Three (or more) Ecologies: Reports on ecology, democracy & feminist futures from Rojava & Bakur

Vortrag und Lecture Performance (englisch)

Fr, 29. März 2019, 19:00 Uhr

Künstlerhaus Büchsenhausen, Weiherburggasse 13, Innsbruck

 

Ökologie und Demokratie: Berichte zur Frauenbewegung in der Region Rojava

 

Women's Autonomy against Fascism: Experiences from Rojava
Vortrag von Dilar DIRIK (Soziologin und Aktivistin)

Die Soziologin und Aktivistin der Kurdischen Frauenbewegung Dilar DIRIK spricht über die gesellschaftlichen Entwicklungen in der Demokratischen Föderation Nordsyrien, besser bekannt unter dem kurdischen Namen Rojava. Im Mittelpunkt steht der Kampf der Frauen um die Lösung lokaler ökologischer Herausforderungen sowie die Etablierung alternativer, radikal-demokratischer Strukturen. Dirik stellt die bisherigen Erfahrungen in einen erweiterten historischen und sozialen Kontext, um die prekäre Lage darzustellen, in der die dort stattfindende gesellschaftliche Revolution gegenwärtig vonstatten geht.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Dilar DIRIK ist eine Aktivistin der Kurdischen Frauenbewegung. Kürzlich hat sie am Institut für Soziologie der University of Cambridge (UK) zu den Befreiungskämpfen der Frauen in Kurdistan promoviert.

 

Dams in Somewhere
Lecture Performance zur Zerstörung von Lebensräumen und Ökosystemen in kurdischen Regionen von Rojda TUGRUL 

Im Jahr 2008 kündigte die türkische Regierung die Einleitung von Dutzenden von „Sicherheitsdamm“-Projekten an. Diese Dämme sollen entlang der türkisch-irakischen Grenze sowie in einigen Tälern in der zentralen Region des türkischen Kurdistans gebaut werden. Diese Projekte stellen die umfangreichsten Eingriffe in den ländlichen Gebieten Kurdistans seit den 1990er Jahren dar, als im Zuge einer staatlichen Aufstandsbekämpfungskampagne, die der PKK logistische Unterstützung entziehen sollte, 3.000 kurdische Dörfer gewaltsam evakuiert und drei Millionen Menschen vertrieben wurden. Der Bau dieser Dämme würden die Mobilität der PKK-Kämpfer erschweren und einschränken, ihre Bergpfade blockieren und die logistische Unterstützung der Einheimischen verunmöglichen.

In ihrer Lecture Performance wird Rojda Tugrul am 29.03.2019 die Zerstörung von Lebensräumen und Ökosystemen in den kurdischen Regionen der Türkei, des Irak und Syriens durch diese Staudammprojekte thematisieren. Besonders im Fokus werden der Einfluss der Projekte auf das vorhandene Naturhabitat sowie die darin gefährdeten oder bereits ausgestorbenen Arten stehen.

Die Lecture Performance wird in englischer Sprache abgehalten.

Rojda TUGRUL ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin aus Diyarbakir, die sich vor allem mit forschungsbasierten Theorien über Identität im Verhältnis zum Raum beschäftigt. Ihre Projekte untersuchen diese binäre Beziehung meist im Medium Fotografie sowie in audiovisuellen Installationen. Nach einem Master-Abschluss in Veterinärwissenschaften schloss Tugrul 2016 ein Kunst-Studium an der Mardin Artuklu University mit einem MA ab. Derzeit nimmt sie am PhD-in-Practice-Programm der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo sie auch als Lektorin tätig ist.

 

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Künstlerhaus Büchsenhausen durchgeführt.

 

SDGs
Die Veranstaltung findet im Kontext der Realisierung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (den Sustainable Development Goals - SDGs) der UNO statt. Besonderes Augenmerk wird auf Ziel Nr. 6 (Sauberes Wasser), Ziel Nr. 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und Ziel Nr. 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) gelegt.

 

Bildrechte: (c) Angie Anderson, 2018