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz. Aufholbedarf gibt es aus ökologischer Sicht jedoch weiterhin im Bereich Gentechnik: „Leider ist bei einigen Produkten immer noch nicht auszuschließen, dass die verarbeitete Milch von Kühen stammt, die mit gentechnisch verändertem Futter ernährt wurden. Die ungenügende Produktkennzeichnung ist ein unzumutbarer Zustand für Konsumentinnen und Konsumenten, die noch immer nicht klar nachvollziehen können, was wirklich in den Schoko-Geschenken für ihre Kinder steckt“, kritisiert Sprinz.

„Es stimmt nachdenklich, wenn man bedenkt, dass der Anlass der Geschenke zum Heiligen Nikolaus und auch zu Weihnachten dem Wohl der Kinder gewidmet ist und bei vielen der Produkte die Ausbeutung von Kindern in den Hauptherkunftsländern von Kakao nicht ausgeschlossen werden kann“, merkt Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne "MakeChocolate Fair!", an. Fair gehandelte Schokoladeprodukte fristen immer noch ein Schattendasein im österreichischen Einzelhandel. Bei umgerechnet 95 Prozent der Schokoladeprodukte in Österreich ist die Rückverfolgbarkeit nicht gegeben. DreiViertel der in Österreich verarbeiteten Kakaobohnen stammen aus der Elfenbeinküste und Ghana, wo über zwei Millionen Kinder auf den Kakaoplantagen mitarbeiten und davon rund ein Zehntel unter sklavenähnlichen Bedingungen ausgebeutet wird.

„Der weltweite Kakaohandel wird von wenigen Großkonzernen dominiert", stellt Gerhard Riess, Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE, fest. "Die Verantwortung, ihren Eigentümern satte Gewinne zu bieten, nehmen diese Unternehmen sehr ernst, soziale Verantwortung findet sich dagegen eher in Hochglanzbroschüren als in der Realität", kritisiert Riess. Dazu gehöre auch mehr als gerade einmal die Gesetze und internationale Regelungen wie ILO-Konventionen einzuhalten. "Ein sozial verantwortlicher Betrieb zahlt seinen europäischen MitarbeiterInnen ordentliche Einkommen und hat einen demokratisch gewählten Betriebsrat, sorgt in den Anbauländern für faire Mindestlöhne, kommt ohne Kinderarbeit aus und zahlt auch Steuern. Das sollen auch die KonsumentInnen nachvollziehen können und dafür braucht es vertrauenswürdige unabhängige Kontrollen."

Dass die österreichischen VerbraucherInnen bewusst und fair kaufen möchten, jedoch oftmals an der Kennzeichnung scheitern, betontVKI-Geschäftsführer Franz Floss: „Bis zu 70 Prozent der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten wären für Nachhaltigkeit ansprechbar. Doch sie werden allein im Lebensmittelbereich mit mehr als 100 verschiedenen Auslobungen oder Gütesiegeln konfrontiert, und zu viele davon machen viel Lärm um fast Nichts. Was fehlt, ist eine klare Orientierungshilfe.“

Gemeinsam fordern die Organisationen faire Produktionsbedingungen, eine klare Kennzeichnung und volle Transparenz, „damit KonsumentInnen nicht länger unwissend in Schokolade mit bitterem Beigeschmack beißen müssen.“

Weiterführende Links:
Bildmaterial zum Downloaden
Die Ergebnisse des Schoko-Nikolo-Checks finden Sie hier: www.greenpeace.org/austria/marktcheck-nikolo-liste2013
Die Petition der Südwind „MakeChocolate Fair“-Kampagne finden sie hier: at.makechocolatefair.org
Factsheet "Die bittere Wahrheit über Schokolade" zum Downloaden


Rückfragehinweis:
Christina Schröder, Pressesprecherin Südwind, Tel.:+43 (0)676 750 776, E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at
Melanie Aldrian, Pressesprecherin Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 612 67 25, E-Mail: melanie.aldrian@greenpeace.at
Wolfgang Purer, Gewerkschaft PRO-GE, Tel.: +43 (0)664 6145 926, E-Mail: wolfgang.purer@proge.at

 

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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„Ich bin eine Brücke!“
Wien am 27.11.2013: Neue Kampagne von Südwind und VIDC macht auf Engagement von MigrantInnen aufmerksam – hier und dort!

Wien am 27.11.2013. Es gibt viele Menschen, die sowohl in Österreich als auch in ihren Herkunftsländern wertvolle Arbeit leisten. Sie arbeiten als Eventmanagerin oder Lehrer, sie engagieren sich in Vereinen, sie helfen anderen Menschen - hier wie dort. Das ist Gegenstand einer neuen Cross Media Kampagne der Agentur Schulterwurf für Südwind und VIDC.

Das gemeinsame Projekt CoMiDe– Initiative für Migration und Entwicklung – der entwicklungspolitischen NGOs Südwind und VIDC hat sich zum Ziel gesetzt die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und MigrantInnen und ihren Organisationen zu stärken. Das Projekt richtet sich sowohl an die Politik, um eine verstärkte Koordination einzufordern, wie auch an die Organisationen und Vereine selbst, um diese mit konkreten Angeboten dabei zu unterstützen sich besser zu vernetzen. 


„Es gibt Menschen, die sowohl in Österreich als auch in ihren Herkunftsländern wertvolle Arbeit leisten. Sie erfüllen damit eine wichtige Brückenfunktion“, erklärt Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind den Anlass der Kampagne. Zum Beispiel, Angelina Banke: Sie unterrichtet in Österreich philippinische Kultur und Landesgeschichte und unterstützt auf den Philippinen eine Schule. Die Kampagne „Ich bin eine Brücke“ macht auf Menschen wie sie aufmerksam, um sowohl der Politik als auch NGOs einen Anstoß zu geben, ihr Engagement anzuerkennen.

Idee und Konzept der Kampagne stammen von der Agentur Schulterwurf. Horst Harlacher beschreibt die Idee hinter der Kampagne: „Wir wollen ohne Umschweife zur Sache kommen. Wir stellen pro Sujet ein Testimonial vor und beschreiben dessen Tätigkeit in Kurzform. Authentisch, ungekünstelt. Als Header dient eine persönlich von Hand geschriebene Aussage, die sofort das Wesentliche vermittelt:„Ich bin eine Brücke“.“ So wird ein Bild entworfen, das auf den ersten Blick etwas irritiert und gerade deswegen hängen bleibt. Es dient als „Rutsche“ in die persönlichen Geschichten.
 

Die Kampagne wird cross-medial umgesetzt: einerseits als Anzeigen in Tageszeitungen und Wochenmagazinen und andererseits als Video- und Facebook-Kampagne im Internet, auf Youtube und auf OktoTV. Für die Videos zeichnet mit Radio Afrika TV ein Medium der Community selbst verantwortlich.

In allen Medien verweist die Kampagne mit „Jetzt handeln!“ auf das CoMiDe-Manifest für Migration und Entwicklung, das konkrete Forderungen an Politik und NGOs richtet: „Die Anerkennung des Engagements von MigrantInnen in Diaspora-Organisationen und Gleichstellung mit dem Engagement in österreichischen Organisationen wird ebenso dringend gebraucht, wie verstärkte Zusammenarbeit der NGOs mit MigrantInnenorganisationen und eigene Förderstrukturen für diese Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit“, fordert CoMiDe-Projektleiter Michael Fanizadeh vom VIDC.

Zum Auftakt der Kampagne findet am Fr, 29.11., in Wien die Partnerschaftsmesse „Bridging the Gap!“ statt, bei der sich entwicklungspolitische NGOs und MigrantInnen-Organisationen vernetzen: www.comide.net/partnership-fair-bridging-the-gap
Nächste Woche, am 5. und 6. Dezember, veranstaltet CoMiDe die internationale Konferenz „Migrants as Development Actors“ in Ljubljana: www.comide.net/international-conference-migration-development

Nähere Informationen:

Die Kampagne

Das Manifest für Migration und Entwicklung: www.comide.net/manifest

Die Testimonials

Das Team der Kampagne

  • Agentur Schulterwurf, www.schulterwurf.at
    Tino Schulter (Text & Konzept), Mag. Horst Harlacher (Konzept & Beratung), Philipp Horak (Foto), Alexandra Feldhofer (Artdirection), Nina Biberle (Bildbearbeitung, Lithografie), Alma Dodic, Styling
  • Radio Afrika TV, www.radioafrika.net
    Christian Pfabigan (Kamera, Schnitt und Postproduction), Julia Bruch (Script und Regie), Willy Muhozi, (Kamera und Ton)
  • Südwind,
    Mag. Stefan Grasgruber-Kerl (Kampagneleitung), Mag.a Andrea Ben Lassoued (Webumsetzung)
  • VIDC, www.vidc.org
    Mag. Michael Fanizadeh, Projektleitung


Kontakt und Rückfragehinweis:
Stefan Grasgruber-Kerl
Südwind
E-Mail: stefan.grasgruber-kerl@suedwind.at
Tel. 01/405 55 15 – 303
Mobil: 0699 100 400 79

Die Initiative CoMiDe wurde im April 2011 gestartet und ist ein dreijähriges Projekt, welches von VIDC/Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit und Südwind Agentur (Österreich), Peace Institute - Institute for Contemporary Socialand Political Studies (Slowenien), COSPE - Cooperazione per loSviluppodeiPaesiEmergenti (Italien) und Society Development Institute (Slowakei) mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt wird. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von VIDC und Südwind wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Kakaoexpertin aus Ghana zu Besuch in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz
Rotholz, 25. November 2013 – Am 22. November 2013 trafen 45 Schülerinnen der Fachschule für Haushaltsmanagement der LLA Rotholz auf die Expertin für nachhaltigen Kakaoanbau Afia Asamoa Owusu (Ghana)

Weihnachten naht und die Regale sind voll mit Schokolade. Das haben die Schülerinnen der Rotholzer Fachschule für Haushaltsmanagement zum Anlass genommen, um hinter die Kulissen der süßen Versuchung zu blicken.

„Kakaobauern arbeiten sehr hart, um die wichtigste Zutat für Schokolade zu produzieren. Doch der Preis, den sie für den Rohstoff erhalten, ist unmenschlich“, erklärt Afia Asamoa Owusu. Die meisten Bauernfamilien in den Kakaoanbaugebieten Ghanas leben weit unterhalb der Armutsgrenze. Viele müssten mindestens doppelt so viel verdienen, um auf 1,25 US-Dollar pro Tag und Familienmitglied zu kommen. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Bauernfamilien sind so schlecht, dass zukünftige Generationen die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen. „Wenn die Unternehmen nicht bald anfangen, die Situation ernsthaft zu verbessern, könnten sie ein Versorgungsproblem bekommen“, warnt die Expertin.

Als Gast der entwicklungspolitischen Organisation Südwind tourt Afia Asamoa Owusu im Rahmen der europäischen Kampagne „Make Chocolate Fair!“ durch Österreich und andere EU-Länder, um aus erster Hand über die teils miserablen Bedingungen zu berichten, die den Arbeitsalltag der etwa einen Million KakaobäuerInnen in Ghana prägen. 

Einige Schülerinnen, die durch den gemeinsam mit Südwind gestalteten Unterrichtsschwerpunkt „Kakao“ gut auf den Besuch vorbereitet waren, haben sich entschieden, aufgrund der Missstände in Ghana selbst politisch aktiv zu werden. „Ich finde es wichtig, dass an der Situation der BäuerInnen etwas geändert wird“, berichtet die Schülerin Theresa, „und deswegen sammle ich an der ganzen Schule Unterschriften!“. Die Petition der „Make Chocolate Fair!“ Kampagne fordert europäische Schokoladeproduzenten auf, neben der Bezahlung fairer Löhne und der Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der Kakao-Wertschöpfungskette eine nachhaltige und diversifizierte Landwirtschaft zu fördern.

Afia Asamoa Owusu arbeitet in Ghana sowohl für das Netzwerk African Cocoa Coalition (ACC) als auch für die lokale Organisation Cocoa Organic Farmers Association (COFA). ACC ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich für faire und nachhaltige Bedingungen in der afrikanischen Kakaoproduktion einsetzen. Die Bauernkooperative COFA produziert ihren Kakao nach biologischen Anbaumethoden.


Weitere Informationen: at.makechocolatefair.org
Druckfähiges Fotomaterial zum Downloaden


Für Rückfragen:
Caroline Sommeregger, Südwind
Tel.: 0680 144 37 87
E-Mail: caroline.sommeregger@suedwind.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. Die African Cocoa Coalition ist Mitträger der Kampagne.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Feuer in der Textilfabrik Tazreen
Auch ein Jahr nach der Katastrophe geht der Kampf um Entschädigungen weiter.

Wien, 22.11.2013. Die gesamte Entschädigungssumme für die Hinterbliebenen und Verletzten der Brandkatastrophe wird auf mindestens 4,3 Mio. geschätzt. Bisher hat nur C&A als einziges Unternehmen einen konkreten Beitrag geleistet. Die Firma KiK-Textilien hält sich weiterhin mit konkreten Zusagen zurück. Auch andere Unternehmen haben bislang keine angemessenen Beträge überwiesen. Zu diesen Marken gehören: Delta Apparel (USA), Dickies (USA), Disney (USA), Edinburgh Woollen Mill (UK), El Corte Ingles (Spanien), Enyce (USA), Piazza Italia (Italien), Sears (USA), Teddy Smith (Frankreich) und Walmart (USA).

Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne kritisiert: „Während es den Unternehmen bei der Erledigung der Aufträge für T-Shirts und Hosen nicht schnell genug gehen kann und die Unternehmen keine Zeitverzögerung dulden, lassen sie sich beim Übernehmen von Verantwortung für Menschenleben unglaublich viel Zeit.“ Christina Schröder, die kürzlich für die Clean Clothes Kampagne und Südwind in Bangladesch Opfer von Tazreen getroffen hat, bestätigt: „Arbeiterinnen und Arbeiter, die den Brand überlebt haben, kämpfen heute, ein Jahr später Tag für Tag ums Überleben. Sie sind schwerst traumatisiert und wegen der hohen Arztkosten wurden viele nur notdürftig behandelt. Sie sind arbeitsunfähig und leben von der Hand in den Mund in bitterster Armut.“

Das Rechercheteam traf im September zum Beispiel die 35jährige Ale Noor. Sie sprang aus dem 3. Stock der Fabrik, um den Flammen zu entkommen und erlitt schwere Verletzungen am Bein. Die Arzt- und Behandlungskosten von 60 Euro pro Monat, sowie der Lohnausfall durch ihre andauernde Arbeitsunfähigkeit trieben sie und ihren Mann an den finanziellen Abgrund: „Wir können die Miete für unsere kleine Wellblechhütte, in der ich mit meinem Mann und meinen zwei Kindern wohne schon seit zwei Monaten nicht bezahlen.“

Ein tragisches Schicksal ereilte auch Rokeya Begum. Die über 40jährige ist körperlich nicht mehr in der Lage in einer Textilfabrik zu arbeiten. Ihre Tochter arbeitete jedoch in der Fabrik Tazreen. Bei dem Brand kam diese ums Leben. Neben dem schweren emotionalen Verlust, muss auch Rokeya Begum ums finanzielle Überleben kämpfen, da sie vom Einkommen ihrer Tochter abhängig war: „Die Bezahlung von einer Entschädigung wurde mir verweigert, angeblich, weil ich nicht nachweisen kann, dass meine Tochter für Tazreen gearbeitet habe, obwohl ich doch die Lohnzettel vorweisen konnte. Nun habe ich nicht einmal Geld für die Busfahrt zur Behörde, um die DNA-Analysen zu machen, damit der Leichnam meiner Tochter identifiziert werden kann.“

Die Clean Clothes Kampagne fordert alle Markenfirmen, die mit Tazreen Geschäftskontakte hatten, auf:

  • In Zusammenarbeit mit den anderen Markenfirmen und Beteiligten sicherzustellen, dass alle Opfer des Tazreen Brandes eine vollständige und angemessene Entschädigung erhalten. Dabei gilt es, sich an der für die Opfer des Fabrikzusammenbruchs von Rana Plaza verhandelten Vereinbarung (dem so genannten Arrangement) zu orientieren.
  • Die Markenfirmen müssen einen angemessenen finanziellen Beitrag zu dem Entschädigungsprozess leisten und sicherstellen, dass ein Fonds für eine vollständige und angemessene Entschädigung gänzlich finanziert wird.
     

Hintergrundinformationen

Presseunterlagen

Druckbares Fotomaterial

Fact Sheet Tazreen

Arrangement auch für Opfer von Tazreen
Nach dem tragischen Einsturz des Gebäudes von Rana Plaza im April diesen Jahres wurde eine Methode für die Berechnung und Verteilung der Entschädigungen für Einkommensverluste und medizinische Versorgung gemeinsam von Kleidungsmarken und lokalen wie internationalen Interessenvertretungen entwickelt, die unter dem Namen “Arrangement” bekanntgeworden ist. Sie macht sich die Vorgaben der Konvention 121 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu Nutze und baut auf den Entschädigungsmodellen auf, die nach früheren Katastrophen in der Bekleidungsindustrie von Bangladesch entwickelt wurden. Weitere Informationen dazu unter: http://www.cleanclothes.org/news/press-releases/2013/11/16/all-brands-responsible-should-compensate-the-rana-plaza-victims-now

 

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at


Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Ausbeutung in China mit europäischen Steuergeldern finanziert
Clean-IT deckt ausbeuterische Arbeitsbedingungen bei Dell auf.

Trotz Wochenarbeitszeiten von bis zu 74 Stunden, verbalen Übergriffen, einer extrem hohen Arbeitsbelastung und dem Fehlen angemessener Sicherheitsvorrichtungen in chinesischen Zulieferbetrieben Dells, vergibt der öffentliche Sektor Europas Aufträge in Millionenhöhe aus Steuergeldern an den  US-amerikanischen Computerhersteller. Ein neuer Bericht der Clean-IT-Partnerorganisation DanWatch zeigt auf, wie hoch der Preis ist, den chinesische ArbeiterInnnen dafür zahlen.

Immer noch ist China ein attraktiver Produktionsstandort für internationale IT-Unternehmen. Niedrige Arbeitskosten, schwache gewerkschaftliche Vertretung und eine Regierung, die sich wenig für die Durchsetzung des Arbeitsrechts einsetzt sind die Ursachen dafür. Die Nachfrage nach möglichst schnell und billig produzierten IT-Komponenten wirkt sich negativ auf die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben aus.
„Neue Recherchen belegen, dass die FabriksarbeiterInnen in den chinesischen Provinzen Guangdong und Jiangsu bis zu 74 Stunden pro Woche arbeiten. Sie leisten bis zu 136 Überstunden pro Monat, obwohl laut chinesischem Arbeitsrecht nur 40 Stunden Normalarbeitszeit plus höchstens neun Überstunden pro Woche gestattet sind. Die Tages- und Nachtdienste werden willkürlich vom Arbeitgeber eingeteilt, und in Spitzenzeiten ist eine 7-Tage-Woche die Regel “, erläutert die Leiterin der Clean-IT-Kampagne, Andrea Ben Lassoued.

Doch nicht nur in puncto Arbeitszeit werden grundlegendste arbeitsrechtliche Standards verletzt. Bei den Montage- und Schweißarbeiten an den Leiterplatten sind die ArbeiterInnen einer starken Rauchgbelastung ausgesetzt und erhalten keine angemessene Schutzausrüstung. „Wegen des Schweißens ist die Temperatur unangenehm hoch und es riecht toxisch. Wir erhalten keinen Mundschutz und ich bekomme einen Hautausschlag, wenn ich in der Arbeit mein Gesicht berühre”, so die  18jährige Arbeiterin Zhao Lily bei den Recherchen. Die Arbeit sei anstrengend wegen der immer gleichen Bewegungen und der überlangen Arbeitszeiten: “Wir müssen die ganze zwölfstündige Schicht hindurch stehen; wenn du dich hinsetzen willst, musst du um Erlaubnis fragen.”

Darüber hinaus werden die ArbeiterInnen durch verbale Übergriffe psychisch unter Druck gesetzt, obwohl dies laut Dells Verhaltenskodex und den Standards der Electronic Industry Citizen Coalition (EICC), der Dell angehört, verboten ist. “wenn du dich nicht konzentrierst oder wenn du zu langsam bist schreit dich der Aufseher an” berichtete der 30jährige Arbeiter Yang Xiaohong.

„Bei den Recherchen stand der amerikanische Computerprudzent Dell im Fokus, da Dell in Europa, was öffentliche Aufträge angeht, eine maßgebliche Marktstellung einnimmt. Dell ist eine von vielen IT-Markenfirmen, die von NGOs wegen Arbeitsrechtsverletzungen an den Pranger gestellt wurden und trotzdem nur wenig zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen getan haben“, so Ben Lassoued. Bereits seit 2004 berichten NGOs von Fällen schwerer Arbeitsrechtsverletzungen in der Zulieferkette von Dell.

Dell hat in der Vergangenheit schon angekündigt, die Löhne der FabriksarbeiterInnen erhöhen und die Überstunden verringern zu wollen. „Nach diesen neuerlich aufgedeckten Missständen fordert Clean-IT Dell auf, sich endlich aktiv dafür einzusetzen, dass die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben sowohl den Gesetzen vor Ort und den Standards des EICC, als auch dem Verhaltenskodex von Dell selber entsprechen“ schließt Ben Lassoued.

Zum Downloaden und Nachsehen:

  • DanWatch-Bericht
  • Zusammenfassung des DanWatch Berichtes
  • Kurz-Doku auf Youtube
  • Trotz Wochenarbeitszeiten von bis zu 74 Stunden, verbalen &Uuml;bergriffen, einer extrem hohen Arbeitsbelastung und dem Fehlen angemessener Sicherheitsvorrichtungen in chinesischen Zulieferbetrieben Dells, vergibt der &ouml;ffentliche Sektor Europas Auftr&auml;ge in Millionenh&ouml;he aus Steuergeldern an den&nbsp; US-amerikanischen Computerhersteller. Ein neuer Bericht der Clean-IT-Partnerorganisation DanWatch zeigt auf, wie hoch der Preis ist, den chinesische ArbeiterInnnen daf&uuml;r zahlen.</p> <p>Immer noch ist China ein attraktiver Produktionsstandort f&uuml;r internationale IT-Unternehmen. Niedrige Arbeitskosten, schwache gewerkschaftliche Vertretung und eine Regierung, die sich wenig f&uuml;r die Durchsetzung des Arbeitsrechts einsetzt sind die Ursachen daf&uuml;r. Die Nachfrage nach m&ouml;glichst schnell und billig produzierten IT-Komponenten wirkt sich negativ auf die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben aus.<br> &bdquo;Neue Recherchen belegen, dass die FabriksarbeiterInnen in den chinesischen Provinzen Guangdong und Jiangsu bis zu 74 Stunden pro Woche arbeiten. Sie leisten bis zu 136 &Uuml;berstunden pro Monat, obwohl laut chinesischem Arbeitsrecht nur 40 Stunden Normalarbeitszeit plus h&ouml;chstens neun &Uuml;berstunden pro Woche gestattet sind. Die Tages- und Nachtdienste werden willk&uuml;rlich vom Arbeitgeber eingeteilt, und in Spitzenzeiten ist eine 7-Tage-Woche die Regel &ldquo;, erl&auml;utert die Leiterin der Clean-IT-Kampagne, Andrea Ben Lassoued.</p> <p>Doch nicht nur in puncto Arbeitszeit werden grundlegendste arbeitsrechtliche Standards verletzt. Bei den Montage- und Schwei&szlig;arbeiten an den Leiterplatten sind die ArbeiterInnen einer starken Rauchgbelastung ausgesetzt und erhalten keine angemessene Schutzausr&uuml;stung. &bdquo;Wegen des Schwei&szlig;ens ist die Temperatur unangenehm hoch und es riecht toxisch. Wir erhalten keinen Mundschutz und ich bekomme einen Hautausschlag, wenn ich in der Arbeit mein Gesicht ber&uuml;hre&rdquo;, so die&nbsp; 18j&auml;hrige Arbeiterin Zhao Lily bei den Recherchen. Die Arbeit sei anstrengend wegen der immer gleichen Bewegungen und der &uuml;berlangen Arbeitszeiten: &ldquo;Wir m&uuml;ssen die ganze zw&ouml;lfst&uuml;ndige Schicht hindurch stehen; wenn du dich hinsetzen willst, musst du um Erlaubnis fragen.&rdquo;</p> <p>Dar&uuml;ber hinaus werden die ArbeiterInnen durch verbale &Uuml;bergriffe psychisch unter Druck gesetzt, obwohl dies laut Dells Verhaltenskodex und den Standards der Electronic Industry Citizen Coalition (EICC), der Dell angeh&ouml;rt, verboten ist. &ldquo;wenn du dich nicht konzentrierst oder wenn du zu langsam bist schreit dich der Aufseher an&rdquo; berichtete der 30j&auml;hrige Arbeiter Yang Xiaohong.</p> <p>&bdquo;Bei den Recherchen stand der amerikanische Computerprudzent Dell im Fokus, da Dell in Europa, was &ouml;ffentliche Auftr&auml;ge angeht, eine ma&szlig;gebliche Marktstellung einnimmt. Dell ist eine von vielen IT-Markenfirmen, die von NGOs wegen Arbeitsrechtsverletzungen an den Pranger gestellt wurden und trotzdem nur wenig zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen getan haben&ldquo;, so Ben Lassoued. Bereits seit 2004 berichten NGOs von F&auml;llen schwerer Arbeitsrechtsverletzungen in der Zulieferkette von Dell.</p> <p>Dell hat in der Vergangenheit schon angek&uuml;ndigt, die L&ouml;hne der FabriksarbeiterInnen erh&ouml;hen und die &Uuml;berstunden verringern zu wollen. &bdquo;Nach diesen neuerlich aufgedeckten Missst&auml;nden fordert Clean-IT Dell auf, sich endlich aktiv daf&uuml;r einzusetzen, dass die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben sowohl den Gesetzen vor Ort und den Standards des EICC, als auch dem Verhaltenskodex von Dell selber entsprechen&ldquo; schlie&szlig;t Ben Lassoued.</p> <p>Zum Downloaden und Nachsehen:</strong>

     

    Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie:
    www.clean-it.at

     

    Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Teil des internationalen GoodElectronics Netzwerkes. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

     

    Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

     

    _top>Fotomaterial
  • Unbearbeitetes filmisches Rohmaterial (verfügbar auf Anfrage)

 

Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie:
www.clean-it.at

 

Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Teil des internationalen GoodElectronics Netzwerkes. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

 

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Welttag für menschenwürdige Arbeit: Großes Leid für billige Schokolade
Wien, 04.10.2013: Südwind und die Gewerkschaft PRO-GE machen anlässlich des Welttages für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober auf die Missstände in der Schokoladeindustrie aufmerksam.

Wien, 04.10.2013 – Schon Anfang Oktober füllen sich wieder die Regale in den Supermärkten mit (vor)weihnachtlichen Schokoladeprodukten zu teilweise sehr billigen Preisen. Der Kakaopreis am Weltmarkt ist günstig und der Schokoladekonsum hierzulande hoch: Österreich rangiert mit rund 9 Kilogramm pro Kopf auf Platz sechs weltweit.

Bis zu 14 Millionen ArbeiterInnen sind auf Kakaoplantagen und -farmen weltweit damit beschäftigt, Kakaoschoten von den Bäumen zu pflücken und sie anschließend mühselig aufzuhacken, um die Bohnen für die Fermentierung und Trocknung freizulegen. Trotz der arbeitsintensiven Pflege und Ernte der Kakaobohne, erhalten Kakaobäuerinnen und -bauern aktuell nur mehr 6% am Anteil des Verkaufspreises einer Tafel Schokolade. Im Vergleich dazu, waren es 1980 noch 16%.
Die seit den 1980er Jahren fast real um die Hälfte gefallenen Preise, haben sukzessive zu einer Verarmung von Kakaobäuerinnen und -bauern und einen Anstieg von ausbeuterischer Kinderarbeit geführt. Zudem fehlt es nun an Kapital, um in die Vitalität und Produktivität der Kakaoplantagen zu investieren. Diese Missstände können nun letztendlich der Schokoladeindustrie selbst zum Verhängnis werden.

