Es ist Zeit zuzuhören

in der Reihe: Corona-Lectures. Die Krise als Wendezeit.

Di, 13. September 2020, 18:00

online / Zoom

Anmeldung erforderlich

Die Zerstörung von Primärwäldern wie dem Regenwald begünstigt Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Sie beschneidet außerdem die Rechte indigener Menschen.

„Es ist Zeit zuzuhören“ meint Kay Sara, indigene Schauspielerin, die heuer die Wiener Festwochen eröffnet hätte. 2020 war die Verabschiedung eines bedeutenden globalen Übereinkommens für biologische Vielfalt vorgesehen, dann kam Corona. Die Pandemie bedroht nun – zusätzlich zu den Rodungen im Regenwald – die indigene Bevölkerung. Diese Pandemie ist nicht nur eine Gesundheits- sondern auch eine Umweltkrise. Die rasch fortschreitende Reduktion der Artenvielfalt erhöht die Chance der Krankheitsübertragung von Tier auf Mensch. „Die Zeit“ schreibt, „eine kluge Gesundheitspolitik sollte die globale Biodiversität ins Zentrum der internationalen Aktivitäten stellen“.

Moderation: Helmut L. Müller,  freier Autor
18.00 Begrüßung: Heidi Grobbauer,  KommEnt
18.15 Fachinput: Paloma Shimabukuro, Stiftung Oswaldo Cruz (auf Englisch)
19.00 Diskussion und Austausch mit Johann Kandler, Amazonas Experte beim Klimabündnis und Matthäus Rest, Via Campesina im Gespräch mit Helmut L. Müller, bis vor kurzem Ressortleiter Außenpolitik der SN
20.10 Abschluss und Ausblick auf weitere Termine in der Veranstaltungsreihe

Der Abend wird umrahmt von der Rede von Kay Sara | gelesen von Petra Nagenkögel, Autorin

Anmeldung erforderlich unter: brigitte.drabeck@klimabuendnis.at
Der Link wird nach Anmeldung zugeschickt.

 

Paloma Shimabukuro ist Forscherin bei der Stiftung Oswaldo Cruz/Instituto René Rachou. Ihre Forschungsgebiete umfassen öffentliche Gesundheit und Insektenkunde. Sie untersucht seit 12 Jahren in mehreren Bereichen des brasilianischen Amazonasgebiets die Ursachen von Volkskrankheiten in Verbindung mit der Gesundheit indigener Völker. Die Stiftung Oswaldo Cruz hat 16 Standorte in Brasilien mit dem Ziel Gesundheit und soziale Entwicklung zu fördern. Die Stiftung besteht seit 1900.

Johann Kandler leitet seit 1993 beim Klimabündnis die Öffentlichkeitsarbeit zur Partnerschaft mit indigenen Völkern und Regenwald. In seinen zahlreichen Vorträgen in Gemeinden und Bildungseinrichtungen bringt er entwicklungspolitische Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel einer breiten Bevölkerung näher. Davor arbeitete Kandler 20 Jahre in Brasilien, unter anderem im Amazonasgebiet mit den Menschen im Regenwald.

Matthäus Rest ist Anthropologe, Bauer und Mitglied des Vorstands von Via Campesina Austria, der Österreichischen Berg- und Kleinbäuer/innenvereinigung. Seine wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Umwelt, Wirtschaft, Zeit und Bäuerlichkeit. Momentan arbeitet er in einem Forschungsprojekt mit Archäologinnen und Genetikerinnen, das Geschichte und Gegenwart der Milchwirtschaft in den Alpen und der Mongolei beleuchtet.


Kooperation: Klimabündnis Salzburg, KommEnt Gesellschaft für Kommunikation, Entwicklung und dialogische Bildung, Südwind Salzburg.

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Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Corona-Lectures. Die Krise als Wendezeit statt.