17 Ziele für eine bessere Welt

Eine Broschüre für die Sekundarstufe II, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung.

„Wir sind die erste Generation, die Armut beenden kann, und die letzte, die den Klimawandel beeinflussen kann, wenn wir jetzt handeln.“
 Amina J. Mohammed – Ehemalige UNO-Sonderberaterin für die Entwicklungsplanung nach 2015

Es sind überaus ambitionierte Ziele, die 193 Regierungen im September 2015 beschlossen haben. Dass die gemeinsamen Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft etwas bewirken können, zeigt der Blick auf die Bilanz ihrer „Vorgänger“, der Millenniums-Entwicklungsziele. Zwischen 2000 und 2015 wurden bemerkenswerte Fortschritte gemacht und das Leben von Millionen Menschen hat sich verbessert: Die extreme Armut wurde um die Hälfte verringert. Für mehr als zwei Milliarden Menschen wurde der Zugang zu besseren Wasserquellen Realität. Unterschiede im Zugang zur Grundschulbildung zwischen Buben und Mädchen wurden in allen Entwicklungsregionen reduziert, die Müttersterblichkeit ist weltweit um 44% gesunken.

Trotz aller Fortschritte, gibt es noch viel zu tun: Noch immer lebt jeder achte Mensch auf dieser Erde in extremer Armut und sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an vermeidbaren Krankheiten. Noch immer müssen 800 Millionen Menschen Hunger erleiden, zwei Milliarden Menschen sind durch Wasserknappheit bedroht.

Aber nicht nur deshalb haben die 17 Ziele Beachtung verdient: Überdeutlich wird im Konsens aller Staaten der Erde formuliert, dass Entwicklung und Umwelt untrennbar zusammenhängen, dass es keinen Erhalt der Ökosysteme auf der Erde geben wird ohne eine Überwindung der Armut und dass es eines inklusiven Wirtschaftswachstums und einer Verringerung der Ungleichheit auf allen Ebenen bedarf. Gleichzeitig wird keines der Ziele erreicht werden können, wenn es nicht gelingt den Klimawandel deutlich zu verlangsamen. Die Ziele sind daher nicht nur jeweils einzeln zu betrachten, wichtig ist es auch die Zusammenhänge zwischen den Zielen zu sehen. Beispielsweise wirken sich Fortschritte im Bereich Bildung positiv auf die anderen Ziele aus, Rückschritte im friedlichen Miteinander haben negative Konsequenzen für alle anderen Ziele.

Die neuen Entwicklungsziele (englisch: Sustainable Development Goals, SDGs) sollen jedoch nicht nur die Lebensbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern, sondern sie gelten für alle Länder. D.h. auch Österreich wird Rechenschaft ablegen müssen, wie es politisch national und global im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung handelt: was es z.B. für mehr Bildungsgerechtigkeit in Österreich, für den Klimaschutz und den Erhalt der Biodiversität in unserem Land oder gegen die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt und Politik tun wird.

Die österreichische Regierung braucht einen konkreten Umsetzungsplan, der mit allen Ressorts und Bundesländern sowie der Zivilgesellschaft gemeinsam erarbeitet wird. Österreich braucht aber auch informierte und engagierte Menschen, die die Umsetzung der UNO-Ziele einfordern. Mit dieser Broschüre wollen wir die Ziele vorstellen. Wir wollen die globalen aber auch die nationalen Herausforderungen deutlich machen, die in den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung angesprochen werden und zur Diskussion darüber anregen, was die Ziele für die Gesellschaft und die nationale und internationale Politik bedeuten.