„Viele Jahrzehnte war es für Industriestaaten und multinationale Konzerne ganz einfach, Menschen aus dem Süden auszubeuten. Die Strukturen in den Erzeugerländern haben auch dazu beigetragen, dass sich wenig politisch verändert. Wir stehen nun vor einer völlig neuen Situation – Sinkende Erträge, Perspektivlosigkeit und Abwanderung in die Städte führen dazu, dass der steigende Bedarf der Industrie an Kakaobohnen bald nicht mehr gedeckt werden kann“, erklärt Gerhard Riess von der Gewerkschaft PRO-GE.
Laut Einschätzung des größten Kakaoverarbeiters Barry Callebaut aus der Schweiz wird bis 2020 ein Kakao-Versorgungsengpass von einer Million Tonnen erwartet. Um diesen zu verhindern, müsste der weltweite Ertrag um ca. 100.000 Tonnen pro Jahr steigen. Derzeit werden jährlich 3,5 Mio. Tonnen weltweit produziert. Viele Schokoladekonzerne reagieren auf die zu erwartenden Lieferengpässe, indem Sie sogenannte Förderprogramme zur Steigerung der Produktivität der Kakaoplantagen ins Leben rufen. Viele dieser Programme zielten darauf ab, den Bäuerinnen und Bauern die Verwendung von hochgiftigen Pestiziden und Düngemittel nahezulegen und sie dabei auch finanziell zu unterstützen.

Assoz.-Prof DI Dr. Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie sowie Landschaftsökologe an der Medizinischen Universität Wien, hat diesbezüglich auf Kakaoplantagen in Westafrika und der Dominikanischen Republik im Zuge der Vorbereitung einer medizinischen Studie recherchiert.

Seine Augenzeugenberichte sind schockierend: „Ich fand es sehr schlimm, wie sorglos mit hochgradig gesundheitsschädlichen Chemikalien umgegangen wird. Chemikalien, die aufgrund ihrer Gefährlichkeit in der EU schon längst verboten sind, stehen dort noch tagtäglich am Einsatzplan. Erschreckend ist vor allem, dass die Pestizide ohne jeglichen Schutz für die ArbeiterInnen ausgebracht werden, oft auch im Beisein ihrer Kinder. Viele von ihnen können weder lesen und schreiben und sind oftmals völlig im Unklaren darüber, welchen Gesundheitsrisiken sie sich aussetzen. Trotz der schlechten Arbeitsbedingungen sind diese Menschen auf diese Arbeit angewiesen, um ihre Familien versorgen zu können.“
ArbeiterInnen beklagen in erster Linie akute Symptome wie Augen- und Hautreizungen oder Übelkeit. „An Langzeitfolgen wie Schäden der Atemwege und des Nervensystems, Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit wird hingegen überhaupt nicht gedacht“, so Hutter.

„Es ist keineswegs nachhaltig den Bäuerinnen und Bauern günstige Pestizide zur Verfügung zu stellen, nur um kurzfristig deren Erträge zu steigern, sondern menschenverachtend und auch in ökologischer Sicht höchst problematisch“, kritisiert Zeilinger von der entwicklungspolitischen NGO Südwind. „All die heutigen Missstände im Kakaoanbau sind bereits Folgen der jahrzehntelangen Niedrigpreispolitik der Schokoladenkonzerne. Wir fordern daher die Schokoladenunternehmen auf, Verantwortung zu übernehmen und unseren Forderungen nach einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen für Millionen von ArbeiterInnen nachzukommen“ verweist Zeilinger auf eine Petition von Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten, Dreikönigsaktion sowie Nichtregierungsorganisationen aus insgesamt 16 EU-Ländern.

In der gemeinsamen Petition treten diese ein für: faire Preise für Kakaobäuerinnen und Kakaobauern; die Zahlung existenzsichernder Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für ArbeiterInnen; die bedingungslose Einhaltung des Verbots von ausbeuterischer Kinderarbeit; die Unterstützung für eine ökologisch nachhaltige und diversifizierte Landwirtschaft und eine unabhängige Kontrolle der Zulieferkette. Die Petition kann auf www.makechocolatefair.org unterschrieben werden.
Das FAIRTRADE-System kann dabei als gutes Vorbild dienen. So bietet FAIRTRADE ihren Kontraktbauern und –bäuerinnen einen existenzsichernden Mindestlohn, umfangreiche Schulungsprogramme im Bereich Biolandbau und Produktqualität sowie Vorfinanzierungen bei Investitionen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und in die Gesundheit der Kakaobäume.

 

Zum Downloaden:
Druckfähiges Fotomaterial
Factsheet "Die bittere Wahrheit über Schokolade"
Kampagnen-Website: www.makechocolatefair.org

Rückfragehinweis:

Bernhard Zeilinger
Südwind - Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650 8947 777
Tel: 01 405 55 15 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Gerhard Riess
Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE
Mobil: 0664 16 10 114
Tel.: 01 53444 69 590
E-Mail: gerhard.riess@proge.at
www.proge.at

Assoz.-Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter
Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie
Vorsitzender von ‘Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt‘
Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien
Tel.: 01/40160-34930
E-Mail: Hans-Peter.Hutter@meduniwien.ac.at
www.meduniwien.ac.at/umwelthygiene/


Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt.
"Make Chocolate Fair!" wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Bekleidungsindustrie – Existenzen in Trümmern, Löhne unter der Armutsgrenze
Wien, 21.10.2013: Südwind-Mitarbeiterinnen berichten von einem Lokalaugenschein in Bangladeschs Bekleidungsindustrie, Clean Clothes Kampagne startet Aktionswoche zu existenzsichernden Löhnen.

Wien, 21.10.2013. Am 24. Oktober ist es ein halbes Jahr her, dass beim Gebäudeeinsturz von Rana Plaza über 1.100 NäherInnen starben, am 24. November jährt sich das Feuer der Tazreen-Fabrik, bei dem über hundert ArbeiterInnen verbrannten. Zigtausende Menschen wurden bei diesen Katastrophen in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka verletzt oder verloren Angehörige. „Viele Menschen haben sich zwar vor dem Feuer und den Trümmern aus den Textilfabriken retten können, müssen seitdem aber tagtäglich um ihr Überleben kämpfen“, beschreibt Christina Schröder von Südwind die Situation der ArbeiterInnen nach einem Lokalaugenschein in Bangladesch heute bei einem Pressegespräch in Wien.
„Ich habe immer noch Angst, wieder in eine Fabrik arbeiten zu gehen. Ich habe Angst bei Geräuschen“, erzählte ihr die 25jährige Yasmin, die in Rana Plaza Bekleidung für europäische Unternehmen genäht und sich mit schweren Verletzungen am Arm aus den Trümmern von Rana Plaza befreit hatte. 160 Euro habe sie, als eine von wenigen, als Entschädigung bekommen – damit konnte sie gerade einen Teil der Arztkosten bezahlen. Kranken,-unfall- oder sozialversichert war sie nicht, 48 Euro hatte sie im Monat verdient: für 11 Stunden Arbeit pro Tag, an sieben Tagen die Woche. Nur weil ihr Mann ein kleines Fischgeschäft hat und sie mit ihrem kleinen Sohn in einem 9m2 Zimmer in der Wellblechhütte einer Verwandten jetzt mietfrei leben dürfen, seien sie noch nicht verhungert, erzählte Yasmin, „Mit meinem Lohn habe ich mir für Notsituationen wie jetzt nie etwas ansparen können.“
Die 35jährige Ale Noor erlitt ein ähnliches Schicksal, als in der Textilfabrik Tazreen ein Feuer ausbrach. Nur weil es ihr gelang einen Ventilator aus den ansonsten vergitterten Fensterrahmen zu brechen, um aus dem 3. Stock zu springen, kam sie, wenn auch mit schweren Verletzungen mit dem Leben davon. „Der Brand ist schon fast ein Jahr her und immer noch kann ich nur mit Krücken gehen und in der Nacht plagen mich Alpträume“, so die ehemalige Näherin.
Rokeya Begum hat im Feuer von Tazreen ihre 18jährige Tochter verloren. Ihr Leichnam wurde nie identifiziert. Neben diesem schweren emotionalen Verlust, muss auch Rokeya nun ums Überleben kämpfen, weil sie schon zu alt ist, um in der Bekleidungsindustrie zu arbeiten und wie viele andere auch vom Einkommen ihrer Tochter abhing. „Die Bezahlung einer Entschädigung wurde mir verweigert, angeblich, weil ich nicht nachweisen kann, dass meine Tochter für Tazreen gearbeitet habe, obwohl ich doch die Lohnzettel vorweisen konnte. Ich habe nicht einmal mehr Geld, um mit dem Bus zur Behörde zu fahren, um die DNA-Analysen zu machen, um den Leichnam meiner Tochter identifizieren zu können“, schilderte sie ihre verzweifelte Situation.

Südwind-Mitarbeiterin Ines Zanella, die ebenfalls vor Ort in Bangladesch war, kritisiert: „Nur mangelhaft medizinisch behandelt und mit schweren psychischen Beeinträchtigungen, wurden und werden immer wieder von einen Tag auf den anderen tausende NäherInnen und ihre Angehörige ihrer Existenzgrundlage beraubt – das sind keine Unfälle, sondern das Resultat von Ausbeutungsmechanismen, von denen Fabrikbesitzer in Bangladesch, die Regierung sowie vor allem europäische Unternehmen profitieren.“
Nach den Katastrophen von Rana Plaza und Tazreen haben nun über 100 Unternehmen ein rechtlich bindendes Sicherheitsabkommen mit der bangladeschischen Regierung, Gewerkschaften und Unternehmerverband verhandelt und unterschrieben. Dieses sieht eine systematische Erfassung, Kontrolle und Verbesserung der Textilfabriken vor. „Das Sicherheitsabkommen wartet allerdings noch auf seine Umsetzung und es beinhaltet nicht die nun so dringenden und noch immer ausstehenden angemessenen Entschädigungszahlungen- außerdem bieten die Hungerlöhne keinerlei Existenzsicherheit“, so Zanella.
Nirgends auf der Welt sind die Mindestlöhne in der Bekleidungsindustrie so niedrig wie in Bangladesch. Mit ca. 30 Euro liegt er sogar weit unter der Armutsgrenze. Außerdem profitieren Unternehmen, von H&M bis Zara und C&A bis KiK von der zollfreien Einfuhr von Textilien in die EU, die der Status Bangladeschs als LDC-Land, also eines von der UN deklarierten „am wenigsten entwickelten Länder“, ermöglicht.

Bangladesch ist aber nicht das einzige Land, in dem NäherInnen ausgebeutet werden. Unter dem Slogan „NäherInnen verdienen mehr. Existenzlohn für alle!“ startet die Clean Clothes Kampagne (CCK), die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsproduktion weltweit einsetzt, heute eine europaweite Aktionswoche. „Ein existenzsichernder Lohn ermöglicht es einer Näherin, sich selbst und ihre Familie zu ernähren, die Miete zu zahlen, für Gesundheits-, Kleidungs-, Mobilitäts- und Bildungskosten aufzukommen sowie für unerwartete Ereignisse oder Notfälle ein wenig Geld zu Seite zu legen“, erklärt Michaela Königshofer, Koordinatorin der CCK den Begriff Existenzlohn.
„Zwischen dem nationalem Mindestlohn und einem existenzsicherndem Lohn klafft eine riesige Lücke. Millionen von NäherInnen wird ihr Menschenrecht auf einen Existenzlohn verwehrt“, kritisiert sie die Hungerlohne in der Bekleidungsindustrie. Der aktuelle Mindestlohn von rund 30 Euro im Monat in Bangladesch entspricht nur elf Prozent von den 259,80 Euro, die die Asia Floor Wage Alliance, ein Zusammenschluss von asiatischen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen, als existenzsichernden Lohn für das Land berechnet hat. Ähnlich die Situation in anderen textilproduzierenden Ländern. In Kambodscha deckt der Mindestlohn 21 Prozent von den Ausgaben, die für ein menschenwürdiges Leben nötig wären.
In der internationalen Bekleidungsindustrie liegt der Lohnanteil bei T-Shirts im Schnitt bei ca. 1 Prozent. „Würden die Lohnkosten pro produziertem T-Shirt beispielsweise in Indien um 27 Cent angehoben werden, könnten die Arbeiterinnen und Arbeiter ein menschenwürdiges Leben führen. Ein existenzsichernder Lohn ist ein Menschenrecht und darf nicht an 27 Cent scheitern!“, zeigt sich Königshofer überzeugt und verweist auf die Petition unter www.cleanclothes.at/existenzlohn, mit der KonsumentInnen sich der Forderung nach einem existenzsichernden Lohn für NäherInnen anschließen können.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Interviewvereinbarungen und Rückfragen:
Christina Schröder
Öffentlichkeitsarbeit, Südwind
Tel.: 01 405 55 15 301
Mobil: 0676 750 77 76
E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at
www.cleanclothes.at

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Linz wird Zentrum nachhaltigen Lebensstils: Die WearFair & mehr geht in die sechste Runde
Linz, 19.09.2013: Über 140 AusstellerInnen sowie ein spannendes Rahmenprogramm erwarten die BesucherInnen in der Tabakfabrik.

Linz, 19.09.2013. Von 27.-29. September ist es wieder so weit: Linz wird zum Zentrum nachhaltigen Lebensstils. Österreichs größte KonsumentInnen-Messe für Mode, die WearFair, geht in die sechste Runde. Heuer wird aber noch „mehr“ geboten – zusätzlich zum bunten, immer facettenreicheren Sortiment aus dem Bereich ökofairer Mode wartet die Messe heuer erstmals auch mit nachhaltigen Angeboten aus den Bereichen Ernährung, Mobilität, Geldanlagen und Tourismus auf. In den Hallen der Tabakfabrik kann auf über 8000 Quadratmetern mit gutem Gewissen eingekauft werden und mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm können sich die BesucherInnen über die Hintergründe zu ökologisch und fairen Produktionsweisen und den Möglichkeiten rund um einen nachhaltigen Lebensstil informieren.

Uta Varty, Geschäftsführerin der WearFair & mehr, erklärt: „Wir freuen uns über einen Rekord an Messeständen. Das zeigt, dass sowohl Angebot als auch Nachfrage nach einem nachhaltigen Lebensstil steigen. Über 140 AusstellerInnen werden ihre Produkte präsentieren. Außerdem haben wir zwei Modenschauen, eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion als Eröffnungsveranstaltung sowie ein umfangreiches Präsentations- und Seminarangebot vorbereitet. Die WearFair & mehr zeigt aufs Neue: Eine umweltverträglicher Lebensstil ohne Ausbeutung  ist möglich.“

Auch Rudi Anschober, grüner Landesrat in Oberösterreich, ist Fan und Unterstützer der WearFair & mehr: „Die Entwicklung der von mir mitinitiierten WearFair von einem ersten engagierten Experiment hin zur wichtigsten Messe Österreichs für nachhaltigen Lebensstil ist eine große Freude. Für Oberösterreich bringt die WearFair wichtige Impulse für unser Ziel, zu einem führenden Standort in Europa für grüne Produkte zu werden und damit neue Zukunftsjobs zu schaffen."

