Aus für Lobautunnel

Seit Monaten kämpfen Aktivist*innen gegen den Bau der Lobau-Autobahn. Nun wurde er gestoppt.

Autoverkehr ist der Klimakiller Nr. 1 in Österreich und fossile Megaprojekte wie neue Autobahnen sind mit Österreichs Klimazielen unvereinbar. So auch der Bau des Lobautunnels, der massive ökologische Schäden nach sich gezogen hätte. Seit mehreren Monaten campen junge Menschen in einem Wiener Park und fordern das Streichen der Pläne für die Lobauautobahn und stattdessen einen Ausbau der Öffis und Radwege. Ein Interview mit einer jungen Aktivistin, das wir im Camp geführt haben, bildet den Auftakt zur Südwind-Podcastreihe "Zukunftsmacher*innen".

Die Proteste haben sich gelohnt: Klimaministerin Leonore Gewessler hat das Bauvorhaben am Mittwoch abgesagt. "Die Entscheidung ist ein großer Erfolg für die monatelangen Proteste junger Menschen in der Lobau und ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Mobilitätswende", sagt Merle Weber, Sprecherin für Klimagerechtigkeit bei Südwind.

Warum ist der Lobautunnel schlecht für's Klima?

"Es kann nicht sein, dass in einem Land mit einem der dichtesten Straßennetze Europas weiterhin wertvolle Natur großflächig verbaut und klimaschädliche Abgase auf Generationen einzementiert werden. Im Sinne der Klimagerechtigkeit muss die Politik auf höchster Ebene die Zukunftssorgen junger Menschen endlich ernstnehmen. Der Baustopp für den Lobautunnel muss eine Trendwende einläuten hin zu einer klimagerechten, zukunftsfitten Verkehrspolitik im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel", so Südwind-Sprecherin Weber.

Ein Bericht der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt die ökologischen Auswirkungen des Projekts auf. Demnach hätte die Lobau-Autobahn 178 Hektar der fruchtbarsten Böden in und um Wien dauerhaft zerstört. Anbauflächen dieser Größenordnung sind unverzichtbar für eine sichere regionale Lebensmittelversorgung in Österreich.

Gehen die Proteste weiter?

Ja. Nach dem Etappensieg in der Lobau geht es jetzt darum, auch den sofortigen Baustopp der Stadtautobahn Aspern zu erwirken. Die Aktivist*innen kündigten am Mittwoch an, deren Baustellen solange besetzt zu halten, bis auch dieses Projekt gekippt wird.

Um teuren Fehlplanungen wie dem Lobautunnel künftig besser vorzubeugen, fordert Südwind daher eine Stärkung der politischen Teilhabe von jungen Menschen. Wir fordern, dass Jugendräte in sämtlichen EU-Mitgliedsstaaten ins Leben gerufen sowie bestehende Jugendräte mit dem Status von Sozialpartner*innen ausgestattet und verpflichtend in die politische Entscheidungsfindung eingebunden werden.

 

lobaubleibt.at


Im Rahmen des Südwind-Klimaprojekts 1Planet4All unterstützen wir den Kampf junger Menschen in Österreich gegen die Klimakrise. Deshalb gehört Südwind zu den offiziellen Unterstützer*innen der #LobauBleibt-Protestaktivitäten und der Lobauer Erklärung.