simulate economy

Produkte aus anderen Ländern gehören zu unserem Alltag. Ein Großteil unserer Lebensmittel wird importiert, die meiste Kleidung im Ausland genäht oder elektronische Geräte wie Handys oder Computer in dutzenden Fabriken im Ausland hergestellt. Große Unternehmen sind meist international tätig. Globale Herstellungs- und Lieferketten stellen die Regel dar. Immer wieder kommt es dabei zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden – meist nicht in europäischen Ländern, sondern in Ländern des Globalen Südens.

Das Thema unternehmerische Verantwortung (corporate social responsibility / CSR) ist nicht neu. Jedoch bekommt es im letzten Jahrzehnt eine höhere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in politischen Debatten. Die im Jahr 2014 verabschiedete EU-Richtlinie zur „Offenlegung nicht-finanzieller Informationen“ fordert von Großunternehmen verpflichtend Transparenz über die ökologischen und sozialen Folgen ihres Wirtschaftens ein. Tragödien und Skandale zu Arbeitsbedingungen in der Textilbranche und in der IT-Industrie untermauern die Relevanz der Richtlinie.

Anhand eines Planspiels wird unternehmerische Verantwortung simuliert. Die Teilnehmenden übernehmen dabei die Rollen verschiedener Interessensgruppen in einem Konzern und aus der Zivilgesellschaft. Ausgangslage ist ein fiktiver Skandal, der die Umsätze und Marktstellung eines internationalen Elektronikkonzerns bedroht. Der Vorwurf lautet, der Konzern würde in Bergbauregionen, wo die Rohstoffe für die Elektronikgeräte abgebaut werden, massiv die Umwelt schädigen und Kriegsparteien unterstützen. Darüber hinaus verstoßen die Arbeitsbedingungen in der Montage der Geräte gegen internationale Regelungen. Die Konzernleitung sieht sich zum Handeln gezwungen und lädt relevante Personen aus dem Konzern und der Öffentlichkeit zu einem Krisengespräch ein.