Das Team der WearFair & mehr hat sich im vergangenen Jahr neu gebildet. Bestehend aus MitarbeiterInnen von Südwind, GLOBAL 2000 und dem Klimabündnis wird nun mit dem erweiterten Konzept für frischen Wind in Linz gesorgt. Dennoch: „Der Fokus auf nachhaltige Mode bleibt erhalten“, sagt Varty: „Der Großteil der AusstellerInnen kommt auch weiterhin aus diesem sich so schnell entwickelnden Bereich.“

Stefan Kerl von der entwicklungspolitischen Organisation Südwind bestätigt: „Mit der Clean Clothes Kampagne kämpfen wir täglich gegen die grausamen Auswirkungen der konventionellen Bekleidungsindustrie. Mit der WearFair & mehr wollen wir dagegen die faire und ökologische Modewelt vor den Vorhang holen. Und wir freuen uns sehr, dass in diesem Bereich Angebot und Nachfrage ständig wachsen und wir das jedes Jahr in den ständig wachsenden Zahlen von engagierten AusstellerInnen und begeisterten BesucherInnen der WearFair & mehr sehen können.“

Der Kooperationspartner Klimabündnis zeichnet verantwortlich für den Ausstellungsbereich Mobilität, ethische Geldanlagen und Lebensstil. Ulrike Singer, Regionalstellenleiterin des Klimabündnis Oberösterreich, erklärt: „Mehr als die Hälfte aller Autofahrten in Österreich liegen unter 5 Kilometer, mehr als zwei Drittel unter 10 Kilometer. Für Kurzstrecken sind E-Autos, E-Pedelecs und Fahrräder die perfekte Wahl. Diese werden auf der Wearfair & mehr präsentiert. Daneben können sich die BesucherInnen über ethische Geldanlagen und über ökologischen Tourismus informieren. Nachhaltig produzierte Produkte für jeden Tag ergänzen das vielseitige Angebot des Bereichs Lebensstil.“

GLOBAL 2000, Österreichs führende Umweltschutzorganisation, hat die Zuständigkeit für den Ausstellungsbereich Ernährung übernommen. Nunu Kaller von GLOBAL 2000 erklärt: „Nachhaltige Ernährung ist essentieller Teil eines nachhaltigen Lebensstils. Hierbei kommen viele Punkte zum Tragen: Keine Pestizide auf unseren Lebensmitteln helfen sowohl der Umwelt als auch unserer eigenen Gesundheit, regionale Produktion und damit möglichst kurze Transportwege sparen Treibhausgase. Bio-Obst und Gemüse, das regional produziert wurde, Fleisch aus Biolandwirtschaft, aber auch vegane Alternativen können auf der WearFair & mehr gekostet und gekauft werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Bio Austria, die uns bei der Auswahl der AusstellerInnen so intensiv unterstützt hat.“

Dass mit der WearFair & mehr Linz wieder zum Zentrum  Österreichs für nachhaltigen Lebensstil wird, verdanken die OrganisatorInnen auch vielen UnterstützerInnen. Die Liste der Sponsoren, KooperationspartnerInnen,  ExpertInnen, AusstellerInnen und ganz besonders den HelferInnen ist lang. „Es ist schön zu sehen, dass sich immer mehr Menschen für einen nachhaltigen Lebensstil interessieren und ihren Weg finden den auch umzusetzen – das bringt uns allen was, denn je besser und verantwortungsvoller wir heute mit unseren Ressourcen umgehen, desto zufriedener werden wir und die nächsten Generationen in Zukunft leben können“ schließt Uta Varty.

Weitere Informationen zur WearFair & mehr 2013 finden Sie unter www.wearfair.at/messe und auf Facebook unter https://www.facebook.com/WearFair

Fotomaterial zum Downloaden:
www.wearfair.at/presse

Tickets:
Vorverkaufstickets sind in allen Sparkassen und Erste Banken erhältlich.
Ermäßigte Eintrittskarten erhalten: BesitzerInnen der Familienkarte OÖ und der Linzcard, AK-Mitglieder mit der Leistungskarte, InhaberInnen des Aktivpasses, SchülerInnen, Studierende, Arbeitslose, Zivildiener, AsylwerberInnen, PensionistInnen
Kinder bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Die WearFair & mehr 2013 wird von Land Oberösterreich, Linz verändert, Sparkasse Oberösterreich, Grüne Wirtschaft, Tencel, LT1, OÖ Nachrichten, Life Radio, Schladminger, Wirtschaftskammer Österreich, promoteXx, AK Oberösterreich, Linz Tourismus und ÖBB unterstützt.


Rückfragehinweis:
Christina Schröder, Südwind Pressesprecherin
Laudongasse 40, 1080 Wien
Mobil: 0676 750 77 76
E-Mail: presse@wearfair.at

Nunu Kaller, GLOBAL 2000 Pressesprecherin
Neustiftgasse 36, 1070 Wien
Mobil: 0699 14 2000 20
E-Mail: presse@wearfair.at


Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und deckt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. GLOBAL 2000 kämpft für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Mittels Lobbying, Aktionen und Informationsarbeit erzeugt GLOBAL 2000 öffentlichen Druck und vermittelt durch Projekte positive Beispiele, damit ökologische Lösungen möglich werden, und richtet sich dabei an Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.

Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

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KiK, Benetton, Mango und Co.: Entschädigt die Opfer!
Wien, 05.09.2013: Am 11. und 12. September 2013 wird in Genf über die Entschädigungen der Opfer der letzten zwei Fabrikunfälle in Bangladesch verhandelt.

05.09.2013, Wien. Die Clean Clothes Kampagne (CCK) erhöht europaweit den Druck auf KiK, Benetton, Mango und andere Modemarken, damit sie faire Entschädigungszahlungen an die Opfer des Brandes bei Tazreen und des Gebäudeeinsturzes von Rana Plaza in Bangladesch leisten.

Die CCK erwartet von alle Marken, die in den Textilfabriken produzieren ließen an den Entschädigungsverhandlungen in Genf teilzunehmen. Die Treffen wurden von IndustriALL Global Union einberufen. Die  Internationale Arbeitsorganisation (ILO) wird moderieren. Eingeladen sind den sind VertreterInnen der Regierung von Bangladesch und des Verbands der Kleidungshersteller und -exporteure von Bangladesch (BGMEA), sowie u.a. die Firmen Mango, Benetton, KiK, NKD, Adler Modemärkte, Karl Rieker und C&A. Bisher hat die Firmen Karl Rieker ihre Teilnahme bestätigt.

Die CCK erwartet von den Unternehmen, dass sie Zusagen für Entschädigungszahlungen machen. Dann gilt es gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, das eine transparente Verteilung sicherstellt und so den betroffenen Menschen einen Neuanfang ermöglicht. Die Firmen sind aufgefordert, bis Freitag 6. September ihre Teilnahme zu bestätigen.

Eine Koordination der Entschädigungszahlungen ist in beiden Fällen dringend erforderlich. Beim Brand der Fabrik Tazreen wurden am 24. November 2012 mindestens 112 Menschen getötet und beim Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes am 24. April 2013 mindestens 1133 Menschen. Einige der Leichen müssen noch identifiziert werden. Viele ArbeiterInnen wurden verletzt, ohne dass ihr Zustand genau dokumentiert wurde. „Zwar wurden nach beiden Vorfällen kleinere Summen an die Opfer ausbezahlt – diese sind aber bei weitem nicht ausreichend!“, kritisiert Michaela Königshofer, Leiterin der Clean Clothes Kampagne. „Zudem seien die Informationen darüber, wer wie viel empfangen hat, unkoordiniert und intransparent.“, so Königshofer weiter.

„Die Opfer des Tazreen-Brandes warten seit über acht Monaten auf die volle Entschädigungszahlung. Die Opfer von Rana Plaza kämpfen seit dem Einsturz im April ums Überleben. Unternehmen wie KiK zögern noch immer, ob sie zu dem Treffen nach Genf kommen. Benetton weigert sich an den Verhandlungen teilzunehmen und Mango drückt sich vor der Verantwortung. Hunderte von Familien haben Angehörige verloren. Diejenigen, die überlebt haben, erlitten vielfach schwere Verletzungen und verloren ihre Arbeit; ganz zu schweigen von den psychologischen Folgen dieser Katastrophen. Den Opfern muss endlich Gerechtigkeit widerfahren!”, fordert Königshofer.

Die geschätzte Höhe der langfristigen Entschädigungen für Rana Plaza beträgt mehr als 54 Millionen Euro. Für Tazreen sind es mindestens 4,3 Millionen Euro. Diese Zahlen enthalten Schmerzensgeld sowie Entschädigungen für den langfristigen Einkommensverlust für Familien von verstorbenen ArbeiterInnen und diejenigen, die durch ihre Verletzungen arbeitsunfähig geworden sind. Die Summen könnten noch steigen, wenn die Arztkosten für die Verletzten, die Kosten für psychologische  Unterstützung für alle Beschäftigten und ihre Familien sowie Zahlungen für entgangenes Einkommen und Abfindungen berechnet werden.

Laufend neue Infos unter: www.facebook.com/pages/Clean-Clothes/19931139163 und www.cleanclothes.at

 

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel.: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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1. Europäischer Award für sozial faire Beschaffung von Baumwollprodukten
05.09.2013: Südwind vergibt erstmals Auszeichnung für sozial faire öffentliche Beschaffung von Baumwollprodukten.

05.09.2013. Bund, Länder und Gemeinden geben jährlich Steuergelder in Millionenhöhe für Textilien  wie Arbeitsbekleidung und Werbe-T-Shirts etc. aus. Eine sozial faire öffentliche Beschaffung von Fairtrade-Baumwollprodukten kann zu fairen Arbeitsbedingungen und zu einer Reduzierung von Kinderarbeit und Armut in Billiglohnländern weltweit beitragen und ein Vorbild für Unternehmen und KonsumentInnen sein.

In Zusammenarbeit mit dem Klimabündnis schreibt Südwind nun erstmals den „Fair Cotton Award“ in Österreich aus - die erste europäische Auszeichnung für eine sozial faire, nachhaltige Beschaffungspolitik.

Der europaweit ausgeschriebene Award ermöglicht es österreichischen Gemeinden, Städten, Ländern, Ministerien, öffentliche Institutionen sowie Bildungseinrichtungen ihr Engagement für faire Baumwollprodukte und die Umsetzung verantwortungsbewusster Beschaffung von Baumwoll-Produkten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Nominierungsformular sowie die Unterlagen zum Nachweis der Leistung können ab jetzt bis zum 31. Dezember 2013 vorgelegt werden. Die Bewerbungseingänge werden auf nationaler Ebene bewertet und die punktbesten Bewerber werden für den europäischen Award nominiert. Diese werden von einer unabhängigen Jury beurteilt.

Institutionen, die sich für die Bewerbung interessieren, bitten wir mit Mag.a Nora Niemetz (nora.niemetz@suedwind.at) Kontakt aufzunehmen.

In Österreich wird die Durchführung des Fair Cotton Awards im Rahmen des Projekts „Jede Gemeinde zählt: Sozial gerechter Einkauf - Jetzt!“ ermöglicht.


Mehr Infos zum Thema sozial faire Beschaffung finden Sie unter: www.fairebeschaffung.at
Fotos zum Thema finden Sie hier: www.fairebeschaffung.at/de/presse/1-europaischer-award-fur-sozial-faire-beschaffung-von-baumwollprodukten/

Internationale Website des Fair Cotton Procurement Awards: www.fairprocurement.info/fair-trade-cotton-procurement-en/fair-procurement-awards

 

Rückfragehinweis:
Mag.a Nora Niemetz, Südwind
Tel.: +43 (0) 732 / 795664
E-Mail: nora.niemetz@suedwind.at
 

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union finanziert. Die für die Preisvergabe gewählten Bewertungskriterien entsprechen den Zielen des Projekts und sind unter keinen Umständen als Auffassung der Europäischen Union anzusehen.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Aviso: WearFair & mehr 2013 – DIE Messe für Mode und Lifestyle - ökologisch, fair, nachhaltig
Die WearFair & mehr macht Linz von 27.-29.09.2013 zur europäischen Hauptstadt der Nachhaltigkeit. Das Angebot kann sich sehen, fahren, tragen und schmecken lassen.

„Bunt ist das Angebot – aber der rote Faden quer durch das Sortiment ist grün und fair. Über 130 Ausstellerinnen und Aussteller aus ganz Europa kommen heuer nach Linz und garantieren durch von uns anerkannte und auserwählte Gütesiegel die ökofaire Nachhaltigkeit ihrer Produkte“, erklärt Messeorganisatorin Uta Varty das Konzept der WearFair & mehr.

Diese geht heuer schon zum sechsten Mal über die Bühne. „Bis dato lag der Schwerpunkt auf Bekleidung – durch die jährlich wachsenden Besuchszahlen haben wir aber gesehen, dass wir über den Tellerrand hinausschauen und das Angebot ausweiten sollten. Heuer findet man hier so ziemlich alles, was das Herz für Nachhaltigkeit begehrt & mehr – von Bekleidung, über Ernährung bis zu nachhaltigen Geldanlagen!“, freut sich Varty.

Aber nicht nur zum unbeschwerten Kaufen soll die WearFair & mehr anregen. Parallel zur Messe wird in den denkmalgeschützten Räumen der Linzer Tabakfabrik auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten, das zum Diskutieren, Zuhören, Austauschen und Informieren einlädt. Bei Diskussionsveranstaltungen tauschen sich ExpertInnen, UnternehmerInnen und JournalistInnen über die Möglichkeiten alternativer Lebensstile aus, bei Filmvorführungen, Seminaren und Workshops können die BesucherInnen hautnah erfahren, welche Ansätze es zu nachhaltigen Lebensstilen gibt.

Das neue Team, bestehend aus MitarbeiterInnen von Südwind, GLOBAL 2000 und dem Klimabündnis Oberösterreich, hat sich für die WearFair & mehr 2013 ein klar definiertes Ziel gesetzt: „Mit der WearFair & mehr 2013 in Linz zeigen wir auf, was man alles tun kann, um mehr Nachhaltigkeit ins Leben zu bringen: vom bewussten Konsum bis zu den vielfältigsten Handlungsmöglichkeiten im Alltag, 356 Tage im Jahr!“

Weitere Informationen zur WearFair & mehr 2013 finden Sie unter www.wearfair.at/messe und auf Facebook unter https://www.facebook.com/WearFair

 

Fotomaterial zum Downloaden
Fotos 2013 in der Tabakfabrik
Impressionen der WearFair 2012

 

Tickets:
Vorverkaufstickets sind in allen Sparkassen und Erste Banken erhältlich.
Ermäßigte Eintrittskarten erhalten: BesitzerInnen der Familienkarte OÖ und der Linzcard, AK-Mitglieder mit der Leistungskarte, InhaberInnen des Aktivpasses, SchülerInnen, Studierende, Arbeitslose, Zivildiener, AsylwerberInnen, PensionistInnen
Kinder bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Die WearFair & mehr 2013 wird von Land Oberösterreich, Linz verändert, Sparkasse Oberösterreich, Grüne Wirtschaft, Tencel, LT1, OÖ Nachrichten, Life Radio, Schladminger, Wirtschaftskammer Österreich, promoteXx, AK Oberösterreich, Linz Tourismus und ÖBB unterstützt.


Rückfragehinweis:
Christina Schröder, Südwind Pressesprecherin
Laudongasse 40, 1080 Wien
Mobil: 0676 750 77 76
E-Mail: presse@wearfair.at

Nunu Kaller, GLOBAL 2000 Pressesprecherin
Neustiftgasse 36, 1070 Wien
Mobil: 0699 14 2000 20
E-Mail: presse@wearfair.at

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und deckt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. GLOBAL 2000 kämpft für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Mittels Lobbying, Aktionen und Informationsarbeit erzeugt GLOBAL 2000 öffentlichen Druck und vermittelt durch Projekte positive Beispiele, damit ökologische Lösungen möglich werden, und richtet sich dabei an Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.

Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

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Atemberaubende Jeans kosten noch immer Menschenleben
09.07.2013. Viele Unternehmen, darunter H&M, Levi´s, Vero Moda und Lee haben bereits vor drei Jahren, auf Grund der Aufdeckung von extremen Gesundheitsgefährdungen, das Sandstrahlen von Jeans verboten

Für den neuen Bericht „Atemberaubende Jeans“ von der Clean Clothes Kampagne und anderen NGOs wurden ArbeiterInnen von sechs Fabriken, darunter Zulieferbetriebe von H&M, Levi´s, Vero Moda und Lee in der südchinesischen Provinz Guangdong interviewt. Die „Bilanz war erschreckend! Nur ein Unternehmen hat das Sandstrahlen eingestellt, der Großteil hält an der gefährlichen Verarbeitungstechnik fest, um Jeans einen abgetragenen bzw. „used-look“ zu verleihen“, zeigt sich Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne Österreich, bestürzt.

Sandstrahlen ist ein Verfahren, das stark gesundheitsgefährdend für die ArbeiterInnen ist und mitunter zum Erstickungstod führt. Jeans werden dabei mit Sand bearbeitet, vergleichbar mit einem Gartenschlauch, aus dem mit hohem Druck Quarzsand strömt. Der Staub, den die ArbeiterInnen bei dem Verfahren einatmen, setzt sich in ihren Lungen fest, was meist zur unheilbaren und in vielen Fällen tödlichen Lungenkrankheit Silikose führt – eine Krankheit, an der auch Bergwerkarbeiter leiden. Ein für den Bericht befragter Arbeiter beschreibt seine Arbeit so: „Unsere Abteilung ist voller Jeans und schwarzem Staub. Die Temperatur in der Fabrikshalle ist hoch. Es ist schwer zu atmen. Ich habe das Gefühl, als würde ich in einem Kohlenbergwerk arbeiten.“

Obwohl die meisten westlichen Marken diese Methode bereits vor drei Jahren verboten haben, zeigt der Bericht deutlich, dass die Sandstrahltechnik weiter eingesetzt wird, entweder hinter verschlossenen Türen oder ausgelagert bei Subunternehmen.
„Der Firmenchef von H&M hat kürzlich verkündet, dass er faire Mode anbieten möchte. Ein erster Schritt dazu könnte sein, endlich das Sandstrahlen aus den Fabrikshallen zu verbannen, denn wie kann Bekleidung fair sein, wenn dafür Menschen sterben müssen?“ so Königshofer.

„Menschen gefährden ihre Gesundheit Tag für Tag aufs Neue, damit wir gebraucht aussehende Jeans kaufen können. Das ist absurd - der Stoff wird durch diese Technik beschädigt und sollte eigentlich weniger wert werden“, zeigt sich Königshofer empört über diesen tödlichen Modetrend. Belegt wurde auch, dass der Schritt weg von der Sandstrahltechnik nicht unbedingt bessere Arbeitsbedingungen bedeutet. Alternativtechniken, z.B. die Verwendung von chemischen Sprays um den „used-look“ zu erreichen, sind eine massive Gesundheitsgefährdung für die ArbeiterInnen, insbesondere, weil sie dabei kaum Schutzkleidung tragen.
Königshofers Rat an JeansliebhaberInnen: „Ich empfehle einfärbige Jeans ohne aufgehellte Stellen zu kaufen. Nur so kann man sichergehen, dass niemand dafür seine Gesundheit ruinieren muss.“

Die Clean Clothes Kampagne fordert weiterhin ein verbindliches, weltweites Verbot von Sandstrahlen in der Bekleidungsindustrie sowie eine Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen für die ArbeiterInnen, die an allen anderen Verarbeitungstechniken für Jeans beteiligt sind.

Hintergrundinformationen und Fotos unter: www.cleanclothes.at/presse

 

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Apple & Foxconn: Nichts als leere Versprechungen
3.7.2013. Apple und Foxconn haben verkündet bis 1. Juli die Arbeitsstunden in Foxconns chinesischen Werken auf das rechtliche Maximum zu beschränken ohne, dass es zu Einkommensverlusten für die ArbeiterInnen kommen würde. Geändert hat sich nicht viel!

Nach einer Selbstmordwelle unter ArbeiterInnen und harscher Kritik an den Arbeitsbedingungen in den chinesischen Foxconn-Werken, in denen überwiegend Apple-Produkte gefertigt werden, war Apple 2012  der Fair Labor Association (FLA) beigetreten und beauftragte diese die Arbeitsbedingungen in seinen Werken in China zu untersuchen.
Apple und Foxconn versprachen in einer Veröffentlichung der FLA Ende März 2012 wesentliche Neuerungen bis zum 1. Juli 2013 einzuführen. So sollten, zum Beispiel, die Arbeitsstunden auf den rechtlichen Standard in China, nämlich 40 Stunden Normalarbeitszeit plus höchstens neun Überstunden pro Woche, angeglichen werden. Gleichzeitig sollte es zu Lohnerhöhungen kommen, um die negativen Auswirkungen der Reduktion der Arbeitsstunden wettzumachen und Lohnnachzahlungen für unbezahlte Arbeitszeit sollten geleistet werden. Außerdem wurde vereinbart eine Studie durchzuführen, die die Höhe eines existenzsichernden Mindestlohnes bestimmen würde. „Bedauerlicherweise wurde nun klar, dass Apple und Foxconn ihre Versprechungen nicht eingehalten haben. Für die Arbeiterinnen und Arbeiter heißt das weiterschuften zu Hungerlöhnen“, kritisiert Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind-Kampagne Clean-IT, die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie einsetzt.

Schon im Frühling 2013 wurde offensichtlich, dass es bei Foxconn und Apple zu erheblichen Verzögerungen in der Umsetzung der angekündigten Reformen kam. Am 17. Mai 2013 gab Foxconn bekannt, dass mehr Zeit notwendig wäre, um die Überstunden in den chinesischen Fabriken zu reduzieren. Auch der ebenfalls im Mai publizierte zweite Foxconn-Prüfbericht der FLA führt keine Fortschritte bezüglich Lohnerhöhungen an.
Weiters wurde festgestellt, dass Foxconn die Wochen-Arbeitsstunden bis dato auf 60 reduziert hätte. Dies verstößt aber immer noch gegen den eigenen Verhaltenskodex der FLA, der vorsieht, dass die Standards des Landes eingehalten werden, in dem sich die Produktionsstätte befindet. Das chinesische Arbeitsrecht sieht aber nur eine 40-Stunden-Woche und insgesamt 36 Überstunden pro Monat vor.
Dieses Problem besteht nicht nur in den drei Firmen, die von der FLA untersucht wurden. Kürzlich durchgeführte Forschungen in anderen Fabriken Foxconns berichten von 80-100 Wochenstunden. 60 ArbeiterInnen des Foxconn Werks  in Zhengzhou wurden von ForscherInnen der Hongkonger Organisation SACOM (Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour) im Herbst 2012 interviewt. Sie berichten von unzähligen unbezahlten Überstunden und von angeordnetem Zeitausgleich statt der rechtlich vorgesehenen Vergütung von Überstunden.

Am 1. Mai 2013 beschuldigte eine Gruppe von WissenschafterInnen und StudentInnen aus China und Hongkong Foxconn Überstunden zu verstecken, indem die Überstundenzuschläge als „Bonuszahlungen“ auf den Lohnabrechnungen der ArbeiterInnen verzeichnet werden.
„Gemeinsam mit SACOM fordern wir Foxconn auf,  die Überstunden auf das rechtliche Maximum zu reduzieren und den Arbeiterinnen und Arbeitern existenzsichernde Mindestlöhne zu zahlen – Löhne, die ihnen und ihren Familien ein menschenwürdiges Auskommen gewährleisten“, so Ben Lassoued.

Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie: www.clean-it.at


Für Rückfragen und Interviewvereinbarung:
Andrea Ben Lassoued
Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind
Tel.: 01 405 55 15 320
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at
 

Die Südwind-Kampagne Clean-IT ist Teil des internationalen GoodElectronics Netzwerkes. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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Immer noch Kinderarbeit in der Schokoladeproduktion
Wien, 11.06.2013: NGOs und Gewerkschaften fordern effiziente Maßnahmen gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen.

Wien, 11.06.2013 – Anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni rufen die entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation Südwind und die Produktionsgewerkschaft PRO-GE mit Aktionen in Wien, Linz, Graz sowie Innsbruck und einer europaweiten Petition dazu auf, aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorzugehen. Laut UNICEF sind immer noch weltweit 158 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren gezwungen zu arbeiten. Viele von ihnen sind dabei gesundheitsschädlichen Bedingungen – in Textilfabriken, in Steinbrüchen oder auf Plantagen – ausgesetzt.

In diesem Jahr stellen Südwind und PRO-GE den Welttag gegen Kinderarbeit in Österreich unter das Motto „Kein bitterer Nachgeschmack von Kinderarbeit in unserer Schokolade!“ Immer noch gehen Kinder auf Kakao-Plantagen Erwachsenen-Arbeit nach. Dabei sind sie erheblichen Gesundheitsrisiken durch unsachgemäße Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln und gefährlichen Erntewerkzeugen ausgesetzt. Wie eine Erhebung durch die US-amerikanische Tulane Universität ergab, arbeiten 820.000 Kinder in der Elfenbeinküste und ca. 1 Million Kinder in Ghana auf Kakaoplantagen - jeweils 260.000 in der Elfenbeinküste und 270.000 in Ghana unter Bedingungen, die laut internationalen Bestimmungen von ILO und UN (ILO Richtlinien 182 und 138, UN Kinderrechtskonvention Artikel 32/1) strengstens verboten sind.

Die Frage vieler KonsumentInnen, ob in ihrer Lieblingsschokolade Kinderarbeit steckt, kann nicht eindeutig verneint werden. Auf den wenigsten Schokoladeprodukten finden sich Angaben über die Produktionsbedingungen. „Aufgrund der Intransparenz entlang der Wertschöpfungskette können wir nicht ausschließen, dass Schokolade-produzierende Unternehmen die Ausbeutung von Kindern bewusst in Kauf nehmen, um zu preisgünstigen Bedingungen Kakao für die Weiterverarbeitung zuzukaufen“ kritisiert Bernhard Zeilinger, Leiter der neuen Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“ heute bei einem Pressegespräch in Wien.

Dabei haben die weltgrößten Schokoladeproduzenten bereits 2001 auf massiven Druck der Zivilgesellschaft das Harkin Engel Protokoll unterzeichnet und sich damit verpflichtet, Maßnahmen gegen Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen zu setzen. Hintergrund war die Veröffentlichung einer Studie der UNICEF und des U.S. State Departments, welche unzählige Fälle von versklavten Kindern aus Mali, Burkina Faso und Togo auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste und Ghana öffentlich machte. „Trotz der Unterzeichnung des Abkommens, wurden seitdem kaum Anstrengungen unternommen der Kinderarbeit vorzubeugen“ berichtet Zeilinger. Die erste Frist im Jahre 2005 wurde nicht eingehalten und auf 2008 verschoben, um dann erneut um drei weitere Jahre verlängert zu werden. „Es ist bitter, dass die Fristen zur Erfüllung der Forderungen bis dato schlichtweg ignoriert werden und eine konkrete Umsetzung immer noch nicht in Sicht ist“, stellt Zeilinger klar.

„Viele Jahrzehnte war es für Industriestaaten und multinationale Konzerne ganz einfach, Menschen aus dem Süden auszubeuten. Die Strukturen in den Erzeugerländern haben auch dazu beigetragen, dass sich wenig politisch verändert. „Wir stehen nun vor einer völlig neuen Situation – die Perspektivlosigkeit bei den Kakaobauern und deren Kindern hat dazu geführt, dass diese keine Zukunft mehr im Kakaoanbau sehen“, erklärt Gerhard Riess von der Gewerkschaft PRO-GE. Sinkende Erträge, Perspektivlosigkeit und Abwanderung in die Städte führen dazu, dass immer weniger Kakao angebaut wird und der steigende Bedarf an Kakaobohnen kaum noch gedeckt werden kann. „Erst jetzt reagieren die Konzerne! Zur Sicherung des Rohstoffes müssen sie rasch handeln und neben einer fairen Bezahlung, die Kakaobauern und Kakaobäuerinnen aktiv unterstützen nachhaltigen Anbau zu betreiben, soziale Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und ausbeuterische Kinderarbeit ein für alle Mal zu beenden.“

Nichtregierungsorganisationen aus 16 EU-Ländern, in Österreich Südwind, PRO-GE, Weltumspannend Arbeiten, Dreikönigsaktion, Fairtrade und Greenpeace fordern jetzt in einer Petition von den Schokoladeunternehmen faire Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Kakaoanbau umzusetzen. Dazu gehören: faire Preise für Kakaobauern und Kakaobäuerinnen, damit deren Kinder nicht mitarbeiten müssen; die Zahlung existenzsichernder Löhne für PlantagenarbeiterInnen; die bedingungslose Einhaltung des Verbots von ausbeuterischer Kinderarbeit; die Unterstützung für eine ökologisch-nachhaltige und diversifizierte Landwirtschaft und eine unabhängige Kontrolle der Zulieferkette.

„Es ist höchste Zeit der Ausbeutung von Kindern ein Ende zu setzen. Es gilt die Verantwortung bei den Unternehmen einzufordern, beim Zukauf ihres Kakao nachweislich sicherzustellen, dass beim Anbau des Kakaos die Erwachsenen genug verdienen und keine Kinder ausgebeutet werden“ schließt Zeilinger.


Zum Downloaden und Weiterlesen:
Elektronische Pressemappe
Druckfähiges Fotomaterial
Kampagnen-Website: www.makechocolatefair.org


Rückfragehinweis:
Bernhard Zeilinger
Südwind - Kampagnenleiter "Make Chocolate Fair!"
Mobil: 0650 8947 777
Tel: 01 405 55 15 328
E-Mail: bernhard.zeilinger@suedwind.at

Gerhard Riess
Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE
Mobil: 0664 16 10 114
Tel.: 01 53444 69 590
E-Mail: gerhard.riess@proge.at
www.proge.at

Die Kampagne "Make Chocolate Fair!" setzt sich für fairen Handel in der Schokoladeproduktion ein. Gemeinsam mit drei Organisationen in Deutschland, Tschechien und Estland koordiniert Südwind die europaweite Kampagne in 16 EU-Ländern und wird dabei von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen unterstützt.
"Make Chocolate Fair!" wird  von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, sowie der Dreikönigsaktion gefördert. Die darin vertretenen Standpunkte stellen in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Soziale Verantwortung statt Cut & Run-Strategie bei Apple!
Wien, 04.06.2013: Österreichische Kampagne Clean-IT kritisiert verantwortungslose Unternehmensstrategie bei Apple

Wien, 04.06.2013 – Apple distanziert sich von seinem langjährigen Zulieferer Foxconn. Sein günstiges iPhone wird das Unternehmen beim Foxconn-Konkurrenten Pegatron anfertigen lassen. Doch nicht die Medienaufmerksamkeit nach drei weiteren Selbstmorden bei Foxconn hat den IT-Giganten zum Umdenken bewegt, sondern Medienberichten zufolge „strategische Gründe“ und günstigere Preise. „Anstatt sich bei Bekanntwerden der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen aus der Affäre zu ziehen, sollte Apple Verbesserungen der Arbeitsbedingungen gemeinsam mit seinen Zulieferern umsetzen“, kritisiert Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind-Kampagne Clean-IT.

Pegatron ist für Apple kein neuer Geschäftspartner. Ein kleiner Teil des Apple-Smartphones sowie das iPad Mini werden bereits in dem 2008 gegründeten Unternehmen produziert. Dennoch ist dem Unternehmen mit dem neuen Auftrag ein großer Fang gelungen, denn es plant die Zahl seiner Mitarbeiter um 40 % auf 140.000 ArbeiterInnen zu erhöhen.

„Bis zu 200 – teilweise unbezahlte – Überstunden im Monat, Schülerinnen und Schüler die vom Lehrpersonal zur Arbeit im Unternehmen gezwungen werden und andernfalls keinen Abschluss bekommen sowie Pausen, die nicht eingehalten werden: Die Liste der Arbeitsrechtsverletzungen bei Pegatron ist lang und Verbesserungen sind keine in Sicht“, berichtet Ben Lassoued. Laut der Südwind-Partnerorganisation SACOM sei ein Jahr nachdem es zu einer Explosion bei Pegatron kam, bei der 61ArbeiterInnen verletzt wurden, die Belüftung noch nicht verbessert worden. „Apple kann kaum behaupten, dass diese Erkenntnisse neu wären, denn die Explosion bei Pegatron ging 2011 durch alle Medien“, so Ben Lassoued.

Die Kampagne Clean-IT und ihre Partnerorganisationen in Hong Kong und China kritisieren Apple und seine Zulieferbetriebe wie Foxconn oder Pegatron schon seit langem wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen: Zu geringe Löhne, lange Überstunden, Ausbeutung von StudentInnen und psychische Misshandlungen stehen dabei im Mittelpunkt. Die NGOs fordern von Pegatron, Foxconn und ihren Auftraggebern, Verantwortung für die Arbeitsbedingungen zu übernehmen und sich für die Rechte der ArbeiterInnen einzusetzen.

Clean-IT hat sich zum Ziel gesetzt gemeinsam mit internationalen Partnern bis 2015 eine Monitoringorganisation für die globale Elektronikindustrie zu initiieren.

Hintergrundinfo:
SACOM-Report: "Apple fails in its responsibility to monitor suppliers


Für Rückfragen und Interviewvereinbarung:
Andrea Ben Lassoued
Leiterin Clean-IT-Kampagne, Südwind
Tel.: 01 405 55 15 320
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at
www.clean-it.at


Die Südwind-Kampagne Clean-IT wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

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H&M, Zara und C&A unterzeichnen Sicherheitsabkommen für Bangladesch
Wien, 14.05.2013 – Die Clean Clothes Kampagne begrüßt die Entscheidung von H&M, Zara (Inditex) und C&A das rechtlich verbindliche Abkommen über Sicherheitsmaßnahmen in Bangladeschs Textilindustrie zu unterzeichnen.

Neben diesen Unternehmen sind die internationalen Branchengewerkschaften IndustriALL und UNI sowie Gewerkschaften aus Bangladesch Unterzeichner des einklagbaren Vertrages über Brandschutz- und Gebäudesicherheitsmaßnahmen. Die Clean Clothes Kampagne übernimmt eine Beobachterrolle.

Das Abkommen umfasst unabhängige Sicherheitsinspektionen, verpflichtende Reparaturen und Renovierungen, Möglichkeiten Geschäftsbeziehungen mit den Fabriken zu beenden, wenn diese notwendige Sicherheitsmaßnahmen ablehnen, sowie die Involvierung der betroffenen ArbeiterInnen und ihrer Vertretungen, der Gewerkschaften. Ein Kernstück des Abkommen ist die Kostenbeteiligung. Die unterzeichnenden Markenunternehmen verpflichten sich dazu für Instandhaltungskosten in ihren Zulieferbetrieben aufzukommen und damit die Arbeitsplätze sicherer zu machen.

“Wir rufen alle in Bangladesch produzierende Markenunternehmen auf das Abkommen unverzüglich zu unterzeichnen, um weitere Katastrophen zu verhindern“, so Michaela Königshofer, Leiterin der Clean Clothes Kampagne und klagt an: „Es ist genug. 1.250 Arbeiterinnen und Arbeiter sind in den letzten sechs Monaten in Bangladesch ums Leben gekommen, weil europäische und US-amerikanische Firmen untätig waren. Der Horror in Bangladesch muss ein Ende haben. Mehr als eine Million Konsumentinnen und Konsumenten weltweit haben die Petition für mehr Sicherheit in Bangladesch unterstützt. Es ist höchste Zeit zu Handeln und das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen zu unterzeichnen.“


Hintergrundinformationen
Bericht über die Sicherheitsmängel in Bangladeschs Bekleidungsindustrie (Englisch)
Bericht „Deadly Secrets“ über die Unglücksserie in Bangladesch (Englisch)

 

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at


Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Über eine Million UnterstützerInnen für mehr Sicherheit in Bangladeschs Textilfabriken
Wien, 10.05.2013: Arbeitsrechtsgruppen fordern von Markenunternehmen das Sicherheitsabkommen vor dem 15. Mai zu unterzeichnen

Wien, 10.05.2013 – Bereits mehr als eine Million Menschen haben die Petition unterzeichnet, die Markenunternehmen auffordert das verbindliche bangladeschische Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen zu unterzeichnen.

„Konsumentinnen und Konsumenten weltweit haben eine klare Nachricht an Markenfirmen wie KiK Mango, Primark, GAP, C&A und Benetton, die ihre Kleidung in Bangladesch fertigen lassen, geschickt“, so Michaela Königshofer Leiterin der Clean Clothes Kampagne in Österreich. „Wir fordern unverzügliche und konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheitsstandards, um eine weitere Tragödie wie die von Rana Plaza zu verhindern.“Die Unterschriften wurden von einer weltweiten Allianz von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen gesammelt. Sie alle fordern transnationale Marken- und Handelsfirmen auf, das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen bis zum 15. Mai 2013 zu unterzeichnen.

Das Abkommen sieht unabhängige Gebäudeinspektionen, Trainings für die ArbeiterInnen, Offenlegung von Überprüfungsergebnissen und Renovierungsmaßnahmen bei Baumängel vor. Gewerkschaften sollen das Recht erhalten die ArbeiterInnen der Fabriken über ihre Rechte zu informieren, auch über das Recht bei unsicheren Bedingungen die Arbeit zu verweigern. Das Abkommen ist transparent und praxisorientiert und wird von den entscheidenden Interessengruppen in Bangladesch unterstützt.

Über 1.000 Menschen sind nach heutigen Angaben bei der Katastrophe von Rana Plaza ums Leben gekommen. Das jüngste Feuer einer Textilfabrik in Bangladesch am vergangenen Mittwoch, 8. Mai, zeigt erneut die Dringlichkeit des Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommens.

Seit 2005 starben mehr als 1.700 ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie Bangladeschs infolge unsicherer Gebäude. Die jüngste Tragödie zeigt erneut, dass die Kontrollen der Zulieferbetriebe durch die Markenunternehmen nicht ausreichen. Zwei der Fabriken im Rana Plaza-Gebäude wurden beispielsweise von der Business Social Compliance Initiative (BSCI) überprüft. Keine dieser Überprüfungen hat jedoch die gefährliche und illegale Gebäudekonstruktion festgestellt.

Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne: “Markenfirmen können diesen massive öffentlichen Druck nicht ignorieren. Sie müssen das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen vor dem 15. Mai unterschreiben. Seit zu vielen Jahren drängen wir sie nun schon, verbindliche und unabhängige Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Es ist höchste Zeit, das Töten zu beenden. Dieses Abkommen kann das Leben von tausenden Arbeiterinnen und Arbeitern retten.”

Jyrki Raina, Generalsekretär von IndustriALL Global Union betont: “Das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen ist das einzig glaubwürdige Programm, das Markenfirmen unterzeichnen können. Durch die im Abkommen vorgesehenen Maßnahmen kann die Sicherheit in Bangladeschs Textilfabriken erhöht werden.”

Philip Jennings, Generalsekretär von UNI Global Union: „Das Abkommen ist auch ein Ruf nach Gerechtigkeit, der nicht ignoriert werden kann. Die internationalen Unternehmen müssen ihr Verhalten ändern.“

Die globale Kampagne für mehr Sicherheit in bangladeschischen Textilfabriken wird unterstützt von der Clean Clothes Kampagne (CCK), IndustriALL Global Union, UNI Global Union, International Labor Rights Forum (ILRF), United Students Against Sweatshops (USAS), Maquila Solidarity Network (MSN), War on Want, People and Planet, SumOfUs.org, Change.org, Credo Action, Avaaz und Causes.


Hintergrundinformationen:
Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen
Petition für mehr Sicherheit in Bangladesch "Stoppt das Töten"


Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at


Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Diese Presseaussendung wurde von der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung des Fördergebers dar.

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Schweigepflicht zu neuerlichen Selbstmorden bei Apple-Zulieferer Foxconn in China
Wien, 03.05.2013. Südwind-Kampagne Clean-IT berichtet von menschenverachtenden Missständen bei Foxconn

Wie jetzt bekannt wurde, haben sich letzte Woche, am 24. und 27. April, zwei junge ArbeiterInnen am Foxconn-Standort in Zhenzhou, in dem auch derzeit Apples iPhone 5 gefertigt wird, vom Dach gestürzt und starben.
„Angeblich mussten die Arbeiterinnen und Arbeiter daraufhin Verträge unterschreiben, in denen sie sich dazu verpflichten nicht mit Medien über die Selbstmorde zu reden“, meint sich Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind Kampagne Clean-IT.

Laut Informationen lokaler Medien hat Foxconn in dieser Fabrik schon Anfang April den so genannten „Silent Mode“ auf dem Fabriksgelände verhängt. Demzufolge dürfen dort nur mehr Zwiegespräche mit arbeitsrelevanten Inhalten geführt werden. Dritte dürfen nicht mithören, um Gruppenbildung zu verhindern. Gespräche unter mehr als zwei Personen, dürfen nur in speziell gekennzeichneten Bereichen stattfinden. Wer diese strengen Regeln übertritt, müsse mit Lohnabzügen oder Kündigung rechnen.
„Die Firma behandelt uns unmenschlich. Nur Maschinen können auf Lautlos-Modus umgestellt werden“, beschreibt ein Arbeiter vor Ort die beklemmende Situation gegenüber einem lokalen Journalisten.
“Gerüchten zufolge soll diese Disziplinierungsmaßnahme mit der Rückgabe von 5 Millionen iPhones 5 durch Apple an Foxconn wegen angeblicher Qualitätsmängel zusammenhängen“, so Ben Lassoued. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die neuerlichen Selbstmorde eine Folge dieser menschenverachtenden Firmenpolitik waren.“


Drei Jahre ist es her, dass eine Selbstmordserie beim Apple-Zulieferer Foxconn, der allein in China eine Million ArbeiterInnen beschäftigt, Empörung über die vorherrschenden Arbeitsbedingungen hervorrief und Apple letztendlich dazu bewog sich für Verbesserungen in den Foxconn-Fabriken auszusprechen.
„Die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen beweisen leider, dass die versprochenen Verbesserungen nicht umgesetzt wurden. Viel eher scheint das neue Motto „Verschweigen, verschleiern, vertuschen“ zu sein. Das ist ein Skandal!“ zeigt sich Ben Lassoued empört.


Die Kampagne Clean-IT und ihre Partnerorganisationen in Hong Kong und China kritisieren Apple und Foxconn seit langem wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen: zu geringe Löhne, lange Überstunden, Ausbeutung von StudentInnen und psychische Misshandlungen stehen dabei im Mittelpunkt. Die NGOs fordern von Foxconn und seinen Auftraggebern, Verantwortung für die Arbeitsbedingungen zu übernehmen und sich für die Rechte der ArbeiterInnen einzusetzen. Clean-IT hat sich zum Ziel gesetzt gemeinsam mit internationalen Partnern bis 2015 eine Monitoringorganisation für die globale Elektronikindustrie zu initiieren.


Hintergrundinfo zum Downloaden:
China Labour Watch-Report 2012 "Beyond Foxconn : Deplorable Working Conditions Characterize Apple’s Entire Supply Chain"

 

Für Rückfragen und Interviewvereinbarung:
Andrea Ben Lassoued
Leiterin Clean-IT-Kampagne, Südwind
Tel.: 01 405 55 15 320
E-Mail: andrea.benlassoued@suedwind.at
www.clean-it.at


Die Südwind-Kampagne Clean-IT wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die von Clean-IT vertretenen Standpunkte geben die Ansicht von Clean-IT wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

 

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Bangladesch: KiK-Textilien in eingestürzter Fabrik gefunden
Wien, 03.05.2013. NKD bestätigt Lieferbeziehungen bis Herbst 2012. Die Clean Clothes Kampagne fordert Entschädigungen und verbindlichen Brand- und Gebäudeschutz.

Im vergangenen Mittwoch in Bangladesch eingestürzten Rana Plaza-Gebäude wurden zahlreiche KiK-Textilien in den Trümmern gefunden. „Wir sind schockiert – es zeichnet sich ab, dass KiK innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist – das ist untragbar!“ so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne.

Der Textildiscounter NKD gibt an, bis zum Herbst letzten Jahres von der Fabrik Phantom Apparels, einer der Fabriken, die in dem eingestürzten Gebäude angesiedelt waren, Kleidung bezogen zu haben. Auch für den österreichischen Markt wichtige Firmen wie Benetton, Mango und Primark ließen in den Fabriken produzieren. Auf die Unternehmen kommen Forderungen von geschätzten 30 Millionen US-Dollar an Entschädigungszahlungen plus Nothilfebehandlungen zu. Die Clean Clothes Kampagne ruft sie zudem auf, umgehend mit den Gewerkschaften in Bangladesch in Kontakt zu treten, um nächste Schritte zu besprechen sowie die Nothilfeversorgung zu unterstützen. Alle betroffenen Unternehmen müssen Kompensationen für die Opfer bereitstellen. Diese gilt es entlang bereits entwickelter Standards mit den bangladeschischen Gewerkschaften und der internationalen Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL schnellstmöglich auszuhandeln, damit die Opfer so schnell wie möglich unterstützt werden können.

Einseitige Kontrollen ohne Wirkung
Die Katastrophe von Rana Plaza zeigt erneut, wie unzureichend gängige Überprüfungen sind. Zwei der Fabriken im Gebäude  wurden im Auftrag der Business Social Complience Initiative (BSCI) überprüft, Diese zählt über 1000 große Unternehmen u.a. Otto, Aldi und Lidl zu ihren Mitgliedern. Auch der TÜV Rheinland prüfte eine der Fabriken vier Mal in den Jahren 2011 und 2012 und stellte keine Baumängel fest. „Die Katastrophe beweist wie oberflächlich viele Kontrollen durchgeführt werden, und gibt Anlass zum Verdacht, dass Kontrolleure auch für das Wegschauen bezahlt werden“, kritisiert Königshofer.

Forderung nach verbindlichen Brand- und Gebäudeschutz
Die Clean Clothes Kampagne fordert deshalb gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften eine nachhaltige und effiziente Umsetzung von Schutzmassnahmen. Ein wichtiger Schritt: Die Unterzeichnung des von nationalen und internationalen Gewerkschaften initiierten Brandschutzabkommens. Dieses verpflichtet Regierung und Unternehmen, Fabrikgebäude sicherheitstechnisch zu verbessern. Es beinhaltet Gebäudesicherheitskontrollen durch unabhängige Fachleute, die Bildung von betrieblichen Arbeitsschutzkomitees sowie eine öffentliche Berichterstattung über alle Kontrollen. Das Abkommen wurde bisher auf europäischer Seite erst von Tchibo unterzeichnet. „Viele weitere Unternehmen wurden aufgefordert, das Abkommen zu unterstützen – bisher vergeblich. Die meisten verweisen auf eigene  Sicherheitsmaßnahmen. Dass diese aber nicht greifen, zeigt sich angesichts der erneuten Katastrophe“, so Königshofer.

Petition für mehr Sicherheit
Die internationale Clean Clothes Kampagne hat eine Petition mit dem Titel „Stoppt das Töten (Stopped the Killing)“ gestartet mit der Forderung an Unternehmen Verantwortung zu übernehmen und das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen zu unterzeichnen: www.cleanclothes.org/action/current-actions/rana-plaza


Hintergrunddokumente
Kurzdarstellung des Gebäude- und Brandschutzabkommens
Konzept für mehr Sicherheit in der Industrie in Bangladesch (Englisch)


Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Tel.: 0664 23 09 883
www.cleanclothes.at


Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Sie wird von der Europäischen Union gefördert.

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Textilfabrik in Bangladesch eingestürzt: Erste Schätzung: 30 Tote und 200 Verletzte
24.04.2013. In den frühen Morgenstunden stürzte der achtstöckige Rana Plaza in sich zusammen. In dem Gebäude in Savar nahe der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka waren neben Geschäften vier Textilfabriken untergebracht.

Die ArbeiterInnen hatten vor dem Einsturz schon Risse in den Mauern beim Management gemeldet, wurden aber angewiesen weiter in dem Gebäude zu arbeiten. „Es ist zutiefst schockierend, wie menschenverachtend mit dem Leben der Näherinnen und Näher umgegangen wird“ so Michaela Königshofer von der österreichischen Clean Clothes Kampagne. Sie war schon mehrmals in Bangladesch, wo ihr von ArbeiterInnen immer wieder von fehlenden Sicherheitsvorkehrungen, unter anderen dem Nichtbeachten von Rissen in Gebäuden, erzählt wurde.

„Welche Marken zum Zeitpunkt des Einsturzes in den Fabriken ihre Kleidung fertigen ließen, ist noch unklar, aber in den nächsten Tagen wird in den Trümmern nach Markenlabels gesucht“, erwartet Königshofer. Heute geht es aber in erster Linie um die Rettung von Menschenleben. Hunderte Angehörige haben sich heute vor dem Gebäude versammelt, um Gewissheit zu erlangen.

Diese neuerliche Katastrophe zeigt, dass ArbeiterInnen tagtäglich ihr Leben riskieren, wenn sie in die Arbeit gehen. Die Clean Clothes Kampagne fordert deswegen gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften die nachhaltige und effiziente Umsetzung von Schutzmaßnahmen. „Ein wichtiger Schritt wäre die Unterzeichnung des „Bangladesh Fire and Building Safety Agreement“, das die Unternehmen verpflichtet Fabrikgebäude sicherheitstechnisch zu verbessern“ so Michaela Königshofer. Dieses Abbkommen wurde bisher auf europäischer Seite nur von Tchibo unterzeichnet.

You-Tube Video: Rana Plaza in Savar

 

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer (bis 11.45 Uhr)
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Tel.: 0664 23 09 883
 

Christine Esterbauer (ab 11.45 Uhr)
Clean Clothes Kampagne Österreich, Urgent Actions
Tel.: 0650 52 33 52 8
E-Mail: christine.esterbauer@cleanclothes.at
 

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Sie wird von der Europäischen Union gefördert.

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Elektroschrott in Afrika - das zerstörerische Ende unserer Computer, Fernseher und Kühlschränke
Südwind-Mitarbeiterinnen decken auf: europäischer Elektroschrott gelangt immer noch nach Afrika und bringt afrikanische Kinder und Jugendliche in Lebensgefahr.

Wien, 25.04.2013. Laut einer aktuellen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO besteht der weltweit am schnellsten wachsende „Müllberg“ aus Elektroartikeln, er vergrößere sich jährlich um 4 %. Schätzungen zufolge sind es über 41 Mio. Tonnen, die pro Jahr anfallen. MitarbeiterInnen der entwicklungspolitischen Organisation Südwind waren bereits zum dritten Mal in den letzten drei Jahren auf einer der größten afrikanischen Elektromüllhalden in Ghanas Hauptstadt Accra. Sie bestätigen den Verdacht der ILO, dass ein Großteil der in Industrieländern zum Recycling anfallenden Elektroaltgeräte, als funktionierende „Second-Hand-Ware deklariert, in Entwicklungsländer verschifft wird und dort großen Schaden anrichtet.

Mittlerweile sind es schon an die 7000 Kinder und Jugendliche, die tagtäglich auf die Elektromüllhalde kommen und Altgeräte verbrennen, um an die Kupferkabel zu kommen. Für eine Tagesausbeute von ½ Kilo Kabel bekommen sie 1 Euro. „Die Luft ist verpestet und macht das Atmen schwer, der Boden voller scharfer Splitter und Gift – es ist nach wie vor apokalyptisch.“ zeigt sich Christina Schröder nach ihrem letzten Lokalaugenschein schockiert: „Jeden Tag kommen mehr Kühlschränke, Fernseher und Computer, zum Teil sogar mit Inventarschildern versehen, die ihre Herkunft aus Europa bestätigen. Hier bringen sie ghanaische Kinder und Jugendliche um ihre Gesundheit“. Haut- oder Lungenkrankheiten, an denen die meisten früher oder später erkranken, bleiben unbehandelt, da die Kinder und Jugendlichen nicht versichert sind und oft auch ohne ihre Eltern leben - zumeist gleich neben der Müllhalde in einem Slum namens „Sodom and Gomorrah“. Einer von ihnen ist der 12-jährige Faruk: „Ich habe ständig Kopfweh, brennende Augen, Husten und Brennen in den Atemwegen. Wenn ich es nicht mehr aushalte, kaufe ich mir von meiner Ausbeute Schmerztabletten. Die werden hier auf der Deponie gehandelt“, erzählte er den Südwind-MitarbeiterInnen.

„Es ist skandalös, was unser Wohlstandsmüll in Afrika anrichtet und nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch kriminell.“ empört sich auch Ines Zanella von Südwind. Auf internationaler Ebene kontrolliert das so genannte Basler Übereinkommen grenzüberschreitende Transporte von Elektromüll. In Europa ist zudem 2006 die WEEE-Richtlinie in Kraft getreten, die den Export von Elektromüll in Länder außerhalb der OECD verbietet und die Sammel- und Verwertungssysteme für Recycling vorsieht. Finanziert werden sollen diese dabei laut Richtlinie von den Herstellern der Geräte. Nur funktionierende Altgeräte dürfen als Second-Hand-Ware weitergegeben und aus Europa ausgeführt werden. Tatsächlich wird aber auch immer wieder Müll als funktionierende Gebrauchtware deklariert und so illegal ausgeführt.

Das Secretariat of the Basel Convention identifiziert in einer Studie als einen signifikanten Weg für die informelle Entsorgung von Elektromüll die Elektrohändler, die Geräte zurücknehmen. Diese geben, sofern sie nicht gebührenfreie öffentliche Sammelsysteme benützen können, ihre gebrauchten und kaputten Geräte an Zwischenhändler weiter, um deren “Entsorgung” zu organisieren. „Es kann angenommen werden, dass die Händler bald die Spur der von ihnen weitergegebenen Geräte verlieren, auch wenn sie laut WEEE-Richtlinie die Verantwortung für die Entsorgung tragen.“ so Zanella nach ausführlichen Recherchen und erklärt weiter: „Der Handel mit Gebrauchtgeräten und Elektroschrott ist offenbar finanziell lukrativer als Recycling und wegen lückenhafter Kontrollsysteme in großem Ausmaß möglich“.

Nachfragen bei österreichischen Elektrohändlern bestätigten dieses Bild: Nur ein Unternehmen arbeitet mit einem zertifizierten Recyclingunternehmen zusammen. Kleinere Elektrohändler organisieren die Entsorgung selbst. Ein Computerhändler gab an, die Entsorgung der Altware durch ein weltweit agierendes Speditionsunternehmen abwickeln zu lassen. Andere Händler reagierten gar nicht auf Nachfragen – ebenso wie OnlineankäuferInnen von Elektrogeräten.

„Die Wege des Elektromülls nach Afrika sind vollkommen intransparent und werden wohl aus guten Gründen verborgen gehalten. Offensichtlich sind aber die Berge an Elektromüll, die sich dort anhäufen – deswegen müssen Regierungen, Hersteller und Handel zusammenarbeiten, um diese illegalen Exporte zu stoppen“ fordert Zanella.
Jenen, die zu einer Besserung der Missstände beitragen wollen, rät Südwind alte Elektrogeräte zu entsprechenden Sammelstellen der Gemeinden oder zu einem „ReUse“-Zentrum bringen, das für Reparatur und Wiederverwendung in Österreich sorgt.


Hintergrundinformationen zum Downloaden:


Interviewvereinbarungen und Rückfragen:
Christina Schröder
Öffentlichkeitsarbeit
Südwind
Tel.: 01 405 55 15 301
E-Mail: christina.schroeder@suedwind.at
 

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CCK-Protest zeigt Wirkung: KiK und C&A lenken ein
In die Entschädigungsverhandlungen für die Brandopfer in Bangladesch kommt Bewegung.

Vier Monate lang hat die Clean Clothes Kampagne mit öffentlichen Aktionen, Protestmails und Facebook-Aktivitäten Druck auf KiK und C&A gemacht. Das Ziel: eine umfassende und transparente Entschädigung der Opfer des Brandes in der Textilfabrik Tazreen in Bangladesch. Bei dem Feuer kamen im November vergangenen Jahres 112 ArbeiterInnen ums Leben, ca. 120 weitere wurden verletzt. Diese Bemühungen wurden jetzt von Erfolg gekrönt. Vergangenen Montag trafen sich Unternehmen – unter ihnen KiK und C&A – mit der internationalen Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL in Genf zu Verhandlungen.

Die Beteiligten diskutierten ein Entschädigungspaket in Höhe von 5,7 Millionen US-Dollar. Bis Ende des Monats werden KiK, C&A sowie das spanische Unternehmen El Corte Inglés und das italienische Unternehmen Piazza Italia ihre jeweiligen Beitragszahlungen bestätigen.

„Vier lange Monate mussten die Opfer der Brandkatastrophe auf ihre Entschädigungen warten. Wir sind sehr froh, dass endlich ein umfassendes und transparentes Entschädigungspaket gemäß internationaler Standards auf den Weg gebracht wurde“, so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne „Ich möchte allen, die sich an unseren Aktionen beteiligt haben, herzlich für ihre Unterstützung danken.Ohne ihr Engagement wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.“

Allein in Österreich unterzeichneten über 1.600 Personen die Online-Petition. Hunderte beteiligten sich an Straßenaktionen und Facebook-Aktivitäten, die sich an KiK und C&A richteten. Zunächst hatten es beide Unternehmen abgelehnt, sich zusammen mit den Gewerkschaften an einen Tisch zu setzen. Doch dank der breiten Unterstützung von AktivistInnen in Österreich und anderen europäischen Ländern mussten die beiden Unternehmen einlenken.

Auf dem Treffen am vergangenen Montag fehlten jedoch Unternehmen, unter ihnen der US-amerikanische Konzern Walmart. Die Clean Clothes Kampagne ist empört über das Fernbleiben und fordert eine Beteiligung aller Firmen, die ihre Bekleidung von ArbeiterInnen der Tazreen-Fabrik herstellen ließen.
„Es ist  höchste Zeit, dass die Unternehmen sich endlich zu einem umfassenden Brandschutz bekennen“, so Königshofer weiter. „Wir werden weiter dafür kämpfen, dass so eine Katastrophe nicht noch einmal passiert und hoffen auch in Zukunft auf die rege Beteiligung unserer Unterstützerinnen und Unterstützer zählen zu können.“

Hintergrundinformationen zum Weiterlesen:
Kurzbericht über die Entschädigungsverhandlungen

 

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne Österreich
Mobil: 0664 230 988 3
Tel: 01 405 55 15 306
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
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Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

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Österreichische Clean Clothes-Aktivistin von kambodschanischer Polizei festgenommen
Wien/ Phnom Penh, 11.03.2013: Am Dienstag, den 05.03., wurde Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne in der Nähe der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh in Polizeigewahrsam genommen.

Die Streikenden wollten auf die illegale Entlassung von 41 ArbeiterInnen, alle Mitglieder der unabhängigen Gewerkschaft C.CAWDU, aufmerksam machen. Sie waren in den vergangenen Wochen mit brutalen Übergriffen von der Polizei und vom Fabrikmanagement angeheuerten Schlägern konfrontiert gewesen. Sieben wurden mit Eisenrohren und mit nägelbesetzten Holzstöcken angegriffen und niedergeschlagen. Nach Angaben von ArbeiterInnen produziert das Unternehmen Bekleidung u.a. für bekannte Marken wie Esprit und Diesel. Die Fabrik ist bekannt für ihre guten Beziehungen zur örtlichen Polizei und für ihr brutales Vorgehen gegen KritikerInnen.

VertreterInnen der Clean Clothes Kampagne (CCK) wurden nach dem Besuch der Protestversammlung zu einer örtlichen Polizeistation gebracht, wo sie über sechs Stunden festgehalten und befragt wurden. Die österreichische CCK-Aktivistin Michaela Königshofer zeigt sich schockiert: „Die Tatsache, dass die kambodschanische Polizei Aktivistinnen und Aktivisten von internationalen NGOs festnimmt, nur weil wir uns mit Arbeiterinnen und Arbeitern vor dem Fabrikseingang getroffen haben, sagt sehr viel über die Menschenrechtssituation und die Organisationsfreiheit in diesem Land aus. Im Februar wurde sogar eine im fünften Monat schwangere Arbeiterin, die sich unter den Streikenden befand von Schlägern attackiert. Wieso werden wir festgenommen und nicht die Leute, die diese Arbeiterinnen und Arbeiter schlagen?“ Die fünf konnten schließlich kurz vor Mitternacht die Polizeistation wieder verlassen - begleitet von mehr als 50 Personen, die sich vor der Polizeistation versammelt hatten, darunter viele der streikenden ArbeiterInnen, lokale GewerkschaftsaktivistInnen und MitarbeiterInnen von Arbeitsrechtsorganisationen.

„Die örtliche Gewerkschaft C.CADWU hat alles in ihrer Macht Stehenden getan, um uns heil herauszuholen und riskierte damit ihre eigene Sicherheit. Die CCK lässt sich aber nicht so leicht einschüchtern und wird den Fall der Arbeiterinnen von E Garment aufmerksam weiterverfolgen. Wir fordern ein Ende der Gewalt und Unterdrückung sowie eine umfassende Untersuchung der brutalen Übergriffe", so Michaela Königshofer.

Ath Thorn, Präsident von C.CAWDU ergänzt weiter: „Das Management von E Garment setzt alles daran die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Gewerkschaftsaktivistinnen und -aktivisten und unsere europäischen Kolleginnen und Kollegen einzuschüchtern. Solche Aktionen müssen gründlich untersucht und vor Gericht gebracht werden."

Die Streikenden verlangen in erster Linie die Wiedereinstellung der unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen und die Bezahlung der durch den Streik ausstehenden Löhne. Sie fordern das Fabrikmanagement und die Polizei auf, die gewalttätigen Einschüchterungsversuche zu beenden.
„Die Vorkommnisse in Phnom Penh haben ganz klar gezeigt, dass hier wirtschaftliche Interessen vor Menschen- und Arbeitsrechten Vorrang haben, mit Unterstützung der Polizei. Wir fordern von den Unternehmen, die bei uns mit der unter solchen Umständen produzierten Bekleidung Geschäfte machen, sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den kambodschanischen Fabriken einzusetzen“, resümiert Königshofer nach ihrer Rückkehr nach Österreich am vergangenen Freitag.
In den nächsten Tagen wird es auf der Website der Clean Clothes Kampagne auch eine E-Mail Protestaktion gegen die Missstände in Kambodscha geben.

Fotos zum Downloaden: www.cleanclothes.at/presse

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Tel.: 0664 23 09 883
www.cleanclothes.at

Ath Thorn
Präsident der Koalition der Kambodschanischen Apparel Workers' Democratic Union (C.CAWDU) Tel: +855 66 44 6666

Hintergrundberichte:
Bericht über E Garment vom Workers Rigths Consortium
Zeitungsbeiträge über die Festnahme der CCK-AktivistInnen: Beitrag 1, Beitrag 2
Beitrag über die gewalttätigen Übergriffe auf die Demonstrierenden

 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.
Diese Presseaussendung wird im Rahmen des Projekts „Defending Human Rights in the Global Garment Industry “ mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union organisiert. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union dar.

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Schandfleck 2012 – Jurypreis geht an KiK
Am 20.02., dem Welttag für Soziale Gerechtigkeit, wurde erstmals in Österreich der Schandfleck für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen vergeben.

„KiK schert sich nicht um die Sicherheitsstandards in seinen Zulieferbetrieben“, kritisiert Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne (CCK) und fährt fort: „In Zulieferbetrieben in Pakistan und Bangladesch verbrannten über 400 Menschen in den letzten Monaten – sie mussten ihr Leben lassen für billige Shirts und Hosen.“

Am 11. September 2012 starben fast 300 Menschen im KiK Zulieferbetrieb Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan. Verschlossene Notausgänge, vergitterte Fenster und versperrte Treppenhäuser führten dazu, dass die ArbeiterInnen den Flammen nicht entkommen konnten. Der Brand zählt international zu den größten Industrieunfällen der letzten Jahre. Am 24. November 2012 kam es erneut zu einem Fabrikbrand bei dem 112 Menschen ihr Leben verloren. Diesmal handelte es sich um die Tazreen Fabrik in Dhaka, Bangladesch, bei der neben KiK auch Marken wie C&A und Walmart produzieren ließen. Ein Opfer von vielen ist der Arbeiter Miraj. Er sprang aus dem fünften Stock, um sich vor den Flammen zu retten und erwachte im Krankenhaus. Die bangladeschische Unternehmervereinigung (BGMEA) kam für die medizinischen Kosten auf. Das Essen, das er im Krankenhaus bekam, teilte er mit seinem arbeitslosen Vater, der auf das Einkommen seines Sohnes angewiesen ist. Miraj sieht seine Zukunft düster: „Ich werde nicht mehr in der Lage sein, etwas zu arbeiten.“
Am 26. Jänner 2013 brannte wieder eine Fabrik in Bangladesch. Bei Smart Garment Export kamen sieben Menschen ums Leben, vier waren jünger als 17 Jahre.

Bei zwei von drei Bränden (Ali Enterprises, Tazreen) hat sich KiK zu Entschädigungszahlungen bekannt. Ob diese ausreichend sind und auch denen ausgezahlt werden, die durch den Brand arbeitsunfähig geworden sind oder weiterhin medizinische Versorgung brauchen, ist derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen. Im Fall von Smart Garment Export bestreitet KiK dort produziert haben zu lassen, obwohl ein Label von KiK in der Asche gefunden wurde. Die Verhandlungen um Entschädigungszahlungen gestalten sich schwierig.

„Die Entschädigungszahlungen für die Opfer sind bis dato nicht mehr als ein Versuch sich reinzuwaschen. Der Schandfleck bleibt und ist verdient angesichts KiKs mangelnder Unternehmensverantwortung“, kritisiert Königshofer.

Die CCK fordert neben angemessenen Entschädigungszahlungen gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften die nachhaltige und effiziente Umsetzung von Schutzmaßnahmen. „Ein wichtiger Schritt, um derartige Katastrophen zu vermeiden wäre die Unterzeichnung des ‚Bangladesh Fire and Building Safety Agreement’, das die Unternehmen verpflichtet Fabrikgebäude sicherheitstechnisch zu verbessern“, so Michaela Königshofer. Dieses Brandschutzabkommen wurde bisher auf europäischer Seite nur von Tchibo unterzeichnet. Als Antwort auf die Fabrikbrände hat auch das Europäische Parlament in einer umfassenden Resolution internationale Bekleidungsmarken zur Unterzeichnung des Brandschutzabkommen aufgefordert.

Menschen in Europa können sich solidarisch erklären mit den Brandopfern und die Urgent Action der Clean Clothes Kampagne mit den Forderungen nach einer gerechten Entschädigung der Opfer und einer Verbesserung der Sicherheitsstandards unterstützen: www.cleanclothes.at/de/urgent-actions

Weitere Informationen zu den Bränden: www.cleanclothes.at/presse


Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Tel.: 0664 23 09 883
www.cleanclothes.at


Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.
Die in dieser Presseaussendung vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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Brandserie - Erneut sieben Tote bei Feuer in einer Textilfabrik in Bangladesch
29.01.2013. Die Clean Clothes Kampagne fordert gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften eine nachhaltige und effiziente Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

Am Wochenende war es wieder so weit. In Dhaka, Bangladesch, kamen bei einem Feuer in der Bekleidungsfabrik “Smart Exports“ sieben ArbeiterInnen ums Leben. In der Brandruine konnten Labels des deutschen Discounters KiK und des spanischen Unternehmens Inditex, zu dem auch die Kette Zara gehört, sichergestellt werden.
Das Feuer brach am 26. Jänner in der Mittagspause aus. Deswegen hielten sich die meisten der rund 300 Beschäftigten außerhalb des Gebäudes auf. Dennoch kamen sieben ArbeiterInnen bei dem Brand ums Leben, vier waren jünger als 17 Jahre.

Die Clean Clothes Kampagne fordert gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften die nachhaltige und effiziente Umsetzung von Schutzmaßnahmen. „Ein wichtiger Schritt wäre die Unterzeichnung des „Bangladesh Fire and Building Safety Agreement“, das die Unternehmen verpflichtet Fabrikgebäude sicherheitstechnisch zu verbessern“ so Michaela Königshofer, Koordinatorin der österreichischen Clean Clothes Kampagne. Dieses Brandschutzabkommen wurde bisher auf europäischer Seite nur von Tchibo unterzeichnet.

Unklar bleibt die Entschädigung der Opfer. Erst vor zwei Monaten kostete ein Brand in der Textilfabrik Tazreen in Dhaka 112 Menschen das Leben. Die Hinterbliebenen und Verletzten dieser Katastrophe warten noch immer auf Entschädigungszahlungen. Die Clean Clothes Kampagne hat zusammen mit ihren Partnern in Bangladesch berechnet, dass den Opfern und den Hinterbliebenen mindestens drei Millionen Euro zustehen würden. Ein Beispiel ist der Fall von Jomila Khatun. Sie verlor bei dem Brand im November letzen Jahres ihren einzigen Sohn. Als sie seinen verbrannten Leichnam für die Beerdigung in einer nahegelegenen Schule abholen musste, informierte sie niemand, dass sie und ihre Familie Anspruch auf Entschädigung hätten. Jomila ist verwitwet. Ihre Schwiegertochter hat keine Arbeit. Der Arbeiter Miraj sprang aus dem fünften Stock, um sich vor den Flammen zu retten. Er erwachte im Krankenhaus. Die bangladeschische Unternehmervereinigung (BGMEA) kam für die medizinischen Kosten auf. Das Essen, das er im Krankenhaus bekommt, teilt er nun mit seinem Vater. Dieser hat keine Arbeit und war auf das Einkommen seines Sohnes angewiesen. Miraj sieht seinen Zukunft düster: „Wenn ich das Spital verlasse, gehe ich zurück in mein Dorf. Ich werde aber nicht mehr in der Lage sein, etwas zu arbeiten.“

Bisher hat KiK jede Zahlung von Entschädigung für die Opfer abgelehnt, da zum Zeitpunkt des Brandes keine Aufträge für KiK bearbeitet wurden. Dies ist aber kein Argument aus Sicht der Clean Clothes Kampagne: „Von 2009 bis Mitte 2012 hat KiK dort regelmäßig Aufträge platziert und sich dabei ganz offensichtlich nicht um Brandschutzmaßnahmen gekümmert. Nach wie vor sterben Arbeiterinnen und Arbeiter, während die Unternehmen nicht müde werden, Ausreden zu finden und die Verantwortung von sich zu weisen, anstatt sich endlich um Verbesserungen zu kümmern!“ kritisiert Königshofer.

Weitere Hinweise und Hintergrundinformationen zum Downloaden:
Zusammenfassung des Brandschutzabkommens
Unternehmensreaktionen auf die Brandserien

KiK gehört neben Andritz und Mayr-Melnhof zu den drei Unternehmen, die für den SCHANDFLECK des Jahres 2012 nominiert wurden, eine Auszeichung für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen. Noch bis zum 18. Februar kann online abgestimmt werden unter: www.schandfleck.or.at/online-wahl

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Tel.: 0664 23 09 883
www.cleanclothes.at

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign (CCC), einer Koalition von Kampagnen in vierzehn europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen. Sie wird von der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.
Die in dieser Presseaussendung vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

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